Haarausfall und Kribbeln der Kopfhaut: Ursachen und Behandlung

Haarausfall kann viele Ursachen haben und oft von unangenehmen Empfindungen wie Kribbeln oder Schmerzen auf der Kopfhaut begleitet sein. Es ist wichtig, die verschiedenen Formen des Haarausfalls und ihre möglichen Auslöser zu kennen, um die richtige Behandlung zu finden.

Was ist diffuser Haarausfall?

Von diffusem Haarausfall spricht man, wenn sich das Haar auf dem Kopf insgesamt ausdünnt und die Kopfhaut stärker durchschimmert als üblich. Anzeichen dafür ist, dass täglich mehr als 100 Haare ausgehen. Mitunter macht sich der Haarausfall an den Schläfen, am Vorderkopf und im Scheitelbereich verstärkt bemerkbar. Anders als beim anlagebedingten oder kreisrunden Haarausfall bilden sich beim diffusen Haarausfall üblicherweise keine kahlen Stellen. Es passiert auch nicht, dass die Haare komplett ausfallen.

Die Ursachen für den Haarausfall sind sehr verschieden. So können zum Beispiel Hormonveränderungen, bestimmte Erkrankungen, Nährstoffmangel oder die Einnahme einiger Medikamente diffusen Haarausfall auslösen. Manchmal lässt sich auch kein Auslöser finden.

Für gewöhnlich beginnt der Haarausfall zwei bis drei Monate nach dem auslösenden Ereignis. Bis die Haare wieder sichtbar nachgewachsen sind, dauert es zwischen sechs bis zwölf Monaten. Manchmal kann es passieren, dass der Haarausfall vier bis sechs Monate oder länger anhält.

Haare durchlaufen einen Lebenszyklus. Zunächst wachsen sie, dann ruhen sie und schließlich fallen sie aus. Die Haare durchlaufen diese Phasen zu unterschiedlichen Zeiten. Normalerweise befinden sich circa 10 Prozent aller Kopfhaare in der Ruhephase. Beim diffusen Haarausfall betrifft das bis zu 35 Prozent.

Ursachen für diffusen Haarausfall

Es gibt verschiedene Faktoren, Einflüsse und Erkrankungen, die diffusen Haarausfall auslösen können. Bei einem Teil der betroffenen Menschen ist die Ursache unklar.

  • Akute Stress-Situationen: Dazu zählen schwere Operationen, Verletzungen oder psychische Belastungen.
  • Geburt: Während bei vielen Schwangeren die Haare vermehrt wachsen und dichter werden, passiert nach der Geburt das Gegenteil: Die Haare fallen stärker aus als üblich.
  • Wechseljahre: In den Wechseljahren nimmt die Menge am weiblichen Geschlechtshormon Östrogen ab. Dies kann sich durch Haarausfall bemerkbar machen.
  • Empfängnisverhütung mit Hormonen: Frauen, die mit der Anti-Baby-Pille verhüten und die Einnahme beenden, beobachten manchmal einen verstärkten Haarausfall.
  • Infektiöse und entzündliche Erkrankungen der Kopfhaut: Sie können Ursache für diffusen Haarausfall sein. Dazu zählen zum Beispiel Kopfpilz (Tinea capitis), bakterielle Infektionen der Kopfhaut wie eine Haarbalgentzündung (Follikulitis), das seborrhoische Ekzem oder Schuppenflechte (Psoriasis).
  • Erkrankungen des Hormonsystems: Dazu gehören zum Beispiel die Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse.
  • Fieberhafte Infektionskrankheiten: Durch Viren verursachte Erkrankungen wie Grippe oder Covid-19 können mit Haarausfall einhergehen.
  • Chronische Erkrankungen: Zum Beispiel der Leber oder des blutbildenden Systems.
  • Einnahme von Medikamenten: Haarausfall kann als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten. Dazu gehören zum Beispiel Blutverdünner, Cholesterinsenker oder bestimmte Mittel gegen Bluthochdruck.
  • Nährstoffmangel: Ein Mangel an Nährstoffen kann Haarausfall auslösen. Mögliche Gründe sind zum Beispiel eine schnelle Gewichtsabnahme, einseitige Ernährung, Diät, Essstörung, ein Eisen- oder Zinkmangel.

