Haarausfall durch Steroide: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Mehr Muskelmasse aufbauen oder zu Höchstleistungen auflaufen - das gelingt nicht immer nur durch konsequentes Training. Wer noch mehr erwartet, hilft mit Steroiden nach, bei denen es sich um Anabolika handelt. Sie sollten jedoch vorsichtig sein, denn diese Anabolika haben schwerwiegende Nebenwirkungen, darunter Haarausfall durch Steroide.

Haarausfall durch Steroide ist eine häufige Nebenwirkung von Anabolika.

Der Vorgang verläuft meistens schleichend und beginnt harmlos: Die Kopfhaut wird etwas empfindlicher, sie schmerzt und früh zeigen sich auf dem Kopfkissen oder beim Kämmen in der Bürste mehr Haare als gewohnt. Haarausfall ist ein Prozess, der sich kontinuierlich weiter ausprägen kann. Lesen Sie hier, welche verschiedenen Arten von Steroiden es gibt und warum Vorsicht bei Anabolika gilt, nicht nur bezüglich der Haare.

Was sind Steroide?

Bevor erläutert wird, wie ein Haarverlust durch Steroide entsteht, muss geklärt werden, was Steroide überhaupt sind. Eines vorweg: Nicht alle Steroide verursachen Haarausfall.

Steroide sind eine Reihe von chemischen Verbindungen, die zur Gruppe der Lipide gehören. Lipide sind wasserunlöslich. Es handelt sich dabei um eine Art von Fetten. Alle Steroide sind Abkömmlinge des Kohlenwasserstoffs Steran. Ein bekanntes Steroid ist Cholesterin. Auch das männliche Sexualhormon Testosteron gehört zu den Steroiden.

Die große Gruppe der Steroide umfasst noch andere Hormone, darunter Gestagene, zu denen Progesteron gehört, Östrogene, Mineralocorticoide, zu denen das sogenannte Dursthormon Aldosteron gehört, sowie Glucocorticoide, beispielsweise Cortison. Die Anabolika sind künstliche Derivate von Testosteron.

Verschiedene Steroide werden als Medikamente verwendet, beispielsweise Digitoxin und Digoxin zur Behandlung von Herzkrankheiten oder Prednisolon als Glucocorticoid zur Behandlung verschiedener Erkrankungen. Einige Steroide können sogar einem Haarausfall entgegenwirken, beispielsweise Finasterid, das zur Behandlung gutartiger Prostatavergrößerungen, aber auch von erblich bedingtem Haarausfall bei Männern verwendet wird.

Anabolika kurbeln den körpereigene Aufbaustoffwechsel an, indem sie vor allem den Eiweißaufbau fördern. Die Proteinsynthese im Körper wird verstärkt, während der Abbau der körpereigenen Eiweißvorräte vermindert wird. Eiweiß ist auch Bestandteil von Haut, Haaren und Nägeln.

Bei den anabolen Steroiden, die zum Muskelaufbau und zum Doping verwendet werden, handelt es sich um synthetische Stoffe. Sie haben eine höhere anabole Wirkung als die natürlichen Steroide. Im Gegensatz dazu ist die androgene Wirkung geringer als bei den natürlichen Steroiden. Zu den Nebenwirkungen der Anabolika gehört auch der Haarausfall. Während die Haare auf dem Kopf ausfallen, kann sich die Körperbehaarung verstärken. Denken Sie daran, dass der Muskelaufbau unnatürlich wirkt und nicht gesund ist.

Eine Alternative zu den Anabolika können Weightgainer als Nahrungsergänzungsmittel sein. Solche Weightgainer sind Eiweißpräparate, die allerdings keinen Haarausfall begünstigen.

Anabolika und Co. erhöhen das Aggressionspotenzial und stellen viele Männer förmlich „unter Strom“. Wenn Sie zugunsten der Traumfigur auf Steroide setzen und eine Ausdünnung der Kopfbehaarung feststellen, kann der Grund in einem erhöhten Stresspegel zu finden sein.

Wie bereits angesprochen, sinkt die Reizschwelle bei vielen Männern, die zu Steroiden greifen. Dazu erhöht sich der Testosteronspiegel und die Umwandlung des männlichen Geschlechtshormons in DHT steigt. Horchen Sie in sich hinein und überlegen Sie, ob sich seit Ihrer Einnahme von Steroiden etwas in Ihrem Leben verändert hat und ob Sie leichter reizbar und unruhiger als früher sind.

