Haarausfall kann viele Ursachen haben und oft von unangenehmen Empfindungen wie Kribbeln oder Schmerzen auf der Kopfhaut begleitet sein. Es ist wichtig, die verschiedenen Formen des Haarausfalls und ihre möglichen Auslöser zu kennen, um die richtige Behandlung zu finden.
Von diffusem Haarausfall spricht man, wenn sich das Haar auf dem Kopf insgesamt ausdünnt und die Kopfhaut stärker durchschimmert als üblich. Anzeichen dafür ist, dass täglich mehr als 100 Haare ausgehen. Mitunter macht sich der Haarausfall an den Schläfen, am Vorderkopf und im Scheitelbereich verstärkt bemerkbar. Anders als beim anlagebedingten oder kreisrunden Haarausfall bilden sich beim diffusen Haarausfall üblicherweise keine kahlen Stellen. Es passiert auch nicht, dass die Haare komplett ausfallen.
Die Ursachen für den Haarausfall sind sehr verschieden. So können zum Beispiel Hormonveränderungen, bestimmte Erkrankungen, Nährstoffmangel oder die Einnahme einiger Medikamente diffusen Haarausfall auslösen. Manchmal lässt sich auch kein Auslöser finden.
Für gewöhnlich beginnt der Haarausfall zwei bis drei Monate nach dem auslösenden Ereignis. Bis die Haare wieder sichtbar nachgewachsen sind, dauert es zwischen sechs bis zwölf Monaten. Manchmal kann es passieren, dass der Haarausfall vier bis sechs Monate oder länger anhält.
Haare durchlaufen einen Lebenszyklus. Zunächst wachsen sie, dann ruhen sie und schließlich fallen sie aus. Die Haare durchlaufen diese Phasen zu unterschiedlichen Zeiten. Normalerweise befinden sich circa 10 Prozent aller Kopfhaare in der Ruhephase. Beim diffusen Haarausfall betrifft das bis zu 35 Prozent.
Es gibt verschiedene Faktoren, Einflüsse und Erkrankungen, die diffusen Haarausfall auslösen können. Bei einem Teil der betroffenen Menschen ist die Ursache unklar.
Findet man den Auslöser für den diffusen Haarausfall und kann ihn beheben, wachsen die Haare innerhalb eines halben bis ganzen Jahres nach.
Um diffusen Haarausfall festzustellen, sind ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung wichtig.
Bei Menschen, die natürlicherweise fülliges Haar haben, ist ein diffuser Haarausfall häufig nicht zu erkennen. Es kann daher hilfreich sein, zum Besuch bei der Ärztin oder dem Arzt Vorher-Nachher-Fotos mitzunehmen.
Im Gespräch wird die Ärztin oder der Arzt verschiedene Fragen zur Lebenssituation, Ernährungsgewohnheiten und zur Krankengeschichte stellen. Dabei geht es zum Beispiel darum herauszufinden, ob man:
Die Ärztin oder der Arzt untersucht die Haare, die Kopfhaut und die Nägel. Außerdem prüft sie oder er eventuell mit einem Zupftest, ob es sich um einen aktiven Haarausfall handelt. Zusätzlich lässt sich mit einem Trichogramm bestimmen, wie viele Haare sich im Ausfall-Stadium befinden.
Besteht der Verdacht, dass ein Mangel an Mineralstoffen wie Eisen oder eine Schilddrüsen-Erkrankung den Haarausfall ausgelöst hat, helfen Blutuntersuchungen weiter.
Möchte der Arzt oder die Ärztin den Haarausfall von anderen Formen abgrenzen, kann eine Untersuchung mit dem Auflichtmikroskop (Dermatoskop) sinnvoll sein.
Ist trotz eines ausführlichen Gesprächs und einer genauen Untersuchung der Kopfhaut die Diagnose unklar, kann die Entnahme von Gewebe (Biopsie) manchmal weiterhelfen.
Um diffusen Haarausfall behandeln zu können, ist es wichtig, den Auslöser zu finden und zu beseitigen. Welche Therapie zum Einsatz kommt, richtet sich immer nach der jeweiligen Ursache:
Manche Ärztinnen und Ärzte verschreiben Minoxidil-Präparate zum Auftragen auf die Haut oder zum Einnehmen. Dieser Wirkstoff kommt vornehmlich beim anlagebedingten Haarausfall zum Einsatz. Ob er auch bei diffusem Haarausfall hilft, ist nicht ausreichend wissenschaftlich belegt.
