Nach einem operativen Eingriff klagen viele Patientinnen und Patienten über Haarausfall. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Haare ausfallen - oft in Form von diffusem Haarausfall -, und dies kann sowohl auf eine körperliche als auch psychische Belastung hindeuten. Viele Patienten leiden unter Haarausfall nach Operationen, ohne dass sie den Grund für ihren Haarschwund mit dem operativen Eingriff in den Zusammenhang stellen.
Der Haarverlust nach einer OP ist ein ernstzunehmendes Thema, das viel zu wenig Beachtung findet, da der Zusammenhang nicht eindeutig ist. Das soll sich mit diesem Ratgeber ändern.
Mehrere Faktoren können Haarausfall nach einer Operation verursachen. Ein wesentlicher Grund ist die körperliche Belastung durch den operativen Eingriff. Dieser Zustand wird als telogenes Effluvium bezeichnet. Typischerweise beginnt der Haarausfall nach einer Narkose etwa drei bis sechs Monate nach dem operativen Eingriff. In dieser Zeit wechseln die Haarfollikel in die Ruhephase, und es kommt zu einem vorübergehenden, diffusen Haarausfall.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Narkose. Vollnarkosen, aber auch lokale Anästhesien und die Versorgung mit Medikamenten wirken sich auf den Haarwuchs aus. Ihr Körper reagiert auf das Narkosemittel, obwohl Sie die Folge der Reaktion nicht sofort spüren. Das Risiko erhöht sich, wenn Ihr Haar bereits vorgeschädigt ist oder wenn Sie bereits von Haarschwund betroffen sind. So kann die Narkose zu Haarverlust führen.
Der genaue Zusammenhang ist noch nicht bekannt. Es wird vermutet, dass das Mittel die Haarwurzel kurzzeitig behindert und es zur Unterversorgung der Follikel mit Nährstoffen kommt. Zudem steht der Verdacht, dass die Zellen während des Eingriffs wesentlich weniger arbeiten. Das gilt auch für die, die die Haare in der Verankerung halten sollen.
Jeder Eingriff ist mit einer psychischen Belastung und der Verabreichung von Medikamenten verbunden. Beide Einflüsse wirken sich nachteilig auf die Zyklen des Haarwuchses aus und sind Gründe, warum viele Patienten über akuten Haarausfall nach Operationen klagen. Zum Operationszeitpunkt befindet sich Ihr Körper in einem Ausnahmezustand, der sich auch auf Ihre Psyche auswirkt. Zusätzlich werden Sie anästhesiert und mit schmerzlindernden Medikamenten behandelt.
Risikofaktor Stress: Die psychische Belastung ist je nach Umfang und Tragweite einer Operation, sowie der mentalen Verfassung des Patienten unterschiedlich stark. Dennoch ist sie nicht ganz vermeidbar, auch wenn Sie den Eingriff ohne größere Sorgen vornehmen lassen. Stress fördert die Verkümmerung der Haarfollikel und ist ein Hauptgrund für Haarverlust nach Operationen.
Sie machen sich Sorgen, haben Ängste und stehen unter einer starken mentalen Anspannung - unter Stress. Eine OP ist ohnehin belastend. Wenn man dann auch noch bemerkt, dass die Haare ausfallen, schlägt sich dies zusätzlich auf die Psyche nieder.
Hinzu kommt die Tatsache, dass sich Ihre Körperfunktionen nach dem Eingriff vollständig auf die Genesung konzentrieren und alle vorhandenen Vitalstoffe dafür aufwenden. In der Wachstumsphase befindliche unterversorgte Haare treten verfrüht in die Übergangs- und dann in die Ruhephase ein. Daneben kommt es bei vielen operativen Eingriffen zu einem hohen Blutverlust. Daher können nach der OP eine Anämie und Mangelerscheinungen auftreten.
Vitalstoffmangel ist ein weiterer Risikofaktor: Nach einer OP benötigt Ihr Körper deutlich mehr Nährstoffe, Vitamine und Mineralien als vor der Ausnahmesituation. Die Natur hat die Vitalstoffversorgung so eingerichtet, dass die Verteilung im Körper nach der Wichtigkeit erfolgt. Ihr Haar ist nicht lebensnotwendig und gehört zu den Zellen, die zuletzt versorgt und genährt werden.
