Haare in der Bürste oder im Abfluss der Dusche - das ist ein bekanntes Problem. Doch wann spricht man von Haarausfall und was sind die Ursachen dafür? Gesunde Menschen verlieren täglich Haare, da der Lebenszyklus eines Haares etwa sieben Jahre beträgt. Erst bei mehr als 100 Haaren täglich über mehrere Wochen spricht man von Haarausfall oder Alopezie.
Fast jede dritte Frau hat im Lauf ihres Lebens mit Haarausfall zu kämpfen. Der Leidensdruck ist groß. Dabei lässt sich Haarverlust gezielt bekämpfen. Haarausfall bei Frauen ist ein häufiges Symptom, aber noch stärker als bei Männern mit Scham und sinkendem Selbstwertgefühl verbunden. Doch was hilft bei Haarausfall bei Frauen? Welche Therapie infrage kommt, hängt stark von der Form des Haarausfalls und ihrer Ursache ab.
Haare erneuern sich beim Menschen ständig. Sie hören nach einer bestimmten Zeit auf zu wachsen und fallen aus, neue Haare wachsen nach. Und auch lichteres Haar ist mit zunehmendem Alter normal. Dauert der Haarausfall mehrere Wochen und gehen täglich mehr als 100 Haare aus oder entstehen haarfreie Stellen, liegt ein Haarausfall vor. Haarausfall tritt in unterschiedlichen Formen auf:
Haarausfall bei Frauen kann durch zahlreiche Faktoren verursacht werden. Häufig sind hormonelle Veränderungen, Nährstoffmängel oder bestimmte Erkrankungen die Auslöser.Man unterscheidet verschiedene Typen von Haarausfall mit unterschiedlichen Ursachen. Haarausfall tritt in unterschiedlichen Formen auf:
Hier finden Sie die wichtigsten Ursachen im Überblick:
Erblicher Haarausfall (androgenetische Alopezie) ist die häufigste Ursache von Haarausfall, auch bei Frauen. Dabei reagieren die Haarwurzeln wahrscheinlich empfindlich auf männliche Sexualhormone (Androgene). Auch der vordere Kopfbereich kann betroffen sein - eine Stirnglatze ist oft die Folge. Bei jüngeren Frauen kann die Abnahme der Haardichte zum Beispiel auch durch ein Polyzystisches Ovar Syndrom (PCOS) bedingt sein.
Erblich bedingter Haarausfall ist die häufigste Form des Haarausfalls: 80 % aller Männer ab siebzig Jahren und 40 % aller Frauen derselben Altersklasse sind davon betroffen. Für die Entstehung von erblich bedingtem Haarausfall bei Männern ist das männliche Geschlechtshormon DHT maßgeblich: Die Haarwurzeln Betroffener reagieren besonders empfindlich auf dieses Hormon. Die Folge: Die Wachstumsdauer der Haare verkürzt sich und das Haar fällt früher aus.
Neben dem DHT verursachen bei Frauen noch andere Hormone erblich bedingten Haarausfall. Verringert sich mit dem Älterwerden zum Beispiel der Spiegel von Östrogen, das das Haarwachstum unterstützt, steigt das Risiko für einen Haarverlust.
Kreisrunder Haarausfall - auch Alopecia areata genannt - kann in nahezu jedem Lebensalter auftreten. Dabei gehen die Haare schmerzlos und büschelweise aus. Die Krankheit kann neben dem Kopfhaar auch die übrige Körperbehaarung betreffen. Fallen die Haare komplett aus, sprechen Experten von einer Alopecia areata universalis.
Die zweithäufigste Form ist der kreisrunde Haarausfall. Dabei werden einzelne runde oder ovale Bereiche der Kopfhaut kahl: Meistens bilden sich nur einzelne Inseln, es gibt jedoch auch eine Form, bei der die kahlen Stellen größer werden und sich miteinander verbinden. Sowohl Männer als auch Frauen sind vom kreisrunden Haarausfall betroffen.
Alopecia areata ist eine Autoimmunkrankheit. Durch einen Angriff des Immunsystems werden die Haare in ihrem Wachstum so stark gestört, dass sie ausfallen. Es wird vermutet, dass es sich dabei um eine Autoimmunerkrankung handelt: Weiße Blutkörperchen greifen die Haarwurzeln an und lösen dort Entzündungsreaktionen aus, die einen Haarverlust zur Folge haben.
