Mittel gegen Haarausfall bei Männern: Test und Vergleich

Viele Männer, aber auch Frauen, leiden unter Haarausfall. Mittel, die dagegen helfen sollen, gibt es viele. Der Haaransatz über den Schläfen weicht immer weiter zurück und auch am Hinterkopf dünnt es aus - obwohl Haarausfall selten ein Zeichen einer Krankheit ist, stellt er für viele Menschen ein ernsthaftes Problem dar und führt sie manchmal zu zweifelhaften Methoden. Aus wissenschaftlicher Perspektive sind jedoch die meisten Produkte fragwürdig.

Es existieren bereits zahlreiche Produkte, die versichern, Haarverlust zu bekämpfen oder das Haarwachstum zu fördern. Die Palette dieser Erzeugnisse ist umfangreich: Sie reicht von Shampoos und Lotionen bis hin zu Tabletten. Viele dieser Artikel sind frei erhältlich und in jedem Drogerieladen zu finden.

Die Stiftung Warentest hat zehn rezeptfreie und rezeptpflichtige Mittel bewertet, darunter Lösungen und Schäume zum Auftragen sowie Tabletten zum Einnehmen. Für die Bewertung sichteten Arzneimittel-Expertinnen und -Experten Untersuchungen zu Wirksamkeit und Risiken der verwendeten Wirkstoffe.

Anlagebedingter Haarausfall - in der Fachsprache androgenetische Alopezie - ist die häufigste Form des Haarverlusts. Dabei reagieren die Haarfollikel empfindlich auf männliche Geschlechtshormone.

Wer Haarausfall stoppen will, sollte zunächst die Ursache aufspüren. Neben anlagebedingtem Haarausfall können auch Krankheiten, Medikamente, Hormonschwankungen während der Wechseljahre, Mangelernährung oder Stress Auslöser sein. Diese Haarverluste sind oft vorübergehend, der Haarwuchs stellt sich irgendwann wieder ein.

Auch bei Frauen kann mit zunehmendem Alter das Haar lichter werden. Da mit dem Klimakterium Estrogen fehlt, führt Dihydrotesteron wie bei Männern zu einem verstärkten Haarausfall.

Achtung: Eine ärztliche Beratung empfiehlt sich besonders bei kreisrundem und diffusem Haarausfall.

Ursachen und Formen von Haarausfall

Täglich fallen Haare aus. Wenn es aber über längere Zeit mehr als hundert pro Tag sind, kann es sich um androgenetische Alopezie handeln.

Nach Angaben des Deutschen Endokrinologischen Versorgungszentrums handelt es sich sowohl bei Männern als auch Frauen in 95 Prozent der Fälle um eine androgenetische Alopezie, also einen erblich bedingten Haarausfall. Dahinter steckt eine Überempfindlichkeit des Haarfollikels auf Dihydrotestosteron (DHT), eine aktive Form des männlichen Sexualhormons Testosteron. DHT lässt den Follikel und die darunterliegenden Blutgefäße verkümmern und verschlechtert so die Nährstoffversorgung der Haare.

Verschiedene Autoimmunerkrankungen können ebenfalls zu Haarausfall führen. Am wichtigsten ist hier der kreisrunde Haarausfall, auch Alopecia areata genannt. Man erkennt ihn an kreisrunden, komplett kahlen Stellen auf der Kopfhaut. Er kann behandelt werden oder sistiert spontan - allerdings treten häufig Rezidive auf.

Diffuser Haarausfall führt zu insgesamt ausgedünntem Haar, teils lokal betont.

Bewertung von Mitteln gegen Haarausfall durch Stiftung Warentest

Stiftung Warentest hat für stern.de die freiverkäuflichen Präparate unter die Lupe genommen und bewertet. Das ernüchternde Ergebnis: Ohne Einschränkung ist kein Wirkstoff zu empfehlen. Am ehesten helfen noch Produkte mit Minoxidil.

In dem kurzen Beitrag in der aktuellen Ausgabe des Magazins »test« bewertet Stiftung Warentest fünf verschiedene Wirkstoffe beziehungsweise Wirkstoffkombinationen nach Studienlage. Ergänzende Labortests wurden nicht durchgeführt.

