Haarausfall betrifft Millionen Menschen - Frauen wie Männer, junge wie ältere. Der Blick in den Spiegel, das tägliche Ausbürsten der Haare oder der Blick auf das Kopfkissen am Morgen: Für viele ist es ein stiller, aber ständiger Begleiter, der Unsicherheit, Sorgen oder sogar Ängste auslösen kann.
Es ist völlig normal, dass man jeden Tag bis zu 100 Haare verliert, bei vollem Haar. Wer aber nachweislich mehr Haare verliert als sonst, größere Büschel aus der Bürste und aus dem Abfluss der Dusche zieht oder das Zopfgummi plötzlich noch eine Umdrehung mehr braucht, um fest zu sitzen, kann unter einem behandlungsbedürftigen Haarausfall leiden. Auch wenn kahle Stellen entstehen oder die Haare büschelweise ausfallen, besteht Anlass zur Sorge.
Doch so individuell der Haarverlust erlebt wird, so vielfältig sind auch seine Ursachen - und seine Behandlungsmöglichkeiten.
In der Regel gilt, dass bis zu hundert ausgefallene Haare am Tag kein Grund zur Sorge sind. Diese Anzahl ist dem natürlichen Haarwechsel geschuldet. Werden es aber über einen längeren Zeitraum deutlich mehr, spricht man von Haarausfall.
Erste Anzeichen für Haarausfall sind eine vermehrte Anzahl von Haaren in der Bürste, im Abflusssieb der Dusche, auf den Badezimmerfliesen oder dem Kopfkissen.
Haarausfall ist erst dann bedenklich, wenn täglich mehr als 100 Haare ausgehen. Der regelmäßige Verlust von Kopfhaar ist normal. Üblicherweise beschränkt sich dies jedoch auf rund 70 bis 100 Haare pro Tag. Das heißt nicht, dass man sein ausgefallenes Haar nun zählen muss. Man bemerkt in der Regel von alleine, wenn das Kopfhaar lichter wird.
Wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie an Haarausfall leiden, sollten Sie Ihren Haus- bzw. Hautarzt aufsuchen.
Dabei ist es oft nicht leicht, die Ursachen allein zu erkennen. Doch was auch dahintersteckt: Sie sind damit nicht allein. Unser Ziel ist es, nicht nur die Symptome zu lindern, sondern gemeinsam mit Ihnen die individuellen Auslöser Ihres Haarausfalls zu verstehen - und gezielt dagegen vorzugehen. Dabei setzen wir auf medizinisches Fachwissen, moderne Diagnostik und ein offenes, ehrliches Gespräch.
Es gibt verschiedene Arten von Haarausfall. Dies sind die häufigsten Formen:
Was ist Haarausfall? Von Haarausfall spricht man, wenn Haare kontinuierlich ausgehen und nicht wieder nachwachsen. Normalerweise verliert man am Tag etwa 70 bis 100 Haare. Diese finden sich dann zum Beispiel auf dem Kopfkissen, in der Haarbürste oder der Dusche. Sie wachsen üblicherweise wieder nach. Allerdings wird das Haar mit zunehmendem Alter bei fast jedem lichter. Verliert man jedoch täglich mehr als 100 Haare und das über einen längeren Zeitraum, kann dies auf Haarausfall deuten. Sichtbar wird Haarausfall zunächst an einigen haarlosen Stellen, die mit der Zeit größer werden. Die Ursache dieser sogenannten Alopezie lässt sich meist durch den Hautarzt feststellen.
Für den Ausfall der Kopfhaare können verschiedene Auslöser verantwortlich sein. Zu den häufigsten Ursachen, sowohl bei Frauen als auch bei Männern, zählt der anlagebedingte Haarausfall. Betroffen sind beinahe zwei Drittel der Männer und etwa jede zweite Frau. Bei Männern schrumpfen allmählich die Kopfhaarwurzeln. Sie reagieren überempfindlich auf das Hormon DHT (Dihydrotestosteron), so dass sich keine kräftigen Haare mehr entwickeln. Warum Frauen an anlagebedingtem Haarausfall leiden, ist bislang noch nicht geklärt. Vermutet wird eine ebenfalls ererbte hohe Androgen-Empfindlichkeit der Haarwurzeln.
Von kreisrundem Haarausfall (Alopecia areata) sind deutschlandweit rund eine Million Menschen betroffen. Vor allem Kinder und junge Erwachsene (bis etwa 30 Jahre) leiden daran. Diese Art des Haarausfalls ist eine Autoimmunerkrankung, bei der körpereigenes Gewebe angegriffen wird. Das sind entweder die Haarwurzeln an der Kopfhaut oder an einer anderen Stelle des Körpers. Bei Frauen jeden Alters tritt die Krankheit deutlich häufiger in Erscheinung als bei Männern.
Für diffusen Haarausfall (Alopecia diffusa) kommen unterschiedliche Auslöser infrage. Zum einen zählen eine Funktionsstörung der Schilddrüse und Eisenmangel dazu, aber auch einige Medikamente und Stress lassen das Haar dünner werden. Ebenfalls ist bekannt, dass Hormonbehandlungen wie etwa eine Hormontherapie während der Wechseljahre oder die Einnahme der Antibabypille Einfluss auf das Abnehmen der Haardichte haben können. Frauen sind viel häufiger betroffen als Männer. Auch Kinder können diffusen Haarausfall bekommen.