Fakt ist, dass eine erhöhte Aggression zu Stress führt. Die Umkehr ist in diesem Fall einfach, da Sie die Ursache bereits kennen. Setzen Sie die Steroide ab und senken damit Ihren Testosteronspiegel. Sollte die Glatzenbildung bereits sehr stark fortgeschritten sein, können Sie sich für eine Behandlung mit Haarwuchsmitteln, eine PRP-Therapie und andere haarwuchsfördernde Maßnahmen entscheiden.

Wie Steroide Haarausfall verursachen

Führt die Einnahme von Steroiden zu Haarausfall, handelt es sich dabei fast immer um einen erblich bedingten Haarausfall. Bei Männern bilden sich Geheimratsecken, eine Stirnglatze und eine Glatze am Oberkopf. Ein erblich bedingter Haarausfall kann auch bei Frauen auftreten, doch fallen dann die Haare um den Mittelscheitel herum aus.

Ein erblich bedingter Haarausfall wird durch ein Steroid, das Hormon Dihydrotestosteron, verursacht. Es lagert sich an den Haarwurzeln an, schädigt sie und verursacht einen Haarausfall. Zuerst verkürzen sich die Wachstumsphasen der Haare. Die Haare wachsen nicht mehr so lang wie vorher. Schließlich sterben die Haarfollikel vollständig ab. Die Haare wachsen dann nicht mehr nach.

Durch die Einnahme von anabolen Steroiden werden die Haarfollikel und die Kopfhaut empfindlicher. Der Haarverlust durch Steroide muss kein Dauerzustand sein. Der Haarausfall kündigt sich oft schon schleichend an, da die Haarwurzeln und die Kopfhaut immer empfindlicher werden.

Achtung: Haarausfall durch Steroide tritt vor allem bei Personen auf, die das Mittel in hoher Dosis einnehmen, denn die Inhaltsstoffe werden mit vielen Nebenwirkungen in Verbindung gebracht, so auch Haarausfall. Im Frühstadium lässt er sich noch einfach unter Kontrolle bringen, wenn auf die Einnahme verzichtet wird. Sind die Follikel bereits zerstört, können Sie eine Eigenhaarverpflanzung durchführen lassen.

Die gesündeste Form, einen Haarverlust durch Steroide zu vermeiden, ist der komplette Verzicht. Solange Sie anabole Steroide einnehmen, nützen verschiedene Haarwuchsmittel nichts. Die Haare würden weiterhin ausfallen, da das Steroid die Kopfhaut und die Haarwurzeln empfindlich macht.

Sie können die Steroide jedoch absetzen. Nachdem Sie das Steroid abgesetzt haben, können die Haare an den kahlen Stellen wieder nachwachsen, solange die Haarfollikel noch intakt sind.

Plötzlich Haarausfall durch Onanieren und Anabolika | Geheimratsecken | Q&A

Behandlungsmöglichkeiten

Ein Haarwuchsmittel ist Minoxidil, das ursprünglich zur Behandlung von Bluthochdruck verwendet wurde. Heute wird es nur noch zur Behandlung von Bluthochdruck verwendet, wenn andere Medikamente nicht helfen, da es starke Nebenwirkungen hat. Als Haarwuchsmittel wird Minoxidil in Form von Lösung oder Schaum auf die Kopfhaut aufgetragen. Es fördert die Durchblutung der Kopfhaut und verbessert die Versorgung der Haarfollikel mit Nährstoffen und Mineralien.

Finasterid wird zur Behandlung gutartiger Prostatavergrößerungen verwendet. In einer Wirkstoffkonzentration von nur 1 Prozent kann es auch zur Behandlung von erblich bedingtem Haarausfall verwendet werden. Es darf als Haarwuchsmittel nur von Männern angewendet werden. Finasterid hemmt die Bildung von Dihydrotestosteron als Abbauprodukt von Testosteron.

Diese Nebenwirkungen können auch noch einige Zeit nach dem Absetzen von Finasterid auftreten.

Haarverlust durch Steroide entsteht, wenn die Kopfhaut immer empfindlicher wird. Der Haarverlust durch diese Stoffe ist eine vergleichsweise häufige Nebenwirkung, die durch die dauerhafte Einnahme entsteht. Umso mehr er voranschreitet, desto schwerer wird es, ihn rückgängig zu machen. Das ist der Fall, wenn die Haarwurzeln nicht mehr intakt sind.

