Viele Menschen leiden unter Haarausfall, oft verbunden mit einer Vielzahl von Ursachen. Eine weniger bekannte Ursache kann jedoch in Nackenverspannungen liegen. In diesem Artikel werden die Zusammenhänge zwischen Nackenverspannungen und Haarausfall beleuchtet, mögliche Ursachen und Symptome erklärt sowie Behandlungsansätze aufgezeigt.
Verspannungen im Schulter-, Nacken- und Kopfbereich können Spannungskopfschmerzen, Migräne und sogar Haarausfall auslösen. Diese Art des Haarausfalls wird auch als Spannungshaarausfall (Alopecia Contentionalis) bezeichnet.
Bei dieser Form des Haarverlusts ist die obere Schädelmuskulatur oft angespannt, was zu einer Reduzierung der Blutzirkulation führt. Die feinen Blutgefäße unter der Kopfhaut werden zusammengepresst, wodurch die Kopfhaut und die Haarfollikel schlechter mit Blut, Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden. Dies kann zu einer Verkümmerung der Haarwurzel führen.
Darüber hinaus kann das Hormon DHT (Dihydrotestosteron) sich in den Haarwurzeln anlagern und die Aktivität der Haarwurzel stoppen, was letztendlich zum Haarausfall führt.
Die Ursache der Muskelverspannung ist meist ein Mangel an Kalium und Magnesium.
Der Spannungshaarausfall kann sich durch verschiedene Symptome äußern:
Bei manchen Menschen schmerzt die Kopfhaut sogar schon bei normalen Berührungen oder beim Kämmen. In diesem Zusammenhang spricht man auch von Trichodynie (auch "Haarschmerzsyndrom" oder "Haarwurzelschmerz" genannt).
Um Spannungshaarausfall sicher zu diagnostizieren, ist eine umfassende Untersuchung durch einen Fachmann wichtig. Dies kann durch eine Familien- und Individual-Anamnese sowie eine Messung der Muskelspannung am oberen Schädel mit einem EMG-Gerät (ElektroMyoGraphie) erfolgen.
Bei rechtzeitiger Behandlung kann Spannungshaarausfall gestoppt und das Haarwachstum wieder angeregt werden. Die Behandlung zielt darauf ab, die muskuläre Spannung zu vermindern und die Durchblutung der Kopfhaut zu verbessern.
Eine Möglichkeit ist die AC-Therapie, bei der ein Muskelrelaxans (Botox) in die verspannte Kopfhaut-Muskulatur injiziert wird. Dies führt zu einer Entspannung der Muskelbänder unter der Kopfhaut und verbessert die Sauerstoffversorgung sowie die Durchblutung der Haarwurzeln.
Es ist wichtig, die Ursachen für die Verspannungen aufzuarbeiten, da die Behandlung mit Muskelrelaxantien nur für einige Wochen eine Lösung bietet.
Wenn der Haarausfall bereits zu weit fortgeschritten ist und die Haarwurzeln abgestorben sind, kann eine Eigenhaarbehandlung (Haartransplantation) in Betracht gezogen werden. Dabei werden Haarwurzeln von anderen Stellen des Kopfes entnommen und in die betroffenen Gebiete transplantiert.
Um Haarausfall durch Verspannungen vorzubeugen, können folgende Maßnahmen helfen:
Empfindliche Kopfhaut kann Haarausfall begünstigen, da die Schuppenbildung die Sauerstoffversorgung der Kopfhaut und Haarfollikel beeinträchtigt. Durch die Trockenheit der Kopfhaut werden die Haare unzureichend mit Nährstoffen versorgt und können ausfallen. Zudem werden durch den starken Juckreiz und das damit verbundene Kratzen häufig Haare mit ausgerissen.
Es gibt verschiedene Erkrankungen, die zu Juckreiz und Haarausfall führen können:
Bei juckender Kopfhaut und Haarausfall sollten Sie zunächst selbst hinterfragen, welche Veränderungen die Beschwerden ausgelöst haben könnten. Neue Pflegeprodukte oder Veränderungen in der täglichen Haarroutine können eine Rolle spielen. Vermeiden Sie es, an den juckenden Stellen zu kratzen, und massieren Sie die Kopfhaut stattdessen mit einem pflegenden Öl, um sie feucht und geschmeidig zu halten. Wenn der Juckreiz und der Haarausfall nicht zügig besser werden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.
Botox, auch Botulinumtoxin A genannt, ist ein Eiweiß, das an den Nervenenden ansetzt und die Reizübertragung zur Muskulatur mindert. In der Spannungshaarausfall-Therapie wird Botox verwendet, um die Kopfhautmuskulatur zu entspannen und die Durchblutung zu verbessern.
Bei Bruxismus-Patienten liegt die Erfolgsrate mit Botox bei nahezu 100%, da eine Entspannung der Kiefermuskulatur ein zu starkes Pressen oder Knirschen verhindert.
Die Botox-Behandlung gilt als sehr risikoarm. Rund um die Einstichstellen können kleine Schwellungen oder Blutergüsse entstehen, die jedoch nach wenigen Stunden bis Tagen von selbst vergehen.
Die Wirkung einer Botox-Behandlung hält 4 - 8 Monate an. Sobald die Aktivität der Muskeln wieder zunimmt, kann die Behandlung wiederholt werden.
| Ursache | Symptome | Behandlung |
|---|---|---|
| Muskelverspannungen im Nacken- und Kopfbereich | Haarausfall an typischen Bereichen, verspannte Kopfhaut, Stirnfalten, Missempfindungen, trockene Haare | AC-Therapie (Botox), Entspannungstechniken, Physiotherapie, Ernährung, Haarpflege |
| Falsche Haarpflege, chemische Behandlungen, Allergien, Mangelernährung | Juckreiz, Rötungen, Schuppenbildung, trockene Kopfhaut | Milde Shampoos, Vermeidung von Reizstoffen, ausgewogene Ernährung |
| Hauterkrankungen (Schuppenflechte, Neurodermitis), Pilzinfektionen | Juckreiz, Rötungen, Schuppenbildung, Haarausfall | Medikamentöse Behandlung der Grunderkrankung |
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