Haarausfall durch ständiges Kratzen: Ursachen und Behandlung

Jeder Mensch verliert täglich Haare, egal ob Mann oder Frau. Das ist ganz normal - meistens jedenfalls. In manchen Fällen kann sich dahinter auch krankhafter Haarausfall verbergen.

Doch bis zu 100 Haare am Tag zu verlieren, ist noch normal. Erst wenn es mehr werden, spricht man in der Medizin von krankhaftem Haarausfall (Effluvium). Er sollte behandelt werden, bevor noch mehr Haare verloren gehen.

Allgemein belastend am Verlust der Haare ist, dass fehlende Haare oft mit Alt sein, fehlender Dynamik und Energie gleichgesetzt werden. Deshalb möchten wir, Ihnen dabei helfen, Ihren Haarausfall wirksam zu bekämpfen.

Haben Sie sich jemals gefragt, ob das Kratzen Ihrer Kopfhaut zu Haarausfall führen kann? Diese Frage ist besonders relevant, wenn Sie unter juckender Kopfhaut leiden, ein Zustand, der nicht nur unangenehm ist, sondern auch zu verstärktem Kratzen führt.

In diesem Artikel beleuchten wir, ob ein direkter Zusammenhang zwischen Haarausfall durch Kratzen und dem zugrundeliegenden Juckreiz besteht.

Mehr als jeder vierte Mensch leidet regelmäßig unter einer juckenden Kopfhaut - besonders in stressreichen Phasen oder bei empfindlicher Haut. Häufig treten juckende Kopfhaut und Haarausfall gemeinsam auf.

Viele fragen sich: Führt das ständige Kratzen zu Haarverlust - oder ist beides Symptom eines tieferliegenden Problems? Können Stress, Hormone oder Pflegefehler die Kopfhaut so stark reizen, dass sie sogar zum Haarausfall führen?

In diesem Beitrag erklären wir, wie juckende Kopfhaut und Haarausfall miteinander verbunden sein können. Wir zeigen Ursachen, typische Auslöser und wissenschaftlich gestützte Lösungen.

Schuppen & juckende Kopfhaut: Lösung gesucht | Was können Shampoo, Waschen, Ernährung & Hausmittel?

Ist es wirklich möglich, dass Haarausfall durch Kratzen der Kopfhaut ausgelöst wird?

Diese Frage mag auf den ersten Blick überraschend erscheinen, doch die Wahrheit ist, dass das anhaltende Kratzen der Kopfhaut tatsächlich zu Haarverlust führen kann.

Das ständige Kratzen übt nicht nur Druck auf die Kopfhaut aus, sondern kann auch dazu führen, dass die empfindlichen Haarfollikel angegriffen und in schweren Fällen sogar zerstört werden. Diese Zerstörung der Haarfollikel ist ein Schlüsselfaktor, der den Haarausfall beschleunigen kann.

Somit wird das Kratzen nicht nur zu einem Symptom des Problems, sondern auch zu einer direkten Ursache für den Haarverlust.

Haarverlust durch Kratzen der Kopfhaut tritt nicht immer auf, aber bestimmte Bedingungen erhöhen das Risiko signifikant.

Eine der häufigsten Ursachen für starkes Kopfhautjucken, das zum Kratzen führt, ist der Befall mit Kopfhautpilz. Interessanterweise ist es nicht der Pilz selbst, der direkt zum Haarausfall führt, sondern die Reaktion des Körpers darauf.

Pilzinfektionen können eine übermäßige Talgproduktion stimulieren, was wiederum zu einer Ansammlung von abgestorbenen Hautzellen führt.

Das fortwährende Kratzen, verursacht durch den Juckreiz, stellt dann eine mechanische Belastung für die Haarfollikel dar. Langfristiges und intensives Kratzen kann diese Haarfollikel schädigen oder sogar zerstören, was letztendlich zum Haarausfall führt.

Tritt juckende Kopfhaut auf, besteht immer die Gefahr, dass Sie sich übermäßig oft und stark an der Haut kratzen. Die Haarfollikel können hierdurch enorm in Mitleidenschaft gezogen werden.

Der Juckreiz führt aber nicht per se zu Haarausfall. Haarausfall tritt meistens dann auf, wenn bestimmte Erkrankungen der Kopfhaut vorliegen, die die Haarfollikel schädigen.