Daneben gibt es Haarwuchsmittel wie Finasterid oder Minoxidil, doch die Einnahme birgt das Risiko verschiedener Nebenwirkungen. Zudem wird der Haarausfall nur für die Dauer der Einnahme gestoppt. Setzen Sie das Mittel ab, kann er voranschreiten.

Weitere Ursachen für Haarausfall

Neben der Einnahme von Steroiden gibt es auch andere Faktoren, die zu Haarausfall führen können:

  1. Genetische Faktoren: Genetisch bedingter Haarausfall kann von einem oder beiden Elternteilen vererbt werden.
  2. Stress: Situationen, die den Stresspegel erhöhen, können zu Haarausfall führen.
  3. Ernährung und Diät: Eine unausgewogene Ernährung kann das Haarwachstum beeinträchtigen.
  4. Gesundheitliche Probleme: Schilddrüsenerkrankungen oder hormonelle Veränderungen können Haarausfall verursachen.
  5. Umweltfaktoren: Auch Umweltfaktoren können das Haar beeinflussen.

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia Areata)

Kreisrunder Haarausfall tritt stellenweise am Kopf oder am ganzen Körper auf. Bei über der Hälfte der Betroffenen wachsen die Haare innerhalb von zwölf Monaten nach. Er kommt bei ungefähr ein bis zwei Prozent der Bevölkerung vor, wobei Frauen und Männer gleichermaßen betroffen sind. Kreisrunder Haarausfall kann in jedem Lebensalter einsetzen, mit einer höheren Wahrscheinlichkeit im zweiten und dritten Lebensjahrzehnt.

Die häufigste Form des Haarverlusts, die androgenetische Alopezie (Alopecia androgenetica), wird durch männliche Sexualhormone, die Androgene, ausgelöst, und ist erblich bedingt. Im Gegensatz zum kreisrunden Haarausfall sind Frauen hiervon weniger stark betroffen.

Das bedeutet, dass mehrere Faktoren bei der Entstehung eine Rolle spielen. Die genauen Ursachen sind für diese Form des Haarverlustes nicht geklärt, Forschende gehen von genetischen und Umweltfaktoren aus.

Außerdem wird vermutet, dass die Haarfollikel von einer Autoimmunreaktion betroffen sind. Diese Follikel sind Einstülpungen der Haut, in der sich die Haarwurzeln befinden. Bei der Autoimmunreaktion, die zum Haarverlust führt, bildet der Körper Antikörper, die sich gegen körpereigenes Gewebe richten. Das führt zu einer chronischen Entzündung in den tiefen Schichten der Haut, also an den Haarwurzeln, sodass die Haare ihren Halt verlieren.

Die genetischen Zusammenhänge werden derzeit genauer untersucht. Forschende gehen von einer genetisch komplexen Vererbung aus, an der viele Gene beteiligt sind. Daher ist das Erkrankungsrisiko von Verwandten eines Betroffenen erhöht. Es liegt für Geschwister von Betroffenen bei etwa sieben Prozent und für Kinder bei circa sechs Prozent.

Zusätzlich zu genetischen Ursachen werden äußere Einflüsse wie Umweltfaktoren (unter anderem Infektionen) und psychischer Stress als Auslöser in Betracht gezogen. Gegenstand der Forschung ist zudem bei Frauen die Frage, ob eine Schwangerschaft das Auftreten oder den Verlauf des kreisrunden Haarausfalls beeinflusst. Über Umwelteinflüsse wie Schadstoffe als mögliche Ursache gibt es bisher kaum Erkenntnisse.

Symptome des kreisrunden Haarausfalls

Der Haarausfall beginnt plötzlich und oftmals mit einer Stelle oder wenigen etwa münzgroßen kahlen Stellen. Innerhalb weniger Wochen werden diese Areale größer. Betroffen sind zumeist die Kopfhaut oder die Körperbehaarung, aber auch Augenbrauen oder Bart können diese Form des Haarausfalls aufweisen. Häufig befinden sich noch sehr kurze Haare in diesen Bereichen. Die Haut sieht nicht verändert oder entzündet aus.

Die Ausprägung des kreisrunden Haarausfalls ist recht unterschiedlich. Bleiben die Areale rund und abgegrenzt, sprechen Experten von der mildesten Form, der Alopecia reticularis.

Es stehen aber auch einige Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über die verschiedenen Optionen beraten.