Findet man den Auslöser für den diffusen Haarausfall und kann ihn beheben, wachsen die Haare innerhalb eines halben bis ganzen Jahres nach.

Die besten Tipps gegen Haarausfall | Dr. Johannes Wimmer

Wie wird diffuser Haarausfall diagnostiziert?

Um diffusen Haarausfall festzustellen, sind ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung wichtig.

Bei Menschen, die natürlicherweise fülliges Haar haben, ist ein diffuser Haarausfall häufig nicht zu erkennen. Es kann daher hilfreich sein, zum Besuch bei der Ärztin oder dem Arzt Vorher-Nachher-Fotos mitzunehmen.

Ärztliches Gespräch

Im Gespräch wird die Ärztin oder der Arzt verschiedene Fragen zur Lebenssituation, Ernährungsgewohnheiten und zur Krankengeschichte stellen. Dabei geht es zum Beispiel darum herauszufinden, ob man:

  • zuletzt akut krank war und Fieber hatte
  • eine chronische Erkrankung hat, beispielsweise der Haut oder der Leber
  • regelmäßig Medikamente einnimmt
  • seine Ernährung umgestellt hat oder eine Diät macht
  • emotionalem Stress ausgesetzt ist oder war
  • mit hormonellen Präparaten wie der Anti-Baby-Pille verhütet und diese abgesetzt hat
  • vor einigen Wochen ein Kind geboren hat

Körperliche Untersuchung und Blut-Tests

Die Ärztin oder der Arzt untersucht die Haare, die Kopfhaut und die Nägel. Außerdem prüft sie oder er eventuell mit einem Zupftest, ob es sich um einen aktiven Haarausfall handelt. Zusätzlich lässt sich mit einem Trichogramm bestimmen, wie viele Haare sich im Ausfall-Stadium befinden.

Besteht der Verdacht, dass ein Mangel an Mineralstoffen wie Eisen oder eine Schilddrüsen-Erkrankung den Haarausfall ausgelöst hat, helfen Blutuntersuchungen weiter.

Möchte der Arzt oder die Ärztin den Haarausfall von anderen Formen abgrenzen, kann eine Untersuchung mit dem Auflichtmikroskop (Dermatoskop) sinnvoll sein.

Ist trotz eines ausführlichen Gesprächs und einer genauen Untersuchung der Kopfhaut die Diagnose unklar, kann die Entnahme von Gewebe (Biopsie) manchmal weiterhelfen.

Wie lässt sich diffuser Haarausfall behandeln?

Um diffusen Haarausfall behandeln zu können, ist es wichtig, den Auslöser zu finden und zu beseitigen. Welche Therapie zum Einsatz kommt, richtet sich immer nach der jeweiligen Ursache:

  • Liegt eine Erkrankung vor, muss diese entsprechend behandelt werden.
  • Ist die Einnahme von Medikamenten der Auslöser, kann der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin eventuell ein anderes Präparat verschreiben. Wichtig ist, die Medikamente nicht eigenmächtig abzusetzen.
  • Wenn der Haarausfall durch eine Diät entstanden ist, ist es sinnvoll, die Diät zu beenden und auf eine ausgewogene Ernährung umzustellen.
  • Besteht ein anhaltender Mangel an Nähr- oder Mineralstoffen, kann die Ärztin oder der Arzt diesen feststellen und gegebenenfalls ein geeignetes Präparat verschreiben.

Manche Ärztinnen und Ärzte verschreiben Minoxidil-Präparate zum Auftragen auf die Haut oder zum Einnehmen. Dieser Wirkstoff kommt vornehmlich beim anlagebedingten Haarausfall zum Einsatz. Ob er auch bei diffusem Haarausfall hilft, ist nicht ausreichend wissenschaftlich belegt.

