Haarausfall bei Frauen: Ursachen und Behandlung von kahlen Stellen

Fast jede dritte Frau hat im Lauf ihres Lebens mit Haarausfall zu kämpfen. Der Leidensdruck ist groß. Dabei lässt sich Haarverlust gezielt bekämpfen.

Im folgenden Beitrag stellen wir Hintergründe vor und wie Sie agieren können. Was also sollten Betroffene bei kahlen Stellen im Haar tun? Abwarten oder doch besser handeln, aber wie? Wenn plötzlich runde, kahle Stellen auf dem Kopf oder im Bart auftreten, liegt meistens ein sog. “kreisrunder Haarausfall” zugrunde.

Haarausfall hat viele Gesichter, ein Einzelschicksal ist (starker) Haarverlust jedoch nicht. Die häufigste Art ist der hormonell erblich bedingte Haarausfall (auch androgenetische Alopezie) - bis zu 40 Prozent der Frauen entwickeln im Laufe ihres Lebens Anzeichen dieser Form.

Im Gegensatz zum kreisrunden Haarausfall sind Frauen hiervon weniger stark betroffen. Die häufigste Form des Haarverlusts, die androgenetische Alopezie (Alopecia androgenetica), wird durch männliche Sexualhormone, die Androgene, ausgelöst, und ist erblich bedingt.

Erfahr hier mehr zu Arten, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten. Einige Betroffene müssen sich schon in jungen Jahren damit auseinandersetzen, andere mit dem Beginn der Wechseljahre.

Was ist kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)?

Der kreisrunde Haarausfall, beziehungsweise Alopecia areata, gehört zu den am weitesten verbreiteten Erkrankungen mit Haarverlust. Obwohl in Deutschland über eine Millionen Menschen davon betroffen sind, ist die Erkrankung in der Öffentlichkeit kaum bekannt.

Beim kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata) bilden sich meist einzelne, runde, haarlose Flecken im Kopfhaar. Seltener betroffen sind Gesichtsbehaarungen wie Bart, Augenbrauen, Wimpern oder das Körperhaar.

Alopecia areata ist eine Autoimmunkrankheit. Durch einen Angriff des Immunsystems werden die Haare in ihrem Wachstum so stark gestört, dass sie ausfallen.

Alopecia areata kann im Zusammenhang mit einer anderen Erkrankung auftreten.

Mitunter gehen weitere Autoimmunerkrankungen mit kreisrundem Haarausfall einher.

Es gibt verschiedene Formen des kreisrunden Haarausfalls:

  • Alopecia areata totalis: Fehlen der gesamten Kopfbehaarung, inklusive Augenbrauen und Wimpern. Diese Form tritt eher selten auf.
  • Alopecia areata universalis: Komplette Körperbehaarung fällt aus, inklusive Augenbrauen, Wimpern und Nasenhaare.
  • Alopecia ophiasis: Kranzartiges Fehlen der Haare im Ohren- und Nackenbereich. Augenbrauen, Haare oben und seitlich am Kopf sowie die restliche Körperbehaarung sind nicht betroffen.

Die Alopecia areata (AA) tritt zu 80 Prozent der Fälle im Kopfbereich auf. Bei Männern kann zusätzlich der Bartwuchs betroffen sein.

Bei etwa jedem vierten Patienten treten zusätzlich zum Haarausfall auch Nagelveränderungen der Finger- und Fußnägel auf. Diese äußern sich in kleinen Grübchen und Längsrillen, weißen Flecken auf den Nägeln, einer rauen Nageloberfläche oder brüchigen Nägeln.

Etwa ein bis zwei Prozent aller Menschen erkranken im Laufe ihres Lebens an einer Alopecia areata und entwickeln kahle Stellen am Kopf. Meistens liegt die Erstmanifestation im Kindes- oder jungen Erwachsenenalter, in über 80 Prozent der Fälle sind Menschen unter 40 Jahren davon betroffen.

Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen, wobei Frauen meist mehr unter der Veränderung ihres Haarbilds leiden.

In vielen Fällen heilt die Erkrankung spontan aus. Allerdings ist auch die Rezidivrate sehr hoch - wer einmal kreisrunden Haarausfall hatte, wird ihn mit hoher Wahrscheinlichkeit noch einmal bekommen. Je länger die Erkrankung bereits andauert, desto wahrscheinlicher nimmt sie einen chronischen Verlauf.