Eigenhaar zu verpflanzen, ist bei Menschen mit diffusem Haarausfall keine geeignete Maßnahme. Manchmal lässt sich diffuser Haarausfall durch Hairstyling kaschieren.
Wer sich mit Haarverlust unwohl fühlt, kann ihn auf verschiedene Weise verbergen (kaschieren). Belastet der Haarausfall sehr stark, ist es sinnvoll, sich zusätzlich an eine Psychotherapeutin oder einen Psychotherapeuten zu wenden.
Manche Menschen mit Haarausfall entscheiden sich dafür, ein Kopftuch, eine Mütze oder einen Hut zu tragen. Andere fühlen sich wohler damit, den Haarausfall mit einem Haarteil oder einer Perücke zu kaschieren.
In manchen Fällen - etwa bei Haarausfall aufgrund einer Chemotherapie - trägt die Krankenkasse die Kosten für den Haarersatz.
Kribbeln, Brennen, Spannen und Schmerzen an Kopfhaut und Haarwurzeln, das sind die typischen Missempfindungen der Trichodynie, die auch als Kopfhautschmerz bezeichnet wird. Betroffen sind Männer und Frauen gleichermaßen. Für diese schmerzhaft, irritierenden Phänomene sind allerdings meistens keine schlüssigen Erklärungen zu finden, eine krankhafte Veränderung an der Kopfhaut liegt bei den meisten Betroffenen nicht vor.
Berichte von Betroffenen weisen darauf hin, dass lang anhaltende Belastung, Stress oder Phasen höchster Konzentration durch aus als Ursache in Betracht kommen. Denn diese Faktoren können zu einer starken Verspannung der über den oberen Schädel verlaufenden Muskulatur führen. Der menschliche Schädel ist von Sehnen- und Muskelsträngen umspannt. Außerdem verläuft ein astartiges Geflecht von feinen Blutgefäßen über dem Schädel, das die Muskulatur, die Haut und die Haarfollikel mit Blut und Nährstoffen versorgt.
Welche Auswirkungen Verspannungen, Stress und Belastungssituationen ist für Kopfschmerzen oder Rückenbeschwerden mittlerweile hinlänglich bekannt. Im Fall der Trichodynie liegt auch dieser Mechanismus nahe, ist allerdings noch nicht ausreichend erforscht.
Linderung erfahren Betroffene des Kopfhautschmerzes durch Kopfhautmassagen, Entspannungsübungen und auch den Einsatz von Haarwasser, das zumindest das unangenehme Kribbeln und Jucken mindern kann. Da die Trichodynie oft auch mit Haarausfall einhergeht, empfiehlt es sich zur medizinischen Abklärung der Kopfhautschmerzen spezielle Haarsprechstunden bei Dermatologen aufzusuchen.
Die Alopecia areata (AA) ist eine chronische, immunvermittelte Krankheit, die durch einen akut einsetzenden Haarausfall gegenzeichnet ist. Die Alopecia areata ist nach dem anlagenbedingten Haarausfall die zweithäufigste Ursache für Haarausfall. Die Wahrscheinlichkeit, mindestens einmal im Leben an einer AA zu erkranken, beträgt 2 % (Lebenszeitinzidenz). Der häufigste Typ ist die umschriebene Alopecia areata. Seltener auftretende Typen sind Ophiasis -Typ, Alopecia totalis und Alopecia universalis, mit Prävalenzen von 0,02%, 0,08% und 0,03%.
Die AA betrifft die Geschlechter gleichermaßen und tritt in allen Altersgruppen und ethnischen Gruppen auf Bei 40 % der Patienten tritt die AA das erste Mal vor dem 20. Lebensjahr auf - bei ca. 85% zeigt sich die AA bis zum 40.
Die genaue Ursache der AA ist noch nicht vollständig geklärt, doch ist es allgemein anerkannt, dass der Kollaps des Immunprivilegs des Haarfollikels eine entscheidende Rolle in der Entstehung der Krankheit spielt. Der Entzündungsprozess der Erkrankung wird über das Einwandern von Immunzellen in und um den Haarfollikel vermittelt.