Ist die Kopfhaut entzündet, kann das auch stellenweisen Haarausfall verursachen. Je eher eine Behandlung erfolgt, desto besser sind die Aussichten, dass es nicht zu Vernarbungen und permanentem Verlust der Haare kommt.
Anlagebedingter Haarausfall: Ist der Verlust des Kopfhaares erblich bedingt, stellen sich die Symptome bei Frauen und Männern jeweils anders dar. Männer verlieren ihr Haar zuerst im Bereich der Stirn (Geheimratsecken) und in der oberen Schläfenregion. Das Haar am Oberkopf dünnt aus. Auf Dauer kann sich an Stirn und Hinterkopf eine Glatze bilden, so dass lediglich ein Haarkranz bleibt. Je früher der erblich bedingte Haarausfall beginnt, desto stärker prägen sich die Symptome mit fortschreitendem Alter aus. Häufig sind bereits Jugendliche betroffen.
Bei Frauen äußert sich der anlagebedingte Haarausfall besonders im Scheitelbereich, kann sich aber auch nach hinten oder zu den Seiten fortsetzen. Selten führt dies zu kahlen Stellen wie beim Mann. Die Kopfhaut kann aber sichtbar werden. Dieser sogenannte androgenetische Haarausfall prägt sich in der Regel erst nach den Wechseljahren deutlich aus.
Kreisrunder Haarausfall: Die Symptome sind bei Frauen und Männern gleich ausgeprägt. Allerdings sind Frauen jeden Alters von der sogenannten Alopecia areata häufiger betroffen als Männer. Kreisrunder Haarausfall setzt meist plötzlich ein. Am Kopf, manchmal auch an Augenbrauen, Wimpern oder Bart, bilden sich dann innerhalb kurzer Zeit kahle Stellen. Diese runden oder ovalen Kahl-Stellen wirken dann wie ausgestanzt. Meist beginnt der kreisrunde Haarausfall schon im Kindes- und Jugendalter.
Diffuser Haarausfall: Die Symptome stellen sich bei beiden Geschlechtern gleich dar. Frauen bekommen die sogenannte diffuse Alopezie jedoch deutlich öfter als Männer. Auch Kinder sind betroffen. - Die Haare fallen hier häufig gleichzeitig aus. Sie stellen erst ihr Wachstum ein, wechseln in einen Ruhezustand, um anschließend auszugehen. Bestimmte Stellen sind nicht betroffen, vielmehr wird das Kopfhaar insgesamt dünner. Zu diffus ausgebreiteter Vernarbung kommt es dabei selten.
Wenn man bei sich sehr starken Haarverlust feststellt, sollte recht bald ein Dermatologe (Hautarzt) aufgesucht werden. Bei einigen Formen des Haarausfalls steigt der Erfolg der Behandlung nämlich mit einer frühen Diagnose. Auch einige Krankenhäuser bieten spezielle Haarsprechstunden an.
Um Haarausfall behandeln zu können, muss der Hautarzt erst einmal die Ursache bestimmen. Dazu wird ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten geführt (Anamnese). Der behandelnde Arzt wird unter anderem folgende Fragen stellen:
Im Anschluss an das ausführliche Diagnose-Gespräch folgt die körperliche Untersuchung. Der Arzt wird sich die von Haarausfall betroffene Stelle ansehen. Eventuell nimmt er dabei ein Dermatoskop (beleuchtete Lupe) zu Hilfe. Das Muster, das das ausgefallene Haar hinterlassen hat, gibt oft schon Aufschluss über den Grund des Kopfhaarverlustes. Gegebenenfalls sind zusätzliche Untersuchungen, wie eine Blut- oder Haaranalyse nötig. Besteht der Verdacht auf eine Pilzerkrankung der Kopfhaut, kann es nötig sein, einen Abstrich vom Haar oder den Haarstümpfen zu nehmen und eine Erregerkultur anzulegen. In seltenen Fällen nimmt der Dermatologe auch eine Gewebeprobe der Kopfhaut (mitsamt Haarfollikel).
Auch ein Zupftest ist möglich. Der Hautarzt testet so, wie viele Haare sich schon durch leichtes Ziehen entfernen lassen.
Auf den kahlen Stellen wird der Arzt prüfen, ob noch Poren der Haarbälge (Haarfollikel) zu finden sind. Ist das der Fall, hat noch keine Vernarbung stattgefunden und die Haare können daher prinzipiell nachwachsen.