Haarausfall kann jedoch zu Juckreiz führen. Denn dem Haarausfall geht in den meisten Fällen eine Reaktion der Haarwurzel voraus, z.B. eine Entzündung.

Dadurch wird die Umgebung der Haarwurzel gereizt: Gewebe, Gefäße, Nerven usw., was zu Juckreiz führen kann.

Ursachen für juckende Kopfhaut und Haarausfall

Es gibt zahlreiche medizinische Ursachen, die juckende Kopfhaut und Haarausfall auslösen können. Einige betreffen nur die Kopfhaut, andere sind systemischer Natur. Hier sind einige Beispiele:

  • Malassezia furfur: Ein Hefepilz, der natürlicherweise auf unserer Haut lebt. Bei übermäßiger Talgproduktion vermehrt sich dieser Pilz stark, was zu sichtbarer Schuppenbildung und starkem Juckreiz führt.
  • Seborrhoisches Ekzem: Eine chronische Hauterkrankung, die durch fettige Schuppen, Rötung und Brennen der Kopfhaut gekennzeichnet ist. Häufig wird sie durch Malassezia-Hefepilze mitverursacht.
  • Tinea capitis: Auch Kopfpilz genannt, ist eine hochansteckende Pilzerkrankung, die besonders bei Kindern vorkommt. Sie kann durch engen Kontakt oder Haustiere übertragen werden. Neben geröteter und schuppender Kopfhaut entstehen oft runde, kahle Stellen.
  • Bakterielle Infektionen: Entstehen häufig, wenn kleine Wunden oder Hautläsionen vorhanden sind. Besonders bei geschwächter Hautbarriere können sich Bakterien vermehren und eitrige Pusteln verursachen.
  • Lupus erythematodes: Eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem körpereigene Strukturen angreift - darunter auch Haut und Haarfollikel. Auf der Kopfhaut entstehen gerötete, schuppende Läsionen.
  • Lichen ruber follicularis: Diese seltene Hauterkrankung betrifft gezielt die Haarfollikel und verursacht stecknadelkopfgroße, rote Entzündungsherde rund um jedes Haar.
  • Psoriasis (Schuppenflechte): Äußert sich in silbrigen Schuppen und geröteten Plaques, die auch die Kopfhaut befallen können. Wenn sich die Plaques um die Haarwurzeln bilden, kann es durch Entzündung zu Haarverlust kommen.
  • Neurodermitis: Auch atopische Dermatitis genannt, ist eine chronisch-entzündliche Hautkrankheit. Auf der Kopfhaut verursacht sie starken Juckreiz und macht die Haut anfällig für Infektionen.
  • Folliculitis decalvans: Eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Haarfollikel. Sie führt zu schmerzhaften Papeln, Pusteln und Brennen auf der Kopfhaut. Mit der Zeit vernarben die betroffenen Stellen, was zu permanentem Haarausfall führt.
  • Parasiten: Läuse, Milben und Flöhe verursachen durch Bisse oder Stiche kleine Verletzungen, um an Blut zu gelangen. Ihr Speichel löst dabei allergische Reaktionen mit starkem Juckreiz aus.
  • Allergische Reaktionen: Treten oft durch Pflegeprodukte, Shampoos oder Haarfärbemittel auf. Ein starker Juckreiz setzt meist unmittelbar nach Kontakt ein. Bei empfindlicher Haut kann sich eine Entzündung der Haarwurzeln entwickeln.
  • Schilddrüsenunterfunktion: Beeinflusst durch hormonelle Dysbalancen viele Körperfunktionen - auch Haut und Haar. Eine trockene, juckende Kopfhaut ist ein häufiges Symptom, begleitet von diffusem Haarausfall.

Haarausfall wird häufig mit genetischen oder hormonellen Ursachen in Verbindung gebracht. Dabei können auch alltägliche Gewohnheiten und Pflegefehler die Kopfhaut stark reizen und so langfristig zu Haarverlust führen.

Besonders dann, wenn juckende Kopfhaut und Haarausfall gemeinsam auftreten, lohnt sich ein genauer Blick auf mögliche Auslöser im Alltag.