Diffuser Haarausfall ist eine häufige Form von Haarverlust. Gleichmäßig, über den ganzen Kopf verteilt, fallen die Haare aus. Die Ursachen sind vielfältig. Mögliche Auslöser sind zum Beispiel Schilddrüsenerkrankungen, bestimmte Medikamente, chronische Erkrankungen, Autoimmunkrankheiten, schwere Infekte wie eine Grippe, Mangelernährung oder eine Chemotherapie.
Wenn Haare auf dem ganzen Kopf ausfallen und das Haar immer dünner wird, spricht man von einem diffusen Haarausfall. Auch diese Form des Haarausfalls kommt bei Frauen und Männern vor. Dafür kann es verschiedene Ursachen geben - besonders häufig sind Stress, eine mangelhafte Ernährung, hormonelle Umstellungen oder auch Erkrankungen der Schilddrüse.
Haarausfall kann auch durch verschiedene Medikamente ausgelöst werden. Häufig werden hier Blutverdünner, Mittel gegen Bluthochdruck oder Cholesterinsenker genannt.
Bei der Untersuchung fragen Ärztin oder Arzt ausführlich nach der Vorgeschichte der Patientin, bisherigen Untersuchungen und Therapien sowie Symptomen. Dann werden die Haare unter der Lupe betrachtet und geprüft, ob sie brüchig sind. Ein Zupftest zeigt, ob sich die Haare schnell lösen. Anschließend wird die Haarwurzel untersucht. Ein sogenanntes Trichogramm zeigt, in welcher Wachstumsphase die Haare ausfallen. Weitere Erkenntnisse kann eine computergestützte Haaranalyse liefern.
Wenn ein vermehrter Haarverlust offensichtlich ist, ist es ratsam, eine Arztpraxis aufzusuchen. Der Hausarzt kann Betroffene dann an einen Facharzt überweisen - je nach vermuteter Ursache zum Beispiel an einen Dermatologen oder einen Endokrinologen. Eine ausführliche Anamnese und Blutuntersuchungen, Epilationstests, Haaranalysen oder eine Untersuchung der behaarten Kopfhaut gehören zu den Verfahren, die zur Ursachenermittlung angewendet werden.
Je früher die passende Behandlung eingeleitet wird, umso größer ist die Erfolgschance der Therapie. Zunächst muss aber die genaue Ursache des Haarausfalls gefunden sein, erst dann erstellt der Arzt einen individuellen Therapieplan.
Ob und wie Haarausfall therapiert wird, hängt maßgeblich von seiner Ursache ab. Da Haarverlust häufig vorübergehend auftritt oder auch zum natürlichen Alterungsprozess gehört, ist eine Behandlung oft gar nicht notwendig. Liegt eine Krankheit vor, steht deren Behandlung im Vordergrund. Auch erblich bedingter Haarausfall muss aus medizinischer Sicht nicht behandelt werden. Ist er für die Betroffenen allerdings eine Belastung, können verschiedene Medikamente zum Einsatz kommen.
Hier ein Überblick über gängige Behandlungsmethoden:
Als wirksamstes Mittel bei erblich bedingtem (androgenetischem) Haarausfall bei Frauen gilt Minoxidil. Minoxidil ist eigentlich ein blutdrucksenkender Wirkstoff. Doch in wissenschaftlichen Studien hat sich gezeigt, dass die äußerliche Anwendung das Haarwachstum anregt. Minoxidil ist als Medikament gegen erblich bedingten Haarausfall zugelassen und gilt als wirksamstes Mittel, um Haarausfall bei Frauen zu stoppen.
Der Wirkstoff weitet die Gefäße und verbessert dadurch die Versorgung der Haarwurzeln. Wie der Wirkmechanismus genau funktioniert, ist allerdings noch unklar. Damit das Mittel wirkt, müssen Sie es mehrere Wochen lang regelmäßig anwenden. Sobald Sie das Haarwasser jedoch nicht mehr nutzen, steigt das Risiko für einen erneuten Haarausfall.
Manchmal verschreiben Ärzte gegen erblich bedingten Haarausfall bei Frauen auch Tabletten mit Anti-Androgenen (wie Cyproteronacetat). Das sind Substanzen, welche die Wirkung der männlichen Sexualhormone (Testosterone) aufheben. Sie hemmen die Wirkung von Testosteron, indem sie eine seiner Andockstellen blockieren, sodass das Hormon nicht abgebaut werden kann. Dadurch entstehen weniger Abbauprodukte von Testosteron. Das sind die Stoffe, die auf die Haarwurzel wirken und den Haarausfall herbeiführen.
