Nicht immer sind genetische Ursachen oder das Alter Schuld an Haarausfall. Es kann auch sein, dass den Haarwurzeln wichtige Nährstoffe fehlen. Werden diese dem Körper nicht in ausreichender Menge zugeführt, fallen die Haare aus. Haarausfall kann auch auf andere Erkrankungen hinweisen.
Immer wieder kommen besorgte Eltern mit der Frage in unsere Praxis: „Warum verliert mein Kind plötzlich Haare?“ Gerade in den letzten Wochen haben wir das vermehrt erlebt. Kinder können aus verschiedenen Gründen Haare verlieren. Häufig ist es ein sogenannter postinfektiöser Haarausfall - also ein vorübergehender Haarausfall nach einer fieberhaften Infektion oder einer Magen-Darm-Erkrankung. Der Körper konzentriert sich in dieser Zeit auf wichtigere Aufgaben, und die Haarwurzeln treten vorübergehend in eine Ruhephase.
Die Ursachen für plötzlichen Haarausfall sind vielfältig und sollten genau untersucht werden, um die richtige Therapie anwenden zu können. Die frühzeitige Kontaktaufnahme mit einem Experten für Haarausfallbehandlungen kann lange Leidenswege ersparen.
Fehlen dem Körper Nährstoffe, kann das zu Haarausfall führen. "Haare brauchen ausreichend Kohlenhydrate als Energielieferant sowie essenzielle Fettsäuren, Eiweiße und Aminosäuren als Bausteine des Keratins. Hinzu kommen Mineralien wie Eisen und Zink sowie Vitamine wie Biotin und Niacin", erklärt Dr. Andreas M. Finner, Haarmediziner und Dermatologe aus Berlin. "Ein Mangel dieser Stoffe kann nicht nur zu Haarstrukturschäden und Haarbruch führen, sondern auch zu Haarausfall."
Fehlen dem Körper und den Haaren essenzielle Nährstoffe, unterbrechen die Haarwurzeln ihr Wachstum und gehen in eine dreimonatige Ruhephase über, bevor sie anschließend ausfallen. Dabei fallen die Haare nicht nur an bestimmten Stellen, sondern gleichmäßig auf der gesamten Kopfhaut aus. Diese Art von Haarverlust nennen Mediziner den diffusen Haarausfall.
Häufige Ursache für einen diffusen Haarausfall ist ein kurz- oder langzeitiger Nährstoffmangel. Dieser wird zum Beispiel durch eine strenge Diät oder ungesunde Ernährung hervorgerufen. Bleiben die Symptome über längeren Zeitraum bestehen, sollten Sie der Ursache auf den Grund gehen und sich an einen Arzt wenden.
Wird die Nährstoffversorgung der Haarfollikel wieder gewährleistet, nehmen die Haarwurzeln ihre Arbeit erneut auf und die Haare begeben sich wieder in die Wachstumsphase. "Allerdings kann viel Haarvolumen verloren gehen, da es dauert, bis die Haare ihre ursprüngliche Länge wieder erreicht haben", sagt Dr. Finner.
In vielen Fällen kann auch der Darm Schuld sein, wenn die Haare ausgehen. Denn das Verdauungsorgan ist dafür zuständig, dass Vitamine, Mineralien und Spurenelemente aus der Nahrung gefiltert und dem Körper zugeführt werden. "Darmerkrankungen mit Durchfall sowie Darmentzündungen und Lebensmittelunverträglichkeiten greifen in diese Darmfunktion ein und können so zu Haarverlust führen", meint der Haarexperte.
Auch die Balance von gesunden zu ungesunden Darmbakterien ist wichtig für die Darmflora. Gerät diese durch etwa eine schlechte Ernährung aus dem Gleichgewicht, kann eine Darmsanierung bei der Behandlung der Symptome helfen. Eine gesunde Darmflora wirkt sich nicht nur positiv auf die Haare, sondern auch auf die Haut, Verdauung und auf das allgemeine Wohlbefinden aus.
Auch Stress oder dauerhafte körperliche oder psychische Belastung können dem Darm schaden.
Hinzukommen kann, dass man in Stresssituationen oft nicht so genau auf eine gesunde Ernährung achtet.
Neben dem Darm können auch andere Erkrankungen des Körpers einen Haarverlust bedingen. So führt eine Erkrankung der Schilddrüse oft zu Haarausfall. Weitere Auslöser sind Hormonschwankungen, welche bei Frauen oft Schwangerschafts- oder Wechseljahres bedingt auftreten, Fiebererkrankungen, Operationen sowie die Einnahme von Medikamenten wie Blutverdünnern oder Betablockern. In einigen Fällen kann es jedoch auch vorkommen, dass keine genaue Ursache für den Haarausfall gefunden wird.
Ignorieren sollten Sie Haarausfall auf keinen Fall, denn er ist immer ein Hinweis darauf, dass etwas nicht stimmt. "Wenn die Ursache nicht klar ersichtlich und vorübergehend ist, wie zum Beispiel eine Grippe vor einigen Monaten, sollte eine Haarsprechstunde zur genauen Ursachenfindung aufgesucht werden", rät Finner.
