Viele Menschen erleben nach einem operativen Eingriff unter Vollnarkose Haarausfall. Dieser Zustand kann sowohl auf die körperliche als auch auf die psychische Belastung zurückzuführen sein. Es ist wichtig zu verstehen, dass Haarausfall nach einer Operation oft nur vorübergehend ist und verschiedene Faktoren eine Rolle spielen können.
Mehrere Faktoren können Haarausfall nach einer Operation verursachen:
Typischerweise beginnt der Haarausfall nach einer Narkose etwa drei bis sechs Monate nach dem operativen Eingriff. In dieser Zeit wechseln die Haarfollikel in die Ruhephase, und es kommt zu einem vorübergehenden, diffusen Haarausfall.
Bei Haarausfall werden vier grundlegende Formen der Alopezie unterschieden:
An den zugrundeliegenden Haarausfall Ursachen und Symptomen können diese voneinander abgegrenzt werden.
Von diffusem Haarausfall spricht man, wenn sich das Haar auf dem Kopf insgesamt ausdünnt und die Kopfhaut stärker durchschimmert als üblich. Anzeichen dafür ist, dass täglich mehr als 100 Haare ausgehen. Mitunter macht sich der Haarausfall an den Schläfen, am Vorderkopf und im Scheitelbereich verstärkt bemerkbar. Anders als beim anlagebedingten oder kreisrunden Haarausfall, bilden sich beim diffusen Haarausfall üblicherweise keine kahlen Stellen. Es passiert auch nicht, dass die Haare komplett ausfallen.
Die Ursachen für den Haarausfall sind sehr verschieden. So können zum Beispiel Hormonveränderungen, bestimmte Erkrankungen, Nährstoffmangel oder die Einnahme einiger Medikamente diffusen Haarausfall auslösen. Manchmal lässt sich auch kein Auslöser finden.
Für gewöhnlich beginnt der Haarausfall zwei bis drei Monate nach dem auslösenden Ereignis. Bis die Haare wieder sichtbar nachgewachsen sind, dauert es zwischen sechs bis zwölf Monaten. Manchmal kann es passieren, dass der Haarausfall vier bis sechs Monate oder länger anhält.
Haare durchlaufen einen Lebenszyklus. Zunächst wachsen sie, dann ruhen sie und schließlich fallen sie aus. Die Haare durchlaufen diese Phasen zu unterschiedlichen Zeiten. Normalerweise befinden sich circa 10 Prozent aller Kopfhaare in der Ruhephase. Beim diffusen Haarausfall betrifft das bis zu 35 Prozent.
Es gibt verschiedene Faktoren, Einflüsse und Erkrankungen, die diffusen Haarausfall auslösen können. Bei einem Teil der betroffenen Menschen ist die Ursache unklar.
Um diffusen Haarausfall festzustellen, sind ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung wichtig.
Im Gespräch wird die Ärztin oder der Arzt verschiedene Fragen zur Lebenssituation, Ernährungsgewohnheiten und zur Krankengeschichte stellen. Dabei geht es zum Beispiel darum herauszufinden, ob man:
Die Ärztin oder der Arzt untersucht die Haare, die Kopfhaut und die Nägel. Außerdem prüft sie oder er eventuell mit einem Zupftest, ob es sich um einen aktiven Haarausfall handelt. Zusätzlich lässt sich mit einem Trichogramm bestimmen, wie viele Haare sich im Ausfall-Stadium befinden.
Besteht der Verdacht, dass ein Mangel an Mineralstoffen wie Eisen oder eine Schilddrüsen-Erkrankung den Haarausfall ausgelöst hat, helfen Blutuntersuchungen weiter.
Um diffusen Haarausfall behandeln zu können, ist es wichtig, den Auslöser zu finden und zu beseitigen. Welche Therapie zum Einsatz kommt, richtet sich immer nach der jeweiligen Ursache:
Einige Patienten berichten von positiven Erfahrungen mit Biotin, Merz Spezial Dragees und anderen Haarpillen. Es ist jedoch wichtig, Geduld zu haben, da es mindestens 8 Wochen dauern kann, bis Biotin Wirkung zeigt. Auch wenn die Wirksamkeit nicht garantiert ist, kann die Einnahme solcher Präparate das Gefühl geben, das Haar aktiv zu unterstützen.
Wer sich mit Haarverlust unwohl fühlt, kann ihn auf verschiedene Weise verbergen (kaschieren). Belastet der Haarausfall sehr stark, ist es sinnvoll, sich zusätzlich an eine Psychotherapeutin oder einen Psychotherapeuten zu wenden.
