Haarausfall bei Männern: Der Zusammenhang mit Testosteron

Haarausfall ist ein weitverbreitetes Problem, das sowohl Männer als auch Frauen betrifft. Nicht nur für Frauen ist es ein Attraktivitätsfaktor, sondern auch für Männer. Geheimratsecken, Glatzenbildung, Haarkranz - diese Themen beunruhigen viele Männer deshalb verständlicherweise. Oft wird Testosteron als der Hauptschuldige für den Verlust der Haare betrachtet. Doch wie viel Wahrheit steckt hinter dieser Annahme?

In diesem Beitrag wollen wir Licht ins Dunkel bringen und einige der am häufigsten gestellten Fragen rund um Testosteron und Haarausfall klären.

Haarausfall ist ein Thema, das viele Menschen beschäftigt und oft zu Verunsicherung führt. Ein weit verbreiteter Mythos besagt, dass Testosteron für den Verlust unserer Haarpracht verantwortlich ist. Doch was ist dran an dieser Behauptung?

Es ist ein Mythos, dass Männer mit Glatze übermäßig viel Testosteron in sich haben. Das männliche Geschlechtshormon hat aber dennoch etwas mit den Haaren zu tun.

Was ist Testosteron?

Testosteron, ein männliches Sexualhormon, spielt eine entscheidende Rolle bei vielen Körperfunktionen. Es beeinflusst das Wachstum von Muskeln, Knochen und sogar die Stimmung. Testosteron ist ein Hormon, das sowohl bei Männern als auch bei Frauen vorkommt, jedoch in wesentlich höheren Mengen bei Männern produziert wird. Bei Männern werden kleine Mengen bereits direkt im Hoden produziert. Der Großteil entsteht bei Ihnen direkt an den Zielzellen.

Die Wirkungen von Testosteron und DHT sind gleich: Sie dienen der Entwicklung eines männlichen Embryos und in der Pubertät der Entwicklung vom Jungen zum Mann.

Androgene kommen nicht nur im männlichen Körper vor, auch für Frauen sind sie wichtig. Sie sind jedoch in deutlich geringerer Konzentration im Blut enthalten. Bei der Frau spielen sie eine andere, aber ebenso wichtige Rolle. Sie dienen als Vorstufe für die Synthese weiblicher Geschlechtshormone. So dient Testosteron nicht nur als Vorstufe für DHT, sondern ist auch ein Prohormon des weiblichen Geschlechtshormons Estradiol.

Weil der Metabolit DHT eine höhere Affinität zu Androgenrezeptoren aufweist als Testosteron, kann es effektiver wirken.

Bei manchen Menschen kommt es vor, dass die Konzentration von DHT im Blut zu hoch ist. Das passiert zum Beispiel bei einer angeborenen Hyperplasie der Nebennierenrinde oder Tumoren der Nebennieren und Eierstöcke sowie Hodentumoren. Bei Frauen kann ein Syndrom der polycystischen Ovarien (PCO-Syndrom) zu einem erhöhten Testosteronspiegel im Blut führen.

Es gibt auch Erkrankungen, bei denen der DHT-Spiegel im Blut zu niedrig ist. Oft äußert sich dies in nicht vollständig ausgebildeten männlichen Geschlechtsorganen, Störungen der Libido oder Impotenz. Häufigste Störungen sind der Pseudohermaphroditismus masculinus oder ein Klinefelter-Syndrom.

Viele Menschen glauben, dass ein hoher Testosteronspiegel direkt zu Haarausfall führt. Tatsächlich ist dies jedoch nicht ganz korrekt.

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Die Rolle von Dihydrotestosteron (DHT)

DHT ist ein Androgen, das aus Testosteron abgeleitet wird. Es spielt eine zentrale Rolle in der Entwicklung männlicher Merkmale und hat einen erheblichen Einfluss auf das Haarwachstum. Dihydrotestosteron (abgekürzt auch DHT) ist ein Zwischenprodukt des Hormons Testosteron und kommt im männlichen wie auch Weiblichen Körpern vor. Es ist die aktivste Form des männlichen Sexualhormons.

