Haarausfall im Frühjahr bei Frauen: Ursachen und was Sie dagegen tun können

Viele Menschen bemerken im Frühjahr vermehrt Haarausfall. Dieser saisonale Haarausfall kann verschiedene Ursachen haben und betrifft Frauen häufiger als Männer. In diesem Artikel werden die Ursachen für Haarausfall im Frühjahr bei Frauen erläutert und Tipps gegeben, wie Sie Ihr Haar stärken können.

Saisonaler Haarausfall: Ein natürliches Phänomen

Wir verlieren täglich eine gewisse Menge an Haaren, unabhängig von der Jahreszeit. Im Durchschnitt sind es zwischen 50 und 100 Haare täglich. Dieser Haarausfall ist Teil des natürlichen Haarzyklus und sollte Ihnen keine Sorge bereiten. Tatsächlich wird aber oft von einem vermehrten Haarausfall im Frühjahr berichtet.

Studien bestätigen, dass im Herbst und Winter mehr Haare ausfallen als im Frühling und Sommer. Die Ursachen liegen in der erhöhten Sonneneinstrahlung im Sommer, die dazu führt, dass mehr Haare vorzeitig in die Ruhephase übergehen. Diese fallen dann zeitversetzt im Herbst aus. Im Sommer wird das Haar verstärkt produziert, um die Kopfhaut zu schützen, während im Herbst viele dieser Haare ausfallen, indem sie in die Ruhephase (Telogenphase) eintreten.

Der saisonale Haarausfall äußert sich durch vermehrten Haarausfall, insbesondere beim Kämmen, Bürsten oder Waschen der Haare. Dieser Zustand ist vorübergehend und dauert in der Regel sechs bis acht Wochen. Die Phase des vermehrten Haarausfalls normalisiert sich nach einigen Wochen von selbst.

Ursachen für Haarausfall im Frühjahr

Haarausfall im Frühjahr kann auf verschiedene Faktoren zurückzuführen sein:

  • Saisonwechsel: Im Winter sind die Haarfollikel weniger aktiv, sodass im Frühling vermehrt Haare ausfallen.
  • Stress: Die Anforderungen des Alltags, gepaart mit den Veränderungen in der Umgebung, können zu verstärktem Haarausfall führen.
  • Genetische Veranlagung: Eine genetische Veranlagung kann ebenfalls eine Rolle spielen.
  • Hormonschwankungen: Beim Jahreszeitenwechsel spielen oft die Hormone im Körper verrückt.
  • Mangelernährung: Fehlen dem Körper Nährstoffe, kann es auch zu Haarausfall kommen.

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Was hilft gegen Haarausfall im Frühjahr?

Gegen Haarausfall im Frühling gibt es verschiedene Maßnahmen:

  • Gesunde Ernährung: Eine gesunde Ernährung, reich an Vitaminen und Mineralstoffen, kann helfen, das Haarwachstum zu unterstützen. Bestimmte Früchte, wie Beeren (reich an Vitamin C und Antioxidantien) und Avocados (enthalten Omega-3-Fettsäuren), können helfen, Haarausfall zu stoppen oder zu reduzieren.
  • Spezielle Haarpflegeprodukte und Massagen: Diese können die Durchblutung der Kopfhaut anregen und das Haar stärken.
  • Stressreduktion: Es ist wichtig, Stress zu reduzieren und für ausreichend Ruhe und Entspannung zu sorgen.
  • Nährstoffreiche Ernährung: In den dunklen Monaten können Nahrungsmittel mit viel Vitamin D (z.B. Fisch und Meeresfrüchte, einige Pilzarten, Leinsamen, Milchprodukte, Avocados) helfen, einem Mangel vorzubeugen.
  • Natürliches Sonnenlicht: Spaziergänge an sonnigen Tagen, auch im Winter, können helfen, die Vitamin-D-Speicher aufzufüllen.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Hält der Haarausfall über einen längeren Zeitraum (mehr als 8 bis 12 Wochen) bis zum Frühjahr/Sommer an, kann dies auf eine ernste Ursache hinweisen, insbesondere wenn täglich mehr als 100 Haare ausfallen. Auch Begleiterscheinungen wie Juckreiz, Rötungen, Schuppen oder sichtbare kahle Stellen sind ein Hinweis darauf, dass der Haarausfall behandlungsbedürftig sein könnte.

