Haarausfall frühzeitig erkennen: Ursachen und Lösungen

Haarausfall betrifft Millionen Menschen - Frauen wie Männer, junge wie ältere. Der Blick in den Spiegel, das tägliche Ausbürsten der Haare oder der Blick auf das Kopfkissen am Morgen: Für viele ist es ein stiller, aber ständiger Begleiter, der Unsicherheit, Sorgen oder sogar Ängste auslösen kann.

Es ist völlig normal, dass man jeden Tag bis zu 100 Haare verliert, bei vollem Haar. Wer aber nachweislich mehr Haare verliert als sonst, größere Büschel aus der Bürste und aus dem Abfluss der Dusche zieht oder das Zopfgummi plötzlich noch eine Umdrehung mehr braucht, um fest zu sitzen, kann unter einem behandlungsbedürftigen Haarausfall leiden. Auch wenn kahle Stellen entstehen oder die Haare büschelweise ausfallen, besteht Anlass zur Sorge.

Doch so individuell der Haarverlust erlebt wird, so vielfältig sind auch seine Ursachen - und seine Behandlungsmöglichkeiten.

In der Regel gilt, dass bis zu hundert ausgefallene Haare am Tag kein Grund zur Sorge sind. Diese Anzahl ist dem natürlichen Haarwechsel geschuldet. Werden es aber über einen längeren Zeitraum deutlich mehr, spricht man von Haarausfall.

Erste Anzeichen für Haarausfall sind eine vermehrte Anzahl von Haaren in der Bürste, im Abflusssieb der Dusche, auf den Badezimmerfliesen oder dem Kopfkissen.

Haarausfall ist erst dann bedenklich, wenn täglich mehr als 100 Haare ausgehen. Der regelmäßige Verlust von Kopfhaar ist normal. Üblicherweise beschränkt sich dies jedoch auf rund 70 bis 100 Haare pro Tag. Das heißt nicht, dass man sein ausgefallenes Haar nun zählen muss. Man bemerkt in der Regel von alleine, wenn das Kopfhaar lichter wird.

Wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie an Haarausfall leiden, sollten Sie Ihren Haus- bzw. Hautarzt aufsuchen.

Dabei ist es oft nicht leicht, die Ursachen allein zu erkennen. Doch was auch dahintersteckt: Sie sind damit nicht allein. Unser Ziel ist es, nicht nur die Symptome zu lindern, sondern gemeinsam mit Ihnen die individuellen Auslöser Ihres Haarausfalls zu verstehen - und gezielt dagegen vorzugehen. Dabei setzen wir auf medizinisches Fachwissen, moderne Diagnostik und ein offenes, ehrliches Gespräch.

Es gibt verschiedene Arten von Haarausfall. Dies sind die häufigsten Formen:

  • Anlagebedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie)
  • Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)
  • Diffuser Haarausfall (Alopecia diffusa)
  • Andere Formen, zum Beispiel aufgrund von Entzündungen oder ständigem Druck und Zug am Haar

Was ist Haar­aus­fall? Von Haar­aus­fall spricht man, wenn Haa­re kon­ti­nu­ier­lich aus­ge­hen und nicht wie­der nach­wach­sen. Nor­ma­ler­wei­se ver­liert man am Tag et­wa 70 bis 100 Haare. Diese fin­den sich dann zum Bei­spiel auf dem Kopf­kis­sen, in der Haar­bür­ste oder der Du­sche. Sie wach­sen üb­li­cher­wei­se wie­der nach. Al­ler­dings wird das Haar mit zu­neh­men­dem Al­ter bei fast je­dem lich­ter. Ver­liert man je­doch täg­lich mehr als 100 Haa­re und das über ei­nen län­ge­ren Zeit­raum, kann dies auf Haar­aus­fall deu­ten. Sicht­bar wird Haar­aus­fall zu­nächst an ei­ni­gen haar­lo­sen Stel­len, die mit der Zeit grö­ßer wer­den. Die Ur­sa­che die­ser so­ge­nann­ten Alo­pe­zie lässt sich meist durch den Haut­arzt fest­stel­len.

