Der Zusammenhang zwischen Haarausfall, Pickeln und der Schilddrüse

Volles und kräftiges Haar ist für viele ein Symbol für Jugend, Schönheit und Vitalität. Doch wenn der natürliche Haarwachstumszyklus aus dem Takt gerät und es folglich zu vermehrtem Haarausfall kommt, bedeutet das für viele Betroffene einen hohen Leidensdruck: Die Sorge um das eigene Erscheinungsbild und vor dauerhaftem Haarverlust ist groß.

Die Ursachen für Haarausfall sind vielfältig. Da die Schilddrüse mit ihren Hormonen das Haarwachstum beeinflusst, gehören auch Schilddrüsenfunktionsstörungen zu den möglichen Auslösern für Haarausfall. Ebenso können Schilddrüsenerkrankungen wie eine Schilddrüsenüberfunktion oder Schilddrüsenunterfunktion Hautprobleme wie Akne im Gesicht oder am Hals verursachen.

Wie die Schilddrüse Hormonschwankungen und Akne beeinflusst

Die Antwort auf die Frage, warum Deine Haut so empfindlich auf Hormonschwankungen reagiert, liegt in der Schilddrüse. Sie ist ein kleines, schmetterlingsförmiges Organ im Hals und spielt eine entscheidende Rolle für die Homöostase des Körpers.

Sie produziert lebenswichtige Hormone wie Triiodthyronin (T3), Thyroxin (T4) und Calcitonin. Diese Hormone haben weitreichende Auswirkungen auf Deinen Stoffwechsel und die Gesundheit Deiner Haut. Eine gut funktionierende Schilddrüse sorgt dafür, dass alle Prozesse in Deinem Körper reibungslos ablaufen.

Doch was passiert, wenn die Schilddrüse aus dem Gleichgewicht gerät? Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) produziert die Schilddrüse zu viele Hormone, was zu Symptomen wie Gewichtsverlust, Nervosität und erhöhter Herzfrequenz führen kann. Umgekehrt kann eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) zu Müdigkeit, Gewichtszunahme und Depressionen führen. Beide Zustände können auch Hautprobleme verursachen, insbesondere Akne.

Akne durch Schilddrüsenüberfunktion oder Akne bei Schilddrüsenunterfunktion sind häufige Beschwerden, die durch hormonelle Schwankungen der Schilddrüse hervorgerufen werden. Diese hormonellen Veränderungen können die Talgproduktion der Haut beeinflussen und zu verstopften Poren führen. Besonders häufig tritt durch die Schilddrüse induzierte Akne am Hals auf, einem Bereich, der direkt von den Schwankungen der Hormone betroffen ist.

Die Schilddrüse und ihre Funktion

Die Schilddrüse (Thyroidea) ist ein kleines Organ, das schmetterlingsförmig unterhalb des Kehlkopfes im Hals liegt. Es produziert wichtige Hormone wie die beiden Schilddrüsenhormone T3 und T4. Sie sind unerlässlich für viele Stoffwechselprozesse und das Körperwachstum.

Wie Schilddrüsenhormone das Haarwachstum beeinflussen

In den menschlichen Haarfollikelzellen wird das Haar gebildet und dort ist auch die Haarwurzel verankert. Diese Zellen besitzen Rezeptoren, an die die Schilddrüsenhormone binden können. Die dadurch ausgelösten Signale und Prozesse wirken sich direkt auf das natürliche Haarwachstum aus.

Ebenso beeinflussen die Regelhormone der Schilddrüse - genauer das Thyreotropin-Releasing Hormon (TRH) und Thyreoidea-stimulierende Hormon (TSH) - wichtige Prozesse im Haarwachstumszyklus. Gerät die Schilddrüse aus dem Takt, sind die Schilddrüsenhormone in der Folge meist übermäßig viel oder zu gering im Blut vorhanden.