Eigenhaar zu verpflanzen, ist bei Menschen mit diffusem Haarausfall keine geeignete Maßnahme. Manchmal lässt sich diffuser Haarausfall durch Hairstyling kaschieren.

Was kann ich tun, wenn mich der Haarausfall belastet?

Wer sich mit Haarverlust unwohl fühlt, kann ihn auf verschiedene Weise verbergen (kaschieren). Belastet der Haarausfall sehr stark, ist es sinnvoll, sich zusätzlich an eine Psychotherapeutin oder einen Psychotherapeuten zu wenden.

Kopfbedeckung, Haarteil oder Perücke

Manche Menschen mit Haarausfall entscheiden sich dafür, ein Kopftuch, eine Mütze oder einen Hut zu tragen. Andere fühlen sich wohler damit, den Haarausfall mit einem Haarteil oder einer Perücke zu kaschieren.

In manchen Fällen - etwa bei Haarausfall aufgrund einer Chemotherapie - trägt die Krankenkasse die Kosten für den Haarersatz.

Trichodynie: Schmerzende Kopfhaut

Kribbeln, Brennen, Spannen und Schmerzen an Kopfhaut und Haarwurzeln, das sind die typischen Missempfindungen der Trichodynie, die auch als Kopfhautschmerz bezeichnet wird. Betroffen sind Männer und Frauen gleichermaßen. Für diese schmerzhaft, irritierenden Phänomene sind allerdings meistens keine schlüssigen Erklärungen zu finden, eine krankhafte Veränderung an der Kopfhaut liegt bei den meisten Betroffenen nicht vor.

Berichte von Betroffenen weisen darauf hin, dass lang anhaltende Belastung, Stress oder Phasen höchster Konzentration durch aus als Ursache in Betracht kommen. Denn diese Faktoren können zu einer starken Verspannung der über den oberen Schädel verlaufenden Muskulatur führen. Der menschliche Schädel ist von Sehnen- und Muskelsträngen umspannt. Außerdem verläuft ein astartiges Geflecht von feinen Blutgefäßen über dem Schädel, das die Muskulatur, die Haut und die Haarfollikel mit Blut und Nährstoffen versorgt.

Welche Auswirkungen Verspannungen, Stress und Belastungssituationen ist für Kopfschmerzen oder Rückenbeschwerden mittlerweile hinlänglich bekannt. Im Fall der Trichodynie liegt auch dieser Mechanismus nahe, ist allerdings noch nicht ausreichend erforscht.

Linderung erfahren Betroffene des Kopfhautschmerzes durch Kopfhautmassagen, Entspannungsübungen und auch den Einsatz von Haarwasser, das zumindest das unangenehme Kribbeln und Jucken mindern kann. Da die Trichodynie oft auch mit Haarausfall einhergeht, empfiehlt es sich zur medizinischen Abklärung der Kopfhautschmerzen spezielle Haarsprechstunden bei Dermatologen aufzusuchen.

Alopecia Areata (Kreisrunder Haarausfall)

Die Alopecia areata (AA) ist eine chronische, immunvermittelte Krankheit, die durch einen akut einsetzenden Haarausfall gegenzeichnet ist. Die Alopecia areata ist nach dem anlagenbedingten Haarausfall die zweithäufigste Ursache für Haarausfall. Die Wahrscheinlichkeit, mindestens einmal im Leben an einer AA zu erkranken, beträgt 2 % (Lebenszeitinzidenz). Der häufigste Typ ist die umschriebene Alopecia areata. Seltener auftretende Typen sind Ophiasis -Typ, Alopecia totalis und Alopecia universalis, mit Prävalenzen von 0,02%, 0,08% und 0,03%.

Die AA betrifft die Geschlechter gleichermaßen und tritt in allen Altersgruppen und ethnischen Gruppen auf Bei 40 % der Patienten tritt die AA das erste Mal vor dem 20. Lebensjahr auf - bei ca. 85% zeigt sich die AA bis zum 40.