Behandlung des kreisrunden Haarausfalls

Bei mehr als der Hälfte der Betroffenen bildet sich der Haarausfall nach sechs bis zwölf Monaten von selbst wieder zurück. Daher ist es sinnvoll, mit einer aktiven Behandlung abzuwarten. Es gibt einige Therapieansätze, die Menschen mit Alopecia areata individuell ausprobieren können. Allerdings ist die Datenlage noch nicht ausreichend, um abschließend die Wirksamkeit zu beurteilen.

Eine häufig angewandte Methode ist das Einreiben der haarlosen Stelle mit kortisonhaltigen Mitteln. Alternativ ist auch eine lokale Injektion von Kortison in die Haut möglich. Dabei wird mit einer dünnen Nadel Kortison direkt in die Kopfhaut gespritzt. Das Kortison kann auch oral durch Kortisonsteroide aufgenommen werden. Diese sogenannte systemische Therapie erfolgt täglich für etwa eine Woche über einen Gesamtzeitraum von mindestens drei Monaten, unterbrochen durch einnahmefreie Intervalle.

Die Substanz Minoxidil kommt sowohl bei gewöhnlicher Kahlheit als auch beim kreisrunden Haarausfall als Medikament zum Einsatz. Der Wirkstoff verstärkt die Durchblutung um die Haarfollikel und fördert so das Haarwachstum.

Auch speziellen Lichttherapien wird eine Wirksamkeit nachgesagt. Laut aktuellem Forschungsstand kann jedoch keine allgemeingültige Empfehlung für eine der genannten Therapien gegeben werden.

Für Betroffene kann es zudem hilfreich sein, sich mit anderen Erkrankten über Strategien zur Bewältigung auszutauschen, etwa über Selbsthilfegruppen. Regionale Gruppen können Sie auf der Seite der NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen) suchen.

Falls Sie stark von Haarausfall betroffen sind, kann es unter Umständen hilfreich sein, vorübergehend zu einer Perücke oder Haarersatz zu greifen.

Verlauf des kreisrunden Haarausfalls

Der zeitliche Verlauf ist unterschiedlich. Bei manchen Betroffenen fallen über einen kurzen oder einen längeren Zeitraum nur wenige Haare aus. Bei anderen Menschen werden schon nach wenigen Wochen deutliche Lücken sichtbar. Bei mehr als der Hälfte der Patientinnen und Patienten wachsen die Haare innerhalb von sechs bis zwölf Monaten wieder nach.

Insbesondere wenn nicht der Haaransatz betroffen ist und die kahlen Stellen in der Mitte der Kopfhaut liegen, sind die Chancen für eine spontane Heilung gut. Haarausfall, der nach einer Infektionskrankheit oder einer Geburt einsetzt, bessert sich ebenfalls häufig spontan innerhalb von wenigen Monaten.

Sind die Haare wieder nachgewachsen, hinterlässt die Erkrankung keine Narben auf der Haut.

In der Regel dauert das vollständige Nachwachsen der Haare mehrere Monate. Mitunter weist das nachgewachsene Haar eine veränderte Pigmentierung auf, die Haarfarbe hat sich also verändert. In einigen Fällen haben Betroffene zusätzliche Veränderungen der Fingernägel mit Dellen, Rillen oder schleifpapierartigen rauen Stellen.

Der stellenweise auftretende Haarverlust kann auch erneut vorkommen oder einen chronischen Verlauf nehmen, sodass die Haare nicht mehr vollständig nachwachsen. Bei kreisrundem Haarausfall, der länger als ein Jahr andauert, vor der Pubertät einsetzt oder sehr stark ausgebreitet ist, sind die Aussichten auf eine Besserung geringer.

Außerdem erleben insgesamt etwa 30 bis 50 Prozent der zunächst geheilten Personen einen Rückfall. Mitunter haben einige Betroffene für mehrere Jahre haarlose Stellen.

Gleichzeitig zum kreisrunden Haarausfall leiden manche Menschen unter anderen an Autoimmunerkrankungen wie einem erblich bedingt gestörten Zuckerstoffwechsel (Diabetes mellitus Typ 1), der Weißfleckenkrankheit Vitiligo (pigmentlosen Hautflecken) oder autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen. Experten und Expertinnen sprechen von in diesem Fall von Komorbidität. Das heißt, zwei oder mehr unterschiedliche Krankheiten liegen vor, ohne dass eine ursächliche Beziehung zwischen diesen bestehen muss.

Finasterid: Ein Medikament gegen Haarausfall

Das Medikament Finasterid soll bei Haarausfall helfen. Die Nebenwirkungen wie Depressionen, Libidoverlust oder Erektionsstörungen werden dabei allerdings häufig unterschätzt.