Bei einer Unterfunktion fallen die Haare zunehmend aus, da sich die Haarzellen vermehrt in einer Ruhephase befinden und das Haarwachstum verlangsamt ist. Darüber hinaus werden die Haare spröde und brüchig. Dünner werdendes und diffus ausfallendes Haar deutet hingegen auf eine Schilddrüsenüberfunktion hin. Vorübergehend kommt es nämlich zu einer Wachstumsbeschleunigung der Haarzellen mit einem verkürzten Lebenszyklus der Haare.

Starke Schilddrüsenüberfunktionen treten meist bei einem Morbus Basedow auf. Bei dieser Autoimmunerkrankung führen spezifische Antikörper gegen den TSH-Rezeptor zu einer vermehrten Produktion von Schilddrüsenhormonen. Auch bei der Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis kann es zu Beginn zu einer Überfunktion kommen.

Langfristig entwickeln aber viele der Patientinnen und Patienten mit einer Hashimoto-Thyreoiditis nach einer etwa sechswöchigen Überfunktionsphase eine behandlungsbedürftige Schilddrüsenunterfunktion. Eine solche Störung betrifft auch rund fünf bis sieben Prozent aller Frauen nach der Geburt - die sogenannte Postpartum-Thyreoiditis.

Ohnehin kommt es nach einer Geburt durch den Abfall der schwangerschaftsbedingt hohen Östrogenwerte oftmals zu einem gewissen Haarausfall. Eine Postpartum-Thyreoiditis kann diesen noch deutlich verstärken. Darüber hinaus können „heiße“ Schilddrüsenknoten (Autonome Adenome) ebenfalls eine Überfunktion und damit einen verstärkten Haarausfall verursachen.

Schilddrüsenunterfunktion: Ein typisches Frauenleiden

Der weibliche Körper unterliegt im Laufe eines Lebens diversen Hormonschwankungen. Sei es eine Schwangerschaft, die den Hormonhaushalt durcheinanderbringt, die Wechseljahre oder die Einnahme von Hormonen zum Zweck der Verhütung.

Ein kleines Organ unterhalb des Kehlkopfs spielt dabei eine wichtige Rolle: die Schilddrüse. Sie produziert die beiden Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) sowie T4 (Tetrajodthyronin oder Thyroxin) und setzt diese im Körper frei. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion ist die Hormonproduktion gestört.

Eine Hypothyreose ist meistens nicht heilbar, kann mithilfe von Medikamenten aber gut behandelt werden. Umso wichtiger ist es deshalb zu wissen, wie sich die Stoffwechselstörung bei Frauen äußert.

Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion bei Frauen

„Bei Frauen können Probleme mit der Schilddrüse oft lange Zeit unentdeckt bleiben, weil die Beschwerden mitunter als ‚typisch weibliche‘ Befindlichkeitsstörungen oder Wechseljahrbeschwerden gelten“, erklärt Réne Hodina.

Schilddrüsenhormone wirken sich aber auf das Herz-Kreislauf-System, viele Stoffwechselprozesse und auch die Psyche aus. Deshalb können die Auswirkungen den ganzen Körper betreffen.

Die häufigsten Symptome bei Schilddrüsenunterfunktion im Überblick:

  • Leistungsschwäche
  • Konzentrationsschwäche
  • dauerhafte Müdigkeit
  • erhöhte Kälteempfindlichkeit
  • Haarausfall
  • depressive Verstimmungen
  • Gewichtszunahme
  • geschwollene Glieder
  • Verstopfung
  • trockene, raue Haut
  • Durchblutungsstörungen
  • Gewichtszunahme
  • Zyklusstörungen
  • Verlust der Libido
  • starke Menstruation
  • Unfruchtbarkeit

Ursachen einer Schilddrüsenunterfunktion

Eine Schilddrüsenunterunktion kann diverse Ursachen haben. Es gibt sowohl angeborene als auch erworbene Störungen des Stoffwechselorgans. Experten unterscheiden zwischen primären und sekundären Fehlfunktionen:

  • Primäre Fehlfunktion: Der Grund der Schilddrüsenunterfunktion liegt in der Schilddrüse selbst. Diese Form tritt am häufigsten auf.
  • Sekundäre Fehlfunktion: Die sekundäre Hypothyreose tritt seltener auf und kann unterschiedliche Ursachen haben, die meist auf die Hirnanhangsdrüse oder den Hypothalamus (Teil des Zwischenhirns) zurückzuführen sind.