Es kann nicht pauschal gesagt werden, welche Therapie für Haarausfall am besten ist. Ob eine Behandlung oder ein Medikament wirkt, hängt maßgeblich davon ab, ob die richtige Ursache gefunden wurde. Es ist davon abzuraten, eigenmächtig verschiedene Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Jedes Medikament kann Nebenwirkungen haben, die nicht in Kauf genommen werden sollten, wenn gar nicht klar ist, ob das Medikament überhaupt wirken kann.
Nicht jeder Haarausfall hat nur eine Ursache. Manchmal können auch verschiedene Gründe zusammenkommen, was die Diagnose und Therapie für den Arzt nochmals komplexer macht. Nur wenn die Ursache gefunden wurde, kann eine zielgerichtete Behandlung erfolgen. Die Hilfe eines Experten für Haarausfallbehandlungen sollte deshalb frühzeitig in Anspruch genommen werden.
Eine ausgewogene Ernährung oder spezielle Nahrungsergänzungsmittel sind bei Haarausfall empfehlenswert und können das Haarwachstum unterstützen. Vollkornprodukte sind reich an Zink, Eisen und B-Vitaminen, welche gut fürs Haar sind. Fleisch liefert neben Eisen und Zink hochwertige Aminosäuren und Eiweißbausteine. Auch Milchprodukte können zur Nährstoffversorgung beitragen.
Vor der Therapie eines Haarausfalls steht eine ausführliche Diagnostik. Neben einer körperlichen Untersuchung, Befragung, Familienanamnese und eventuell einer Haaranalyse ist vor allem eine Blutentnahme wichtig. Dadurch lassen sich sowohl Mangelzustände herausfinden als auch hormonelle Störungen oder bestimmte Erkrankungen. Anschließend kann eine spezifische Therapie erfolgen durch die Einnahme von Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln, einer Ernährungsumstellung oder einer Infusionstherapie.
Manchmal kommt es vor, dass die Haare trotz Beheben der Ursache nicht komplett so nachwachsen wie vorher. Dann kommen regenerative Therapien infrage. Dabei werden die körpereigenen Selbstheilungskräfte genutzt, um schonend und ohne relevante Nebenwirkungen wieder zu einer schönen Frisur zu gelangen. Zur Auswahl steht zum Beispiel die PRP-Therapie. Bei der Low-Level-Laser-Therapie wird mit einem medizinischen Laser die Kopfhaut stimuliert, sodass die Durchblutung gesteigert und die Nährstoff- und Sauerstoffversorgung der Haarfollikel verbessert wird. Möglich ist auch eine Stammzellen-Therapie, bei der Unterhaut-Fettgewebe gewonnen und aufbereitet wird, sodass ein an Stammzellen reiches Konzentrat entsteht.
Als medikamentöse Therapieoptionen stehen nur wenige Medikamente zur Auswahl. Minoxidil wird eigentlich zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt, wirkt lokal angewandt aber auch gegen Haarausfall. Es kann jedoch Überempfindlichkeitsreaktionen, Kopfschmerzen, Blutdruckprobleme und vermehrte Gesichtsbehaarung verursachen. Die positive Wirkung des Mittels ist jedoch temporär und daher wird von uns zur ernsthaften Behandlung des Haarausfalls nicht empfohlen.
Das Medikament Finasterid wird als Tablette eingenommen und ist ein 5-Alpha-Reduktase-Hemmer, der normalerweise zur Behandlung einer gutartigen Prostatavergrößerung eingesetzt wird. Es wirkt der Bildung von Dihydrotestosteron (DHT) entgegen, einem männlichen Geschlechtshormon, was eine wichtige Rolle bei erblich bedingtem Haarausfall spielt. Da eine Tablette im ganzen Körper wirkt, können verschiedene Nebenwirkungen vorkommen. Wichtige sind Schlafstörungen, Depressionen, Verlust der Libido und Impotenz.
Die Option einer Haartransplantation kommt bei plötzlichem Haarausfall erst einmal nicht infrage. Das Ergebnis ist dauerhaft und kosmetisch sehr ansprechend. Wichtig ist aber, dass der Haarverlust vor der Transplantation gestoppt wurde und nicht weiter voranschreitet.
Wer unter Haarausfall leidet, hat häufig einen langen Weg vor sich, mit vielen Fehlversuchen. Spätestens wenn man mit Hausmitteln am Ende ist, sollte man einen Experten an seiner Seite haben, der effektive Behandlungsmöglichkeiten kennt und durchführen kann. Deshalb sollte man sich frühzeitig an einen Experten für Haarausfallbehandlungen wenden. Als erste Anlaufstelle kann hier der Dermatologe dienen. Haarausfall-Behandlungen sind auch teil der Expertise, allerdings nicht der Fokus.
Plötzlicher und starker Haarausfall kann viele Ursachen haben: Nebenwirkungen von Medikamenten, erblich bedingter Haarausfall, Autoimmunerkrankungen, Krankheiten, Mangelerscheinungen oder Vergiftungen können Auslöser sein. Wenn der Haarausfall plötzlich einsetzt oder die Haare büschelweise ausfallen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Denn es kann ein Hinweis auf eine ernstere Grunderkrankung sein, die einer ärztlichen Behandlung bedarf.
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