Haarausfall bei Männern mit Mittelscheitel: Ursachen und Lösungen

Haarausfall ist kein Einzelschicksal. Sowohl Männer als auch Frauen sind von übermäßigem Haarausfall betroffen und teilen die Sorge gleichermaßen. Haare zu verlieren ist ein natürlicher Prozess des Körpers, denn das Haar erneuert sich regelmäßig und kontinuierlich.

Ein dichter, gleichmäßiger Haaransatz ist für viele Menschen Ausdruck von Jugend, Vitalität und Gesundheit. Der Scheitel ist ein besonders aufschlussreicher Bereich der Kopfhaut - vor allem bei Frauen. Da hier die Haare in verschiedene Richtungen fallen, lässt sich eine zunehmende Ausdünnung des Haarbestandes schneller erkennen als an anderen Stellen.

Typische Veränderungen des Scheitels:

  • Zunehmende Transparenz: Die Kopfhaut scheint stärker durch.
  • Verbreiterung: Der natürliche Scheitel wird optisch breiter.
  • Verlust an Volumen: Die Haarstruktur wirkt insgesamt feiner und weniger dicht.

Nicht jede Veränderung im Bereich des Scheitels muss auf dauerhaften Haarausfall hindeuten. Oft spielen mehrere Faktoren zusammen.

Häufige Ursachen für Haarausfall

Die häufigsten Ursachen im Überblick:

  • Hormonelle Veränderungen: Besonders in Phasen wie Schwangerschaft, Stillzeit oder Wechseljahren kommt es häufig zu hormonell bedingtem Haarausfall.
  • Nährstoffmangel: Ein Defizit an Eisen, Zink oder B-Vitaminen kann sich schnell auf das Haarwachstum auswirken.
  • Stress: Chronischer Stress kann über verschiedene Mechanismen zu diffusem Haarausfall führen.
  • Falsche Haarpflege: Zu aggressive Produkte oder häufiges Hitzestyling schwächen das Haar und begünstigen Haarbruch.

Wer Veränderungen am Scheitel frühzeitig erkennt, kann aktiv gegensteuern - bevor es zu sichtbarem Haarausfall kommt. Je früher die Ursache identifiziert wird, desto erfolgreicher verlaufen in der Regel die Behandlungsmöglichkeiten. Der Scheitel kann ein wertvoller Hinweisgeber für beginnenden Haarausfall sein - insbesondere bei Frauen. Wer aufmerksam bleibt und Veränderungen ernst nimmt, hat die besten Chancen, dem Haarausfall frühzeitig entgegenzuwirken.

Androgenetische Alopezie (AGA) ist der Fachbegriff für erblich bedingten Haarausfall und die häufigste Ursache für den Verlust des Haupthaares. Denn etwa 95 % aller Fälle, in denen Männer und Frauen von Haarausfall betroffen sind, lassen sich auf die Erbanlagen zurückführen.

Zwar ist ein gewisses Maß an Haarverlust (etwa 25 bis 100 Haare pro Tag) völlig natürlich, doch wenn der Haarschopf immer dünner wird und die Haare vermehrt über einen langen Zeitraum ausfallen, lautet die Diagnose chronischer Haarausfall. Die androgenetische Alopezie besteht aus Episoden von Haarausfall, die letztlich allmählich zu einer Miniaturisierung des Haares bis hin zur Glatze (Männer) und einem Rückgang der Haardichte (Frauen) führen. Denn die ausgefallenen Haare wachsen nicht mehr nach.

Ursachen der androgenetischen Alopezie

Erblich bedingter Haarausfall ist zwar auf das männliche Sexualhormon Dihydrotestosteron (DHT) zurückzuführen, stellt aber keine hormonelle Störung dar. Vielmehr handelt es sich um eine Überempfindlichkeit der Haarwurzel gegenüber dem Hormon, welche dafür sorgt, dass sich die sogenannte Wachstumsphase der Haare verkürzt.

Jedes einzelne Haar auf unserem Kopf durchläuft einen Zyklus, in dem es sich ständig erneuert, ausfällt und wieder wächst. Eine Verkürzung der Wachstumsphase hat zur Folge, dass die Haare nicht mehr so lange leben und viel schneller ausfallen. Das männliche Hormon Dihydrotestosteron wird mithilfe des Enzyms 5-Alpha-Reduktase sowohl im männlichen als auch im weiblichen Körper gebildet. Bei Menschen, die an androgenetischer Alopezie leiden, werden an den Haarwurzeln größere Mengen des Enzyms produziert, was dafür sorgt, dass mehr DHT entsteht. Durch die gleichzeitige Überempfindlichkeit gegenüber dem Hormon kommt es zu einem vermehrten Haarausfall.