Der eigentliche Übeltäter ist ein Derivat von Testosteron namens Dihydrotestosteron (DHT). DHT entsteht, wenn Testosteron durch das Enzym 5-Alpha-Reduktase umgewandelt wird. Es ist dieses DHT, das an den Haarfollikeln anhaftet und diese schrumpfen lässt, was letztendlich zu Haarausfall führt.

Die Umwandlung von Testosteron in DHT erfolgt durch das Enzym 5-Alpha-Reduktase.

Obwohl beide Stoffe für die gleichen Funktionen zuständig sind, unterscheidet sich ihre Wirkung von einander.

Dihydrotestosteron (DHT) spielt eine wichtige Rolle als männliches Geschlechtshormon. Durch eine erblich bedingte Überempfindlichkeit der Haarwurzeln kann es aber auch zu Haarausfall führen - bei Männern wie Frauen.

Das Hormon Dihydrotestosteron befindet sich regulär auch in der Kopfhaut. Bei Patienten mit erblich bedingtem Haarausfall bindet sich zu viel DHT an die Androgenrezeptoren oder es ruft eine zu starke Wirkung hervor. Die Blutgefäße in der Kopfhaut werden reduziert, woraufhin die Haarwurzel nicht mehr richtig mit Nährstoffen versorgt wird.

Es gibt zwei Hauptgründe, weshalb bei manchen Menschen die androgenetische Alopezie ausgelöst wird: Eine große Anzahl an DHT-empfindlichen Rezeptoren an der Kopfhaut oder eine lokale Überexpression des Enzyms 5-alpha-Reduktase.

In den Haarfollikeln bindet sich DHT an Androgenrezeptoren, was eine Verkürzung der Wachstumsphase (Anagenphase) der Haare zur Folge hat. Diese Phase ist normalerweise für das aktive Haarwachstum verantwortlich. Wenn DHT die Wachstumsphase verkürzt, führt dies zu einer Verlängerung der Ruhephase (Telogenphase), wodurch die Haarfollikel allmählich verkleinert werden. Dies bedeutet, dass die neuen Haare, die nach der Telogenphase wachsen, dünner und kürzer sind.

Die Anfälligkeit der Haarfollikel gegenüber DHT variiert je nach genetischer Veranlagung. Personen mit einer höheren Sensibilität gegenüber DHT sind stärker von androgenetischer Alopezie betroffen.

Bei genetisch bedingtem Haarausfall entwickeln die Haarfollikel eine starke Empfindlichkeit auf Dihydrotestosteron, welches an sie gebunden ist. Während das Hormon das Haarwachstum der Körperbehaarung anregt, sorgt es bei den Haarwurzeln in der Kopfhaut für eine Verminderung der Haarproduktion. In der Folge geht die Bildung der Haarfasern zurück. Die Haare werden dadurch dünner und brüchiger, bis sie schließlich ganz ausfallen und keine Neubildung in den Follikeln mehr stattfindet.

Besonders mit zunehmendem Alter kann das Hormon deshalb zu lichterem Haar führen, erst recht wenn eine genetische Prädisposition für Haarausfall vorliegt.

Androgenetischer Haarausfall bei Männern

DHT hat eine zweischneidige Wirkung auf den menschlichen Körper. Während es in der Pubertät für die Entwicklung männlicher Merkmale wie Gesichts- und Körperbehaarung verantwortlich ist, kann es bei Erwachsenen, insbesondere bei genetisch veranlagten Personen, negative Auswirkungen auf das Kopfhaar haben.

Wer ist betroffen?

Genetische Veranlagung spielt eine entscheidende Rolle dabei, wie empfindlich die Haarfollikel einer Person auf DHT reagieren. Eine gesunde Ernährung ist aber in jedem Fall empfehlenswert, um der Haarwurzel genügend Nährstoffe für ein gutes Wachstum zu liefern. Erfahrungen zeigen, dass Crashdiäten oder sehr einseitige Ernährungsweisen tatsächlich einen diffusen Haarverlust provozieren können.