Als „wenig geeignet“ stuft Stiftung Warentest topische Mittel mit Estradiol-Varianten ein (17-alpha-Estradiol, Estradiol plus Fluprednidenacetat sowie Estradiolbenzoat plus Prednisolon und Salicylsäure).

Ebenfalls zweifelhaft über die Laborwirkung hinaus sei der Nutzen von Koffein-haltigen Shampoos und Lösungen sowie anderer natürlicher Inhaltsstoffe wie Keratin, Aloe vera, Kieselerde und Ginseng.

Tipp: Die Stiftung Warentest bewertet regelmäßig Medikamente, von Mitteln bei Prostatavergrößerung über Beruhigungsmittel bis zu Antibiotika.

Die Mittel bei Haarausfall im Test basieren auf diesen Wirkstoffen:

  • Minoxidil
  • Finasterid
  • 17-alpha-Estradiol
  • Estradiol + Fluprednidenacetat
  • Estradiolbenzoat + Prednisolon + Salicylsäure

Das Ergebnis? Ernüchternd. Denn keins der Mittel bringt verlorene Haare zurück.

Minoxidil

»Mit Einschränkung geeignet« seien Minoxidil (Regaine® als Schaum oder Lösung) für Männer und Frauen. Sie sind zugelassen beim erblich bedingten Haarausfall (androgenetische Alopezie).

Minoxidil gilt als der bisher wirksamste Wirkstoff gegen erblich bedingten Haarausfall. In "Regaine Männer" sind 5 Prozent davon enthalten. Der Schaum muss zweimal täglich auf die Kopfhaut aufgetragen werden.

Ursprünglich war Minoxidil ein Medikament gegen Bluthochdruck, bei dem ein verstärktes Haarwachstum als Nebeneffekt bemerkt wurde. In der Folge untersuchten Wissenschaftler, ob sich der aktive Bestandteil als topische, externe Therapie gegen Haarverlust eignet - mit positiver Resonanz.

Der Wirkstoff Minoxidil stoppt den Haarausfall effektiv und regt neuen Wachstum an.

Minoxidil kann den Haarausfall verlangsamen, sodass sich eine Glatze nur verzögert ausbildet und regt zudem den Haarwuchs wieder an. Ein kosmetisch akzeptables Ergebnis findet sich allerdings nur bei etwa 10 bis 20 von 100 Behandelten. Wird das Mittel weggelassen, setzt der Haarausfall unvermindert wieder ein.

Minoxidil: Unsere Erfahrungen zeigen, dass das Medikament im ersten Jahr der Einnahme eine Wirkung zeigt. Jedoch zeigt sich bei etwa 90% unserer Patienten nach etwa einem Jahr ein starker Wirkungsabfall und der Haarausfall schreitet weiter voran. Der Effekt von Minoxidil ist folglich nur von kurzfristiger Dauer und nicht nachhaltig. In der Anfangsphase der Einnahme gehen einige Haare von der Ruhephase in die Wachstumsphase über, sodass der Patient zunächst das Gefühl bekommt, das Haarwachstum trete wieder ein. Allerdings setzt nach ca. 1 Jahr der normale biologische Rhythmus des Haarzyklus wieder ein und der anfängliche scheinbare Effekt verpufft.

Falls Sie das Medikament dennoch ausprobieren sollten, empfehlen wir die Anwendung des Mittels in Schaumform, da die Lösung zu einer Irritation der Kopfhaut führen kann.

Wie wirkt der Wirkstoff? Der Wirkmechanismus von Minoxidil bei Haarausfall ist nicht genau bekannt. Möglicherweise wird die Haarwurzel besser durchblutet. Denkbar ist auch, dass die Neubildung von Blutgefäße gefördert wird, wodurch diese durchlässiger werden und mehr Wachstums-Faktoren im Gewebe vorhanden sind. Beides kommt auch dem Wachstum der Haarwurzel zugute.

Frauen sprechen nach diesen Ergebnissen besser auf den Wirkstoff an, bei ihnen genügen schon geringere Mengen an Minoxidil.