Dihydrotestosteron ist letztlich für die Rückbildung von Blutgefäßen auf der Kopfhaut verantwortlich, wodurch diese nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden kann. Dadurch werden die Haarwurzeln kleiner und die Haare dünner und weicher. Ein frühzeitiger Haarausfall ist die Folge. Dieser Kreislauf wiederholt sich solange bis keine Haare mehr neu gebildet werden können und es zu kahlen Stellen und einer Glatzenbildung kommt.

Der Haarzyklus:

  • Wachstumsphase (Anagenphase): Das Haar wird über die Wurzel mit Nährstoffen versorgt und wächst. Diese Phase dauert etwa 2 bis 6 Jahre an. Bei androgenetischer Alopezie ist diese Phase verkürzt.
  • Übergangsphase (Katagenphase): Ein natürlicher Prozess stoppt die Nährstoffversorgung des Haares.
  • Ruhephase (Telogenphase): Das Haar fällt aus, um sich anschließend neu zu reproduzieren. Diese Phase dauert etwa 2 bis 4 Monate.

Haarausfall ist keine Krankheit. Zwar ist Haarausfall keine Erkrankung, trotzdem wirkt sich der Verlust von Haaren enorm auf das eigene Selbstbild aus. Viele Betroffene haben ein vermindertes Selbstwertgefühl, Depressionen, Introversion und meiden soziale Kontakte. Sie empfinden sich selbst durch den Haarausfall als unattraktiv. Gesundes und volles Haar ist der Inbegriff von Schönheit und gerade Frauen leiden sehr unter der Ausdünnung ihrer Haare.

Therapiemöglichkeiten bei androgenetischer Alopezie

Die Ausgangslage der androgenetischen Alopezie ist anders als bei gelegentlichem Haarausfall, der z.B. durch Stress, eine hormonelle Umstellung nach der Schwangerschaft oder eine Mangelernährung verursacht wird. Prinzipiell gibt es keine Heilung für androgenetische Alopezie, allerdings können Sie frühzeitig beginnen, die verbliebenen Haare zu stärken und das Wachstum zu stimulieren.

Haarwuchsmittel wie Minoxidil oder Finasterid werden als wirksamste Mittel gegen Haarausfall vom Dermatologen verschrieben. Die Arzneien versprechen bei bis zu 80 % der Fälle den Haarverlust zu stoppen.

Weitere Ursachen für Haarausfall bei Männern

Neben dem erblich bedingten Haarausfall gibt es weitere Faktoren, die bei Männern zu Haarausfall führen können:

  • Autoimmunerkrankung: Bei einer Störung des Immunsystems infolge einer Autoimmunerkrankung können die Haarwurzeln vom eigenen Körper angegriffen werden. Innerhalb kurzer Zeit kann ein kreisrunder Haarausfall entstehen. Aufgrund der Autoimmunreaktion entstehen an den betroffenen Stellen Entzündungen, die ein neues Haarwachstum verhindern.
  • Falsche Ernährung: Gesundes und volles Haar benötigt viele Mineralstoffe und Vitamine. Besonders wichtig sind Proteine, Eisen, Zink und Biotin. Tierische Produkte wie Fleisch und Fisch, grünes Gemüse und Nüsse können das Haarwachstum fördern. Eine einseitige Ernährung oder extreme Diäten hingegen schwächen die Haarwurzeln und begünstigen Haarausfall.
  • Stress: Stresssituationen können dem Körper viel abverlangen. Kommt eine einseitige Ernährung dazu, greift der Organismus auf die körpereignen Reserven zurück. Wenn dabei den Haarwurzeln viele Nähr- und Mineralstoffe entzogen werden, kann das zu Haarausfall führen.
  • Medikamente: Bei der Einnahme bestimmter Tabletten oder Mittel zur Leistungssteigerung können verschiedene Begleiterscheinungen auftreten. Eine mögliche Folge ist diffuser oder kompletter Haarausfall . Sollte das der Fall sein, empfiehlt es sich, zeitnah einen Arzt zu Rate zu ziehen.
  • Entzündungen an der Kopfhaut: Infolge einer Infektion mit Pilzen oder Bakterien können sich auf der Kopfhaut Entzündungen bilden, die einen Haarverlust verursachen. Außerdem kann am Hinterhaupt eine Glatze entstehen. Bei Frauen dünnt eher der Scheitel aus.

