Haarausfall nach Grippe: Ursachen und Behandlung

Haarausfall kann viele Ursachen haben - von genetischer Veranlagung über hormonelle Veränderungen bis hin zu Stress oder Nährstoffmangel. Dieser Beitrag beleuchtet die Ursachen von Haarausfall nach einer Grippe und bietet Ihnen wertvolle Tipps, wie Sie Ihre Haarpracht erfolgreich regenerieren können.

Definition: Was ist diffuser Haarausfall?

Diffuser Haarausfall zeichnet sich durch eine gleichmäßige Ausdünnung der Haare auf dem gesamten Kopf aus, wodurch die Kopfhaut darunter sichtbar wird. Experten bezeichnen diese Form des Haarausfalls auch als Alopecia diffusa. Beim diffusen Haarausfall lichtet sich das Haar am gesamten Kopf, sodass die Kopfhaut unter den Haaren hervorschimmert.

Diffuser Haarausfall nach einer Grippe kann ein nachhaltiges Zeichen dafür sein, dass die Infektion den Körper nachhaltig beeinflusst hat, selbst Wochen nach der Genesung. Diese Form des Haarverlustes zeugt von der tiefgreifenden Wirkung, die eine Grippe auf den Organismus haben kann.

Ursachen von Haarausfall nach Grippe

Die saisonale Grippe, ein alljährliches Phänomen, breitet sich vornehmlich in den kalten Monaten aus. Haarausfall nach einer Grippe - ein Phänomen, das viele Betroffene Monate nach der Erkrankung erleben - stellt zwar keine direkte Symptomatik der Grippe dar, führt jedoch zu erheblicher mentaler Belastung.

Es gibt eine große Breite an Ursachen, die Haarausfall verursachen können, auch andere Grunderkrankungen. Die Alopecia diffusa kann viele verschiedene Ursachen haben. Die Herausforderung besteht darin, herauszufinden, weshalb der Betroffene an dieser Erscheinung leidet.

Mögliche Ursachen im Überblick:

  • Infektionen: Etwa 2-4 Monate nach Infekt! z.B. Grippe, Corona-Infektion.
  • Saisonaler Wechsel: Häufig im Frühling und im Herbst verstärkt.
  • Hormonelle Umstellung: Nach der Menopause, Absetzen der Pille, Schwangerschaft oder auch durch eine Störung der Schilddrüsenhormone.
  • Mangel an Nährstoffen: Z.B. Vitamine, Zink, einseitige Ernährung. Ferritinmangel (Eisenstoffwechsel: 5-10% der Menschen in Europa haben einen Eisenmangel!).
  • Stress und psychische Belastung.
  • Medikamente: Z.B. durch eine Chemo.
  • Weitere Erkrankungen: Hauterkrankungen der Kopfhaut (z.B. Schuppenflechte, atopische Dermatitis (Neurodermitis), Pilzinfektionen), Schwere Allgemeinerkrankung / chronische Erkrankungen (z.B. Tumorerkrankungen, Lungenentzündung).

Der Einfluss von Viren auf den Haarausfall

Der Verdacht, dass Viren den Verlust von Haaren verursachen können, ist nicht neu. Bereits während der COVID-19-Pandemie berichteten viele Patienten von massivem Haarverlust nach einer Infektion. Noch ist nicht geklärt, wie genau der Virus den Ausfall der Haare verursacht.

Mögliche Mechanismen:

  • Direkte Schädigung der Haarfollikel: Einige Viren sind in der Lage, bestimmte Zellen gezielt anzugreifen. Eine Möglichkeit ist, dass der neu entdeckte Virus Haarfollikel infiziert und so den Wachstumszyklus stört.
  • Indirekte Immunreaktion: Eine weitere Hypothese ist, dass der Körper als Abwehrreaktion auf die Virusinfektion eine überschießende Immunantwort auslöst.
  • Beeinträchtigung der Durchblutung der Kopfhaut: Ein Virus kann nicht nur die Haarfollikel selbst angreifen, sondern auch die Durchblutung der Kopfhaut beeinträchtigen. Manche Viren lösen systemische Entzündungsreaktionen aus, die zu einer Verengung der Blutgefäße führen.
  • Störung des Nährstoffhaushalts: Zusätzlich kann eine Virusinfektion die Darmgesundheit schwächen, was die Aufnahme wichtiger Vitamine und Mineralstoffe weiter erschwert. Eine Virusinfektion kann nicht nur direkt das Haarwachstum beeinträchtigen, sondern auch den Nährstoffhaushalt des Körpers aus dem Gleichgewicht bringen.

Zusätzlich kann eine Virusinfektion die Darmgesundheit schwächen, was die Aufnahme wichtiger Vitamine und Mineralstoffe weiter erschwert. Unsere Kopfhaut ist von einer feinen Balance aus Bakterien, Pilzen und anderen Mikroorganismen geprägt - der sogenannten Mikrobiota.

Telogenes Effluvium: Die Virusinfektion bzw. die dadurch bedingten internistischen Erkrankungen wie eine Lungenentzündung stellen eine starke Belastung für den Körper da. Eine solche Belastung kann zur Entwicklung eines sog. Dies bedeutet, dass das Haar aus seiner Wachstumsphase in die Ausfallphase (Telogene Phase) wechselt. Das Haar löst sich dabei von der Blutversorgung und seiner Verankerung ab. Das Haar fällt dabei aber nicht direkt aus, sondern erst nachdem es sich langsam aus eben dieser Verankerung gelöst hat. Die Symptomatik des Haarausfalls beginnt daher in der Regel erst Monate nach der eigentlichen Covid-Erkrankung.