Die Alopecia areata zeigt ein sehr breites klinisches Bild. Der Haarverlust kann alle behaarten Bereiche des Kopfes und Körpers betreffen. Die Hautoberfläche ist unauffällig. Die klinische Untersuchung gemeinsam mit der Dermatoskopie der Kopfhaut sind die wichtigsten Schritte und, in meisten Fällen, ausreichend um die Diagnose Alopecia areata zu stellen.
Die AA kann zusammen mit verschiedenen anderen Erkrankungen und Zuständen auftreten, wie Autoimmunerkrankungen.
Die Alopecia areata ist eine Erkrankung mit einem stark variablen Verlauf. Einmaliges Auftreten, lange freie Intervalle und immer wieder neues Auftreten einzelner oder mehrerer Herde können sich abwechseln. Jahrelange keine neuen Herde und Remissionen über mehrere Jahre können ebenso auftreten.
Faktoren, die mit einer schlechten Prognose assoziiert sind, sind:
Aufgrund der hohen Sichtbarkeit, des unvorhersehbaren klinischen Verlaufs der Erkrankung und des derzeitigen Mangels anhaltend erfolgreicher Therapien ist die AA für viele Betroffene eine große emotionale Belastung. Auch wenn die Krankheit in jedem Alter eine Herausforderung sein kann, sind Kinder und Jugendliche besonders anfällig für ein hohes Maß psychischer Belastung ebenso wie für Mobbing durch und soziale Isolation von Gleichaltrigen.
Das therapeutische Vorgehen ist bei jedem Patienten unterschiedlich und abhängig von individuellen Faktoren wie der Ausprägung der Erkrankung und Nebenerkrankungen. Die derzeitig eingesetzten Therapien zielen vor allem auf das Unterdrücken des Entzündungsprozesses ab und bekämpfen nicht die eigentliche Ursache der Krankheit.
Zu den gängigen Therapieansätzen gehören:
Die Ursachen des Haarausfalls bzw. Bei manchen Menschen schmerzt die Kopfhaut sogar schon bei normalen Berührungen oder beim Kämmen. In diesem Zusammenhang spricht man auch von Trichodynie (auch "Haarschmerzsyndrom" oder "Haarwurzelschmerz" genannt). Dabei handelt es sich um eine medizinische Erkrankung, die durch schmerzhafte Empfindungen oder Unwohlsein im Bereich der Kopfhaut und der Haarfollikel gekennzeichnet sind.
Haarausfall kann jedoch zu Juckreiz führen. Denn dem Haarausfall geht in den meisten Fällen eine Reaktion der Haarwurzel voraus, z.B. eine Entzündung. Dadurch wird die Umgebung der Haarwurzel gereizt: Gewebe, Gefäße, Nerven usw., was zu Juckreiz führen kann.
Häufig sind alltägliche Fehler der Auslöser für juckende Kopfhaut mit Haarverlust, ohne dass eine ernsthafte Erkrankung dahintersteckt. Oft ist falsche Haarpflege ein Problem. Viele Menschen waschen ihre Haare zu häufig und mit zu aggressiven Mitteln. Dadurch wird der Säureschutzmantel der Haut zerstört und die Haut wird trocken und verliert an Spannkraft.
Um Abhilfe zu schaffen, können Sie zunächst selbst hinterfragen, welche Veränderungen die juckende Kopfhaut ausgelöst haben könnten. Vor allem kommen neue Pflegeprodukte infrage oder sonstige Veränderungen in der täglichen Haarroutine. Auch wenn es schwerfällt, sollte man an den juckenden Stellen nicht kratzen. Das Kratzen schadet der Kopfhaut oft mehr als das eigentliche Problem. Ebenfalls hilfreich sein kann es, die Kopfhaut mit einem pflegenden Öl zu massieren und sie dadurch feucht und geschmeidig zu halten. Am besten eignen sich Kokosöl oder Olivenöl. Dem Kokosöl werden sogar antibakterielle und antivirale Eigenschaften nachgesagt.