Finasterid, besser bekannt unter dem Handelsnamen Propecia, ist ein bei Männern sehr beliebtes Medikament gegen den erblich bedingten Haarausfall. Die Tabletten werden vom Hautarzt verordnet, drohende schwere Nebenwirkungen aber viel zu oft unterschätzt.

Finasterid ist schon seit Jahrzehnten auf dem Markt und wird eigentlich zur Behandlung von Prostataproblemen eingesetzt. Hauptindikation ist eine vergrößerte Prostata bei älteren Männern, denen Finasterid die OP ersparen kann.

Der Wirkstoff Finasterid greift tief in den Stoffwechsel ein, hemmt die sogenannte 5-Alpha-Reduktase in den Zellen, die für die Umwandlung des Sexualhormons Testosteron in das aktivere Dihydrotestosteron (DHT) zuständig ist.

Finasterid blockiert die Produktion des DHT mit dem gewollten Nebeneffekt, dass Haare nicht mehr ausfallen. Doch viele junge Patienten leiden unter schweren Nebenwirkungen: Sie bekommen keine Erektion mehr, haben kein Gefühl mehr in der Eichel, Geschlechtsverkehr ist nicht mehr möglich. Auch die Libido und das Orgasmusgefühl gehen verloren.

Das Besondere: Die Nebenwirkungen treten nicht nur während der Einnahme des Medikaments auf, sondern können unter Umständen auch erst nach dem Absetzen des Präparates auftauchen. Die Nebenwirkungen fassen Experten als sogenanntes Post-Finasterid-Syndrom zusammen, das allerdings nicht als eigenständige Krankheit anerkannt und vielen Ärzten unbekannt ist.

Experten vermuten, dass Finasterid nicht nur in den Testosteron-Stoffwechsel eingreift, sondern das hormonelle Gleichgewicht und damit die ausgeglichene Stimmung dauerhaft schädigt, was schließlich zu einer Depression führt.

Ein Post-Finasterid-Syndrom nachzuweisen ist allerdings schwierig, denn die Blutwerte sind dabei normal, obwohl die Betroffenen weiter unter den Beschwerden leiden.

Creatin und Haarausfall

Für Leistungssportler und viele ambitionierte Amateure gehört es dazu, den sportlichen Erfolg durch die Einnahme verschiedener Nahrungsergänzungsmittel zu unterstützen. Creatin ist ein beliebtes und häufig verwendetes Mittel, um die Kraft und Funktion der Muskeln zu verbessern.

Vor einigen Jahren geriet es aber etwas in Verruf, weil die Creatin-Einnahme mit einer erhöhten Rate an Haarausfall in Verbindung gebracht wurde. Sind Sportler, die dieses Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, wirklich überdurchschnittlich oft von einer Halbglatze betroffen? Und ist die Einnahme von Creatin unter dem Gesichtspunkt der Haargesundheit noch zu empfehlen? Wir klären auf!

Insgesamt ist die Studienlage zu Creatin-Einnahme und Haarausfall nicht eindeutig.

Creatin ist eine nicht essenzielle Aminosäure. Wenn der Körper Energie benötigt, zum Beispiel im Rahmen einer sportlichen Betätigung, passiert das auf chemischer Ebene durch die Spaltung des Moleküls Adenosintriphosphat (ATP). Für die Herstellung von ATP wiederum braucht der Körper Creatin.

Neben der eigenen Produktion durch den Körper kann man Creatin über die Nahrung aufnehmen. Es ist vor allem in Eiern, Fisch und rotem Fleisch enthalten. Wer körperlich sehr aktiv ist oder viel Sport macht, benötigt pro Tag etwa drei bis fünf Gramm Creatin. Da diese Menge über die Eigenproduktion und die Ernährung schwierig zu erreichen ist, nehmen viele Sportler zusätzlich Creatin als Nahrungsergänzungsmittel ein.

Dadurch werden die Muskeln besser mit Energie versorgt und es gelingt den Sportlern, bessere körperliche Leistungen zu erbringen und den Muskelaufbau zu beschleunigen. Außerdem kann Creatin die Funktion des Gehirns und der Nerven verbessern, sodass auch die geistige Leistungsfähigkeit unter einer Creatin-Einnahme steigen kann.