Wie entsteht die AA?

Die genaue Ursache der AA ist noch nicht vollständig geklärt, doch ist es allgemein anerkannt, dass der Kollaps des Immunprivilegs des Haarfollikels eine entscheidende Rolle in der Entstehung der Krankheit spielt. Der Entzündungsprozess der Erkrankung wird über das Einwandern von Immunzellen in und um den Haarfollikel vermittelt.

Die Alopecia areata zeigt ein sehr breites klinisches Bild. Der Haarverlust kann alle behaarten Bereiche des Kopfes und Körpers betreffen. Die Hautoberfläche ist unauffällig. Die klinische Untersuchung gemeinsam mit der Dermatoskopie der Kopfhaut sind die wichtigsten Schritte und, in meisten Fällen, ausreichend um die Diagnose Alopecia areata zu stellen.

Diagnose der Alopecia Areata

  • Untersuchung der Haare am Kopf, im Gesicht und am Körper sowie der Nägel: Bei einer Alopecia areata zeigen sich hier in meisten Fällen die typischen kreisrunden haarlosen Areale an der Kopfhaut.
  • Dermatoskopie: Die Untersuchung der Haut und Haarfollikel mittels Hautoberflächenmikroskopie.
  • Zupftest: Sehr hilfreicher Test zur Einschätzung der Aktivität der Alopecia areata, aber auch zum Ausschluss anderer Haarerkrankungen, so wie der Trichotillomanie.
  • SALT Score: Das „Severity of Alopecia Tool’’ oder der sog. SALT Score ist ein sehr hilfreiches, visuelles Mittel zur Bestimmung des prozentualen Kopfhaarausfalls bei Alopecia areata.

Die AA kann zusammen mit verschiedenen anderen Erkrankungen und Zuständen auftreten, wie Autoimmunerkrankungen.

Verlauf und Prognose

Die Alopecia areata ist eine Erkrankung mit einem stark variablen Verlauf. Einmaliges Auftreten, lange freie Intervalle und immer wieder neues Auftreten einzelner oder mehrerer Herde können sich abwechseln. Jahrelange keine neuen Herde und Remissionen über mehrere Jahre können ebenso auftreten.

Faktoren, die mit einer schlechten Prognose assoziiert sind, sind:

  • ein Auftreten im jungen Alter
  • ein ausgeprägter Haarverlust

Aufgrund der hohen Sichtbarkeit, des unvorhersehbaren klinischen Verlaufs der Erkrankung und des derzeitigen Mangels anhaltend erfolgreicher Therapien ist die AA für viele Betroffene eine große emotionale Belastung. Auch wenn die Krankheit in jedem Alter eine Herausforderung sein kann, sind Kinder und Jugendliche besonders anfällig für ein hohes Maß psychischer Belastung ebenso wie für Mobbing durch und soziale Isolation von Gleichaltrigen.

Therapie der Alopecia Areata

Das therapeutische Vorgehen ist bei jedem Patienten unterschiedlich und abhängig von individuellen Faktoren wie der Ausprägung der Erkrankung und Nebenerkrankungen. Die derzeitig eingesetzten Therapien zielen vor allem auf das Unterdrücken des Entzündungsprozesses ab und bekämpfen nicht die eigentliche Ursache der Krankheit.

Zu den gängigen Therapieansätzen gehören:

  • Lokale Kortikosteroide: Hierbei wird ein stark bis sehr stark wirksames Kortikosteroid im Bereich der Haarausfallherde an der Kopfhaut angewendet.
  • Kortison-Injektionen: Hier wird mit einer dünnen Nadel eine bestimmte Menge eines Kortisonpräparates in die Kopfhaut eingespritzt.
  • Systemische Therapie mit Kortison: Diese erfolgt meistens in Form einer oralen Prednisolon-Stoßtherapie.
  • Dithranol: Diese Option ist aufgrund ihres günstigeren Risikoprofils eine Alternative zur Sensibilisierungstherapie, besonders bei Kindern.
  • JAK-Inhibitoren: Bislang sind zwei Januskinase (JAK) Inhibitoren für die Behandlung der schweren AA zugelassen.
  • Minoxidil: Dies ist eine Substanz, die die Durchblutung um den Haarfollikel verbessert und so das Haarwachstum anregt.
  • Zink Supplementierung: Zink hilft die Immunantwort zu modulieren, und könnte bei Zink-Mangel hilfreich sein.
  • Vitamin D Supplementierung: Die Einnahme bei entsprechendem Vitaminmangel könnte von Bedeutung sein.