Die Behandlung von Haarausfall richtet sich nach deren spezifischer Ursache.
bei Männern: Verordnet wird in der Regel eine Minoxidil-Lösung (2% oder 5%), evtl. ein Minoxidil-Schaum (5%). Das Mittel wird auf die Kopfhaut aufgetragen und kann den Haarausfall bei den meisten Anwendern stoppen. Sogar eine Verdichtung des Haares ist manchmal möglich. Minoxidil stimuliert die Haarwurzeln, kann jedoch nach einigen Wochen den Haarverlust vorübergehend verstärken. Der Effekt wird als Shedding bezeichnet und zeigt an, dass die Therapie gut anschlägt. Weitere Nebenwirkungen können gerötete oder schuppende Kopfhaut sein, auch allergische Reaktionen kommen vor. Wird Minoxidil abgesetzt, können die Haare erneut ausfallen.
Eine weitere Therapieoption ist die mit Finasterid-Tabletten. Sie sind ausschließlich Männern vorbehalten. Frauen, Kinder und Jugendliche dürfen den Wirkstoff nicht einnehmen. Finasterid reduziert den Umbauprozess von Testosteron zu DHT. Gegen Geheimratsecken ist es wirkungslos. Als Nebenwirkung können Potenzstörungen auftreten. Auch hier setzt der Verlust des Kopfhaares wieder ein, sobald das Mittel abgesetzt wird.
In vielen Fällen ist auch eine Haartransplantation möglich. Der behandelnde Hautarzt kann die individuellen Möglichkeiten am besten einschätzen.
bei Frauen: Auch bei Frauen findet Minoxidil, meist als Haarwasser, Anwendung. Die Blutgefäße weiten sich und die Durchblutung der Kopfhaut wird angeregt. Eine Nebenwirkung kann allerdings verstärkter Haarwuchs im Gesicht und auf der Stirn sein. Mit Absetzen des Mittels endet auch dessen Wirkung und die Haare können wieder ausfallen.
Die Möglichkeit einer Haartransplantation steht auch Frauen offen. Am besten lässt man sich von seinem Hautarzt beraten.
Frauen sind von kreisrundem Haarausfall deutlich öfter als Männer betroffen. Die Therapieansätze unterscheiden sich nicht in Bezug auf das jeweiliche Geschlecht.
Kreisrunder Haarausfall wird meist mit entzündungshemmenden Medikamenten, wie Kortison, behandelt. Auch die gezielte Reizung der Kopfhaut zur besseren Durchblutung ist bei vielen wirksam. Häufig setzt danach das Haarwachstum wieder ein. Das Ergebnis hält aber nur so lange an, wie die Behandlung dauert. Wird sie eingestellt, gehen die Haare erneut aus.
Zur Stärkung der Haarwurzeln setzt man auch auf die sogenannte Topische Immuntherapie sowie auf Lichttherapie. Beides kann helfen, den Haarverlust zu stoppen.
Diffuser Haarausfall kann auf zahlreiche Ursachen zurückgeführt werden. Ist eine Krankheit der Auslöser, gilt es die diese zuerst zu behandeln. Tritt diffuser Haarausfall als Nebenwirkung eines Medikaments auf, sollte nach Möglichkeit der Wirkstoff gewechselt werden. Aber auch Mangelzustände, wie zum Beispiel Eisenmangel, können verantwortlich sein. Dann kann man bereits mit einer Ernährungsumstellung dem Haarausfall Einhalt gebieten. Positiv wirken sich meist auch die Einschränkung des Nikotin- und Alkoholkonsums aus. Häufig wird zusätzlich eine 2%-ige Minoxidil-Lösung zum Einreiben der Kopfhaut empfohlen.
Frauen sind von diffusem Haarausfall häufiger betroffen als Männer. Hormonbehandlungen, Anti-Baby-Pille und Wechseljahre haben Einfluss auf diese Form des Haarverlustes. Sind Hormonveränderungen dafür verantwortlich, kann gemeinsam mit dem behandelnden Gynäkologen oder Endokrinologen nach einer Lösung gesucht werden.
Folgende Tabelle fasst die verschiedenen Arten von Haarausfall, ihre Ursachen und typischen Symptome zusammen:
| Art des Haarausfalls | Ursachen | Symptome |
|---|---|---|
| Androgenetische Alopezie | Genetische Veranlagung, hormonelle Einflüsse | Geheimratsecken, Ausdünnung am Oberkopf (Männer), Ausdünnung im Scheitelbereich (Frauen) |
| Alopecia areata | Autoimmunerkrankung | Kreisrunde, kahle Stellen auf der Kopfhaut oder anderen Körperstellen |
| Alopecia diffusa | Schilddrüsenstörungen, Eisenmangel, Medikamente, Stress | Gleichmäßige Ausdünnung des Haares über den gesamten Kopf |
Es ist wichtig, bei ersten Anzeichen von Haarausfall einen Arzt aufzusuchen, um die genaue Ursache zu ermitteln und eine geeignete Behandlung zu beginnen.
Haarausfall Diagnose: Verschiedene Tests beim Dermatologen
Für die Diagnose durch Ihren Arzt kommen je nach Ausprägung des Haarausfalls verschiedene Verfahren infrage.
Wenn Sie befürchten, dass Sie an Haarausfall leiden, sollte der Gang zum Arzt und die Diagnose der erste Schritt sein. Denn nur, wenn die Art des Haarausfalls diagnostiziert wurde, kann die richtige Therapie gestartet werden.
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