Haarausfall nach einer bariatrischen Operation kann bei bis zu 41% der Patienten auftreten. Es wird häufig mit einem Mangel an Proteinen und Mikronährstoffen wie Zink und Eisen in Verbindung gebracht. Die Operation selbst ist ein stressiger Zustand, der von verschiedenen hormonellen Reaktionen begleitet wird, die zusätzlich zum physischen und psychischen Stress der bariatrischen Chirurgie das Haarwachstum beeinflussen können.
Der Grad des Haarausfalls ist von Patient zu Patient unterschiedlich. Bei Patienten mit einer Schlauchmagen-Operation ist die Häufigkeit von Haarausfall gering, da es sich um eine rein restriktive Operation ohne malabsorptive Komponenten handelt. Mikronährstoffdefizite können jedoch eher auf eine unzureichende Aufnahme als auf eine schlechte Absorption zurückzuführen sein.
Das Haar ist eines der Hautanhangsgebilde. Es wächst aus dem Haarfollikel (Haarzwiebel), der sich in der Dermis befindet und bis an die Hautoberfläche reicht. Es besteht zum größten Teil aus Keratin. Jedes Haarfollikel durchläuft einen Wachstumszyklus. Der Zyklus besteht aus 3 Phasen: Anagen, Katagen und Telogen.
Proteinmangel ist eine der Ursachen für Haarausfall. Keratin ist ein Protein, das reich an Disulfidbindungen ist. Ein Mangel an schwefelhaltigen Aminosäuren wie Cystein und Methionin führt zur Bildung von spröden und brüchigen Haaren und anschließendem Haarausfall.
Forscher haben festgestellt, dass Nährstoffmängel die Anagenphase verkürzen und dazu führen, dass eine große Anzahl von Haaren gleichzeitig in das Telogen übergeht. Studien haben auch gezeigt, dass eine Supplementierung mit Zink aufgrund seiner Rolle bei der Protein- und Nukleinsäuresynthese in den Haarfollikeln und anderen Körperzellen das Nachwachsen der Haare unterstützen kann.
Biotin ist ein weiterer Mikronährstoff, dessen Mangel mit Haarausfall in Verbindung gebracht wurde. Es ist eines der wasserlöslichen Vitamine des B-Komplexes (auch bekannt als Vitamin H oder Vitamin B7). Es wird jedoch von den Bakterien im Darm produziert, und ein Mangel tritt nur selten auf, außer bei Menschen mit einer angeborenen Stoffwechselstörung.
Betroffene Patientinnen berichten, dass sie nach einem operativen Eingriff zunächst keinen und etwas später plötzlich einen vermehrten Haarausfall feststellen. Diese Phase kann beängstigend sein, ist aber meist nur vorübergehend.
Geduld haben: Der Haarausfall nach OP ist in der Regel temporär. So gut wie alle Betroffenen erleben, dass das Haar nach einer Operation wieder nachwächst - auch wenn es zunächst dünner erscheinen mag. In vielen Fällen beginnt der Haarausfall etwa drei bis sechs Monate nach dem Eingriff, und das Haarwachstum setzt sich dann allmählich fort. Es ist wichtig, realistische Erwartungen zu haben.
Der Haarausfall nach einer OP ist ein komplexes Phänomen, das durch verschiedene Faktoren ausgelöst wird - von der körperlichen Belastung durch den operativen Eingriff über den Effekt der Narkose bis hin zu stressbedingten hormonellen Veränderungen.
Sie können sich nicht vor allen, dennoch aber vor einigen Auswirkungen operativer Eingriffe auf Ihre Haarfollikel schützen. Ernähren Sie sich vor geplanten Eingriffen gesund und achten darauf, dass Ihr Körper eine höhere Menge an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen erhält. Die höhere Versorgung verhindert nicht nur möglichen Haarausfall nach Operationen, sondern wirkt sich auch positiv auf die Heilung aus.