Juckreiz und Haarausfall: Mögliche Ursachen

Die Ursachen des Haarausfalls bzw. Bei manchen Menschen schmerzt die Kopfhaut sogar schon bei normalen Berührungen oder beim Kämmen. In diesem Zusammenhang spricht man auch von Trichodynie (auch "Haarschmerzsyndrom" oder "Haarwurzelschmerz" genannt). Dabei handelt es sich um eine medizinische Erkrankung, die durch schmerzhafte Empfindungen oder Unwohlsein im Bereich der Kopfhaut und der Haarfollikel gekennzeichnet sind.

Haarausfall kann jedoch zu Juckreiz führen. Denn dem Haarausfall geht in den meisten Fällen eine Reaktion der Haarwurzel voraus, z.B. eine Entzündung. Dadurch wird die Umgebung der Haarwurzel gereizt: Gewebe, Gefäße, Nerven usw., was zu Juckreiz führen kann.

Erkrankungen, die zu Juckreiz und Haarausfall führen können

  • Malassezia furfur: Dabei handelt es sich um einen Hefepilz, der zur normalen Hautflora gehört.
  • Seborrhoisches Ekzem: Hier handelt es sich um eine Hauterkrankung, die auf der Kopfhaut oder im Gesicht vorkommen kann.
  • Kopfpilz: Einen Kopfpilz nennt man auch Tinea capitis. Er gehört zur Gruppe der Hautpilze oder Dermatophytosen.
  • Bakterielle Infektionen der Kopfhaut: Sie können vor allem dann entstehen, wenn die Haut durch andere Erkrankungen oder kleine Verletzungen bereits geschädigt ist.
  • Lupus erythematodes: Ein systemischer Lupus ist eine Autoimmunerkrankung, die nahezu alle Organsysteme befallen kann.
  • Lichen ruber follicularis: Dies ist eine Sonderform des Lichen ruber planus.
  • Schuppenflechte: Die Schuppenflechte, auch Psoriasis genannt, ist eine Hauterkrankung, die sich durch typische rote Plaques mit silbrigen Schuppen auszeichnet.
  • Neurodermitis: Neurodermitis ist eine entzündliche Hauterkrankung, die stark juckt und die Haut anfällig macht für einen Keimbefall.
  • Folliculitis decalvans: Hier handelt es sich um eine seltene chronische Hauterkrankung, die Entzündungen der Haarbälge hervorruft.
  • Läuse, Milben und Flöhe: Die Parasiten sorgen für kleine Verletzungen der Kopfhaut, um an Blut zu kommen.
  • Allergische Reaktionen: Eine Allergie kann grundsätzlich durch jeden Stoff ausgelöst werden, der mit der Kopfhaut in Kontakt kommt.
  • Schilddrüsenunterfunktion: Eine Funktionsstörung der Schilddrüse bringt den Hormonhaushalt durcheinander und kann dadurch für trockene, juckende Kopfhaut und diffusen Haarausfall verantwortlich sein.

Häufig sind alltägliche Fehler der Auslöser für juckende Kopfhaut mit Haarverlust, ohne dass eine ernsthafte Erkrankung dahintersteckt. Oft ist falsche Haarpflege ein Problem. Viele Menschen waschen ihre Haare zu häufig und mit zu aggressiven Mitteln. Dadurch wird der Säureschutzmantel der Haut zerstört und die Haut wird trocken und verliert an Spannkraft.

Was kann man tun?