Nebenwirkungen von Minoxidil

Es kann jedoch zu Überempfindlichkeitsreaktionen der Kopfhaut kommen, in Form von “Shedding”. Dabei handelt es sich um schockartigen Haarausfall. Diese Nebenwirkung kann ca. 4-6 Wochen nach Beginn der Anwendung und nach abruptem Absetzen des Medikaments auftreten.

Bei etwa einem von hundert Behandelten kann die Haut an der Stelle, an der das Mittel aufgetragen wurde, jucken, schuppen, sich röten oder entzünden.

Minoxidil kann sich eventuell nachteilig auf Herz und Kreislauf auswirken, was insbesondere bei einer Langzeitbehandlung bedeutsam ist. Wenn das Mittel den Blutdruck senkt und Brustschmerzen, Schwindel, Schwächegefühl auftreten oder sich der Herzschlag beschleunigt, sollte die Behandlung abgebrochen werden.

Bei bis zu einem von 1000 Behandelten können sich auch an anderen Körperstellen vermehrt Haare bilden (zum Beispiel im Gesicht).

Eine weitere Nebenwirkung kann sein, dass bei Frauen eine vermehrte Gesichtsbehaarung ausgeprägt wird.

Minoxidil darf bei Männern nur im Alter zwischen 18 und 49 Jahren angewendet werden.

Minoxidil wird auch als blutdrucksenkendes Mittel eingesetzt. Wenn Sie es dafür bereits angewendet und nicht vertragen haben, sollten Sie es auch als Haarwasser nicht einsetzen.

Finasterid

Als »mit Einschränkung geeignet« stuft Stiftung Warentest den 5α-Reduktase-Hemmer Finasterid in Tablettenform (Propecia® und Generika) für Männer ein. Sie sind zugelassen beim erblich bedingten Haarausfall (androgenetische Alopezie).

Neben Minoxidil kann Stiftung Warentest auch Finasterid gegen Haarausfall empfehlen. Der Wirkstoff ist nur für Männer zugelassen, bei Frauen zeigt er keinen Effekt. In höherer Dosierung wird er auch in Medikamenten gegen Prostatabeschwerden eingesetzt.

Es hemmt die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT).

Mittel mit diesem Wirkstoff sind rezeptpflichtig, etwa Finasterid Aurobindo oder Propecia. Die Tabletten wirken gegen Haarausfall, indem sie ein Enzym hemmen, das Testosteron in Dihydrotestosteron umwandelt. So bewirkt Finasterid, dass das Hormon nicht in die Haarfollikel eindringt und diese schrumpfen lässt. Indem es bestehende Follikel stabilisiert, soll das Mittel den Haarausfall verlangsamen und zudem den Haarwuchs anregen - allerdings erst nach mehreren Monaten der Anwendung.

Finasterid: Wir beobachten bei unseren Patienten unter Einnahme von Finasterid einen guten Effekt gegen erblich bedingten Haarausfall bei Männern. Allerdings erleiden etwa 10 -15% unter Einnahme des Medikamentes mittlere bis starke Nebenwirkung, wie bereits beschrieben.

Nebenwirkungen von Finasterid

Die wichtigsten Nebenwirkungen dieses DHT-Blockers sind depressive Verstimmungen sowie Störungen der Libido und Potenz.

Inzwischen weiß man, dass Finasterid eine Reihe von Nebenwirkungen hervorrufen kann. Zu den häufigsten gehören sexuelle Störungen wie Libidoverlust und Erektionsprobleme, besonders in der Anfangszeit der Anwendung. Bei einer von hundert Personen kann es zudem zu einer Brustvergrößerung und Ejakulationsstörungen kommen.

Selbst auf die Psyche kann sich Finasterid auswirken: Eine Untersuchung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) hat ergeben, dass Anwender der Tabletten Depressionen und suizidale Gedanken entwickeln können. Von den über 300 registrierten Fällen hat den Angaben nach ein Großteil der Betroffenen eine Tagesdosis von einem Milligramm eingenommen.

Die EMA ist jedoch der Ansicht, dass der Nutzen des Wirkstoffs die möglichen Risiken überwiegt - allerdings nur bei einer korrekten Einnahme und ausreichenden ärztlichen Aufklärung.