Einige Beispiele dafür sind:

  • Mechanische Belastung durch häufiges und starkes Kratzen: Die Kopfhaut ist äußerst empfindlich. Wer sie regelmäßig und intensiv kratzt, riskiert mechanische Schäden an den Haarwurzeln. Haare können abbrechen oder sogar herausgerissen werden.
  • Entzündungen durch kleine Kratzwunden: Kleine Verletzungen auf der Kopfhaut ermöglichen es Bakterien und Pilzen, leichter in die Haut einzudringen.
  • Narbenbildung und dauerhafter Haarverlust durch starkes Kratzen: Anhaltender Juckreiz führt oft zu chronischem Kratzen - häufig sogar unbewusst im Schlaf. In der Folge können sich Narben auf der Kopfhaut bilden.
  • Fehler bei der Haarpflege: Viele Menschen waschen ihre Haare zu oft und verwenden dabei aggressive Produkte mit Alkohol oder Sulfaten.
  • Unzureichendes Ausspülen von Pflegeprodukten: Rückstände von Shampoo, Spülung oder Stylingprodukten können die Poren verstopfen und die Kopfhaut reizen.
  • Hitzeschäden durch Föhn und Stylinggeräte: Heißes Föhnen oder häufiges Glätten entzieht der Kopfhaut Feuchtigkeit. Die Hautbarriere wird geschwächt, was Juckreiz und Trockenheit begünstigt.
  • Chemische Reizungen durch Friseurbehandlungen: Dauerwellen, Blondierungen und Haarfarben enthalten oft reizende Substanzen wie Ammoniak oder Peroxid.
  • Umwelteinflüsse wie Sonne, Kälte und Chlor: Ein Sonnenbrand auf der Kopfhaut, eisige Temperaturen oder Chlorwasser aus dem Schwimmbad können die Haut stark austrocknen.
  • Mechanische Belastung durch Frisuren und Kopfbedeckungen: Enge Frisuren wie Zöpfe, Dutts oder Extensions üben Zug auf die Haarwurzeln aus. Das kann über längere Zeit zu Traktionsalopezie führen.
  • Stress als unterschätzter Faktor: Psychischer Stress verursacht Muskelverspannungen im Nacken- und Schulterbereich. Das wirkt sich negativ auf die Durchblutung der Kopfhaut aus, was zu Trockenheit, Juckreiz und Spannungsgefühlen führt.

Wenn die Kopfhaut juckt und gleichzeitig Haare ausfallen, ist die Sorge bei Betroffenen oft groß. Doch nicht immer steckt eine ernste Erkrankung dahinter.

In vielen Fällen reichen schon einfache Veränderungen in der Pflege oder im Alltag aus, um die Beschwerden zu lindern.

Entzündete Kopfhaut: Was Sie tun können Wenn eine Entzündung die Ursache für Haarausfall (Alopezie) ist, ergibt sich häufig ein diffuses oder fleckenartiges Ausfallmuster. Die empfindliche Kopfhaut ist meist sichtbar angegriffen, eine Behandlung muss mit größter Sorgfalt erfolgen.

Was können Sie tun, wenn Ihre Kopfhaut entzündet ist?

Die Gemeinsamkeit von entzündlichen Vorgängen an der Haut am Kopf: Die Haarwurzeln werden ebenfalls angegriffen. Bei Autoimmunerkrankungen richtet sich das körpereigene Abwehrsystem gegen Haarfollikel und Haarwurzelzellen. Sie werden „irrtümlich“ bekämpft wie gefährliche Eindringlinge. Die Symptome ähneln mitunter allergischen Reaktionen.

Bei manchen Ausprägungen spielen Viren, Bakterien oder Pilze eine Rolle. Sie besiedeln die Kopfhaut oder dringen in offene Haarwurzelkanäle ein. Der Körper reagiert darauf mit entzündlichen Abwehrvorgängen.

Ebenfalls kann ein aggressives Shampoo die Kopfhaut austrocknen und entfetten. Es sollte stets darauf geachtet werden, ein schonendes Shampoo für die regelmäßige Haarpflege zu verwenden.

Was Sie vermeiden sollten

Das Unterlassen des Kratzens bei juckender Kopfhaut ist essentiell, um weitere Schäden zu vermeiden. Die Versuchung zu kratzen mag zwar groß sein, jedoch kann dies zu einer Verschlimmerung der Kopfhautbedingungen führen.

Häufiges Kratzen kann zu einer Reihe unerwünschter Nebenwirkungen führen. Es verursacht nicht nur Schmerzen und Schwellungen, sondern kann auch zu einer deutlich geröteten Kopfhaut führen.

