Haarausfall trotz Finasterid: Ursachen und Lösungsansätze

Viele Männer, die unter androgenetischer Alopezie (AGA), dem erblich bedingten Haarausfall, leiden, greifen auf Finasterid zurück, um den Haarverlust zu stoppen. Doch was tun, wenn Finasterid nicht die gewünschte Wirkung zeigt? Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Ursachen für Haarausfall trotz Finasterid-Einnahme und bietet Lösungsansätze.

Was ist Finasterid und wie wirkt es?

Finasterid ist ein Wirkstoff, der das Enzym 5α-Reduktase Typ II hemmt. Dieses Enzym wandelt Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) um. DHT ist ein Androgen, das eine Schlüsselrolle bei der androgenetischen Alopezie spielt, da es die Haarfollikel schädigt und zu deren Miniaturisierung führt. Durch die Einnahme von Finasterid wird die DHT-Konzentration im Serum um etwa 70 % gesenkt, was den Haarausfall verlangsamen oder stoppen kann.

Die Wirksamkeit von Finasterid wurde in zahlreichen Studien belegt. So konnte in einer großen internationalen Studie ein Stopp des Haarausfalls bei 9 von 10 Männern und eine Zunahme der Haardichte bei 7 von 10 Männern festgestellt werden. Allerdings ist Finasterid nicht bei jedem wirksam.

Mögliche Ursachen für Haarausfall trotz Finasterid

Es gibt verschiedene Gründe, warum Finasterid möglicherweise nicht die gewünschte Wirkung zeigt:

  • Non-Responder: Einige Männer sprechen schlichtweg nicht auf Finasterid an. Es scheint, dass sie eine geringe oder keine Reaktion auf das Medikament zeigen.
  • Fortschreitende AGA: Trotz Finasterid kann die AGA fortschreiten, wenn auch langsamer. Der Haarausfall kann sich schleichend fortsetzen, und der ursprüngliche Status kann nicht gehalten werden.
  • Upregulation: Es gibt Spekulationen über eine mögliche Upregulation der Androgenrezeptoren, was bedeuten könnte, dass die Haarfollikel empfindlicher auf DHT reagieren, selbst wenn dessen Spiegel gesenkt ist.
  • Falsche Dosierung oder Einnahme: Eine unregelmäßige Einnahme oder eine zu geringe Dosierung kann die Wirksamkeit von Finasterid beeinträchtigen.
  • Andere Ursachen für Haarausfall: Es ist wichtig auszuschließen, dass andere Faktoren wie Stress, Ernährungsmängel oder andere Erkrankungen den Haarausfall verstärken.

Finasterid gegen Haarausfall | Wie gefährlich ist es WIRKLICH?

Was tun, wenn Finasterid nicht wirkt?

Wenn Sie trotz Finasterid-Einnahme weiterhin unter Haarausfall leiden, gibt es verschiedene Optionen, die Sie in Betracht ziehen können:

  1. Minoxidil: Minoxidil ist ein topisches Mittel, das die Durchblutung der Kopfhaut fördert und das Haarwachstum anregt. Es kann in Kombination mit Finasterid verwendet werden.
  2. Ketoconazol: Ketoconazol ist ein Antimykotikum, das auch entzündungshemmende Eigenschaften hat und die DHT-Produktion in der Kopfhaut reduzieren kann. Es ist in Shampoos enthalten und kann regelmäßig angewendet werden.
  3. Dutasterid: Dutasterid ist ein stärkerer 5α-Reduktase-Hemmer als Finasterid und kann in einigen Fällen wirksamer sein. Es ist jedoch auch mit einem höheren Risiko für Nebenwirkungen verbunden.
  4. Andere topische Behandlungen: Es gibt verschiedene andere topische Behandlungen, die das Haarwachstum fördern sollen, wie z. B. Diclofenac, Progesteron-Creme oder PGE2. Die Wirksamkeit dieser Mittel ist jedoch nicht immer ausreichend belegt.
  5. Haartransplantation: Eine Haartransplantation kann eine Option sein, um kahle Stellen aufzufüllen. Moderne Techniken wie die I-FUE-Methode ermöglichen schonende und narbenfreie Eingriffe.
  6. Derma Roller: Die Anwendung eines Derma Rollers (1,5 mm) in Kombination mit Kokos- und Emuöl kann die Durchblutung der Kopfhaut verbessern und das Haarwachstum anregen.

Wichtige Hinweise zur Einnahme von Finasterid

Um die bestmögliche Wirkung von Finasterid zu erzielen, sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Regelmäßige Einnahme: Nehmen Sie Finasterid täglich zur gleichen Zeit ein, um einen konstanten Wirkstoffspiegel im Blut aufrechtzuerhalten.
  • Geduld: Ein Wirkungseintritt von Finasterid ist erst nach etwa 5-6 Monaten zu erwarten. Eine sichtbare Verdichtung der Haare kann sogar 8-12 Monate dauern.
  • Ärztliche Beratung: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Erfahrungen mit Finasterid und mögliche Alternativen.
  • Nebenwirkungen: Achten Sie auf mögliche Nebenwirkungen und informieren Sie Ihren Arzt, wenn diese auftreten.

Es ist wichtig zu beachten, dass Finasterid und andere Behandlungen gegen Haarausfall als Dauertherapie betrachtet werden müssen, solange man einen Effekt erzielen bzw. erhalten möchte. Nach Absetzen der Präparate nimmt der Haarausfall in der Regel wieder seinen ursprünglichen Verlauf.

Ursachen für Haarausfall

Es gibt verschiedene Ursachen für Haarausfall. Die häufigsten sind:

  • Androgenetische Alopezie
  • Effluvium und diffuse Alopezie
  • Alopecia areata
  • Folliculitis decalvans

Eine adäquate ärztliche Untersuchung beim Symptom Haarausfall umfasst folgende Aspekte:

  • Anamnese
  • Klinische Inspektion
  • Klinischer Zugtest
  • Trichodermatoskopie
  • Trichogramm
  • Blutuntersuchungen

Bei Frauen sollte immer nach gynäkologischen Faktoren wie das An- oder Absetzen hormoneller Kontrazeptiva gefragt werden.

Die Rolle von DHT

Bei Androgenetischem Haarausfall kommt es durch Androgene zu einer Überempfindlichkeit der Haarfollikel gegen das Steroidhormon Dihydrotestosteron (DHT). Finasterid ist ein Wirkstoff, der das Enzym 5α-Reduktase (Typ II) zeitweilig inaktiviert, wodurch die Spaltung des männlichen Hormons Testosteron zu Dihydrotestosteron (DHT) verhindert wird.

Fazit

Haarausfall trotz Finasterid kann frustrierend sein, aber es gibt verschiedene Ursachen und Lösungsansätze. Es ist wichtig, die Ursache des Haarausfalls zu identifizieren und gegebenenfalls alternative Behandlungen in Betracht zu ziehen. Eine Kombination aus verschiedenen Therapien kann in vielen Fällen erfolgreich sein.

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