Für den Aus­fall der Kopf­haa­re kön­nen ver­schie­de­ne Aus­lö­ser ver­ant­wort­lich sein. Zu den häu­figs­ten Ur­sa­chen, so­wohl bei Frau­en als auch bei Män­nern, zählt der an­la­ge­be­ding­te Haar­aus­fall. Be­trof­fen sind bei­na­he zwei Drit­tel der Män­ner und et­wa je­de zwei­te Frau. Bei Män­nern schrump­fen all­mäh­lich die Kopf­haar­wur­zeln. Sie re­agie­ren über­emp­find­lich auf das Hor­mon DHT (Di­hy­dro­tes­tos­te­ron), so dass sich kei­ne kräf­ti­gen Haa­re mehr ent­wi­ckeln. War­um Frau­en an an­la­ge­be­ding­tem Haar­aus­fall lei­den, ist bis­lang noch nicht ge­klärt. Ver­mu­tet wird ei­ne eben­falls er­erb­te ho­he An­dro­gen-Emp­find­lich­keit der Haar­wur­zeln.

Von kreis­run­dem Haar­aus­fall (Alo­pe­cia a­re­a­ta) sind deutsch­land­weit rund ei­ne Mil­li­on Men­schen be­trof­fen. Vor al­lem Kin­der und jun­ge Er­wach­se­ne (bis et­wa 30 Jah­re) lei­den da­ran. Die­se Art des Haar­aus­falls ist ei­ne Au­to­im­mun­er­kran­kung, bei der kör­per­e­i­ge­nes Ge­we­be an­ge­grif­fen wird. Das sind ent­we­der die Haar­wur­zeln an der Kopf­haut oder an ei­ner an­de­ren Stel­le des Kör­pers. Bei Frau­en je­den Al­ters tritt die Krank­heit deut­lich häu­fi­ger in Er­schei­nung als bei Män­nern.

Für dif­fu­sen Haar­aus­fall (Alo­pe­cia dif­fu­sa) kom­men un­ter­schied­li­che Aus­lö­ser in­fra­ge. Zum ei­nen zäh­len ei­ne Funk­tions­stö­rung der Schild­drü­se und Ei­sen­man­gel da­zu, aber auch ei­ni­ge Me­di­ka­men­te und Stress las­sen das Haar dün­ner wer­den. Eben­falls ist be­kannt, dass Hor­mon­be­hand­lun­gen wie et­wa ei­ne Hor­mon­the­ra­pie wäh­rend der Wech­sel­jah­re oder die Ein­nah­me der An­ti­ba­by­pil­le Ein­fluss auf das Ab­neh­men der Haar­dich­te ha­ben kön­nen. Frau­en sind viel häu­fi­ger be­trof­fen als Män­ner. Auch Kin­der kön­nen dif­fu­sen Haar­aus­fall be­kom­men.

Ist die Kopf­haut ent­zün­det, kann das auch stel­len­wei­sen Haar­aus­fall ver­ur­sa­chen. Je eher ei­ne Be­hand­lung er­folgt, des­to bes­ser sind die Aus­sich­ten, dass es nicht zu Ver­nar­bun­gen und per­ma­nen­tem Ver­lust der Haa­re kommt.

An­la­ge­be­ding­ter Haar­aus­fall: Ist der Ver­lust des Kopf­haa­res er­b­lich be­dingt, stel­len sich die Symp­to­me bei Frau­en und Män­nern je­weils an­ders dar. Män­ner ver­lie­ren ihr Haar zu­erst im Be­reich der Stirn (Ge­heim­rats­ecken) und in der obe­ren Schlä­fen­re­gi­on. Das Haar am Ober­kopf dünnt aus. Auf Dau­er kann sich an Stirn und Hin­ter­kopf ei­ne Glat­ze bil­den, so dass le­dig­lich ein Haar­kranz bleibt. Je frü­her der er­b­lich be­ding­te Haar­aus­fall be­ginnt, des­to stär­ker prä­gen sich die Symp­to­me mit fort­schrei­ten­dem Al­ter aus. Häu­fig sind be­reits Ju­gend­li­che be­trof­fen.

Bei Frau­en äu­ßert sich der an­la­ge­be­ding­te Haar­aus­fall be­son­ders im Schei­tel­be­reich, kann sich aber auch nach hin­ten oder zu den Sei­ten fort­set­zen. Sel­ten führt dies zu kah­len Stel­len wie beim Mann. Die Kopf­haut kann aber sicht­bar wer­den. Die­ser so­ge­nann­te an­dro­ge­ne­ti­sche Haar­aus­fall prägt sich in der Re­gel erst nach den Wech­sel­jah­ren deut­lich aus.

Kreis­run­der Haar­aus­fall: Die Symp­to­me sind bei Frau­en und Män­nern gleich aus­ge­prägt. Al­ler­dings sind Frau­en je­den Al­ters von der so­ge­nann­ten Alope­cia are­a­ta häu­fi­ger be­trof­fen als Män­ner. Kreis­run­der Haar­aus­fall setzt meist plötz­lich ein. Am Kopf, manch­mal auch an Au­gen­brau­en, Wim­pern oder Bart, bil­den sich dann in­ner­halb kur­zer Zeit kah­le Stel­len. Die­se run­den oder ova­len Kahl-­Stel­len wir­ken dann wie aus­ge­stanzt. Meist be­ginnt der kreis­run­de Haar­aus­fall schon im Kin­des- und Ju­gend­al­ter.

Dif­fu­ser Haar­aus­fall: Die Symp­to­me stel­len sich bei bei­den Ge­schlech­tern gleich dar. Frau­en be­kom­men die so­ge­nann­te dif­fu­se Alope­zie je­doch deut­lich öf­ter als Män­ner. Auch Kin­der sind be­trof­fen. - Die Haa­re fal­len hier häu­fig gleich­zei­tig aus. Sie stel­len erst ihr Wachs­tum ein, wech­seln in ei­nen Ru­he­zu­stand, um an­schlie­ßend aus­zu­ge­hen. Be­stimm­te Stel­len sind nicht be­trof­fen, viel­mehr wird das Kopf­haar ins­ge­samt dün­ner. Zu dif­fus aus­ge­brei­te­ter Ver­nar­bung kommt es da­bei sel­ten.

Wenn man bei sich sehr star­ken Haar­ver­lust fest­stellt, soll­te recht bald ein Der­ma­to­lo­ge (Haut­arzt) auf­ge­sucht wer­den. Bei ein­i­gen For­men des Haar­aus­falls steigt der Er­folg der Be­hand­lung näm­lich mit ei­ner frü­hen Dia­gno­se. Auch ei­ni­ge Kran­ken­häu­ser bie­ten spe­zi­el­le Haar­sprech­stun­den an.

Um Haar­aus­fall be­han­deln zu kön­nen, muss der Haut­arzt erst ein­mal die Ur­sa­che be­stim­men. Da­zu wird ein aus­führ­li­ches Ge­spräch mit dem Pa­tien­ten ge­führt (Anam­ne­se). Der be­han­deln­de Arzt wird un­ter an­de­rem fol­gen­de Fra­gen stel­len:

  • Wie lan­ge hat der Pa­tient schon Haar­aus­fall?
  • Wie stark ist der Haar­ver­lust?
  • Sind wei­te­re Symp­to­me auf­ge­tre­ten (zum Bei­spiel Juck­reiz)?
  • Wie stellt sich die bis­he­ri­ge Krank­en­ge­schich­te dar?
  • Lei­den auch Ver­wand­te un­ter dem Aus­fall des Kopf­haa­res?
  • Wel­che Me­di­ka­men­te wer­den ein­ge­nom­men?
  • Lei­det der Pa­tient un­ter be­son­ders ho­hem Stress?
  • Weib­li­che Pa­tien­tin­nen wer­den zu­dem nach ih­rem Men­stru­a­tions­zy­klus be­fragt, nach der Ein­nah­me von Ver­hü­tungs­mit­tel, nach Schwan­ger­schaft und Ge­bur­ten so­wie ggf. nach Ein­set­zen der Wech­sel­jah­re.

Im An­schluss an das aus­führ­li­che Dia­gno­se-Ge­spräch folgt die kör­per­li­che Un­ter­su­chung. Der Arzt wird sich die von Haar­aus­fall be­trof­fe­ne Stel­le an­se­hen. Even­tu­ell nimmt er da­bei ein Der­ma­to­skop (be­leuch­te­te Lupe) zu Hil­fe. Das Mus­ter, das das aus­ge­fal­le­ne Haar hin­ter­las­sen hat, gibt oft schon Auf­schluss über den Grund des Kopf­haar­ver­lus­tes. Ge­ge­be­nen­falls sind zu­sätz­li­che Un­ter­su­chun­gen, wie ei­ne Blut- oder Haar­ana­ly­se nö­tig. Be­steht der Ver­dacht auf ei­ne Pilz­er­kran­kung der Kopf­haut, kann es nö­tig sein, ei­nen Ab­strich vom Haar oder den Haar­stümp­fen zu neh­men und ei­ne Er­re­ger­kul­tur an­zu­le­gen. In sel­te­nen Fäl­len nimmt der Der­ma­to­lo­ge auch ei­ne Ge­we­be­pro­be der Kopf­haut (mit­samt Haar­fol­li­kel).

Auch ein Zupf­test ist mög­lich. Der Haut­arzt tes­tet so, wie vie­le Haa­re sich schon durch leich­tes Zie­hen ent­fer­nen las­sen.

Auf den kah­len Stel­len wird der Arzt prü­fen, ob noch Po­ren der Haar­bäl­ge (Haar­fol­li­kel) zu fin­den sind. Ist das der Fall, hat noch kei­ne Ver­nar­bung statt­ge­fun­den und die Haa­re kön­nen da­her prin­zi­pi­ell nach­wach­sen.

Die Be­hand­lung von Haar­aus­fall rich­tet sich nach de­ren spe­zi­fi­scher Ur­sa­che.

Therapie von an­la­ge­be­ding­tem Haar­aus­fall:

bei Män­nern: Ver­ord­net wird in der Re­gel ei­ne Mi­no­xi­dil-Lö­sung (2% oder 5%), evtl. ein Mi­no­xi­dil-Schaum (5%). Das Mit­tel wird auf die Kopf­haut auf­ge­tra­gen und kann den Haar­aus­fall bei den meis­ten An­wen­dern stop­pen. So­gar ei­ne Ver­di­ch­tung des Haa­res ist manch­mal mög­lich. Mi­no­xi­dil sti­mu­liert die Haar­wur­zeln, kann je­doch nach ei­ni­gen Wo­chen den Haar­ver­lust vor­ü­ber­ge­hend ver­stär­ken. Der Ef­fekt wird als Shedding be­zeich­net und zeigt an, dass die The­ra­pie gut an­schlägt. Wei­te­re Ne­ben­wir­kun­gen kön­nen ge­rö­te­te oder schup­pen­de Kopf­haut sein, auch al­ler­gi­sche Re­ak­tio­nen kom­men vor. Wird Mi­no­xi­dil ab­ge­setzt, kön­nen die Haa­re er­neut aus­fal­len.

Ei­ne wei­te­re The­ra­pie­op­ti­on ist die mit Fi­nas­te­rid-Ta­blet­ten. Sie sind aus­schließ­lich Män­nern vor­be­hal­ten. Frau­en, Kin­der und Ju­gend­li­che dür­fen den Wirk­stoff nicht ein­neh­men. Fi­nas­te­rid re­du­ziert den Um­bau­pro­zess von Tes­tos­te­ron zu DHT. Ge­gen Ge­heim­rat­se­cken ist es wir­kungs­los. Als Ne­ben­wir­kung kön­nen Po­tenz­stö­run­gen auf­tre­ten. Auch hier setzt der Ver­lust des Kopf­haa­res wie­der ein, so­bald das Mit­tel ab­ge­setzt wird.

In vie­len Fäl­len ist auch ei­ne Haar­trans­plan­ta­tion mög­lich. Der be­han­deln­de Haut­arzt kann die in­di­vi­du­el­len Mög­lich­kei­ten am bes­ten ein­schät­zen.

bei Frau­en: Auch bei Frau­en fin­det Mi­no­xi­dil, meist als Haar­was­ser, An­wen­dung. Die Blut­ge­fä­ße wei­ten sich und die Durch­blu­tung der Kopf­haut wird an­ge­regt. Ei­ne Ne­ben­wir­kung kann al­ler­dings ver­stärk­ter Haar­wuchs im Ge­sicht und auf der Stirn sein. Mit Ab­set­zen des Mit­tels en­det auch des­sen Wir­kung und die Haa­re kön­nen wie­der aus­fal­len.

Die Mög­lich­keit ei­ner Haar­trans­plan­ta­tion steht auch Frau­en of­fen. Am bes­ten lässt man sich von sei­nem Haut­arzt be­ra­ten.

The­ra­pie von kreis­run­dem Haar­aus­fall

Frau­en sind von kreis­run­dem Haar­aus­fall deut­lich öf­ter als Män­ner be­trof­fen. Die The­ra­pie­an­sät­ze un­ter­schei­den sich nicht in Be­zug auf das je­wei­li­che Ge­schlecht.

Kreis­run­der Haar­aus­fall wird meist mit ent­zün­dungs­hem­men­den Me­di­ka­men­ten, wie Kor­ti­son, be­han­delt. Auch die ge­ziel­te Rei­zung der Kopf­haut zur bes­se­ren Durch­blu­tung ist bei vie­len wirk­sam. Häu­fig setzt da­nach das Haar­wachs­tum wie­der ein. Das Er­geb­nis hält aber nur so lan­ge an, wie die Be­hand­lung dau­ert. Wird sie ein­ge­stellt, ge­hen die Haa­re er­neut aus.

Zur Stär­kung der Haar­wur­zeln setzt man auch auf die so­ge­nann­te To­pi­sche Im­mun­the­ra­pie so­wie auf Licht­the­ra­pie. Bei­des kann hel­fen, den Haar­ver­lust zu stop­pen.

The­ra­pie von dif­fu­sem Haar­aus­fall

Dif­fu­ser Haar­aus­fall kann auf zahl­rei­che Ur­sa­chen zu­rück­ge­führt wer­den. Ist ei­ne Krank­heit der Aus­lö­ser, gilt es die die­se zu­erst zu be­han­deln. Tritt dif­fu­ser Haar­aus­fall als Ne­ben­wir­kung ei­nes Me­di­ka­ments auf, soll­te nach Mög­lich­keit der Wirk­stoff ge­wech­selt wer­den. Aber auch Man­gel­zu­stän­de, wie zum Bei­spiel Ei­sen­man­gel, kön­nen ver­ant­wort­lich sein. Dann kann man be­reits mit ei­ner Er­näh­rungs­um­stel­lung dem Haar­aus­fall Ein­halt ge­bie­ten. Po­si­tiv wir­ken sich meist auch die Ein­schrän­kung des Ni­ko­tin- und Al­ko­hol­kon­sums aus. Häu­fig wird zu­sätz­lich ei­ne 2%-i­ge Mi­no­xi­dil-Lö­sung zum Ein­rei­ben der Kopf­haut emp­foh­len.

Frau­en sind von dif­fu­sem Haar­aus­fall häu­fi­ger be­trof­fen als Män­ner. Hor­mon­be­hand­lun­gen, An­ti-Ba­by-Pil­le und Wech­sel­jah­re ha­ben Ein­fluss auf die­se Form des Haar­ver­lus­tes. Sind Hor­mon­ver­än­de­run­gen da­für ver­ant­wort­lich, kann ge­mein­sam mit dem be­han­deln­den Gy­nä­ko­lo­gen oder En­do­kri­no­lo­gen nach ei­ner Lö­sung ge­sucht wer­den.

Haarausfall bei Frauen: Welche Medikamente und Behandlungen helfen? | ARD GESUND

Folgende Tabelle fasst die verschiedenen Arten von Haarausfall, ihre Ursachen und typischen Symptome zusammen:

Art des HaarausfallsUrsachenSymptome
Androgenetische AlopezieGenetische Veranlagung, hormonelle EinflüsseGeheimratsecken, Ausdünnung am Oberkopf (Männer), Ausdünnung im Scheitelbereich (Frauen)
Alopecia areataAutoimmunerkrankungKreisrunde, kahle Stellen auf der Kopfhaut oder anderen Körperstellen
Alopecia diffusaSchilddrüsenstörungen, Eisenmangel, Medikamente, StressGleichmäßige Ausdünnung des Haares über den gesamten Kopf

Es ist wichtig, bei ersten Anzeichen von Haarausfall einen Arzt aufzusuchen, um die genaue Ursache zu ermitteln und eine geeignete Behandlung zu beginnen.

Haarausfall Diagnose: Verschiedene Tests beim Dermatologen

Für die Diagnose durch Ihren Arzt kommen je nach Ausprägung des Haarausfalls verschiedene Verfahren infrage.

  1. Kopfhaut-Biopsie
  2. Kopfhautinspektion/ Haarscheitelung
    Der Arzt untersucht Ihre Haare meist unter einer hellen Lampe. Dabei prüft er genau die Haarstruktur, die Kopfhaut und die Haardichte. Je nach Art des Haarausfalls oder der Kopfhauterkrankung wird die Haut des gesamten Körpers untersucht und an auffälligen Stellen mit einem Auflichtmikroskop begutachtet. Auch eine Untersuchung der Körperbehaarung kann bei vielen Arten von Haarausfall erforderlich sein.

  1. Zupf- oder Epilationstest
    Der Arzt greift in Ihre Haare und versucht, diese mit einem sanften Ruck herauszuziehen. Dieser Versuch wird an mehreren Stellen der Kopfhaut durchgeführt, um festzustellen, wie leicht sich die Haare aus der Kopfhaut lösen.Die Schwere des Haarausfalls lässt sich durch dieses Vorgehen grob bestimmen, jedoch nicht die Ursache des Haarausfalls. Achtung: Dieser Test dient nur als grobe Einschätzung des Ausmaßes des Haarausfalls. Der Arzt wird im Anschluss weitere Tests durchführen, um den Haarausfall genauer bestimmen zu können.

  1. Durchstreifung der Haare
    Mit dem Durchstreifen der Haare lassen sich vermehrte lose „Telogenhaare“ nachweisen, also solche Haare, die sich in der Ruhephase befinden und am Ende dieser Phase ausfallen. Der Arzt fasst dem Patienten mit gespreizten Fingern entgegen der Wachstumsrichtung ins Haar und führt einen langsamen Zug mit geschlossenen Fingern in Haarwuchsrichtung durch. Bleiben mehr als 5-10 Haare in den Fingern hängen, kann dies ein Hinweis auf verstärkten Haarausfall sein.
  2. Haarreibetest
    Der Arzt nimmt einige Haare zwischen seine Finger und zerreibt diese. Damit stellt er fest, ob eine erhöhte Brüchigkeit der Haare vorliegt und somit möglicherweise Haarstrukturschäden vorhanden sind. Zeigt sich beim Haarreibetest eine erhöhte Brüchigkeit, wird der Arzt weitere Untersuchungsmethoden durchführen, da auch dieser Test die Ursache des Haarausfalls nicht bestimmen kann.

  1. Haarausfall: Blutuntersuchung
    Medikamente, bestimmte Krankheiten oder Mangelzustände können Ursachen von diffusem Haarausfall sein. Daher nimmt der Arzt Blut ab, um z. B. Schilddrüsen- oder Eisenwerte sowie weitere relevante Nährstoffe (Zink) und Vitamine (u. a. Biotin, Thiamin und Folsäure) zu überprüfen. Nach Vorliegen des Befunds können solche Krankheiten oder Mängel gezielt behandelt werden.
  2. Haarausfall erkennen und spezifizieren: Mikroskopische Untersuchungsmethoden
    Wenn einer oder mehrere obenstehende Tests auffällig sind, kann Ihr Arzt mithilfe verschiedener mikroskopischer Untersuchungen den Haarausfall genauer diagnostizieren bzw. bestimmen, um welche Art Haarausfall es sich handelt.
  3. Haarausfall erkennen mittels Trichometrie/TrichoScan
    Das TrichoScan-Verfahren ist ein modernes, computergestütztes Analyseverfahren zur Bestimmung der Haardichte und des Haarwurzelstatus. Für die Analyse wird ein ca. 16-20 mm durchmessendes betroffenes Kopfhautareal an einer Stelle abrasiert, die sich gut verdecken lässt. Das Areal wird mit einem Tusche-Farbstoff eingefärbt und eine Aufnahme in 20-facher Vergrößerung mittels digitaler mikroskopischer Fotografie erstellt. Das Bild wird daraufhin mit der Software im Computer automatisch ausgewertet und die Haardichte bestimmt. Soll auch der Haarwurzelstatus ermittelt werden, werden die Haarstoppeln erst nach drei Tagen eingefärbt und fotografiert.

  1. Haarausfall Diagnose: Kopfhaut-Biopsie
    Biopsie ist der Fachbegriff für die Entnahme und Untersuchung von Gewebe aus einem lebenden Organismus. Im Falle von Haarausfall entnimmt der Arzt ein ca. 4 mm großes Stück der Kopfhaut inklusive Haarwurzeln. Die Entnahme wird unter örtlicher Betäubung vorgenommen. Das Stückchen Kopfhaut wird anschließend unter dem Mikroskop untersucht. Dabei wird auch die Anzahl der aktiven Haarfollikel festgestellt. Insbesondere bei Kopfhauterkrankungen ungeklärter Ursache sowie bei vernarbender Alopezie kann die Biopsie sinnvoll sein, um weitere Informationen über die Erkrankung zu erhalten.

  1. Trichogramm - lichtmikroskopische Haaranalyse
    Eine heutzutage nicht mehr ganz übliche Methode zur Diagnose von Haarausfall ist das Trichogramm. Damit bezeichnet man die lichtmikroskopische Untersuchung der Haarwurzeln. Der Arzt entnimmt dazu eine Strähne von ca. 50 Haaren aus der betroffenen Region der Kopfhaut, indem er die Haare mit einer gummiarmierten Klemme ausreißt. Die gleiche Anzahl Haare wird nochmals aus einem nicht von Haarausfall betroffenen Kopfhautareal entnommen. Beide Büschel werden dann unter dem Mikroskop betrachtet und analysiert.

Wenn Sie befürchten, dass Sie an Haarausfall leiden, sollte der Gang zum Arzt und die Diagnose der erste Schritt sein. Denn nur, wenn die Art des Haarausfalls diagnostiziert wurde, kann die richtige Therapie gestartet werden.

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