Weitere Mittel und Wirkstoffe

Shampoos gegen Haarausfall

Es gibt verschiedene Shampoos und Tinkturen gegen Haarausfall, die in der Apotheke oder im Supermarkt erhältlich sind. Beliebt sind Shampoos, die Koffein enthalten, zum Beispiel Alpecin oder Plantur 39. Koffein soll die Haarwurzeln stärken und die Wachstumsphase der Haare verlängern.

Shampoos oder Tinkturen mit Alfatradiol (zum Beispiel Ell-cranell) sind ebenfalls auf dem Markt erhältlich. Durch die lokale Anwendung haben sie in der Regel keine systemischen Nebenwirkungen.

Zusätzlich gibt es verschiedene Öle und Tinkturen, meist mit natürlichen Inhaltsstoffen wie Basilikum, Thymian oder Bambus, die auf die Kopfhaut aufgetragen werden können.

Allerdings erwähnen die Tester nicht die neuesten zugelassenen Mittel, die Januskinase-Hemmer. Sie sind nicht für den erblich bedingten, sondern für autoimmun bedingten Haarausfall, den kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata), zugelassen. Zunächst wird topisch oder intrakutan mit Glucocorticoiden behandelt oder auch auch off Label mit den Immunsuppressiva Methotrexat und Ciclosporin. Für fortgeschrittene Stadien ist seit 2022 der Januskinase-Hemmer Baricitinib (Olumiant®) zugelassen.

Nahrungsergänzungsmittel

Leiden Sie an diffusem Haarverlust, besteht häufig ein Mangel an Vitaminen. Männern empfehlen wir, zunächst mit einer Biotin- oder Aminosäurekur zu starten. Top: Eine gute Versorgung der Haarwurzeln kann zukünftigen Haarausfall vorbeugen und festigen Sie Ihre Haarstruktur. Mit Biotin oder auch Zink und Folsäure stärken Sie die Haare von innen - dann ist die äußere Therapie bald vielleicht sogar nicht mehr notwendig.

Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen ist nur dann sinnvoll, wenn auch ein nachgewiesener Mangel eines Nährstoffs besteht. Manche Mittel können jedoch auch gefährlich werden, wenn man sie im Übermaß zu sich nimmt. Dazu gehören zum Beispiel Eisenpräparate. Auch manche Vitamine können im Überschuss zu einer Vitaminvergiftung führen, weil sie fettlöslich sind und sich daher im Körper einlagern.

Auch wenn man einen Nährstoffmangel eher in ärmeren Ländern erwartet, gehört er auch in Deutschland zu einer der wichtigsten Ursachen für Haarausfall. Vor allem Eisenmangel ist ein sehr häufiger Grund. Manche Menschen nehmen durch ihre Ernährung bestimmte Nährstoffe nicht ausreichend auf, zum Beispiel Vegetarier und Veganer. Andere haben einen deutlich erhöhten Bedarf, weil sie viele Nährstoffe benötigen, wie beispielsweise Sportler oder Schwangere.

Ist ein Nährstoffmangel die Ursache von Haarausfall, kann nach dem Ausgleichen des Mangels das Haarwachstum wieder normal einsetzen. Es kann das richtige Haarausfall Mittel sein, sollte aber nur nach Bestätigung des Mangels genutzt werden.

Unser Rat an Sie: Eine zielgerichtete Therapie bedarf einer eingehenden Diagnostik, daher sollten vor jeder Einnahme von Vitaminen und sonstigen Spurenelementen eine Blutuntersuchung durch den Arzt veranlasst werden. Erst bei bestätigten Mängeln, sollten die fehlenden Substanzen ausgeglichen werden.

Pflanzliche Wirkstoffe

Wenn Sie die Finger lieber erstmal von chemischen Wirkstoffen lassen wollen, gibt es auch einige Alternativen, die auf pflanzlicher Basis wirken. Besonders bewährt hat sich der Inhaltsstoff Rosmarin, der als ätherisches Öl oder in einem Tonikum eingesetzt wird. Durch die durchblutungsfördernde Wirkung von Rosmarin werden die Haarfollikel besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.