Durch eine südafrikanische Studie aus dem Jahr 2009 ist es jedoch etwas in Verruf geraten, da in dieser Studie Hinweise darauf gewonnen wurden, dass die Einnahme von Creatin Haarausfall begünstigen könnte. Im Nachhinein wurde diese Studie allerdings stark kritisiert.

Zum einen wurde das genaue Produkt, was die Sportler bekamen, nicht genannt. Bei einigen Herstellern wurden in den Creatin-Produkten nämlich Verunreinigungen mit verschiedenen Steroiden und Stimulanzien gefunden. Diese Stoffe hätten ebenfalls für einen Einfluss auf den DHT-Spiegel sorgen können.

Außerdem war die eingangs verwendete Creatin-Dosis fünfmal höher als die Dosis, die zur Nahrungsergänzung empfohlen wird. Das könnte die Studienergebnisse deutlich beeinflusst haben. Auch die Tageszeit, zu der die Blutproben der Sportler entnommen wurden, wurde in der Studie nicht angegeben.

Aufgrund dieser vielen Kritikpunkte wurden die Ergebnisse der Studie von vielen Wissenschaftlern als fragwürdig angesehen. Es gab einige weitere Studien, die die Effekte von Creatin-Einnahme auf den Hormonhaushalt untersucht haben. Nur wenige davon konnten eine Änderung im Testosteronspiegel messen. In keiner einzigen Studie wurde der direkte Effekt von Creatin auf den Haarausfall untersucht.

Denn selbst wenn Creatin einen Einfluss auf den Spiegel der männlichen Sexualhormone nehmen sollte, ist nicht gesagt, dass dies automatisch zu mehr Haarschwund führt. Letztlich gibt es somit bisher keinen finalen Beweis, dass die Einnahme von Creatin einen erblich bedingten Haarausfall begünstigt oder verschlechtert.

Es gibt in vielen Ländern eine große Anzahl von Sportlern, besonders Kraftsportler und Bodybuilder, die Creatin als Nahrungsergänzungsmittel einnehmen. Bisher konnte nicht beobachtet werden, dass diese Sportler übermäßig häufig unter Kahlköpfigkeit leiden. Außerdem ist davon auszugehen, dass betroffene Sportler primär diejenigen sind, die ohnehin bereits unter erblich bedingtem Haarverlust leiden.

Denn neben dem absoluten DHT-Spiegel gibt es zahlreiche weitere Faktoren, die den erblich bedingten Haarverlust beeinflussen. In unserem klinischen Alltag sehen wir jedoch häufig einen Zusammenhang zwischen der Creatin-Einnahme und Haarausfall. Wenn Sie also unter Haarausfall leiden und dies mit dem Zeitpunkt der Einnahme zusammenhängt, kann dies durchaus die Ursache sein.

Was tun bei Haarausfall?

Nach aktueller Studienlage ist davon auszugehen, dass sich die Einnahme von Creatin primär auf die sportliche Leistungsfähgkeit auswirkt. Auch wenn der wissenschaftliche Beweis durch eine Studie noch aussteht, sehen wir in unserem klinischen Alltag einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Creatin und Haarausfall.

Als Ersatzprodukte für Creatin mit ähnlicher Wirkung stehen noch Kre-Alkalyn oder Beta-Alanin zu Verfügung. Speziell bei erblich bedingtem Haarausfall können Shampoos oder Lösungen mit Minoxidil oder Alfatradiol eine Möglichkeit sein. Als lokal angewendete Mittel haben sie kaum Nebenwirkungen und können den Haarverlust bremsen.

Sicher ist es auch eine Möglichkeit, erblich bedingten Haarverlust als "normale" Alterserscheinung hinzunehmen und den neuen Look zu akzeptieren. Es gibt aber heute viele Möglichkeiten, um den Haarverlust deutlich zu verlangsamen oder sogar aufzuhalten.

Deshalb sollten Sie, wenn Sie unter ihrem Haarverlust leiden, nicht zögern, einen Experten für Haarausfallbehandlungen aufzusuchen.

Reza P. Azar ist einer der Pioniere innovativer Haarausfallbehandlungen und der modernen Haarchirurgie. Seit 2008 leitet er das „Zentrum für moderne Haartransplantation", in dem er als Haarchirurg und Experte für Haarausfalldiagnosen, -therapien und -behandlungen tätig ist. Durch Forschungsarbeiten und ständige Weiterentwicklungen prägt er die Entwicklungen der modernen Haarchirurgie. Die Erfolgsraten bei Haarausfallbehandlungen liegen bei über 90%.

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