Die Vorbeugung von Haarausfall nach einer Schlauchmagen-Operation erfolgt durch eine adäquate Ernährung vor und nach der Operation. Da Haare aus Keratin, einem Faserprotein, bestehen, verhindert eine ausreichende Proteinzufuhr einen Mangel an den notwendigen Aminosäuren (Cystein und Methionin) und verringert das Risiko bzw. Nahrungsergänzungsmittel mit Mikronährstoffen wie Zink, Vitamin B12, Folsäure usw.
Sie sollten sich jedoch darauf einstellen, dass diese Komplikation trotz aller notwendigen Vorbeugungsmaßnahmen auftreten kann.
Übrigens: Auch nach der OP können Sie einiges tun! Der geschwächte Körper kann danach entgiftet werden. Verschiedene Entgiftungstees und der Verzehr bestimmter Nahrungsmittel wie Sellerie helfen, die Giftstoffe auszuschwemmen. Achten Sie auf eine hohe Flüssigkeitszufuhr, um die eingelagerten Giftstoffe lösen zu können. Ideal ist Wasser.
In den meisten Fällen ist Haarausfall nach Operationen reversibel. Der Haarschwund tritt aufgrund der oben aufgeführten Ursachen ein und bringt mit sich, dass ein größerer Teil Ihrer Haare früher in die Ruhephase eintritt als sonst.
Die Problematik tritt frühestens 10 Wochen nach dem Eingriff auf, wodurch Patienten verunsichert sind und die plötzliche Haarausdünnung nicht mit der Operation in Verbindung bringen. Wenn es sich bei Ihnen um postoperativen Haarschwund handelt, wächst das Haar wieder nach, sobald Ihre Nährstoffspeicher wieder gefüllt sind.
Sollte sich Ihr Haarwuchs auch bis zu einem Jahr nach Operationen nicht verbessert haben, kann eine Haartransplantation für mehr Fülle und die Behandlung von eventuell kahlen Kopfhautstellen sorgen. Die Haartransplantation ist für Patienten mit irreversiblem, das heißt, unumkehrbarem Haarausfall geeignet. In dem Fall versagen andere Therapien, da der Haarverlust aufgrund zerstörter Haarwurzeln nicht rückgängig gemacht werden kann.
Beim reversiblen Haarausfall hingegen fallen die Haare ebenso aus, aber die Haarfollikel werden nicht dauerhaft geschädigt.
Jeder operative Eingriff ist Stress für Ihren Körper und für die Psyche. Menschliche Haarwurzeln sind sehr empfindlich und reagieren auf Medikationen, auf Stress und auf eine Unterversorgung mit essenziellen Vitalstoffen. Dass es zum Haarverlust nach Operationen kommt ist somit eine völlig normale Reaktion Ihres Körpers und kein Grund zur Beunruhigung.
Bei Menschen mit sehr dünnen Haaren oder einer starken postoperativen Belastung kann der Haarausfall nach Operationensehr stark sein und die Kopfhaut durchscheinen lassen. Doch der Haarschwund ist reversibel und kann von Ihnen durch eine erhöhte Nährstoffzufuhr und Ruhe gefördert werden. Im Regelfall dauert der postoperative Haarausfall nur wenige Wochen und endet selbstständig.
Haben Sie Zweifel oder befürchten eine Glatze, lassen Sie eine Kopfhaut- und Haarwurzeluntersuchung vornehmen. Anders verhält es sich bei einer irreversiblen Alopezie, die nicht umkehrbar ist. Der Haarausfall wird andauern, da die Haarfollikel sehr stark geschädigt sind und keine neuen Haare mehr produzieren können.
Wer diese Strategien konsequent umsetzt, kann nicht nur den Haarausfall nach einer Operation reduzieren, sondern auch langfristig für gesundes Haar sorgen.
Abschließend gilt: Haarausfall nach OP ist oft nur ein vorübergehendes Phänomen. Nach einer Operation kann der Körper geschwächt sein - und das zeigt sich oft auch am Haar. Nach einer Operation kann der Körper mit Stress reagieren - und das zeigt sich oft auch am Haar.
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