Ein ungleichmäßiges Ausfallmuster, beispielsweise an der Stirn, am Oberkopf oder in Form von kreisrunden kahlen Stellen, sollte ebenfalls fachärztlich untersucht werden. Die oben genannten Symptome können ein Hinweis auf eine andere Form des Haarausfalls wie z.B. androgenetische Alopezie, Krankheiten oder Hauterkrankungen sein.

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)

Bei kreisrundem Haarausfall, in der Fachsprache als Alopecia areata bezeichnet, handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung gegen die in der Haut liegenden Haarbestandteile. Die Ursache dafür ist noch nicht eindeutig geklärt. Die Alopecia areata (AA) tritt zu 80 Prozent der Fälle im Kopfbereich auf. Bei Männern kann zusätzlich der Bartwuchs betroffen sein.

Die AA ist eine Autoimmunerkrankung, bei der sich die körpereigenen Immunzellen gegen die Strukturen der Haarwurzel richten und Antikörper bilden. Als Folge der fehlgesteuerten Immunreaktion entzünden sich die Haarwurzeln, wodurch die Haare nicht mehr richtig wachsen und es zum kreisrunden Haarausfall kommt.

Auch genetische Faktoren scheinen den kreisrunden Haarausfall zu begünstigen. So ist das Erkrankungsrisiko von Verwandten eines Betroffenen erhöht. Die genauen genetischen Hintergründe sind jedoch noch nicht ausreichend erforscht. Kreisrunder Haarausfall tritt oft zusammen mit anderen Erkrankungen auf. Dazu zählen etwa Autoimmunerkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion und die Weißfleckenkrankheit (Vitiligo), aber auch atopische Erkrankungen, also mit Allergieneigung wie Neurodermitis und Heuschnupfen. Neben diesen können auch ein Vitamin D-Mangel sowie psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen vorliegen.

Formen der Alopecia areata

  • Alopecia areata: Kreisartiger Haarausfall. Wimpern, Augenbrauen und restliche Körperbehaarung meist normal vorhanden.
  • Alopecia ophiasis: Kranzartiges Fehlen der Haare im Ohren- und Nackenbereich. Augenbrauen, Haare oben und seitlich am Kopf sowie die restliche Körperbehaarung sind nicht betroffen.
  • Alopecia totalis: Fehlen der gesamten Kopfbehaarung, inklusive Augenbrauen und Wimpern. Diese Form tritt eher selten auf.
  • Alopecia universalis: Komplette Körperbehaarung fällt aus, inklusive Augenbrauen, Wimpern und Nasenhaare.

Behandlung von Alopecia areata

Die Behandlung einer Alopecia areata ist nicht immer einfach und von verschiedenen Faktoren, wie der Ausprägung der Erkrankung sowie Begleitdiagnosen abhängig. Da es sich um eine entzündliche Erkrankung handelt, beobachten wir oft eine Verbesserung unter Kortison. Diese Form der lokalen Therapie kann Betroffenen durchaus helfen und die Haare wieder wachsen lassen.

Jakunkinase (JAK) Inhibitoren können als Entzündungshemmer entzündliche Prozesse unterdrücken, wodurch es wieder zum Haarwachstum kommen kann. Der Wirkstoff Baricitinib ist das erste zugelassene Medikament zur Behandlung der Alopecia areata. Zwar hat der kreisrunde Haarausfall keine Auswirkungen auf die Lebenserwartung, dennoch ist die psychische Gesundheit oft sehr erheblich beeinträchtigt.

Form des Haarausfalls Merkmale Behandlungsmöglichkeiten
Saisonaler Haarausfall Vermehrter Haarausfall im Frühjahr oder Herbst, dauert ca. 6-8 Wochen Gesunde Ernährung, Stressreduktion, spezielle Haarpflegeprodukte
Alopecia areata Kreisrunder Haarausfall, Autoimmunerkrankung Kortison, JAK-Inhibitoren

Saisonaler Haarausfall ist ein natürliches und vorübergehendes Phänomen, das in der Regel keinen Grund zur Besorgnis darstellt. Mit einer ausgewogenen Ernährung, der richtigen Pflege und einer gesunden Lebensweise kann man diesem Prozess entgegenwirken.

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