Verschiedene Einflussfaktoren können einen synchronisiert vorzeitigen Übergang der Haarfollikel in die Ruhephase auslösen und so nach 2-4 Monaten zu einem spürbar stärkeren Haarausfall führen.

Ziel der Behandlung ist, den Haarausfall zu reduzieren und das Haarwachstum zu stärken. Ob eine Behandlung erfolgen soll, wird von Ärzt*in und Patient*in gemeinsam entschieden. Dabei sollen der persönliche Leidensdruck, Nebenwirkungen und Kosten der Behandlung berücksichtigt werden.

Die Behandlung sollte beginnen, solange noch Haare vorhanden sind. Es gibt bislang keine Medikamente, die bewirken, dass auf einem kahlen Kopf wieder Haare wachsen. Werden die Medikamente abgesetzt, fallen die Haare wieder aus. Die Behandlung muss daher kontinuierlich fortgeführt werden.

Medikamente gegen Haarausfall

  • Finasterid: Der Wirkstoff Finasterid verlangsamt den Haarausfall und verstärkt das Haarwachstum. Er ist mit einer Dosierung von 1 mg täglich für Männer zwischen 18 und 41 Jahren zugelassen. Auch die Anwendung von 1 % Finasterid Gel führt zu guten Ergebnissen.
  • Minoxidil: Minoxidil ist bei Frauen und Männern zur Behandlung des androgenetischen Haarausfalls zugelassen und ist rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Der Wirkstoff wird lokal als Lösung oder Schaum auf die Kopfhaut aufgetragen.

Bei Frauen mit Hormonstörungen können ggf. andere Medikamente mit antiandrogener Wirkung eingesetzt werden.

Weitere Behandlungsmethoden

Bei Haarausfall aufgrund einer androgenetischen Alopezie ist auch die Haartransplantation eine Behandlungsmöglichkeit. Hierbei werden Haare vom Hinterkopf entnommen und in die betroffenen Bereiche transplantiert.

Geheimratsecken sind die kahlen Stellen an den Schläfen, die häufig bei Männern im mittleren Alter auftreten. Der Begriff stammt aus dem 18. Jahrhundert und bezieht sich auf die Frisur, die damals von hochrangigen Beamten, den sogenannten Geheimräten, getragen wurde. Heutzutage ist der Ausdruck eher im Zusammenhang mit Haarausfall beim Mann bekannt.

Geheimratsecken sind keine unabwendbare Schicksalsfügung, sondern können mit verschiedenen Mitteln bekämpft oder kaschiert werden:

  • Frisuren für Geheimratsecken: Durch einen geschickten Scheitel verdecken, Buzz Cut, Pony zum Kaschieren.
  • Haarpflege: Eine regelmäßige Pflege mit milden Shampoos und Haarkuren kann die Haarqualität verbessern und der Entstehung von Geheimratsecken vorgebeugt werden.
  • Streuhaar oder Schütthaar: In fortgeschrittenen Fällen kann eine Haartransplantation bei Geheimratsecken eine dauerhafte Lösung sein.

Es ist wichtig, rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen und die besten Lösungen für die individuelle Situation zu finden.

Haartransplantation - Risiken einer Haartransplantation?

Hier ist eine Tabelle, die die verschiedenen Ursachen und Behandlungen von Haarausfall zusammenfasst:

Ursache Beschreibung Behandlungsmöglichkeiten
Androgenetische Alopezie Erbliche Überempfindlichkeit der Haarwurzel gegenüber DHT Minoxidil, Finasterid, Haartransplantation
Hormonelle Veränderungen Schwangerschaft, Stillzeit, Wechseljahre Hormontherapie (ggf. antiandrogen)
Nährstoffmangel Defizit an Eisen, Zink, B-Vitaminen Nahrungsumstellung, Nahrungsergänzungsmittel
Stress Chronischer Stress Entspannungstechniken, Stressmanagement
Falsche Haarpflege Aggressive Produkte, Hitzestyling Milde Shampoos, Vermeidung von Hitze
Autoimmunerkrankung Angriff der Haarwurzeln durch das Immunsystem Kortison, Autoimmuntherapie
Medikamente Nebenwirkungen bestimmter Medikamente Rücksprache mit Arzt, ggf. Medikamentenwechsel
Entzündungen der Kopfhaut Infektionen mit Pilzen oder Bakterien Antimykotische oder antibiotische Behandlung

tags: #Haarausfall #Ursachen #Männer #Mittelscheitel

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen