Haarausfall durch Eisenmangel: Ursachen, Behandlung und was wirklich hilft

Volles, gesundes Haar gilt als äusseres Zeichen von Schönheit und Gesundheit. Doch was tun, wenn die volle Haarpracht schwindet? Eine der möglichen Ursachen von Haarausfall könnte ein Eisenmangel sein - so zeigen Untersuchungen. Haarausfall ist ein weit verbreitetes Problem, das Männer und Frauen gleichermaßen betrifft.

In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die Zusammenhänge zwischen Eisenmangel und Haarausfall, wie Sie einen Eisenmangel erkennen und behandeln können, und welche Rolle die Ernährung dabei spielt.

Eisenmangel und Haarausfall: Der Zusammenhang

Eisen ist ein essentielles Spurenelement. Es muss also regelmässig mit der Nahrung aufgenommen werden. Eisen ist ein lebensnotwendiger Mineralstoff, der in zahlreichen biologischen Prozessen eine wichtige Rolle spielt.

Eisen spielt eine Schlüsselrolle für das Haarwachstum:

  • Sauerstofftransport: Eisen bindet Sauerstoff im Blut, der wiederum zur Energieproduktion jeder einzelnen Haarwurzel nötig ist.
  • Zellteilung: Ohne genügend Eisen läuft die Zellteilung (und damit das Haarwachstum) langsamer oder gerät sogar ins Stocken.
  • Stabilisierung der Haarstruktur: Eisen trägt indirekt zur Festigkeit und zum Glanz bei, da gesunde Wurzeln auch kräftige, elastische Haare hervorbringen.

Wenn dem Körper Eisen fehlt, haben die Haarzellen nicht genug Energie, um sich zu teilen und neues Haar zu bilden. Dies führt dazu, dass mehr Haare in die Telogenphase übergehen, was als Telogenes Effluvium bekannt ist. Man kann sich das wie bei einer Pflanze vorstellen: Ohne genügend Nährstoffe im Boden wächst sie nicht richtig nach, wenn sie einmal verblüht ist.

Wie Eisenmangel den Haarzyklus beeinflusst

Das Wachstum eines Haares im Haarfollikel verläuft in Zyklen, bestehend aus mehrjähriger Wachstumsphase (Anagen), kurzer Follikel-Rückbauphase (Katagen) und zwei- bis viermonatiger Ruhephase (Telogen). Danach fällt das Haar aus, um nach einigen Wochen wieder neu aus dem Follikel zu wachsen. Der Haarfollikel durchläuft immer wieder alternierend Phasen des Wachstums und der Ruhe.

Eisenmangel kann diesen Zyklus stören:

  • Anagenphase (Wachstumsphase): In dieser Phase wächst das Haar aktiv und wird länger und dicker.
  • Hämoglobin: Ein erniedrigter Hämoglobinspiegel bedeutet, dass weniger Sauerstoff transportiert wird, was zu einer schlechteren Versorgung der Haarwurzeln führen kann.
  • Transferrinsättigung: Zeigt die Verfügbarkeit von Eisen für den Stoffwechsel an. Liegt eine niedrige Sättigung vor, ist nicht genügend Eisen für die Zellteilung und Energieproduktion verfügbar.

Eisenmangel? Haarausfall!

Ursachen von Eisenmangel

Eisenmangel kann dabei oft schon bei geringem Eisenmangel auftreten, also noch bevor die typischen Eisenmangelsymptome wie Müdigkeit und Erschöpfung bemerkbar sind.

Es gibt verschiedene Ursachen für Eisenmangel:

  • Eine eisenarme Ernährung
  • Starke Menstruationsblutungen
  • Schwangerschaft
  • Chronische Blutverluste
  • Magen-Darm-Erkrankungen

Neben einer eisenarmen Ernährung können bei Frauen natürlich auch die Monatsblutung oder eine Schwangerschaft die Gefahr eines Eisenmangels erhöhen.

Wer ist besonders anfällig?

Besonders gefährdet für Haarausfall durch Vitaminmangel sind:

  • Menstruierende Frauen: Regelmäßige Blutverluste während der Menstruation erhöhen das Risiko eines Eisenmangels.
  • Schwangere und Stillende: Der gesteigerte Nährstoffbedarf in diesen Phasen kann die Vitamin- und Mineralstoffspeicher schnell erschöpfen.
  • Ältere Menschen: Mit dem Alter nimmt die Fähigkeit des Körpers ab, Nährstoffe wie Vitamin B12 und Eisen effektiv aufzunehmen.
  • Personen mit Magen-Darm-Erkrankungen: Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Zöliakie können die Aufnahme von Nährstoffen wie Eisen und Zink stark einschränken.
  • Menschen mit unausgewogener Ernährung: Vegetarische oder vegane Ernährungsweisen sowie generell einseitige Essgewohnheiten können die Aufnahme wichtiger Nährstoffe beeinträchtigen.

Symptome von Eisenmangel

Ein Eisenmangel kann sich auf verschiedene Weisen bemerkbar machen. Haarausfall zählt dabei zu den häufigsten und auffälligsten Symptomen, insbesondere bei Frauen. Doch Haarausfall bei Eisenmangel tritt meist nicht allein auf.

Weitere Symptome können sein:

  • Müdigkeit und Schwäche
  • Blasse Haut
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Brüchige Nägel
  • Rissige Mundwinkel

Diagnose von Eisenmangel

Wenn Sie daher einen durch Eisenmangel bedingten Haarausfall bei sich vermuten, lassen Sie bei Ihrem Arzt oder Heilpraktiker Ihre Eisen-Blutwerte bestimmen. Erst dann kann es gegebenenfalls sinnvoll sein, ein geeignetes Präparat einzunehmen.

