Haarausfall nach Läusemittel: Ursachen und Behandlung

Ob Mann oder Frau - wird die Haarpracht immer dünner und zeigen sich erste kahle Stellen auf dem Kopf, ist das oftmals ein Schock und vielen peinlich. Dabei sind Betroffene nicht alleine: Rund 40 Prozent der Männer und 20 Prozent der Frauen leiden unter Haarausfall (Alopezie).

Ursachen von Haarausfall

Die Ursachen von Haarausfall sind vielfältig. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen können erbliche Faktoren, Stress oder eine ungesunde Ernährung eine Rolle spielen. Darüber hinaus können bei Frauen hormonelle Veränderungen (wie Wechseljahre oder Schwangerschaft) zu einem Haarverlust beitragen.

Ein wichtiger Faktor in diesem Zusammenhang ist außerdem die zu geringe oder sistierende (stillstehende) Neubildung der Haare. Das Haarwachstum lässt sich in einen dreistufigen Zyklus aufteilen. Dieser läuft nicht bei allen Haaren synchron, sondern zeitlich unterschiedlich.

  1. In der Haarpapille, dem untersten Teil der Haarwurzel, liegt der Beginn des Haarwachstums: Über feinste Blutgefäße werden die Haarzellen unter der Kopfhaut mit Nährstoffen versorgt und es kommt zu einer verstärkten Zellteilung sowie Wachstum.
  2. Das Haar wächst durch die von unten immer nachgebildeten Haarzellen über den Haarwurzelkanal nach oben. Zunehmend entfernt sich das neue Haar von der Papille, es dehydratisiert (trocknet aus) und verhornt so (Keratinierung).
  3. Erst im verhärteten Zustand ist es in der Lage, durch die Hautoberfläche (Epidermis) zu stoßen und sich so den Weg nach außen zu bahnen. Der für uns sichtbare Teil heißt Haarschaft.

Wie äußert sich Haarausfall?

Ein gesunder Erwachsener verliert bis zu 100 Haare am Tag. Um herauszufinden, ob Sie Haarausfall haben, müssen Sie aber nicht die Haare in der Bürste zählen. Achten Sie stattdessen darauf, ob sich deutlich mehr Haare in der Bürste befinden als sonst. Lösen sich diese in ganzen Büscheln oder entdecken Sie dauerhaft kahle Stellen, sind dies mögliche Anzeichen für Haarausfall (Alopezie). Häufig geht der Haarverlust mit einem Juckreiz der Kopfhaut einher.

Formen von Haarverlust

Es gibt verschiedene Formen des Haarausfalls, die vier häufigsten sind: anlagebedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie), kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata), diffuser Haarausfall (Alopecia diffusa) sowie andere Formen, die beispielsweise aufgrund von Entzündungen der Kopfhaut oder ständigem Druck und Zug am Haar (zu straffer Haarzopf) entstehen.

  • Erblich bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie): Bei Männern tritt eine typische M-förmige Ausdünnung ein, welche mit Geheimratsecken und Haarverlust am Hinterkopf beginnt. Der erblich bedingte Haarausfall fällt bei Frauen zunächst am Scheitel auf.
  • Kreisrunder Haarverlust (Alopecia areata): Es entstehen runde, kahle Stellen, die relativ klar begrenzt sind.
  • Diffuser Haarausfall (diffuse Alopezie): Hier herrscht eine gleichmäßige Verdünnung des Kopfhaars, die Haut darunter scheint immer deutlicher hervor. Vor allem Frauen leiden bei hormonellen Schwankungen unter dem schwindenden Haupthaar. Außerdem können Nährstoffmangel und Stress den Ausfall begünstigen.
  • Spezielle Formen: Kommt es zu einer Narbenbildung auf der Kopfhaut, kann das das Haarwachstum ebenfalls beeinträchtigen - leider häufig irreversibel. Auch nach einer besonders starken Infektion oder sehr hohem Fieber besteht die Gefahr von Haarausfall. Der Haarverlust tritt dann etwa zwei bis vier Monate nach der jeweiligen Erkrankung ein.

Das bedeutet, dass es den Betroffenen häufig schon wieder besser geht, bis der Ausfall des Kopfhaars eintritt.