Als Ursache der Erkrankung wird eine Autoimmunreaktion vermutet. Es handelt sich um eine Fehlreaktion des Immunsystems, welches eigentlich zur Bekämpfung von Krankheitserregern sowie fremden oder entarteten Zellen zuständig ist.

Beim kreisrunden Haarausfall greift das Immunsystem des Betroffenen fälschlicherweise die körpereigenen Haarwurzeln an. Das hat eine Entzündungsreaktion der Haarfollikel zur Folge. Was diese These unterstützt, ist die Tatsache, dass Patienten mit Alopecia areata häufig unter weiteren Autoimmunerkrankungen leiden.

Da teilweise eine familiäre Häufung der Erkrankung beobachtet wird, ist auch eine genetische Teilursache anzunehmen. In einigen Fällen scheint auch eine psychogene Komponente eine Rolle zu spielen, da ein Auftreten oder eine Verschlechterung der Krankheit bei ausgeprägtem Stress oder schweren emotionalen Belastungen registriert werden konnte.

Bei Menschen mit Down-Syndrom kommt ein kreisrunder Haarausfall auffällig häufig vor. Auch einige an Covid19 Erkrankte entwickeln im Verlauf einen kreisrunden Haarausfall.

Der typische Verlauf einer Alopecia areata beginnt meist mit einzelnen kahlen Stellen auf dem Kopf oder am Körper, die sich mit der Zeit vergrößern und miteinander verschmelzen. Es kann jedoch passieren, dass die ersten nachwachsenden Haare weiß sind und erst später pigmentierte Haare kommen.

Andererseits haben viele Therapieoptionen der Alopecia areata eine ähnliche Ansprechrate wie die Quote der Spontanheilungen. Eine langfristige Heilung verspricht das jedoch nicht - auch hier treten häufig Rezidive auf. Im besten Fall tritt eine Spontanheilung ein. In schweren Verlaufsformen kann jedoch auch das gesamte Haar ausfallen. Der individuelle Verlauf lässt sich nicht vorhersehen.

Neben dem kreisrunden Haarausfall können auch Infektionen der Kopfhaut für kahle Stellen sorgen. Ebenfalls können Formen der vernarbenden Alopezie zu Haarausfall und kahlen Stellen führen. Auch durch einen Unfall können einzelne kahle Stellen im Bart, dem Kopfhaar oder den Augenbrauen entstehen.

Weiterhin gibt es eine psychische Erkrankung namens Trichotillomanie, bei der sich Betroffene selbst die Haare ausreißen. Sie gehört zu den Zwangsstörungen.

Kahle Stellen an den Augenbrauen, dem Bart- oder Kopfhaar können das Selbstwertgefühl und die Ästhetik der Betroffenen schwer beeinträchtigen.

Deshalb sollte zur Therapieplanung möglichst früh ein Hautarzt oder ein Experte für Haarausfallbehandlungen hinzugezogen werden. Am häufigsten liegt ein kreisrunder Haarausfall als Ursache vor. Dieser kann zwar spontan ausheilen, rezidiviert jedoch häufig und es gibt auch schwere Verläufe, die zum Verlust großer Haarpartien bzw. der gesamten Körperbehaarung führen können.

Ursachen für kreisrunden Haarausfall

Welche Ursachen genau hinter kreisrundem Haarausfall stecken, ist bisher nicht bekannt.

Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass es sich um eine Autoimmunreaktion handelt. Darunter versteht man eine fehlgeleitete Reaktion des Immunsystems.

Genauer gesagt, erkennt das Immunsystem die körpereigenen Haare fälschlicherweise als fremd und bildet Abwehrstoffe dagegen. In der Folge entzünden sich die Haarwurzeln: Die Haare wachsen nicht mehr richtig und fallen aus.

In manchen Familien kommt kreisrunder Haarausfall gehäuft vor. Fachleute vermuten deshalb, dass diese Form des Haarausfalls erblich bedingt sein kann.