Die Diagnose eines Eisenmangels erfolgt durch eine Blutuntersuchung. Dabei werden folgende Werte bestimmt:

  • Eisenwert: Gibt die aktuelle Eisenkonzentration im Blut an.
  • Ferritinwert: Ferritin ist die Speicherform des Eisens. Nur dieser Wert kann auch einen schleichenden, also versteckten Eisenmangel aufdecken, während die anderen Eisenwerte in diesem Fall oft noch unauffällig sind.
  • Hämoglobinwert: Gibt den Gehalt an rotem Blutfarbstoff im Blut an.
  • Transferrin-Wert und Transferrin-Sättigung: In manchen Fällen kann es auch sinnvoll sein, zusätzlich den Transferrin-Wert und die Transferrin-Sättigung mitzubestimmen. Transferrin ist die Transportform des Eisens.

Normale Eisenwerte beim Mann liegen bei 50 bis 160 Mikrogramm pro Deziliter Blut. Bei Frauen liegen gesunde Werte zwischen 50 und 150 Mikrogramm pro Deziliter Blut. Liegen die Werte darunter, spricht man von einem Eisenmangel.

Behandlung von Eisenmangel

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Eisenmangel zu behandeln. Die Wahl der Behandlung hängt von der Ursache und dem Schweregrad des Mangels ab.

Behandlungsmethode Beschreibung
Eisenpräparate Bei einem starken, nachgewiesenen Mangel können Eisenpräparate notwendig sein. Typische Dosierungen liegen hier bei 30-60 mg elementarem Eisen, also tatsächlich im Präparat verfügbares Eisen pro Tag. Im Alltag, bei leichtem Mangel, reichen meist schon niedrigere Dosierungen aus, um einen guten Eisenspiegel zu erreichen oder zu halten.
Eisenreiche Ernährung Nicht nur Fleisch enthält Eisen, sondern vor allem dunkelgrüne Gemüse, Kürbiskerne, Amaranth und auch Quinoa. In 150 Gramm Spinat sind beispielsweise 5 mg Eisen enthalten. Das entspricht zirka 50 Prozent des täglichen Bedarfs eines erwachsenen Mannes.
Infusionstherapie Eine Infusionstherapie kann bei Haarausfall sehr hilfreich sein, besonders nach einem Bluttest, der spezifische Mängel aufzeigt. Da die Mikronährstoffe bei einer Infusion direkt in den Blutkreislauf gelangen, umgehen sie den Verdauungstrakt und stehen dem Körper sofort zur Verfügung. So können hohe Dosen an Eisen und anderen wichtigen Vitaminen und Spurenelementen zugeführt werden, die das Haarwachstum unterstützen.

Ernährungstipps bei Eisenmangel

Eine ausgewogene Ernährung mit eisenreichen Lebensmitteln ist wichtig, um einem Eisenmangel vorzubeugen und ihn zu behandeln.

Eisenreiche Lebensmittel sind:

  • Fleisch (besonders rotes Fleisch und Innereien)
  • Fisch
  • Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen, Kichererbsen)
  • Grünes Blattgemüse (Spinat, Mangold, Grünkohl)
  • Nüsse und Samen (Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne)
  • Vollkornprodukte

Vor allem bei pflanzlichem Eisen ist für eine optimale Aufnahme die Kombination mit Vitamin C reichen Lebensmitteln (z.B. Paprika, Zitrusfrüchte, Tomaten) wichtig. Zusätzlich sollten bestimmte Lebensmittel in Kombination mit eisenreichen Lebensmitteln vermieden werden, da bestimmte Stoffe die Eisenaufnahme hemmen. Dazu gehören z.B. Kaffee und calciumreiche Lebensmittel wie Milchprodukte. Achte hier auf einen ausreichenden Abstand (ca.

Wann hört Haarausfall nach Eisenmangel auf?

Mit ersten Verbesserungen kannst du oft schon nach 6-8 Wochen rechnen, sofern du gezielt den Eisenmangel behandelst und gleichzeitig auf eine haarschonende Pflegeroutine setzt. Das Haarwachstum verläuft allerdings individuell, manche erleben eine sichtbare Normalisierung schon früher, andere erst nach ein paar Monaten.

Eine Faustregel:

  • Haarverlust nimmt nach 4-8 Wochen spürbar ab.
  • Volles Nachwachsen braucht Geduld, meistens 3 bis 6 Monate.
  • Das komplette Ersetzen ausgefallener Haare kann sogar bis zu einem Jahr dauern.

Weitere wichtige Nährstoffe für gesundes Haar

Neben Eisen gibt es noch weitere Nährstoffe, die für gesundes Haarwachstum wichtig sind:

  • Zink: Zink ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das den Haarwachstumszyklus unterstützt und die Kopfhautgesundheit verbessert.
  • Biotin: Biotin, auch als Vitamin B7 bekannt, ist bekannt für seine positive Wirkung auf Haare und Nägel.
  • Vitamine: Auch verschiedene Vitamine, wie Vitamin C, Vitamin D und B-Vitamine, sind wichtig für gesundes Haarwachstum.

Fazit

Haarausfall durch Eisenmangel ist eine häufige, aber behandelbare Ursache für diffusen Haarverlust. Wer seine Blutwerte kennt, auf seinen Körper hört und gezielt gegensteuert, kann seine Haare stärken und regenerieren.

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