Wenn der Juckreiz und der Haarausfall nicht zügig besser werden, sollte man zeitnah einen Arzt aufsuchen. Als erste Anlaufstelle bietet sich der Hautarzt an. Die meisten Erkrankungen können besser behandelt werden, je früher man sie entdeckt. Außerdem schaut sich der Experte die Haare und die Kopfhaut genau an.
Die Behandlung von juckender Kopfhaut mit Haarausfall hängt ganz von der Ursache ab. Manchmal kann schon eine Umstellung der Styling- und Pflegeprodukte helfen. Wenn die Kopfhaut sehr trocken ist und deshalb zu Schuppen und Juckreiz neigt, können Öle oder Salben helfen, die Haut geschmeidig zu halten und mit ausreichend Feuchtigkeit zu versorgen. Sind Pilzinfektionen oder bakterielle Infektionen die Ursache, können Medikamente helfen - in diesem Fall Antipilzmittel oder Antibiotika. Bei Hautkrankheiten gibt es oft spezielle Cremes oder Salben, die die Symptome lindern können. Ist der Haarausfall und die juckende Kopfhaut nur Symptom einer systemischen Erkrankung, hilft es am besten, die Grunderkrankung zu behandeln.
Frauen leiden häufiger als Männer unter empfindlicher Kopfhaut. Diese empfindliche Kopfhaut kann sich durch Juckreiz, ein Spannungsgefühl und Schmerzen bei Berührungen bemerkbar machen. Die Ursachen für diese Beschwerden sind vielfältig. Unbehandelt kann empfindliche Kopfhaut zu Haarausfall führen.
Empfindliche Kopfhaut betrifft sowohl Frauen als auch Männer in verschiedenen Altersgruppen. Rund 60 Prozent der Frauen und etwa 40 Prozent der Männer sind davon betroffen.
Die Kopfhaut ist normalerweise unempfindlich gegenüber Schmerzen, doch sie kann anfällig für Probleme sein. Anzeichen einer empfindlichen Kopfhaut umfassen:
Wenn diese Symptome stark ausgeprägt sind, spricht man von einer hypersensiblen Kopfhaut. Schon das Kämmen kann schmerzhaft sein, ein Zustand, der medizinisch als Trichodynie (Haarschmerz) bezeichnet wird.
Empfindliche oder hypersensible Kopfhaut kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, von falscher Pflege bis hin zu medizinischen Bedingungen.
Empfindliche oder hypersensible Kopfhaut kann Haarausfall begünstigen, denn die Schuppenbildung der sensiblen Kopfhaut beeinträchtigt die Sauerstoffversorgung der Kopfhaut und Haarfollikel, was wiederum den Haarverlust fördert. Durch die Trockenheit der Kopfhaut werden die Haare unzureichend mit Nährstoffen versorgt und können in der Folge ausfallen. Zudem werden durch den starken Juckreiz und das damit verbundene Kratzen häufig Haare mit ausgerissen.
Liegen schwerwiegende Ursachen wie Neurodermitis, Schuppenflechte oder Pilzinfektionen der empfindlichen Kopfhaut zugrunde, erhöht sich das Risiko für Haarausfall ebenso.
Da eine Vielzahl von Faktoren zu empfindlicher oder hypersensibler Kopfhaut führen können, ist zunächst eine Klärung der Ursache sinnvoll. Denn jede Ursache erfordert eine spezifische Herangehensweise zur Linderung und Behandlung der Beschwerden.
Sollten die Beschwerden über längere Zeit bestehen, ist immer eine ärztliche Abklärung ratsam. Diese/Dieser kann feststellen, ob eine ernste Erkrankung oder ein Pilzbefall vorliegt und eine geeignete Behandlung vorschlagen.
Bei gereizter Kopfhaut sollten Sie auf stark chemische Produkte verzichten und stattdessen ein mildes Shampoo verwenden. Inhaltsstoffe wie Dexpanthenol lindern Juckreiz, wirken entzündungshemmend und fördern die Heilung. Milchproteine und Lecithin pflegen die Kopfhaut sanft und verhindern das Austrocknen. Linolsäuren wirken ebenfalls entzündungshemmend.
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann eine ärztliche Beratung nicht ersetzen.
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