Ein besonders besorgniserregender Aspekt ist das Risiko von Infektionen. Wenn die Haut aufgekratzt wird, entstehen kleine Wunden, die Bakterien und anderen Krankheitserregern den Eintritt in die Haut ermöglichen.

Langfristig kann das Kratzen der Kopfhaut sogar zu Narbenbildung führen, insbesondere wenn es zu intensivem und wiederholtem Kratzen kommt. Diese Narben können die Haarfollikel dauerhaft schädigen, was in einigen Fällen zum Absterben der Haarfollikel und somit zu dauerhaften Kahlstellen führt.

Diagnose und Behandlung

Die Diagnose der Ursache Ihres Kopfhautjuckens ist ein entscheidender Schritt in der Behandlung und Prävention von Haarausfall durch Kratzen. Da es eine Vielzahl möglicher Auslöser für juckende Kopfhaut gibt, ist es wichtig, einen Dermatologen zu konsultieren, um die spezifische Ursache in Ihrem Fall zu identifizieren.

In einigen Fällen kann der Juckreiz auf externe Faktoren wie Stress oder die Verwendung ungeeigneter Haarpflegeprodukte zurückzuführen sein.

Sobald die genaue Ursache des Problems identifiziert ist, kann der Dermatologe einen individuell abgestimmten Behandlungsplan erstellen. Dies kann die Verwendung spezifischer Medikamente, Änderungen in der Haarpflege-Routine oder sogar Lifestyle-Änderungen umfassen.

Effektive Maßnahmen gegen juckende Kopfhaut können je nach Ursache variieren. Wenn die Ursache in einer Hauterkrankung liegt, ist es unerlässlich, dass diese durch einen Hautexperten behandelt wird.

Ein wichtiger Aspekt ist die Auswahl der richtigen Haarpflegeprodukte. Achten Sie darauf, dass Ihr Shampoo frei von Silikonen, Sulfaten und künstlichen Konservierungs- oder Duftstoffen ist. Diese Inhaltsstoffe können die Kopfhaut reizen und den Juckreiz verschlimmern.

Bei trockener Kopfhaut kann die Verwendung von Kokosöl eine hervorragende Methode sein, um Feuchtigkeit zuzuführen und den Juckreiz zu lindern.

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist ebenfalls wichtig, da Dehydration oft zu trockener Haut und somit zu Juckreiz führen kann.

Zusätzlich ist es ratsam, die Kopfhaut vor extremer Sonneneinstrahlung zu schützen, da dies die Haut zusätzlich austrocknen und den Juckreiz verstärken kann.

Erste Schritte zur Linderung

Wenn juckende Kopfhaut und Haarausfall plötzlich auftreten, lohnt es sich, zunächst eigene Gewohnheiten zu hinterfragen. Häufig liegt der Auslöser in neuen oder veränderten Pflegeprodukten.

Manchmal entwickelt die Haut auch plötzlich eine Unverträglichkeit gegenüber Produkten, die man jahrelang gut vertragen hat. In solchen Fällen empfiehlt es sich, alle potenziellen Reizstoffe für eine Zeit abzusetzen.

Greifen Sie stattdessen zu milden Pflegeprodukten, die frei von Silikonen, Farbstoffen, Parfümen und Konservierungsstoffen sind.

So verlockend es auch ist: Kratzen verschlimmert das Problem oft. Stattdessen sollte man die betroffenen Stellen mit einer sanften, feuchtigkeitsspendenden Salbe behandeln.

Kokosöl besitzt zudem natürliche antibakterielle und antivirale Eigenschaften, die der gereizten Kopfhaut zugutekommen. Auch Teebaumöl hat sich bewährt - es wirkt entzündungshemmend und antimykotisch.

Wenn sich juckende Kopfhaut und Haarausfall trotz dieser Maßnahmen nicht deutlich bessern, sollte man frühzeitig einen Hautarzt aufsuchen.

In manchen Fällen sind Juckreiz oder Haarausfall harmlos und vorübergehend. Doch wenn die Beschwerden anhalten oder sich verschlimmern, reicht Selbstbehandlung oft nicht mehr aus.

Ein Hautarzt kann mögliche Ursachen professionell einordnen und gezielte Therapievorschläge machen.