Manche Menschen mit kreisrundem Haarausfall berichten, zum Zeitpunkt des Haarausfalls starkem emotionalem Stress ausgesetzt gewesen zu sein. Bei einem Großteil der Betroffenen ist das hingegen nicht der Fall. Stress könnte daher in einem gewissen Maß ein Mitauslöser sein.

Einzelne Studien weisen zudem darauf hin, dass geringe Mengen von Vitamin D im Blut kreisrunden Haarausfall begünstigen könnten.

Ob Stress und Vitamin D tatsächlich eine Rolle spielen, ist aber bisher wissenschaftlich nicht sicher belegt.

Alopecia areata - Ursachen, Symptome und Behandlung | dermanostic Hautlexikon

Das bedeutet, dass mehrere Faktoren bei der Entstehung eine Rolle spielen. Die genauen Ursachen sind für diese Form des Haarverlustes nicht geklärt, Forschende gehen von genetischen und Umweltfaktoren aus.

Außerdem wird vermutet, dass die Haarfollikel von einer Autoimmunreaktion betroffen sind. Diese Follikel sind Einstülpungen der Haut, in der sich die Haarwurzeln befinden. Bei der Autoimmunreaktion, die zum Haarverlust führt, bildet der Körper Antikörper, die sich gegen körpereigenes Gewebe richten. Das führt zu einer chronischen Entzündung in den tiefen Schichten der Haut, also an den Haarwurzeln, sodass die Haare ihren Halt verlieren.

Die genetischen Zusammenhänge werden derzeit genauer untersucht. Forschende gehen von einer genetisch komplexen Vererbung aus, an der viele Gene beteiligt sind. Daher ist das Erkrankungsrisiko von Verwandten eines Betroffenen erhöht. Es liegt für Geschwister von Betroffenen bei etwa sieben Prozent und für Kinder bei circa sechs Prozent.

Zusätzlich zu genetischen Ursachen werden äußere Einflüsse wie Umweltfaktoren (unter anderem Infektionen) und psychischer Stress als Auslöser in Betracht gezogen. Gegenstand der Forschung ist zudem bei Frauen die Frage, ob eine Schwangerschaft das Auftreten oder den Verlauf des kreisrunden Haarausfalls beeinflusst.

Über Umwelteinflüsse wie Schadstoffe als mögliche Ursache gibt es bisher kaum Erkenntnisse.

Symptome des kreisrunden Haarausfalls

Welche Symptome treten beim kreisrunden Haarausfall auf?

Der Haarausfall beginnt plötzlich und oftmals mit einer Stelle oder wenigen etwa münzgroßen kahlen Stellen. Innerhalb weniger Wochen werden diese Areale größer. Betroffen sind zumeist die Kopfhaut oder die Körperbehaarung, aber auch Augenbrauen oder Bart können diese Form des Haarausfalls aufweisen.

Häufig befinden sich noch sehr kurze Haare in diesen Bereichen. Die Haut sieht nicht verändert oder entzündet aus.

Die Ausprägung des kreisrunden Haarausfalls ist recht unterschiedlich. Bleiben die Areale rund und abgegrenzt, sprechen Experten von der mildesten Form, der Alopecia reticularis.

Zudem befinden sich am Rand der Flecken meist kurze, abgebrochene Haare, die zur Kopfhaut hin dünner werden. Man nennt diese umgangssprachlich Kolben-, Ausrufezeichen- oder Komma-Haare.

Menschen mit kreisrundem Haarausfall können außerdem Probleme mit den Finger- und Zehennägeln haben. Typischerweise bilden sich Grübchen oder Tüpfel im Nagel.

Bei manchen Menschen fallen ausschließlich die farbigen (pigmentierten) Haare aus; schon vorhandene, aber bislang kaum aufgefallene graue Haare bleiben übrig. Das erweckt den Eindruck, als sei die Person innerhalb kürzester Zeit ergraut.

Verlauf des kreisrunden Haarausfalls

Wie wird kreisrunder Haarausfall behandelt?Bei mehr als der Hälfte der Betroffenen bildet sich der Haarausfall nach sechs bis zwölf Monaten von selbst wieder zurück. Daher ist es sinnvoll, mit einer aktiven Behandlung abzuwarten.

Der zeitliche Verlauf ist unterschiedlich. Bei manchen Betroffenen fallen über einen kurzen oder einen längeren Zeitraum nur wenige Haare aus. Bei anderen Menschen werden schon nach wenigen Wochen deutliche Lücken sichtbar.