Kreisrunder Haarausfall wird häufig mit Cremes und Lotionen therapiert, die Glukokortikoide enthalten. Erfolg ist allerdings nicht garantiert: In weniger als 50 % aller Fälle wächst an so behandelten Stellen das Haar wieder nach. Weitere Behandlungsmöglichkeiten sind zum Beispiel systemische Kortisontherapien, lokale Immuntherapien oder photochemische Behandlungen.
Für die Therapie von kreisrundem Haarausfall bei Frauen (und Männern) stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Die Erfolgsaussichten der einzelnen Behandlungsmöglichkeiten von kreisrundem Haarausfall bei Frauen (und Männern) sind insgesamt eher bescheiden. Außerdem kommt es öfters zu Rückfällen. In manchen Fällen heilt der kreisrunde Haarausfall bei Frauen (sowie Männern und Kindern) auch von allein wieder aus.
Folgende Behandlungen sind gängig:
Diffusen Haarausfall behandelt der Arzt abhängig von seiner Ursache. Sind Medikamente wie beispielsweise Lipidsenker oder Krebsmedikamente die Ursache, legt sich der Haarausfall nach Beenden der Therapie meist wieder. Möglich ist auch, auf ein alternatives Präparat umzusteigen, das den Haaren weniger schadet.
Manchmal wird diffuser Haarausfall von Infektionen oder anderen Erkrankungen wie etwa Schilddrüsenerkrankungen verursacht. B-Vitamine und bestimmte Aminosäuren (L-Cystein) stärken die Haarwurzeln und regen die Bildung neuer Haarzellen an.
Das Risiko für die Entstehung einiger Formen von Haarausfall kann durch eine bewusste Ernährung mit allen essenziellen Vitaminen und Mineralstoffen gesenkt werden. Auch ausreichend Schlaf und die Vermeidung von Stress kann zu widerstandsfähigem und kräftigem Haar beitragen. Außerdem kann eine schonende Haarpflege die Gefahr von Haarverlust mindern.
Eine ausreichende Zufuhr dieser Nährstoffe kann das Haarwachstum unterstützen. Bestimmte natürliche Wirkstoffe wie Miliacin aus Goldhirse , Cystin oder Biotin werden oft mit gesundem Haarwachstum in Verbindung gebracht. Viele Frauen berichten von positiven Erfahrungen mit diesen Ergänzungen, auch wenn wissenschaftliche Studien hierzu rar sind [11].
Für gesundes und kräftiges Haar braucht der Körper:
Hier ist eine Tabelle, die die wichtigsten Nährstoffe und ihre Quellen zusammenfasst:
| Nährstoff | Lebensmittelquellen |
|---|---|
| Zink | Vollkornprodukte, Milchprodukte, Fleisch (Schwein, Rind, Geflügel) |
| Kupfer | Nüsse, Hülsenfrüchte, Innereien, Getreide |
| Selen | Fisch, Fleisch, Pilze, Nüsse |
| Biotin | Innereien, Sojabohnen, Milchprodukte, Haferflocken |
| Eisen | Fleisch, Obst, Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchte |
Frauen können Hausmittel oder homöopathische Mittel neben den Medikamenten ausprobieren. Einige schwören auf homöopathische Globuli gegen Haarausfall bei Frauen. Deren Wirkung ist aus wissenschaftlicher Sicht aber nicht belegt.
Daneben gibt es einige Hausmittel, die dabei helfen können, Ihre Haarpracht zu erhalten und zu stärken, zum Beispiel gelten Brennnessel, Apfelessig oder Zwiebelsaft als gut fürs Haar. Oft ist die wissenschaftliche Datenlage bezüglich der Wirksamkeit von Hausmitteln aber dünn.
Es gibt professionelle Haarpflege-Marken wie Kérastase, Nioxin oder Plantur 39, die den Spagat zwischen Anti-Haarausfall-Wirkung und Wellness-Effekt bei ihren Shampoos schaffen:
Auch Kopfmassagen sind empfehlenswert, um das Haarwachstum anzuregen und so Haarausfall zu vermeiden. Dafür gibt es eigene Kopfmassagebürsten wie die Tangle Teezer Scalp Brush oder die Olivia Garden Bamboo Touch Massagebürste.
Es gibt (noch) kein Wundermittel, das mit einer Anwendung die Haare vor Haarausfall schützt. Jedoch hilft es wirklich, wenn man die Pflegeprodukte nach den Empfehlungen des Herstellers konsequent über einen längeren Zeitraum verwendet. Nur dann kann sich der Haarverlust definitiv bessern und die Haare werden kräftiger als vor der Anwendung.
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