Angeborene Störungen der Schilddrüse

Ist die Fehlfunktion der Schilddrüse bereits angeboren, hat der Defekt ein Leben lang Auswirkungen für die Patientin.

Folgende Faktoren können einer gestörten angeborenen Schilddrüsenfunktion zu Grunde liegen:

  • Schilddrüse bildet zu wenig oder gar keine Hormone
  • Veränderung des Schilddrüsengewebes mit Funktionsverlust
  • Schilddrüse fehlt (Athyreose)
  • Schwangere erhält eine zu hoch dosierte Therapie gegen eine Schilddrüsenüberfunktion, sodass das Kind im Mutterleib eine Schilddrüsenunterfunktion entwickelt

Erworbene Störungen der Schilddrüse

Auch eine gesunde Schilddrüse kann im Laufe des Lebens eine Fehlfunktion entwickeln. Das kann verschiedene Ursachen haben.

Die häufigsten Gründe für eine erworbene Hypothyreose sind:

  • Hashimoto-Thyreoiditis: Eine Schilddrüsenunterfunktion kann aus einer chronischen Entzündung des Stoffwechselorgans resultieren. Bei der Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis bildet der Körper spezielle Antikörper, die das eigene Schilddrüsengewebe angreifen. Als Folge sind die Mengen an Schilddrüsenhormonen ungenügend. Warum der Körper bei der Autoimmunerkrankung Antikörper ausbildet, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt.
  • Therapiefehler: Eine erworbene Hypothyreose kann auch die Folge einer vorausgegangen medizinischen Behandlung sein. Das ist beispielsweise der Fall, wenn eine Schilddrüsenüberfunktion „zu stark“ therapiert wird. Dann kann aus einer Überfunktion eine Unterfunktion entstehen. Des Weiteren ist es möglich, dass eine Bestrahlung der Schilddrüse mit radioaktivem Jod oder eine falsch dosierte medikamentöse Behandlung die Produktion der Hormone so nachhaltig stören, dass eine Unterfunktion der Schilddrüse entsteht.
  • Operationen an der Schilddrüse: Eine Schilddrüsenoperation, beispielsweise bei Kropf (Struma), kann ebenfalls zu einer Hypothyreose führen, wenn bei dem Eingriff nicht ausreichend gesundes Schilddrüsengewebe erhalten werden kann.
  • Jodmangel: Die Schilddrüse braucht Jod zur Bildung der Schilddrüsenhormone. Menschen, die das Spurenelement durch eine mangelhafte Ernährung zu wenig aufnehmen, können einen Jodmangel und in der Folge eine Hypothyreose entwickeln. In Deutschland ist ein Jodmangel aufgrund von schlechter Ernährung sehr selten.

Diagnose einer Schilddrüsenunterfunktion

Um eine Hypothyreose zu diagnostizieren, ist eine genaue Anamnese durch Ärzt:innen wichtig und richtungsweisend. Eine einfache Blutuntersuchung kann erste Hinweise geben. „Gemessen wird zunächst der sogenannte TSH-Wert. Ist dieser auffällig, werden die Schilddrüsenhormone im Blut bestimmt“, erklärt René Hodina. Der Normbereich des TSH-Wertes liegt zwischen 0,4 und 4,0 milliUnits (mU/l) pro Liter.

Zur weiteren Diagnosestellung wird das Blut auf bestimmte Antikörper, die häufig Ursache einer Unterfunktion sind, getestet. Die Patientin wird außerdem meist körperlich untersucht.

Worauf müssen Frauen bei einer Hypothyreose achten

Eine Unterfunktion der Schilddrüse kann sich auf viele Bereiche der Frauengesundheit auswirken. Eine mangelnde Ausschüttung der Hormone T3 und T4 kann Zyklusstörungen, Haarausfall, Hautveränderungen oder auch Störungen der Sexualität verursachen. Die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden, ist darüber hinaus vermindert.

Gravierend ist eine unbemerkte Hypothyreose in der Schwangerschaft. Ein Mangel an Schilddrüsenhormonen kann Fehl- und Frühgeburten sowie schwere Schädigungen des ungeborenen Kindes mit sich bringen.

Für betroffene Frauen ist es deshalb wichtig, ihre Blutwerte regelmäßig überprüfen zu lassen und einen engen Austausch mit den behandelnden Ärzt:innen zu pflegen. Besonders bei Kinderwunsch sollte die individuelle Situation in einer gynäkologischen Praxis besprochen werden.

Therapie bei Schilddrüsenunterfunktion

Eine Unterfunktion des Stoffwechselorgans muss ein Leben lang behandelt werden. Allerdings ermöglicht eine angepasste hormonelle Therapie in Form von Tabletten Betroffenen ein normales Leben ohne Einschränkungen.

Behandlung mit L-Thyroxin

Bei einer Hypothyreose muss das körpereigene Hormon L-Thyroxin (Levothyroxin) durch Tabletten ersetzt werden. Dabei spricht man auch von einer Substitutionstherapie. Das in den Tabletten enthaltene Hormon entspricht dem körpereigenen Schilddrüsenhormon. Durch die Substitution normalisiert sich der Stoffwechselhaushalt und die Patientin kann ein normales Leben führen. Das künstliche Hormon wirkt wie das natürliche Schilddrüsenhormon Thyroxin (T4) und wird im Körper in Teilen in das Hormon T3 umgewandelt.

Nebenwirkungen sind bei der Einnahme von L-Thyroxin selten. Wichtig ist jedoch, dass Expert:innen die richtige Dosis für die Patientin finden und regelmäßig kontrollieren. Zudem muss die Schilddrüsenerkrankte die Tabletten zuverlässig einnehmen. Ab wann eine Frau Schilddrüsenhormone benötigt, hängt von Faktoren wie Alter, Begleiterkrankungen oder einer eventuellen Schwangerschaft ab.

L-Thyroxin sollte vor dem Frühstück auf nüchternem Magen eingenommen werden. Bis auf wenige Ausnahmen muss die Einnahme ein Leben lang erfolgen.

Schilddrüsenunterfunktion bei Schwangeren und Stillenden

Eine Schwangerschaft bedeutet für die werdende Mutter viele hormonelle Veränderungen. Auch die Schilddrüse passt sich der neuen Situation an. „Aufgrund der erhöhten Stoffwechselvorgänge kann der Bedarf an Schilddrüsenhormonen in einer Schwangerschaft um bis zu 50 Prozent höher sein“, erklärt Chefarzt René Hodina.

Eine vergrößerte Schilddrüse gilt in der Schwangerschaft deshalb als normal. Der Jodbedarf einer Schwangeren liegt bei 200 Mikrogramm pro Tag deutlich höher als bei einer Frau, die kein Kind erwartet. Nach Rücksprache mit den Ärzt:innen kann deshalb in einzelnen Fällen eine Einnahme von Jod in Tablettenform notwendig sein.

Durch die ansteigenden Schwangerschaftshormone HCG (Humanes Choringonadotropin) und Östrogen verändern sich auch die Hormonwerte der Schilddrüse. Daher sollte bei Kontrolluntersuchungen der Schilddrüse in der Schwangerschaft nicht nur das Hormon TSH bestimmt werden, sondern auch die freien Schilddrüsenhormone T3 und T4. Zudem können Ultraschalluntersuchungen der Schilddrüse in der Schwangerschaft sinnvoll sein.

Ein Leiden der Schilddrüse kann während einer Schwangerschaft auch zum ersten Mal auftreten. Egal, ob eine Unterfunktion des Stoffwechselorgans erst in der Schwangerschaft oder bereits zuvor diagnostiziert wird, ist es wichtig, alle Schilddrüsenwerte engmaschig zu überwachen. Denn durch das wachsende Baby verändert sich auch der Schilddrüsenstoffwechsel ständig. Ist eine ausreichende Jodzufuhr sichergestellt und der Schilddrüsenstoffwechsel gut geregelt, kann sich das Baby trotz Hypothyreose körperlich und geistig gesund entwickeln.

Eine Mutter mit einer Schilddrüsenunterfunktion kann auch bei Einnahme von L-Thyroxin uneingeschränkt stillen - vorausgesetzt die Dosierung ist gut eingestellt. So lange betroffene Mütter ihr Baby über die Brust ernähren, sollte der Hormonspiegel etwa alle drei Monate kontrolliert werden.

Ein Hormonungleichgewicht der Schilddrüse kann dazu führen, dass zu wenig Milch gebildet wird. Folglich nimmt das Kind schlecht zu. Die richtige Medikamentenmenge für die Frau ist deshalb sehr wichtig. Solange eine Mutter ihr Kind stillt, sollte sie nicht mit radioaktivem Jod untersucht oder behandelt werden. Es kann allerdings auf alternative Untersuchungsmöglichkeiten ausgewichen werden.

Kinderwunsch bei Schilddrüsenunterfunktion

„Bei bis zu zehn Prozent der Frauen mit einem unerfüllten Kinderwunsch liegt die Ursache an einer Erkrankung der Schilddrüse“, erklärt Réne Hodina. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion können Eisprung sowie Zyklus unregelmäßig sein, was eine Schwangerschaft maßgeblich erschwert. Bei der Follikelreifung spielt zudem nicht nur der TSH-Wert eine Rolle, sondern auch der Wert für freies Trijodthyronin (fT3). Beide sind bei einer unterfunktionellen Schilddrüse gestört, was die Entwicklung der Eizelle beeinträchtigt.

„Bei einem bestehenden Kinderwunsch ist es wichtig, eine Hypothyreose rechtzeitig zu behandeln und den Körper bereits vor einer Schwangerschaft auf die künstlichen Hormone einzustellen“, sagt der Mediziner.

Was bedeutet die Diagnose?

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann verschiedene Ursachen haben und wirkt sich auf den gesamten Körper aus. Sie ist gut therapierbar und bedeutet für die Betroffene keine Einschränkungen, solange die Hormonsubstitution, meist in Form von L-Thyroxin, gut eingestellt ist.

Vor allem bei Frauen ist eine regelmäßige Untersuchung der Schilddrüsenhormone und eine ideale Dosierung von L-Thyroxin wichtig. So steht auch einem Kinderwunsch meist nichts im Wege.

Hautpflege bei Schilddrüsenproblemen

Das schmetterlingsförmige Organ ist für die Produktion von Schilddrüsenhormonen und somit für die Entwicklung und Homöostase (Gleichgewicht) des Organismus enorm relevant. Es speichert Iod und bildet iodhaltige Schilddrüsenhormone wie Triiodthyronin, Thyroxin und das Peptidhormon Calcithonin. Bei einer Dysfunktion der Schilddrüse, in Form einer Über- bzw. Unterfunktion (Hyper- bzw. Hypothyreose), kommt es zu einer Fehlregulation der Hormonproduktion, welche sich auf den gesamten Körper auswirken kann. Auch die Haut ist davon betroffen.

Schilddrüsenunterfunktion und Haut

Durch eine Schilddrüsenunterfunktion können kleine weiße Flecken auf der Haut sichtbar werden. Darüber hinaus ist sie kalt, rau und trocken. In extremen Fällen entsteht eine Xerosis (extrem trockene, rissige Haut).

Allgemein zeichnet sich die Haut durch kalte, fleckige, raue und trockene Areale aus.