Wenn Sie neue Pflegeprodukte im Verdacht haben Tritt der Juckreiz nach der Verwendung eines neuen Shampoos, Conditioners oder Stylingprodukts auf, kann eine Unverträglichkeit oder allergische Reaktion vorliegen.

Bei Ausschlag, Rötungen oder Schuppenbildung auf der Kopfhaut Sichtbare Hautveränderungen wie Schuppen, starke Rötungen oder Krusten können Hinweise auf Ekzeme, Psoriasis oder Pilzinfektionen sein.

Behandlungsansätze

Die wirksame Behandlung richtet sich immer nach der zugrunde liegenden Ursache. Während bei manchen Menschen schon kleine Veränderungen im Alltag große Wirkung zeigen, benötigen andere eine gezielte medizinische Therapie.

Hier sind einige Behandlungsansätze:

  • Pflege- und Stylingprodukte umstellen: Viele Beschwerden lassen sich bereits lindern, wenn reizende Produkte weggelassen werden. Verwende milde Shampoos ohne Silikone, Parfüme oder aggressive Tenside.
  • Ungesunde Gewohnheiten vermeiden: Weniger Druck beim Kämmen, keine straffen Frisuren (z. B. Zopf, Dutt) und der Verzicht auf enge Kopfbedeckungen entlasten die Haarwurzeln.
  • Feuchtigkeitsspendende Pflege: Bei trockener, schuppiger Kopfhaut können pflanzliche Öle wie Kokos-, Jojoba- oder Olivenöl helfen. Auch beruhigende Salben aus der Apotheke können Linderung verschaffen.
  • Medikamente bei Infektionen: Ist eine Pilzinfektion die Ursache, werden Antimykotika eingesetzt - äußerlich oder in schweren Fällen auch systemisch.
  • Behandlung dermatologischer Erkrankungen: Hautkrankheiten wie Psoriasis oder Neurodermitis erfordern meist eine gezielte, entzündungshemmende Therapie.
  • Ursache systemisch behandeln: Wenn juckende Kopfhaut und Haarausfall nur Symptome einer tieferliegenden Erkrankung wie z. B. einer Schilddrüsenunterfunktion oder eines Eisenmangels sind, muss die Grunderkrankung gezielt behandelt werden.

Oft ist es gar nicht so einfach, die Ursache für Haarausfall zu identifizieren. Bei sehr auffälligem Haarverlust ist ein Arztbesuch empfehlenswert.

So kann beispielsweise dein Hormonstatus überprüft werden, denn hormoneller Haarausfall ist keine Seltenheit. Auch chronische Hauterkrankungen oder akute, starke Entzündungen der Kopfhaut sollten stets ärztlich abgeklärt werden.

Oberstes Ziel ist es in jedem Fall, die Kopfhaut zu beruhigen und die Schuppenbildung zu mildern.

Die gute Nachricht ist, dass sich Schuppen oft gut behandeln lassen und damit das Risiko für Haarausfall verringert werden kann.

Hier ist vor allem eine milde, auf deine individuelle Kopfhaut abgestimmte Pflege essenziell.

Bei gereizter Kopfhaut sind die meisten Shampoos eher ungeeignet. Sie enthalten oft Inhaltsstoffe, die die beanspruchte Kopfhaut zusätzlich irritieren und Schuppen noch intensivieren können.

Besonders bei speziellen Anliegen wie Schuppenflechte oder Neurodermitis sollte dein Shampoo sehr mild formuliert sein und die Kopfhaut beruhigen.

Anti-Schuppen-Shampoos sind speziell dafür entwickelt worden, Schuppen auf sanfte Weise zu mildern und einer Neuentstehung entgegenzuwirken. Sie unterstützen die natürliche Abschuppung und versorgen die Kopfhaut mit wichtiger Feuchtigkeit sowie beruhigenden, regenerierenden Wirkstoffen.

Sind deine Haarfollikel geschwächt, können sie die Haare nicht mehr fest in der Kopfhaut halten. Mit dem passenden Shampoo kannst du dieses Problem wortwörtlich an der Wurzel angehen.

Neben der passenden Kopfhautpflege spielen auch der Lebensstil und die Ernährung eine wichtige Rolle. Eine ausgewogene Ernährungsweise mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen kann deine Haarwurzeln stärken und das Haarwachstum fördern.