Haarausfall nach Läusemittel

Die Medikamente, die zur Bekämpfung von Läusen zur Verfügung stehen, sind allesamt Insektizide, allerdings unterschiedlicher Herkunft und mit unterschiedlichem Wirkungsgrad. Der gegen Kopfläuse hochwirksame Wirkstoff Lindan darf seit 2008 gemäß einer EU-Regelung nicht mehr eingesetzt werden. Andere Mittel zur Kopflausbekämpfung erhalten Pyrethroide (Pyrethrum, Bioallethrin, Permethrin). Als gut wirksame Alternative gelten Dimeticone mit einer Wirksamkeit von 97 Prozent.

Diese apothekenpflichtigen Medizinprodukte enthalten synthetische Silikonöle und wirken nicht chemisch, sondern physikalisch: Sie verkleben die winzigen Atemöffnungen der Insekte - die erwachsenen Läuse sowie alle ihrer Entwicklungsstadien ersticken dadurch. Dimeticone gelten als sicher ungiftig, sind jedoch mit einem anderen Risiko behaftet, warnt die Stiftung Kindergesundheit: Sie sind extrem leicht entflammbar!

Es sind schon schwere Brandverletzungen berichtet worden. Die Haare müssen deshalb nach Auftragen des Mittels von offenen Flammen wie Zigaretten, Gasboilern oder Kerzen und starken Wärmequellen (z. B.

HAARAUSFALL & ALLES WAS DU DARÜBER WISSEN SOLLTEST

Wann sollte bei Haarverlust ein Arzt aufgesucht werden?

Ja. Sofern die Haare plötzlich in großer Zahl (Stichwort: büschelweise) ausfallen beziehungsweise sich deutlich kahle Stellen am Kopf, den Augenbrauen oder im Bart zeigen, ist es ratsam, einen Hautarzt (Dermatologen) aufzusuchen.

Bei zunehmendem Haarausfall ist es ratsam, einen Facharzt aufzusuchen, denn dahinter können sich auch ernstzunehmende Probleme wie Nährstoffmangel, Infektionen oder chronischer Stress verbergen. Der richtige Ansprechpartner ist in diesem Fall der Hautarzt (Dermatologe), denn Haarausfall gehört zu den Störungen der Haut.

Der Mediziner wird den Patienten in einem ausführlichen Anamnese-Gespräch (Patientenbefragung) nach Dauer und Stärke des Haarausfalls fragen sowie weitere Symptome wie Juckreiz oder Hautveränderungen abklären. Haarausfall ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom und so gilt es die Ursache für die Beschwerden zu ermitteln. Doch wie kann der Arzt die entsprechende Diagnose stellen?

Behandlung von Haarausfall

Die Therapie ist abhängig von der jeweiligen Ursache für den Haarausfall. Diese lässt sich jedoch nur von einem Arzt, in erster Linie einem Hautarzt (Dermatologen) abklären. Vor allem bei erblich bedingtem Haarausfall werden Medikamente eingesetzt.

Stellt der Arzt die Diagnose, dass ein Nährstoffmangel oder Hormonschwankungen bestehen, leitet er eine Regulation dessen ein. So schaffen zum Beispiel Eisenpräparate bei einem Defizit Abhilfe. Schilddrüsenerkrankungen sind ebenfalls mit entsprechenden Arzneien zu behandeln.

Abhängig von der Ursache des Haarausfalls stehen Betroffenen verschiedene Mittel zur Verfügung. Beispielsweise gibt es einen Schaum oder auch ein Spray gegen Haarausfall. Ihr Arzt oder Apotheker kann Sie zur bestmöglichen Therapieform beraten.

Vorbeugung von Haarausfall

Ja und nein - denn es kommt auf die Form des Haarausfalls an. So lässt sich unter anderem erblich-bedingtem Haarausfall nicht vorbeugen. Anders sieht es mit Formen aus, denen zum Beispiel ein Nährstoffmangel zugrunde liegt. Eine gesunde Lebensweise mit einer ausgewogenen Ernährung, die reich an Eisen ist, kann einem erhöhten Haarverlust vorbeugen. Zudem sollten Sie auf ausreichend Schlaf und wenig Stress achten, da diese ebenfalls als Faktoren für Haarverlust infrage kommen. Des Weiteren kann eine sanfte Haarpflege dazu beitragen, das Risiko von Haarausfall zu reduzieren.