Unser Rat an Sie: Einige Pflanzliche Mittel sind aufgrund von ihrer durchblutungsfördernden bzw. antientzündlichen Wirkung empfehlenswert. Die Kopfhautmassage ist primär gut zur Entspannung und kann nützlich sein, wenn Stress eine der Ursachen für Haarausfall ist. Außerdem wird die Durchblutung der Kopfhaut angeregt, wodurch die Haarwurzeln besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden können. Das kann unterstützend zur Kräftigung der Haare beitragen.

Hausmittel

Verschiedene Hausmittel gegen Haarausfall werden ebenfalls empfohlen. Beliebt sind hier insbesondere Apfelessig, Brennnesselextrakt, Kokosöl, Kaffee, Bier oder Arganöl. Was alle diese Mittel gemeinsam haben: Ein wissenschaftlich erwiesener Nutzen gegen Haarausfall besteht nicht. Dennoch können Sie damit ihren Haaren etwas Gutes tun. Sie können das Haar kräftiger und geschmeidiger machen und das Auftreten von Haarbruch und Spliss verringern.

Wer zusätzlich von Innen noch etwas für sich tun möchte: Haferflocken sollten regelmäßig im Speiseplan auftauchen, da sie viele für das Haarwachstum wichtige Nährstoffe enthalten. Da es sich allesamt um natürliche Mittel handelt, sind keine Nebenwirkungen zu erwarten.

Homöopathie

Aus der Alternativmedizin gibt es auch einige homöopathische Mittel, die gegen Haarausfall empfohlen werden. Dazu gehören Globuli mit Calcium Fluoratum, Deplhinium Staphisagria oder Selenium. Gegen kreisrunden Haarausfall soll Barium Carbonicum helfen, gegen Haarausfall in den Wechseljahren Sepia.

Weitere Maßnahmen gegen Haarausfall

Schon kleine Maßnahmen im Alltag können der Haargesundheit zuträglich sein und das Haar kräftigen. Wird der Haarausfall stärker, können Medikamente oder spezielle Therapien helfen.

Richtige Frisur und Haarpflege

Sogar die falsche Frisur kann zu Haarausfall führen. Dabei kommt es durch eine hohe Zugbelastung zu einem Ausfallen der Haare. Gefährdet sind vor allem Mädchen und Frauen, die häufig straffe Pferdeschwänze, Dutts oder Flechtfrisuren tragen. Aber auch enge Kopfbedeckungen können die Haarwurzeln schädigen wie Stirnbänder, Kopftücher oder Helme. Es kommt zu einem Haarausfall vor allem am Haaransatz an der Stirn und den Schläfen. Durch lockere Frisuren oder offene Haare lässt sich die Traktionsalopezie vermeiden.

Auch verschiedene Stylingprodukte und -methoden können das Haar stark beanspruchen. Vor allem Färben, Tönen oder Bleichen gehört dazu, ebenso ein heißer Fön, Glätteisen oder Lockenstab.

Andererseits kann die richtige Frisur verstärkten Haarausfall gut kaschieren und das Haar voller wirken lassen. Bestimmt kann Ihr Friseur Ihnen helfen, den für Sie passenden Schnitt zu finden, um das noch vorhandene Haar schön zu präsentieren und von den lückenhaften oder dünner werdenden Stellen abzulenken.

Unser Rat an Sie: Das Tragen von Extensions als modisches Accessoires, sei es an Wimpern oder Kopfhaaren, führt unausweichlich zu einer Entzündungen der Haarfollikel und permanentem Haarausfall.

Sport und Stressabbau

Sport kann einen wichtigen Beitrag zur Haargesundheit leisten. Die stressreduzierende Wirkung des Sports senkt den Spiegel an Stresshormonen im Blut, die das Haar dünn und spröde machen können. Außerdem wird neben dem restlichen Körper auch die Kopfhaut besser durchblutet, wodurch Sauerstoff und Nährstoffe besser zu den Haarwurzeln gelangen können. Das Schwitzen beim Sport bewirkt, dass die Poren gereinigt und Toxine ausgeschwemmt werden.

Die stressreduzierende Wirkung von Sport kann sich auch günstig auf Autoimmunerkrankungen wie den kreisrunden Haarausfall auswirken, da sich diese Krankheiten durch Stress verschlimmern können. Besonders gut tun Yoga oder Ausdauersportarten wie Laufen, Fahrradfahren oder Schwimmen.