Mittlerweile ist bekannt, dass die Schilddrüsenhormone die Barrierebildung in der Haut beschleunigen können. Durch einen Mangel an Hormonen, vor allem das T3-Hormon, wie es bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) der Fall ist, wird die Funktion der Barriere beeinträchtigt. Ebenso wird die Bildung der Oadland-Körperchen (lamellare Granula), oder einfacher gesagt der „Mörtel“ der unsere Hautzellen verbindet, beeinträchtigt. Dies trägt zusätzlich zu der Schädigung der Barrierefunktion bei.

Hinzu kommt, dass die Haut bei einer Schilddrüsenunterfunktion stark ausgetrocknet ist, sodass diese rau und mit feinen Schuppen bedeckt ist. Hier wird sogar von einer Xerosis (Hauttrockenheit) gesprochen. Auch zu erkennen ist, dass die Epidermis im Vergleich zu einer gesunden Haut wesentlich dünner ist. Das erklärt ebenfalls die geschwächte Barrierebildung.

Neben der blassen Hautfarbe kann aber auch ein eher gelber Hautton auftreten. Dieser zeichnet sich meist an den Handflächen, Fußsohlen oder Nasolabialfalten, aufgrund eines erhöhten Karotingehaltes, ab.

Die Unterfunktion der Schilddrüse sorgt für ein sehr trockenes und raues Hautbild mit eingeschränkter Barrierefunktion. Daher sollte bei der Hautpflege gezielt auf wertvolle Lipide und barrierestärkende Wirkstoffe geachtet werden.

Schilddrüsenüberfunktion und Haut

Aufgrund einer Überregulation an Schilddrüsenhormonen neigt die Haut zu Rötungen und Juckreiz. In einer extremen Form kann die Haut auch mit Urtikaria (Nesselsucht) reagieren.

Eine Schilddrüsenüberfunktion steht häufig im Zusammenhang mit der Krankheit Morbus Basedow. Durch die erhöhte Konzentration von den Schilddrüsenhormonen wird die Körpertemperatur erhöht und es ist spürbar, dass die Haut warm und feucht ist.

Weitere Merkmale der Haut, aufgrund einer Schilddrüsenüberfunktion:

  • Vor allem Rötungen
  • Aber auch Erytheme (rote Hautstellen) an den Handflächen
  • Diffuse Ausdünnung des Kopfhaares
  • Juckreiz am ganzen Körper
  • Chronische Urtikaria (Nesselsucht)

Kennzeichnend sind Rötungen und Juckreiz auf der Haut, die durch eine Überfunktion der Schilddrüse verursacht werden. Daher sollten Produkte gewählt werden, die den Juckreiz und die Rötungen mindern/reduzieren.

Die gute Nachricht

Schilddrüsenfunktionsstörungen sorgen in der Regel für keinen dauerhaften Haarverlust. Nach erfolgreicher Behandlung der ursächlichen Schilddrüsenerkrankung und der Normalisierung der Schilddrüsenwerte wachsen die ausgefallenen Haare meist wieder nach - auch nach länger anhaltenden Funktionsstörungen.

Generell gilt: Je früher gehandelt wird, desto schneller lässt sich weiterem Haarausfall vorbeugen. Denn es kann mitunter Jahre dauern, bis die Haare in Länge und Volumen wieder nachgewachsen sind.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sowohl eine Über- als auch eine Unterfunktion der Schilddrüse Auswirkungen auf Haut, Haare und Nägel haben kann. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um langfristige Schäden zu vermeiden.

Spricht Prof. Dr.

Hashimoto Thyreoiditis - Das sind die Symptome | AOK

über das Thema „Haarausfall durch Schilddrüsenprobleme“.

Schilddrüsenfunktion Hautbild Haarbild Nägel
Unterfunktion Trocken, rau, kalt, blass oder gelblich Trocken, brüchig, Haarausfall Brüchig, langsam wachsend
Überfunktion Warm, feucht, gerötet, Juckreiz Fein, dünn, evtl. Haarausfall Weich, brüchig

tags: #Haarausfall #Pickel #Schilddrüse #zusammenhang

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