Manche Menschen mit Haarausfall entscheiden sich dafür, ein Kopftuch, eine Mütze oder einen Hut zu tragen. Andere fühlen sich wohler damit, den Haarausfall mit einem Haarteil oder einer Perücke zu kaschieren.
In manchen Fällen - etwa bei Haarausfall aufgrund einer Chemotherapie - trägt die Krankenkasse die Kosten für den Haarersatz.
Bei der Einnahme von Medikamenten können Wirkstoffe innerhalb der Wachstumsphase über das Blut in die Haarwurzeln gelangen und dort das Haarwachstum bremsen oder sogar stoppen. Verschreibungspflichtige Beta-Blocker, die gegen Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen verschrieben werden, können in einigen Fällen dazu führen, dass die Haarwurzeln absterben. Ist dies der Fall, können keine neuen Haare mehr ausgebildet werden. Besonders die Wirkstoffe Metoprolol und Propanolol werden mit dieser Nebenwirkung in Zusammenhang gebracht.
Viele Menschen haben Ibuprofen als Schmerzmittel in der Hausapotheke. Bei häufiger Einnahme kann das Haar dünner werden und schließlich kann es auch zu Haarausfall kommen.
Damit es, besonders nach Operationen, nicht zu Blutgerinnseln kommt, die tödlich enden können, nehmen viele Menschen Blutverdünner. Heparin ist dabei eines der gängigsten Arzneimittel und eine der Haarausfall Ursachen. Denn Heparin beschädigt die Haarfollikel und führt so zu Haarausfall.
Ärzte verschreiben bei Akne und einigen anderen Hautkrankheiten meist Arzneimittel, die Retinoide enthalten. Retinoide sind eng mit Vitamin A verwandt, welches die Haarfollikel im Normalfall schützt. Dringen Retinoide zur Haarwurzel vor, kommt es zu einer Überdosis und das Haar verfällt in eine Art Koma und kann ausfallen. Zudem wirken Retionoide auch auf Zellen, die Keratin produzieren. Keratin ist ein wesentlicher Bestandteil der Haarstruktur. Durch die Einwirkung kann Dichte, Verteilung und Farbe der Körperbehaarung beeinflusst werden.
Antidepressiva wirken sich im Vergleich zu anderen Medikamenten nicht auf die Wachstumsphase aus, sondern auf die Ruhephase der Haare. Diese dauert im Normalfall ungefähr drei Monate, bevor das Haar abstirbt. Verschiedene Mittel, die bei depressiven Symptomen eingesetzt werden, wie zum Beispiel Imipramin, Doxepin oder auch Fluoxetin sorgen dafür, dass die Ruhephase aussetzt und das Haar nach der Übergangsphase direkt abstirbt. Es kommt zu frühzeitigem, verstärktem Haarausfall und das Haar wird insgesamt dünner.
Oft hilft es bereits, die Problematik mit dem behandelnden Arzt zu besprechen. Dieser kann häufig einfach ein anderes Medikament verschreiben und die Umstellung kann den Haarausfall bereits regulieren. Auch alternative Schmerztherapien sind ein möglicher Weg, um die Wirkstoffe, die als Haarausfall Ursachen identifiziert wurden, zu vermeiden.
Dann kann das richtige Shampoo gegen Haarausfall eine gute Möglichkeit sein, um die Symptome zu behandeln. Ein Coffein Shampoo pflegt nicht nur Haare und Kopfhaut, sondern fördert auch das Haarwachstum, schützt die Haarwurzeln, wirkt Haarausfall entgegen und fördert die Durchblutung der Kopfhaut.
Nach einer Operation kann der Körper mit Stress reagieren - und das zeigt sich oft auch am Haar. Betroffene Patientinnen berichten, dass sie nach einem operativen Eingriff zunächst keinen und etwas später plötzlich einen vermehrten Haarausfall feststellen. Diese Phase kann beängstigend sein, ist aber meist nur vorübergehend.
Abschließend gilt: Haarausfall nach OP ist oft nur ein vorübergehendes Phänomen.
| Ursache | Mögliche Behandlung |
|---|---|
| Eisenmangel | Eisensupplemente |
| Schilddrüsenprobleme | Hormontherapie |
| Stress | Entspannungstechniken, Stressmanagement |
| Medikamente | Alternative Medikamente (nach Absprache mit dem Arzt) |
| Mangelernährung | Ausgewogene Ernährung, Nahrungsergänzungsmittel |
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