Um Abhilfe zu schaffen, können Sie zunächst selbst hinterfragen, welche Veränderungen die juckende Kopfhaut ausgelöst haben könnten. Vor allem kommen neue Pflegeprodukte infrage oder sonstige Veränderungen in der täglichen Haarroutine. Auch wenn es schwerfällt, sollte man an den juckenden Stellen nicht kratzen. Das Kratzen schadet der Kopfhaut oft mehr als das eigentliche Problem. Ebenfalls hilfreich sein kann es, die Kopfhaut mit einem pflegenden Öl zu massieren und sie dadurch feucht und geschmeidig zu halten. Am besten eignen sich Kokosöl oder Olivenöl. Dem Kokosöl werden sogar antibakterielle und antivirale Eigenschaften nachgesagt.

Wenn der Juckreiz und der Haarausfall nicht zügig besser werden, sollte man zeitnah einen Arzt aufsuchen. Als erste Anlaufstelle bietet sich der Hautarzt an. Die meisten Erkrankungen können besser behandelt werden, je früher man sie entdeckt. Außerdem schaut sich der Experte die Haare und die Kopfhaut genau an.

Die Behandlung von juckender Kopfhaut mit Haarausfall hängt ganz von der Ursache ab. Manchmal kann schon eine Umstellung der Styling- und Pflegeprodukte helfen. Wenn die Kopfhaut sehr trocken ist und deshalb zu Schuppen und Juckreiz neigt, können Öle oder Salben helfen, die Haut geschmeidig zu halten und mit ausreichend Feuchtigkeit zu versorgen. Sind Pilzinfektionen oder bakterielle Infektionen die Ursache, können Medikamente helfen - in diesem Fall Antipilzmittel oder Antibiotika. Bei Hautkrankheiten gibt es oft spezielle Cremes oder Salben, die die Symptome lindern können. Ist der Haarausfall und die juckende Kopfhaut nur Symptom einer systemischen Erkrankung, hilft es am besten, die Grunderkrankung zu behandeln.

Empfindliche Kopfhaut und Haarausfall

Frauen leiden häufiger als Männer unter empfindlicher Kopfhaut. Diese empfindliche Kopfhaut kann sich durch Juckreiz, ein Spannungsgefühl und Schmerzen bei Berührungen bemerkbar machen. Die Ursachen für diese Beschwerden sind vielfältig. Unbehandelt kann empfindliche Kopfhaut zu Haarausfall führen.

Empfindliche Kopfhaut betrifft sowohl Frauen als auch Männer in verschiedenen Altersgruppen. Rund 60 Prozent der Frauen und etwa 40 Prozent der Männer sind davon betroffen.

Symptome empfindlicher Kopfhaut

Die Kopfhaut ist normalerweise unempfindlich gegenüber Schmerzen, doch sie kann anfällig für Probleme sein. Anzeichen einer empfindlichen Kopfhaut umfassen:

  • Juckreiz
  • Trockenheit
  • Schuppenbildung
  • Spannungsgefühl
  • Rötungen
  • Schmerzen bei Berührung

Wenn diese Symptome stark ausgeprägt sind, spricht man von einer hypersensiblen Kopfhaut. Schon das Kämmen kann schmerzhaft sein, ein Zustand, der medizinisch als Trichodynie (Haarschmerz) bezeichnet wird.

Ursachen empfindlicher und irritierter Kopfhaut

Empfindliche oder hypersensible Kopfhaut kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, von falscher Pflege bis hin zu medizinischen Bedingungen.