Verwenden Sie nur kleine Mengen Shampoo zum Reinigen Ihrer Haare und der Kopfhaut. Die Pflege sollte möglichst auf die Bedürfnisse Ihrer Haut angepasst sein. Heißes Wasser ist zu vermeiden, genauso wie zu häufiges Föhnen. Am besten tupfen Sie Ihr Haar vorsichtig nach dem Waschen mit einem weichen Handtuch (oder Tipp: sauberes Baumwoll-Shirt) trocken, anstatt zu rubbeln. Eine Bürste mit abgerundeten Borsten erleichtert das ziepen- und reißfreie Kämmen.

Bleichen, Glätten und Dauerwelle - alles Styling-Verfahren, die sehr aggressiv zum Haar sind und es strapazieren. Ein wichtiges Mittel gegen Haarausfall ist zu guter Letzt die Entspannung. Psychische und körperliche Belastung führen zu einer erhöhten Ausschüttung von Stresshormonen - und diese können die Haarfollikel angreifen.

Kopfläuse erkennen und behandeln

Kopfläuse sind winzige Parasiten, die sich im Haar einnisten und sich von Blut aus der Kopfhaut ernähren. Ihre Bisse können jucken, und manche Menschen ekeln sich vor den Tierchen. Davon abgesehen sind sie aber harmlos. Sie übertragen auch keine Krankheiten.

Ihre Eier kleben nahe der Kopfhaut an den Haaransätzen. Die neue Lausgeneration schlüpft etwa innerhalb einer Woche.

Kopfläuse vermehren und verbreiten sich schnell. Als ungebetene Gäste sind sie oft in Kitas, Kindergärten und Schulen zu finden.

Um zu kontrollieren, ob das eigene Kind oder man selbst Kopfläuse hat, eignet sich ein spezieller Läusekamm mit besonders engen Zinken. Ein Arztbesuch ist dazu nicht nötig. Läusekämme sind in Apotheken, Drogerien oder Sanitätshäusern erhältlich.

Am besten macht man die Haare zuerst nass und kämmt dann vom Haaransatz aus in Richtung Haarspitzen Strähne für Strähne mindestens zweimal sorgfältig durch. Bei langem, lockigem oder besonders dichtem Haar hilft es, vorher eine Haarspülung aufzutragen, damit der Kamm besser durch die Haare gleitet.

Am besten streicht man den Kamm nach jeder Strähne auf Küchenpapier aus - so lassen sich Kopfläuse gut erkennen.

Eine ausgewachsene Kopflaus ist 2 bis 3 Millimeter groß. Ihr Körper ist flach, flügellos und hat eine graubraune Farbe. Kopfläuse können im Gegensatz zu Flöhen nicht springen. Mit ihren sechs Beinen können sich Kopfläuse aber sehr gut an menschlichen Haaren festhalten und an ihnen entlanglaufen. Da sie sehr klein sind, ist es schwer, sie in einem Büschel Haare zu finden. Noch nicht ausgewachsene Läuse entdeckt man leichter mit einer Lupe.

Ihre Eier (Nissen) legen Kopfläuse meist im Schläfen- und Nackenbereich oder hinter den Ohren ab. Sie kleben fest an den Haaransätzen, meist mit einem Abstand von höchstens einem Zentimeter zur Kopfhaut.

Manchmal werden andere Teilchen im Haar wie Schuppen oder Hautschorf mit Nissen verwechselt.

Sicher verhindern lassen sich Kopfläuse nicht. Wenn ein Kind Kopfläuse hat, lässt sich jedoch einiges tun, damit sie sich nicht weiterverbreiten. Übertragen werden sie fast immer über Haar-zu-Haar-Kontakt zwischen Kindern.

Da Kopfläuse alle 4 bis 6 Stunden Blut saugen müssen, sind sie fern von der Kopfhaut in der Regel nicht lange überlebensfähig. Fällt eine Laus vom Kopf, ist sie sehr schnell geschwächt und überlebt bei Zimmertemperatur maximal 2 bis 3 Tage. Auch ihre Eier müssen sich nahe der Kopfhaut befinden, da die Jungtiere zum Schlüpfen warme Temperaturen benötigen. Daher ist eine Übertragung über Gegenstände unwahrscheinlich.

Völlig ausschließen lässt sich das allerdings nicht - wer auf Nummer sicher gehen will, achtet darauf, dass Kinder zum Beispiel Mützen, Schals oder Bürsten nicht gemeinsam benutzen.