Symptome: Wie sieht der diffuse Haarausfall aus?

Es kommt zu einem Verlust von über 50-100 Haaren pro Tag. Das Haar-Bild erscheint insgesamt lichter und dünner, eventuell ist die Kopfhaut dadurch sichtbarer. Kahle Stellen sind nicht vorhanden.

Beim diffusen Haarausfall dünnt das Haar über den gesamten Kopf aus. Bemerkbar macht sich das dadurch, dass täglich mehr als 100 Haare ausfallen.

Mitunter macht sich der Haarausfall an den Schläfen, am Vorderkopf und im Scheitelbereich verstärkt bemerkbar. Anders als beim anlagebedingten oder kreisrunden Haarausfall, bilden sich beim diffusen Haarausfall üblicherweise keine kahlen Stellen. Es passiert auch nicht, dass die Haare komplett ausfallen.

Diagnose von diffusem Haarausfall

Um diffusen Haarausfall festzustellen, sind ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung wichtig. Bei Menschen, die natürlicherweise fülliges Haar haben, ist ein diffuser Haarausfall häufig nicht zu erkennen. Es kann daher hilfreich sein, zum Besuch bei der Ärztin oder dem Arzt Vorher-Nachher-Fotos mitzunehmen.

Ärztliches Gespräch: Im Gespräch wird die Ärztin oder der Arzt verschiedene Fragen zur Lebenssituation, Ernährungsgewohnheiten und zur Krankengeschichte stellen.

Körperliche Untersuchung und Blut-Tests: Die Ärztin oder der Arzt untersucht die Haare, die Kopfhaut und die Nägel. Außerdem prüft sie oder er eventuell mit einem Zupftest, ob es sich um einen aktiven Haarausfall handelt. Zusätzlich lässt sich mit einem Trichogramm bestimmen, wie viele Haare sich im Ausfall-Stadium befinden.

Besteht der Verdacht, dass ein Mangel an Mineralstoffen wie Eisen oder eine Schilddrüsen-Erkrankung den Haarausfall ausgelöst hat, helfen Blutuntersuchungen weiter.

Behandlung: Was hilft bei diffusem Haarausfall?

Ist die Ursache festgestellt, sollte diese behandelt werden. Des Weiteren sind äußere Faktoren (wie Stress, psychische Belastung, Zug oder Druck) möglichst zu vermeiden. Eine ausgewogene Ernährung kann ebenso unterstützend wirken!

Um diffusen Haarausfall behandeln zu können, ist es wichtig, den Auslöser zu finden und zu beseitigen. Welche Therapie zum Einsatz kommt, richtet sich immer nach der jeweiligen Ursache:

  • Liegt eine Erkrankung vor, muss diese entsprechend behandelt werden.
  • Ist die Einnahme von Medikamenten der Auslöser, kann der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin eventuell ein anderes Präparat verschreiben. Wichtig ist, die Medikamente nicht eigenmächtig abzusetzen.
  • Wenn der Haarausfall durch eine Diät entstanden ist, ist es sinnvoll, die Diät zu beenden und auf eine ausgewogene Ernährung umzustellen.
  • Besteht ein anhaltender Mangel an Nähr- oder Mineralstoffen, kann die Ärztin oder der Arzt diesen feststellen und gegebenenfalls ein geeignetes Präparat verschreiben.

Haarausfall adé: Effektive Wege, um Haarausfall zu stoppen und das Haarwachstum zu fördern!

Der Wirkstoff Minoxidil kann als Lösung auf die Kopfhaut aufgetragen werden. Dieser Wirkstoff führt zu einer Stimulation des Haarfollikelwachstums.

Wirkstoffe gegen diffusen Haarausfall:

  • Finasterid (5-alpha-Reduktase-Hemmer)
  • Minoxidil (Antihypertensivum)
  • Zink (Spurenelement)

Weitere Tipps und Informationen

Haarausfall nach einer Grippe wird in der Regel als vorübergehende Erscheinung angesehen, die ohne spezielle Behandlung abklingt. Personen, die nach einer Grippe unter diffusem Haarausfall leiden, sollten sich vor allem gedulden.

Was Sie tun können:

  • Optimale Bedingungen für die neuen Haare schaffen: Z. B. Mikronährstoffstörungen screenen (z. B. Zink, Eisen, Vit D3 usw.) und ggf. beheben.
  • Keine Panik: Da der Haarausfall in der Regel reversibel ist, positiv bleiben, Ruhe bewahren und nicht in ein Gedankenkreisen rund ums Haar geraten.
  • Vermeiden Sie wilde Anwendung von Antihaarausfall-Lotion oder -shampoos etc.: Diese können keinen Wechsel zurück in die Wachstumsphase bewirken.

Die Forschung zu virusbedingtem Haarverlust steckt noch in den Anfängen, doch erste Erkenntnisse könnten langfristig neue Therapieansätze ermöglichen. Sollte der Haarverlust durch den Virus jedoch dauerhaft sein und keine Spontanregeneration erfolgen, kann eine Haartransplantation eine effektive Lösung sein.

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