Als alleinige Therapie hilft Sport als Mittel gegen Haarausfall nicht, kann jedoch unterstützend wirken.

Unser Rat an Sie: Sport sollte im Rahmen der körperlichen Ertüchtigung einen Ausgleich bringen, den Körper aber nicht zu sehr strapazieren.

Gesunde Ernährung

Gesunde Ernährung ist ein wichtiger Faktor für die Haargesundheit. Durch die Ernährung nimmt der Körper Vitamine, Nährstoffe und Spurenelemente auf, die für ein gutes Haarwachstum wichtig sind. Fehlen diese Stoffe, wird das Haar schnell dünn, brüchig oder fällt aus. Besonders betroffen sind Menschen mit Essstörungen, Vegetarier oder Veganer.

Insbesondere verschiedene Vitamine und Eisen sind wichtig für das Haarwachstum.

Es gibt einige Autoimmunerkrankungen, die mit Haarausfall einhergehen oder sogar Haarausfall als Hauptsymptom haben (wie der kreisrunde Haarausfall). Da sich diese Erkrankungen je nach Ernährung verschlechtern können, wird vor allem im alternativmedizinischen Bereich eine entzündungshemmende Ernährung für Betroffene empfohlen. Als entzündungsfördernd und damit nicht empfehlenswert gelten Lebensmittel mit viel Zucker oder Weizen sowie künstlichen Farb- und Aromastoffen.

Unser Rat an Sie: Eine ausgeglichenen Ernährung ist gut und wichtig.

Haartransplantation

Die Haartransplantation ist aus medizinischer Sicht das Ultima Ratio, also der letzte Ausweg. Es geht nicht darum den Haarausfall zu stoppen, sondern nur um eine Umverteilung von Haaren. Daher ist der Haarausfall vorher zwingen zu behandeln, mit effektiven Therapieformen. Spenderhaare sind in der Anzahl limitiert und eine misslungene Haartransplantation lässt sich nur bedingt korrigieren. Daher sollten keine Experimente mit unerfahrenen Anbietern und Billiganbietern im Ausland gewagt werden.

Zusammenfassung

Als wichtigsten Punkt lässt sich festhalten: Ob ein Mittel gegen Haarausfall wirkt, hängt davon ab, ob die richtige Ursache gefunden wurde. Jedes Medikament und jede Therapie kann nur wirksam sein, wenn es für die vorgesehene Ursache eingesetzt wird. So lässt sich zum Beispiel eine Pilzinfektion der Kopfhaut nicht mit Antibiotika behandeln, ein Medikament gegen kreisrunden Haarausfall wird in der Regel nicht gegen erblich bedingten Haarausfall helfen.

Auch das beste Mittel gegen Haarausfall hilft nicht, wenn es für die falsche Indikation eingesetzt wird. Teilweise gibt es sogar verschiedene Kombinationen an Ursachen eines Haarverlusts. Das macht die Behandlung nochmals komplexer und sollte nur gemeinsam mit einem Experten angegangen werden.

Neben der spezifischen Therapie ist es immer empfehlenswert, allgemeine Maßnahmen wie gesunde Ernährung, Sport oder eine sanfte Haarpflege zu berücksichtigen, um die Haargesundheit weiter zu unterstützen.

Ein Wundermittel, das jede Form von Haarverlust zuverlässig behebt, gibt es leider noch nicht.

Das Wichtigste für eine erfolgversprechende Therapie gegen Haarausfall ist es, die richtige Ursache zu finden und diese spezifisch zu therapieren. Dabei kann Ihnen zum Beispiel der Hausarzt, Dermatologe oder Haarchirurg helfen.

Für Sie als Patient ist es fast unmöglich, den Überblick über alle Therapieoptionen und Mittel gegen Haarausfall zu behalten. Deshalb wenden Sie sich frühzeitig an einen Experten für Haarausfall-Behandlungen in Berlin, zum Beispiel an das Zentrum für moderne Haartransplantation in Berlin.

Wir finden die für Sie individuell am besten passenden Therapieoptionen. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht. Wir beraten Sie zu bewährten und innovativen Haarausfall-Mitteln und finden die optimale Lösung für Sie.

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