  • Kämme, Bürsten, Haarspangen und Haargummis mit heißem Wasser und Seife gründlich reinigen und ein paar Tage nicht benutzen
  • benutzte Bettwäsche, Schlafanzüge, Kleidung und Handtücher bei 60 Grad waschen oder in den Trockner geben
  • Kleidung und Gegenstände wie Kuscheltiere, die nicht bei 60 Grad waschbar sind, drei Tage in einer Plastiktüte verschließen
  • Haustiere müssen nicht behandelt werden: Kopfläuse befallen keine Tiere, sondern nur Menschen.

Eine Behandlung ist nur erforderlich, wenn lebende Läuse oder lebensfähige Eier gefunden werden. Dann ist schnelles Handeln wichtig, um zu vermeiden, dass sie sich weiter ausbreiten.

Es gibt verschiedene Mittel zur Behandlung von Kopfläusen:

  • Mittel mit Insektengift (Insektizide)
  • Mittel mit Silikonöl (Dimeticon)
  • Es werden auch Mittel auf pflanzlicher Basis (zum Beispiel mit Kokosöl) angeboten.

Deren Wirksamkeit ist, ebenso wie die von Hausmitteln wie Olivenöl oder Mayonnaise, in Studien nicht gut untersucht.

Mittlerweile haben Kopfläuse gegen manche Insektizide Resistenzen entwickelt, weshalb diese Mittel weniger gut wirken als früher. Häufiger werden inzwischen Mittel mit Silikonöl eingesetzt. Sie kommen ohne Insektengift aus und es gibt keine Probleme mit Resistenzen. Diese Mittel bedecken die Kopfläuse mit einer Ölschicht, sodass sie ersticken.

Die meisten Behandlungen müssen nach etwa 7 bis 10 Tagen wiederholt werden.

Das Auskämmen der Haare mit einem Läusekamm reicht als alleinige Behandlung nicht aus. Es ist aber wichtig, um den Erfolg der Behandlung zu überprüfen.

Wenn ein Kind nach einer Kopflaus-Behandlung noch ein paar Nissen hat, sich aber eine Weile keine Läuse mehr entdecken lassen, sind die Parasiten vermutlich weg. Nissen oder Teile davon können aber noch Wochen nach dem Befall an den Haaren kleben. Das Alter der Nissen lässt sich daran abschätzen, wie weit sie von der Kopfhaut entfernt sind. Haare wachsen etwa einen Zentimeter pro Monat.

Tatsächlich gibt es keinen Zusammenhang zwischen persönlicher Hygiene und Kopfläusen.

Da sich Kopfläuse sehr schnell verbreiten, sind Erziehungsberechtigte gesetzlich dazu verpflichtet, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in öffentlichen Einrichtungen wie Kitas und Schulen über einen Kopflaus-Befall zu unterrichten.

Der Gesetzgeber schreibt außerdem vor, dass Kinder mit Kopfläusen zu Hause bleiben müssen, bis sie von den Läusen befreit sind. Wenn ein Kind mit einem nachweislich wirksamen Mittel behandelt wurde, darf es am nächsten Tag wieder in die Kita oder zur Schule gehen.

Zur Frage, welche Mittel das sind und für welche Präparate die gesetzliche Krankenkasse die Kosten übernimmt, kann man sich in der Kinderarztpraxis oder in der Apotheke beraten lassen.

Zusätzliche Informationen und Tipps

Die Anzahl der Kopfhaare eines Erwachsenen wird auf etwa 100.000 bis 120.000 geschätzt. Dass da auch mal ein paar Haare verloren gehen, ist in der Regel nicht schlimm, vollkommen normal und kein Grund zur Besorgnis. Bei einem Haarverlust von mehr als 100 Haaren täglich sprechen Mediziner von Haarausfall, den es zu behandeln gilt.

Es ist zudem wichtig, dass Eltern ihr Kind in dieser schwierigen Phase unterstützen, indem sie ihm helfen, gesunde Gewohnheiten beizubehalten, ihm Mut zusprechen und das Selbstbewusstsein stärken.

Tabelle: Ursachen und Behandlung von Haarausfall

Ursache Behandlung
Erbliche Faktoren Medikamente (z.B. Minoxidil), Haartransplantation
Stress Stressmanagement, Entspannungstechniken
Ungesunde Ernährung Ausgewogene Ernährung, Nahrungsergänzungsmittel
Hormonelle Veränderungen Hormontherapie
Nährstoffmangel Nahrungsergänzungsmittel (Eisen, Zink, Vitamine)
Pilzinfektionen Antimykotika
Läusemittel Symptomatische Behandlung, Haarpflege

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