  • Falsche Pflege: Tägliches Waschen und aggressive Shampoos schädigen den natürlichen Säureschutzmantel der Kopfhaut.
  • Chemische Behandlungen der Haare: Aggressive Chemikalien in Haarfärbemitteln und Dauerwellen-Produkten reizen die Haut und trocknen sie aus.
  • Allergien und Unverträglichkeiten: Allergische Reaktionen auf bestimmte Nahrungsmittel oder Inhaltsstoffe in Pflegeprodukten können Hautreizungen und Ausschläge verursachen.
  • Mangelernährung: Eine unausgewogene oder einseitige Ernährung kann die Kopfhaut anfällig für Bakterien und Pilze machen.
  • Hormonelle Veränderungen: Hormonelle Schwankungen in der Pubertät, Schwangerschaft, den Wechseljahren oder hormonelle Umstellungen durch Medikamente bringen nicht nur den Körper aus dem Gleichgewicht, sondern auch die Talgdrüsen.
  • Läusebefall: Die kleinen Parasiten verursachen durch ihre Bisse Verletzungen, Juckreiz und Rötungen.
  • Pilzinfektionen: Ein Befall der Kopfhaut mit Hautpilzen ist oft erst im fortgeschrittenen Stadium zu erkennen, wenn es bereits zu einem Haarausfall gekommen ist.
  • Hauterkrankungen: Hautkrankheiten wie Schuppenflechte und Neurodermitis äußern sich durch Juckreiz, Rötungen und Schuppenbildung.
  • Kopfbedeckungen: Eng sitzende Kopfbedeckungen können Reibungen sowie Reizungen verursachen und die Haarfollikel in den betroffenen Bereichen mechanisch stark strapazieren, was zu Entzündungen und Haarausfall führt.
  • Umweltfaktoren: Verschiedene Umweltfaktoren wie Kälte, Hitze, Wind, Chlor- oder Salzwasser machen nicht nur den Haaren zu schaffen.
  • Verspannungen: Nacken- und Schulterverspannungen können bis in die Kopfhaut vordringen.
  • Stress: Körperlicher und psychischer Stress kann zu Verspannungen und einer schlechteren Durchblutung der Kopfhaut führen.
  • Strenge Frisuren: Hochsteckfrisuren, Pferdeschwänze und Dutt-Frisuren belasten die Haarfollikel.
  • Sonnenbrand: Menschen mit heller Haut und dünnem Haar sind anfälliger für Sonnenbrand auf der Kopfhaut.

Wie empfindliche Kopfhaut Haarausfall begünstigen kann

Empfindliche oder hypersensible Kopfhaut kann Haarausfall begünstigen, denn die Schuppenbildung der sensiblen Kopfhaut beeinträchtigt die Sauerstoffversorgung der Kopfhaut und Haarfollikel, was wiederum den Haarverlust fördert. Durch die Trockenheit der Kopfhaut werden die Haare unzureichend mit Nährstoffen versorgt und können in der Folge ausfallen. Zudem werden durch den starken Juckreiz und das damit verbundene Kratzen häufig Haare mit ausgerissen.

Liegen schwerwiegende Ursachen wie Neurodermitis, Schuppenflechte oder Pilzinfektionen der empfindlichen Kopfhaut zugrunde, erhöht sich das Risiko für Haarausfall ebenso.

Behandlung empfindlicher und irritierter Kopfhaut

Da eine Vielzahl von Faktoren zu empfindlicher oder hypersensibler Kopfhaut führen können, ist zunächst eine Klärung der Ursache sinnvoll. Denn jede Ursache erfordert eine spezifische Herangehensweise zur Linderung und Behandlung der Beschwerden.

Sollten die Beschwerden über längere Zeit bestehen, ist immer eine ärztliche Abklärung ratsam. Diese/Dieser kann feststellen, ob eine ernste Erkrankung oder ein Pilzbefall vorliegt und eine geeignete Behandlung vorschlagen.

Bei gereizter Kopfhaut sollten Sie auf stark chemische Produkte verzichten und stattdessen ein mildes Shampoo verwenden. Inhaltsstoffe wie Dexpanthenol lindern Juckreiz, wirken entzündungshemmend und fördern die Heilung. Milchproteine und Lecithin pflegen die Kopfhaut sanft und verhindern das Austrocknen. Linolsäuren wirken ebenfalls entzündungshemmend.

Weitere Informationen

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann eine ärztliche Beratung nicht ersetzen.

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