Haarausfall bei Kindern: Ursachen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten

Haarausfall kann alle Altersgruppen treffen, und auch Kinder können unter dem Verlust ihrer Kopfhaare leiden. Wenn das Haar auf dem Kinderkopf dünner wird oder sich einzelne kahle Stellen bilden, ist dies ein ernstzunehmendes Alarmzeichen und sollte ärztlich abgeklärt werden.

Noch häufiger als bei Erwachsenen ist Haarausfall bei Kindern das erste Anzeichen für eine schwerwiegende Erkrankung. Sobald abgegrenzte kahle Stellen oder eine gleichmäßige Ausdünnung der Behaarung bemerkt werden, sollten deshalb mögliche Ursachen ärztlich abgeklärt und eine entsprechende Therapie eingeleitet werden.

Haarausfall kann bereits im Kindesalter auftreten, doch was können die Gründe hierfür sein? | Bild: natalialeb / AdobeStock

Häufige Ursachen für Haarausfall bei Kindern

Im Folgenden werden einige der häufigsten Auslöser für Haarausfall bei Kindern beschrieben:

Pilzerkrankung des Kopfes (Tinea capitis)

Die häufigste Pilzerkrankung ist Tinea capitis, die von unterschiedlichen Erregern ausgelöst werden kann und meist vor Beginn der Pubertät auftritt. Bei der Tinea capitis treiben vor allem Dermatophyten wie Microsporum canis oder Trichophytum rubrum ihr Unwesen auf dem Kinderkopf. Sie macht sich bemerkbar mit runden kahlen Stellen, um die herum viele abgebrochene Haare sitzen. Auch schuppige Hautveränderungen sind verdächtig für einen Pilzbefall.

Ob eine Behandlung mit lokal aufzutragenden Antimykotika (Antipilzmitteln) reicht oder ob das Kind diese auch schlucken muss, kommt auf das Ausmaß des Befalls an. Tinea capitis kann meist lokal mit Antimykotika, wie Ciclopirox oder Imidazolen wie z. B. Ketoconazol, behandelt werden. In schlimmeren Fällen kann eine systemische Therapie nötig sein. Nach abgeschlossener Therapie wachsen die Haare wieder gesund nach.

Und weil es sich beim Pilzbefall um eine ansteckende Erkrankung handelt, muss strikt auf Hygiene geachtet werden. Kämme, Bürsten und Handtücher sollten keinesfalls gemeinsam verwendet und direkter Kontakt mit der infizierten Hautstelle vermieden werden. D.h. Kämme, Bürsten und Handtücher nicht gemeinsam verwenden und Wäsche bei 60 ° waschen.

Autoimmunphänomene

Wenn sich kahle Stellen plötzlich und schubweise entwickeln, steckt womöglich eine Autoimmunkrankheit dahinter. Verschiedene Autoimmunerkrankungen können auch zu Haarverlust führen. So kann z. B. Alopecia areata (kreisrunder Haarausfall) bereits im Kindesalter auftreten.

Diese kann als alleinige Alopezia areata (kreisrunder Haarausfall) auftreten, aber auch Zeichen einer anderen autoimmunen Störung wie beispielsweise einer Schilddrüsenerkrankung sein. Die kahlen Stellen entwickeln sich plötzlich und können sich rasch schubweise auf die ganze Körperbehaarung ausbreiten oder innerhalb der ersten sechs Monate spontan ohne Therapie wieder verschwinden. Ob und wie behandelt werden muss, klärt die Kinderärzt*in.

Alopecia Areata tritt häufig gemeinsam mit anderen Autoimmunerkrankungen wie z. B. Morbus Basedow auf.

Mangelerscheinungen

Eisenmangel oder der Mangel an Vitaminen führen auch bei Kindern zu einem diffusen Haarausfall. Auch bei Kindern kann ein Eisenmangel als Ursache für den Haarausfall denkbar sein. Ebenso kann ein Mangel an Vitamin C die Haarstruktur stören, da zu wenig Disulfidbrücken ausgebildet werden können.

Bei einem derartigen Verdacht kann die Kinderärzt*in leicht im Blutbild leicht feststellen, ob Spurenelemente oder Vitamine fehlen und gegebenenfalls zusätzlich eingenommen werden müssen.

Zu fester Zug

Zu stramm geflochtene Zöpfe oder ein zu fest gebundener Pferdeschwanz können durch ständigen Zug zum Haarausfall führen. Werden die Haare zu fest geflochten oder zu einem zu festen Pferdeschwanz zusammengefasst, so kann der ständige Zug zu Haarausfall führen. Gegen eine solche Traktionsalopezie hilft es, die Haare weniger oder am besten gar nicht zu flechten.

Diese Form des Haarausfalls hat keinerlei pathologischen Hintergrund und ist hausgemacht - mit entsprechender Beratung der Kinder und Eltern kann das Problem schnell behoben werden.

Trichotillomanie

Manche Kinder reißen sich bei seelischer Überlastung die Haare aus. Bei der Trichotillomanie handelt es sich um eine Störung, die das zwanghafte Ausreißen der Haare beschreibt. Oft finden sich dann noch weitere Anzeichen wie Lippenbeißen oder Nägelkauen.