Bei mehr als der Hälfte der Patientinnen und Patienten wachsen die Haare innerhalb von sechs bis zwölf Monaten wieder nach. Insbesondere wenn nicht der Haaransatz betroffen ist und die kahlen Stellen in der Mitte der Kopfhaut liegen, sind die Chancen für eine spontane Heilung gut.

Haarausfall, der nach einer Infektionskrankheit oder einer Geburt einsetzt, bessert sich ebenfalls häufig spontan innerhalb von wenigen Monaten. Sind die Haare wieder nachgewachsen, hinterlässt die Erkrankung keine Narben auf der Haut.

In der Regel dauert das vollständige Nachwachsen der Haare mehrere Monate. Mitunter weist das nachgewachsene Haar eine veränderte Pigmentierung auf, die Haarfarbe hat sich also verändert.

In einigen Fällen haben Betroffene zusätzliche Veränderungen der Fingernägel mit Dellen, Rillen oder schleifpapierartigen rauen Stellen.

Der stellenweise auftretende Haarverlust kann auch erneut vorkommen oder einen chronischen Verlauf nehmen, sodass die Haare nicht mehr vollständig nachwachsen. Bei kreisrundem Haarausfall, der länger als ein Jahr andauert, vor der Pubertät einsetzt oder sehr stark ausgebreitet ist, sind die Aussichten auf eine Besserung geringer.

Außerdem erleben insgesamt etwa 30 bis 50 Prozent der zunächst geheilten Personen einen Rückfall. Mitunter haben einige Betroffene für mehrere Jahre haarlose Stellen.

Gleichzeitig zum kreisrunden Haarausfall leiden manche Menschen unter anderen an Autoimmunerkrankungen wie einem erblich bedingt gestörten Zuckerstoffwechsel (Diabetes mellitus Typ 1), der Weißfleckenkrankheit Vitiligo (pigmentlosen Hautflecken) oder autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen.

Experten und Expertinnen sprechen von in diesem Fall von Komorbidität. Das heißt, zwei oder mehr unterschiedliche Krankheiten liegen vor, ohne dass eine ursächliche Beziehung zwischen diesen bestehen muss.

Diagnose von kreisrundem Haarausfall

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata) ist in der Regel an der Art erkennbar, wie sich das Haar lichtet - also an den typischen runden kahlen Stellen am Kopf. Mitunter entstehen die Flecken an den Augenbrauen oder im Bart.

Neben der Kopf- und Gesichtsbehaarung untersuchen Ärztinnen und Ärzte das Körperhaar, denn auch dort kann kreisrunder Haarausfall auftreten.

Zudem schauen sie sich die Nägel an. Denn bei Menschen mit Alopecia areata kann es zu Nagelveränderungen wie Tüpfelnägel kommen.

Zusätzlich sucht die Ärztin oder der Arzt mit einem Auflichtmikroskop (Dermatoskop) die lichten Stellen nach den typischen abgebrochenen Haaren ab - den „Ausrufezeichen-Haaren“.

Außerdem kann die Ärztin oder der Arzt einen Zupftest machen. Lassen sich die Haare an den Rändern der kahlen Stellen leicht auszupfen, weist das ebenfalls auf kreisrunden Haarausfall hin.

Insbesondere schaut sie oder er nach den Haarbälgen und Poren. Sind diese noch sichtbar, ist das ein Zeichen dafür, dass die Haare grundsätzlich wieder nachwachsen können. Zudem können die Poren gelb oder schwarz verfärbt sein.

Gewebe zu entnehmen, also eine Biopsie zu machen, ist in der Regel nicht notwendig. Das kommt nur dann infrage, wenn trotz einer gründlichen Untersuchung und eines ausführlichen Gesprächs die Diagnose unklar ist.

Behandlungsmöglichkeiten bei kreisrundem Haarausfall

Für die Behandlung von Alopecia areata stehen verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Diese reichen von Medikamenten zur äußerlichen (topischen) Anwendung auf der Kopfhaut, über eine topische Immuntherapie bis hin zum Einsatz sogenannter JAK-Inhibitoren in Tablettenform.