Im Laufe des Lebens leiden bis zu 80 Prozent aller Männer an erblich bedingtem Haarausfall. Diese auch als androgenetische Alopezie bezeichnete Störung ist die mit Abstand häufigste Ursache für übermäßigen Haarverlust. Die androgenetische Alopezie zeigt bei Männern ein charakteristisches Muster und ist dadurch eine klinische Blickdiagnose: Sie beginnt mit Geheimratsecken, dann lichten sich die Stirn und die Schläfen zunehmend. Auch am oberen Hinterkopf entsteht häufig eine kahle Stelle. Im Endstadium steht nur noch ein Haarkranz, der zwischen den Ohren über den Hinterkopf verläuft. Ein kompletter Haarverlust entsteht nur selten.

Weniger bekannt ist der erblich bedingte Haarausfall bei Frauen. Aber auch hier ist fast jede zweite Frau betroffen, wenn auch oft in geringerem Ausmaß. Bei Frauen kommt es meist primär zu einem Haarverlust im Bereich des Scheitels. Das Haar dünnt dort zunehmend aus und der Scheitel erscheint immer breiter.

Behandlungsmöglichkeiten bei Haarausfall

Die Behandlung der androgenetischen Alopezie zielt in erster Linie darauf ab, die Wirkung von Dihydrotestosteron (DHT) auf die Haarfollikel zu reduzieren und somit den Haarausfall zu verlangsamen oder sogar zu stoppen. Glücklicherweise gibt es verschiedene Ansätze, um dem Haarausfall entgegenzuwirken:

Es gibt wenige wirksame Mittel, die Männer bei Haarausfall anwenden können. Die evidenzbasierte (S3)-Leitlinie zur Behandlung der androgenetischen Alopezie bei Männern empfiehlt die Wirkstoffe Minoxidil und Finasterid.

Medikamente

Es gibt Medikamente wie Finasterid, die die Umwandlung von Testosteron in DHT blockieren können. Diese müssen jedoch regelmäßig eingenommen werden und können Nebenwirkungen haben.

  • Finasterid: Dieser Wirkstoff kann den Haarausfall über längere Zeit stabilisieren. Finasterid ist ein weiterer 5-alpha-Reduktase-Hemmer. Es wird systemisch als Tablette eingenommen und eigentlich zur Behandlung einer benignen Prostatahyperplasie (BPH) eingesetzt.
  • Minoxidil: In fünfprozentiger Lösung oder als Schaum kann er, zweimal täglich auf die Kopfhaut aufgetragen, Haare leicht nachwachsen lassen und den Verlauf des Haarausfalls abmildern. Minoxidil ist eigentlich ein Wirkstoff gegen Bluthochdruck.
  • Alfatradiol: Als medikamentöse Alternative kommt Alfatradiol in Betracht. Es hemmt die 5-alpha-Reduktase, die Testosteron in DHT umwandelt.
  • Dutasterid: Aus derselben Wirkstoffklasse kommt Dutasterid. Er ist jedoch in Deutschland nicht zur Behandlung von Haarausfall zugelassen und kann nur off-label verwendet werden.

Nebenwirkungen wie Kopfhautreizungen oder Verlust des sexuellen Antriebs sind je nach Wirkstoff ebenfalls möglich.

Redensyl

Redensyl ist ein innovativer Wirkstoff, der sich in der Bekämpfung von Haarausfall durch DHT zunehmend als vielversprechend erweist. Redensyl besteht aus pflanzlichen Wirkstoffen, synergistisch wirken, um die Haarfollikel zu revitalisieren und das Haarwachstum zu fördern. Redensyl zielt darauf ab, die Wachstumsphase (Anagenphase) der Haare zu verlängern und die Zellteilung der Haarfollikel zu fördern. Im Gegensatz zu DHT, das die Haarfollikel schrumpfen lässt, stärkt Redensyl die Follikel, erhöht die Haardichte und reduziert den Haarausfall.

Haartransplantation

Bei fortgeschrittenem Haarausfall kann eine Haartransplantation eine effektive Lösung sein. Eine Haartransplantation ist ein chirurgisches Verfahren zur Behandlung von Haarausfall, bei dem Haarfollikel von einem Spenderbereich des Körpers, in der Regel vom Hinterkopf oder den Seiten des Kopfes, in die kahlen oder dünner werdenden Bereiche transplantiert werden.

Für viele Betroffene stellt eine Haartransplantation eine dauerhafte Lösung dar. Verfahren wie FUE (Follicular Unit Extraction) und FUT (Follicular Unit Transplantation) haben sich bewährt und bieten natürliche Ergebnisse.