Dabei kann sich das Ausreißen auch auf Wimpern und Augenbrauen ausweiten. Kinder mit diesen Symptomen brauchen Hilfe. Diese Art von Störung ist häufig ein Anzeichen für eine seelische Überbelastung und gehört in die Hände eines Psychiaters. Die Eltern sollten deshalb bei der Kinderärzt*in Rat suchen. PTA und Apotheker sollten Eltern daher zu diesem Schritt ermutigen.

Weitere mögliche Ursachen:

  • Hormonelle Probleme
  • Schlechte Ernährung
  • Alopezie
  • Androgenetische Alopezie

Alopecia areata - Ursachen, Symptome und Behandlung | dermanostic Hautlexikon

Diagnose und Behandlung

Es ist sinnvoll bei Haarausfall bei Kindern, frühzeitig einen Arzt zu Rate zu ziehen, denn je länger die kahlen Stellen bestehen, desto hartnäckiger sind sie oft.

Auch wenn du dir Sorgen machst und möglichst schnell etwas gegen den Haarausfall tun möchtest: Starte, abgesehen von der Ernährungsoptimierung, keine Versuche der Selbstbehandlung, sondern warte die ärztliche Diagnose und Behandlungsvorschläge erst ab.

Vitaminstatus überprüfen: Bevor Sie gegen Haarausfall vorgehen, klären Sie die Ursachen. Stellen Sie zunächst fest, ob ein Vitaminmangel besteht und welcher Nährstoff betroffen ist, um anschließend die richtigen Schritte zu unternehmen. Dabei hilft eine umfassende Diagnose durch eine medizinische Fachkraft.

Ernährung optimieren: Eine ausgewogene Ernährung ist die Grundlage für gesundes Haar. Sie liefert die notwendigen Vitamine und Mineralstoffe, um die Haarfollikel zu stärken und das Wachstum zu fördern.

Nahrungsergänzungsmittel gezielt einsetzen: Manchmal reicht die Ernährung allein nicht aus, um den Vitamin- und Mineralstoffbedarf zu decken - vor allem bei einem starken Vitaminmangel oder besonderen Lebensumständen. In diesen Fällen sind Nahrungsergänzungsmittel eine sinnvolle Ergänzung.

Haarpflegeprodukte zur Unterstützung: Neben der inneren Versorgung spielt auch die äußere Pflege eine wichtige Rolle beim Kampf gegen Haarausfall. Spezielle Haarpflegeprodukte unterstützen das Haarwachstum und stärken die Kopfhaut.

Eine Blutuntersuchung kann jedoch bereits Aufschluss darüber geben, ob beispielsweise ein Mangel an für den Haarwuchs wichtigen Vitaminen und Nährstoffen vorliegt. Aber natürlich gibt es viele weitere mögliche Ursachen, die oftmals nicht direkt ersichtlich sind, wie erblich bedingter Haarausfall oder hormoneller Haarausfall, auch wenn diese Formen bei Kindern eher selten sind.

Bekannte Haarwuchsmittel wie Minoxidil sind deshalb ungeeignet bei Haarausfall bei Kindern und sollten erst ab 18 Jahren verwendet werden. Dies liegt daran, dass die Produkte in vielen Fällen zu stark für die empfindliche Kopfhaut von Kindern und zu unerwünschten Nebenwirkungen führen können. Aktuell gibt es auf dem Markt keine Haarwuchsmittel, die für Kinder empfohlen werden.

Eine Ernährungsumstellung kann dabei eine wirksame Möglichkeit sein, Haarausfall bei Kindern zu behandeln. Kinder benötigen eine ausgewogene Ernährung, die reich an Nährstoffen wie Proteinen, Eisen, Vitaminen und Mineralien ist. Diese Nährstoffe sind wichtig für das Haarwachstum und können dazu beitragen, Haarausfall bei Kindern zu reduzieren.

Wenn es sich um kreisrunden Haarausfall bei Kindern handelt, wird auch diese Vorgehensweise in vielen Fällen nicht ausreichen. Bisher gibt es leider keine anerkannten Mittel, die kreisrunden Haarausfall vollständig heilen oder das Wiederauftreten verhindern können.

Es ist zudem wichtig, dass Eltern ihr Kind in dieser schwierigen Phase unterstützen, indem sie ihm helfen, gesunde Gewohnheiten beizubehalten, ihm Mut zusprechen und das Selbstbewusstsein stärken.

Vorbeugung

Um die Haargesundheit zu stärken, sollte auf eine gesunde Ernährung geachtet werden. Die richtige Haarpflege ist essentiell, um Haarverlust zu vermeiden. Seien Sie vorsichtig beim Kämmen und Frisieren der Haare Ihres Kindes.

Risikogruppe Bedeutung
Menstruierende Regelmäßige Blutverluste während der Menstruation erhöhen das Risiko eines Eisenmangels.
Schwangere und Stillende Der gesteigerte Nährstoffbedarf in diesen Phasen kann die Vitamin- und Mineralstoffspeicher schnell erschöpfen.
Ältere Menschen Mit dem Alter nimmt die Fähigkeit des Körpers ab, Nährstoffe wie Vitamin B12 und Eisen effektiv aufzunehmen.
Personen mit Magen-Darm-Erkrankungen Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Zöliakie können die Aufnahme von Nährstoffen wie Eisen und Zink stark einschränken.
Menschen mit unausgewogener Ernährung Vegetarische oder vegane Ernährungsweisen sowie generell einseitige Essgewohnheiten können die Aufnahme wichtiger Nährstoffe beeinträchtigen.

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