Ziel dieser Therapien ist, die Entzündung an den Haarwurzeln zu stoppen und die Haarwurzeln dazu anzuregen, neue Haare zu bilden und nachwachsen zu lassen.Im besten Fall wachsen die Haare nach, ohne erneut auszufallen. Ein gewisses Risiko für künftige Haarausfall-Schübe bleibt jedoch bestehen.

Welche Therapie zum Einsatz kommt, richtet sich immer auch nach den persönlichen Bedürfnissen. Wichtig: Nicht immer stellt sich nach einer Behandlung der gewünschte Erfolg ein. Vor allem bei schwerem kreisrundem Haarausfall und einem frühen Erkrankungsbeginn kommt es häufig zu Rückfällen. Außerdem haben alle Therapien Nebenwirkungen.

Bei sehr kleinen Herden kann Cortison in die Kopfhaut injiziert werden.

Es gibt einige Therapieansätze, die Menschen mit Alopecia areata individuell ausprobieren können. Allerdings ist die Datenlage noch nicht ausreichend, um abschließend die Wirksamkeit zu beurteilen.

Eine häufig angewandte Methode ist das Einreiben der haarlosen Stelle mit kortisonhaltigen Mitteln. Alternativ ist auch eine lokale Injektion von Kortison in die Haut möglich. Dabei wird mit einer dünnen Nadel Kortison direkt in die Kopfhaut gespritzt.

Das Kortison kann auch oral durch Kortisonsteroide aufgenommen werden. Diese sogenannte systemische Therapie erfolgt täglich für etwa eine Woche über einen Gesamtzeitraum von mindestens drei Monaten, unterbrochen durch einnahmefreie Intervalle.

Die Substanz Minoxidil kommt sowohl bei gewöhnlicher Kahlheit als auch beim kreisrunden Haarausfall als Medikament zum Einsatz. Der Wirkstoff verstärkt die Durchblutung um die Haarfollikel und fördert so das Haarwachstum.

Auch speziellen Lichttherapien wird eine Wirksamkeit nachgesagt. Laut aktuellem Forschungsstand kann jedoch keine allgemeingültige Empfehlung für eine der genannten Therapien gegeben werden.

Wer bei sich selbst einen kreisrunden Haarausfall bemerkt, sollte möglichst zeitnah einen Experten für Haarausfallbehandlungen aufsuchen, um sich über die möglichen Therapieoptionen beraten zu lassen. Es gibt eine Vielzahl an medikamentösen Möglichkeiten.

Häufig wird zunächst eine Cortison-Therapie angewandt. Diese kann lokal mit Cremes oder Lösungen erfolgen, in schweren Fällen auch systemisch mit Tabletten. Ebenfalls häufig angewandt wird eine lokale Therapie mit Diphenylcyclopropenon (DCP). Sie kommt bei größeren Herden infrage und wird auch als topische Immuntherapie bezeichnet.

Dabei wird der Wirkstoff über mehrere Monate hinweg regelmäßig auf die Kopfhaut aufgetragen. Die dadurch ausgelöste Immunreaktion soll die Immunzellen, die die Haarwurzeln angreifen und dadurch den Haarausfall auslösen, verdrängen.

Eine der ältesten Therapiemethoden ist es, auf die betroffenen Stellen hautreizende Stoffe aufzutragen. Zum Einsatz kommen Anthralin (auch Cignolin genannt) oder Dithranol. Diese Option ist bei einigen Patienten erfolgreich.

Eine weitere Möglichkeit ist die PUVA-Therapie. Versuchsweise kann das eigentlich bei erblichem Haarausfall verwendete Minoxidil als Lokaltherapie angewandt werden.

Besonders bei Kindern werden häufig Zinktabletten zur Therapie eingesetzt. Zink soll das Immunsystem unterstützen und wirkt generell förderlich für gesunde Haut und Haare. Hausmittel helfen bei kreisrundem Haarausfall oft wenig.

Eine weitere Option, die bei verschiedenen Formen von Haarausfall eingesetzt wird und auch bei der Alopeca areata wirksam ist, sind bioregenerative Therapien. Meist kommen vor allem die PRP-Therapie und die Stammzellentherapie zum Einsatz.