Im Zentrum für moderne Haartransplantation verwenden wir zur Haartransplantation die moderne I-FUE-Methode. I-FUE bedeutet Intermittend Follicular Unit Extraction. Dabei werden einzelne follikuläre Einheiten aus Bereichen dichten und gesunden Spenderhaars entnommen, meistens aus dem hinteren Kopfbereich. Nach nur kurzer Zwischenlagerung in einer Kochsalzlösung werden die Transplantate an die kahlen Stellen implantiert.

Es gibt verschiedene Methoden für die Haartransplantation. Welche die Beste für Sie ist, klären wir gerne in einem persönlichen Gespräch.

Da sie eine kosmetische Behandlung darstellt, müssen Männer die Transplantation genau wie die Haarwuchsmittel aus eigener Tasche bezahlen. Dabei haben sie die Wahl zwischen der günstigeren Streifentechnik oder der aufwendigeren Einzelhaartechnik. Bei beiden Transplantationsarten entnehmen Mediziner oder Medizinerinnen Haare vom Hinterkopf - die hier wachsenden Haare reagieren nicht empfindlich auf Hormone. Eingepflanzt auf dem Oberkopf wächst die Haarwurzel an.

Hier ist eine Tabelle, die die wichtigsten Unterschiede zwischen den beiden Haupttechniken der Haartransplantation zusammenfasst:

Technik Beschreibung Vorteile Nachteile
FUT (Follicular Unit Transplantation) Entnahme eines Hautstreifens mit Haarfollikeln, Zerlegung in einzelne Follikeleinheiten und Transplantation. Größere Anzahl von Transplantaten möglich, kostengünstiger. Hinterlässt eine lineare Narbe, längere Heilungszeit.
FUE (Follicular Unit Extraction) Einzelne Entnahme der Follikel direkt aus dem Spenderbereich und Transplantation. Keine lineare Narbe, schnellere Heilungszeit. Begrenzte Anzahl von Transplantaten, teurer.

Weitere Therapieansätze

  • PRP-Therapie: Dem betroffenen Patienten wird Blut entnommen und in einem speziellen Verfahren so aufbereitet, dass thrombozytenreiches Plasma gewonnen wird. Es wird in die Kopfhaut injiziert. Zusätzlich wird durch eine Neubildung von Kapillaren die Durchblutung der Kopfhaut gesteigert.
  • Low-Level-Laser-Therapie: Dabei wird die Kopfhaut mit einem medizinischen Laser behandelt. Die Durchblutung wird gesteigert, die Haare zu einem Übergang in die Wachstumsphase angeregt und die Wachstumsphase verlängert.
  • Stammzellentherapie: Dabei werden aus dem Unterhautfettgewebe des Patienten durch ein spezielles Aufbereitungsverfahren Stammzellen gewonnen. Diese werden in die Kopfhaut gespritzt und produzieren dort Wachstumsfaktoren, die das Haarwachstum anregen.
  • Mesotherapie: Dabei werden bestimmte Nährstoffe, Vitamine, Hyaluronsäure oder homöopathische Medikamente in die Kopfhaut eingebracht, um dort die Selbstheilungskräfte anzuregen.

Wenn DHT-Blocker nicht effektiv genug wirken oder um das Haar zusätzlich zu unterstützen, kann eine bio-regenerative Therapie zum Einsatz kommen.

Wer keine Präparate einnehmen möchte, kann sich für Haarersatzteile oder Halbperücken entscheiden - diese können in einem Haarstudio individuell auf den Kopf angepasst werden.

Zusätzlich wird durch eine Neubildung von Kapillaren die Durchblutung der Kopfhaut gesteigert.

Insbesondere im Anfangsstadium kann es helfen, den Speiseplan mit pflanzlichen DHT-Blockern anzureichern.

Nicht jeder kann sich gut mit dem Haarverlust und der anschließenden Leere auf dem Kopf abfinden. Eine Haartransplantation kann dann eine Lösung sein.

Viele Männer schämen sich wegen ihrer lichter werdenden Haare und verstecken die haarigen Überbleibsel unter Mützen, Kappen und Hüten.

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