Bei der PRP-Therapie (PRP= Platelet Rich Plasma, plättchenreiches Plasma) wird dem Patienten Blut entnommen und auf spezielle Weise aufbereitet. Es handelt sich somit um eine Eigenbluttherapie. Das daraus erhaltene Serum ist reich an Mikronährstoffen, Wachstumsfaktoren und Zytokinen und wird in die Kopfhaut gespritzt. Dort sollen die Haarwurzeln reaktiviert und zur Bildung neuer Haare angeregt werden.

Bei der Stammzellentherapie wird Unterhautfettgewebe des Patienten gewonnen und daraus Stammzellen extrahiert.

Eine Therapie, die die Alopecia areata auf Dauer heilt, gibt es bis heute leider nicht.

Überblick über die Behandlungsmethoden

Behandlungsmethode Beschreibung Wirkung
Kortison Äußerliche Anwendung (Cremes, Lösungen) oder Injektion in die Kopfhaut Entzündungshemmend, kann Haarwachstum anregen
Minoxidil Lösung, Spray oder Schaum zur Förderung der Durchblutung der Kopfhaut Anregung des Haarwachstums
Diphenylcyclopropenon (DCP) Topische Immuntherapie, Auslösung einer allergischen Reaktion auf der Kopfhaut Ablenkung des Immunsystems von den Haarwurzeln
Anthralin/Dithranol Hautreizende Stoffe zur äußerlichen Anwendung Reiztherapie zur Anregung des Haarwachstums
PUVA-Therapie Lichttherapie Kann Haarwachstum anregen
Zinktabletten Ergänzungsmittel, besonders bei Kindern Unterstützung des Immunsystems, förderlich für Haut und Haare
PRP-Therapie Eigenbluttherapie mit Injektion von plättchenreichem Plasma in die Kopfhaut Reaktivierung der Haarwurzeln
Stammzellentherapie Extraktion und Injektion von Stammzellen aus Unterhautfettgewebe Anregung des Haarwachstums
JAK-Inhibitoren Tabletten zur Einnahme Unterdrückung von Entzündungsprozessen

Umgang mit dem Haarausfall

Kreisrunder Haarausfall fällt leicht auf und kann dazu führen, dass sich Betroffene unwohl fühlen.

Tritt der Haarverlust sehr plötzlich auf oder ist er sehr stark ausgeprägt, kann das emotional enorm belasten. Mitunter passiert es, dass Menschen aufgrund des Haarausfalls gemobbt und sozial ausgegrenzt werden - vor allem bei Kindern und Jugendlichen ist dieses Risiko groß.

In solchen Fällen lässt sich einiges tun, um den Leidensdruck zu mindern.

Manchmal ist es hilfreich, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen, etwa über Selbsthilfegruppen.

Falls Sie stark von Haarausfall betroffen sind, kann es unter Umständen hilfreich sein, vorübergehend zu einer Perücke oder Haarersatz zu greifen.

Manchen hilft es, den Kopf zu rasieren - viele Männer greifen zu dieser Maßnahme. Andere tragen lieber eine Perücke oder ein Haarteil. Man bekommt den Haarersatz ärztlich verordnet.

Wer kreisrunden Haarausfall an den Wimpern hat, kann erwägen, künstliche Wimpern zu tragen. Sind die Augenbrauen betroffen, kann man künstliche Augenbrauen aufkleben, die Augenbrauen mit Schminke nachzeichnen oder tätowieren lassen (Permanent-Make-up).

Bevor man sich für die eine oder andere Maßnahme entscheidet, ist eine Beratung zu den Kosten sowie zu den Vor- und Nachteilen der Methode sinnvoll.

Wenn der Haarausfall trotz kosmetischer Maßnahmen sehr stark belastet und psychische Symptome wie Depressivität oder Ängstlichkeit hinzukommen, ist professionelle psychotherapeutische Hilfe sinnvoll.

Vielen Menschen mit kreisrundem Haarausfall hilft es, sich in Selbsthilfegruppen auszutauschen. Das Gespräch mit Menschen, die selbst mit Haarausfall zu tun haben und die Probleme und Herausforderungen kennen, bewirkt oft schon viel.

Zudem bieten sie eine Plattform, um einen besseren Umgang mit der Erkrankung zu finden.

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