Eigenhaartransplantation als Lösung

Eine Eigenhaartransplantation kann eine effektive Lösung sein, besonders wenn der Haarausfall durch Kratzen zu einem Punkt geführt hat, an dem die Haarwurzeln irreparabel beschädigt sind. In dieser Situation bietet sich die Haarimplantation als optimale Lösung an, um die entstandenen Kahlstellen zu behandeln.

Bei einer Eigenhaartransplantation werden gesunde Haarfollikel von einem Bereich Ihres Kopfes entnommen, typischerweise von einem Bereich, in dem das Haar noch dicht und kräftig wächst.

Dieser Prozess ermöglicht es, dass Haare in den kahlen Bereichen wieder wachsen, da die transplantierten Follikel gesund sind und das Potenzial zum Wachstum haben.

Die Haartransplantation ist eine dauerhafte Lösung, da die verpflanzten Haarfollikel auch in ihrem neuen Standort weiterhin Haare produzieren.

Überblick über die verschiedenen Arten von Haarausfall

Es gibt unterschiedliche Arten von Haarausfall, die verschiedene Ursachen haben können.

Häufige Varianten des Haarausfalls

  • Diffuser Haarausfall (Alopecia diffusa): Der Haarverlust findet verteilt über den ganzen Kopf statt und sorgt für lichte Stellen. Ein gewisser Haarausfall zeigt sich analog zum physiologischen Wachstumszyklus der Haare. Ist die Ausfallphase jedoch unnatürlich lang, bei gleichzeitig verkürzter Wachstums- und Ruhephase gehen mehr Haare aus, als nachwachsen. Meist ist diffuser Haarausfall vorübergehend. Mögliche Ursachen sind beispielsweise Medikamenteneinnahme, ein akutes bzw. in der Vergangenheit stattgefundenes Infektionsgeschehen oder Eisenmangel.
  • Erblich bedingter Haarausfall (Alopecia androgenetica): Je nach genetischer Disposition zeigen sich die bekannten „Geheimratsecken“ oder eine Hinterkopf- oder Stirnglatze. Frauen leiden eher unter gleichmäßig lichterem Haar. Die abnehmende Aktivität der Haarwurzeln und ein verkürzter Wachstumszyklus führen zu Haarausfall und spärlicherem Nachwachsen. Der erblich bedingte Haarverlust tritt am häufigsten auf: Die Hälfte der Männer und ein Viertel aller Frauen sind davon betroffen.
  • Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata): Der sogenannte „kreisrunde Haarausfall“ zeigt sich in runden, oft münzgroßen kahlen Stellen auf der Kopfhaut. Manchmal werden Haare einfach nur lichter und in Extremfällen bildet sich eine vollständige Glatze oder die gesamte Kopf- und Körperbehaarung fällt aus (Alopecia areata totalis). Es gibt auch in diesen Fällen wirksame Therapien, die Betroffenen helfen können. Die Ursache für kreisrunden Haarausfall ist nicht eindeutig geklärt: Vermutlich richten sich aufgrund einer Störung des Immunsystems Abwehrzellen gegen Haarwurzelzellen. Manche Betroffene leiden unter weiteren Autoimmunerkrankungen, wie beispielsweise Neurodermitis. Möglicherweise spielt die genetische Veranlagung eine Rolle, da Alopecia areata in manchen Familien gehäuft auftritt. Ein Zusammenhang kann bisweilen auch mit psychisch belastenden Situationen hergestellt werden. Oft wachsen die Haare innerhalb eines Jahres wieder nach. In jedem Fall sollte aber dermatologisch abgeklärt werden, ob ein Pilzbefall der Kopfhaut den Haarausfall verursacht.
  • Haarausfall bei Vernarbung der Kopfhaut: Diese Form des Haarausfalls tritt eher selten auf und meist in Folge von Infektions- oder Autoimmunerkrankungen, wie z. B. Lupus Erythematodes, Schuppenflechte oder Pilzbefall. Auch Verletzungen, Verätzungen oder Verbrennungen können Haarwurzeln endgültig zerstören. Die vernarbende Alopecia zeigt sich in kahlen Stellen auf der Kopfhaut und einer Narbenbildung an den betroffenen Stellen. Aufschluss über die Ursache kann eine Kopfhautbiopsie geben, die in der Regel unter lokaler Betäubung durchgeführt wird. Ergänzende Erkenntnisse für eine genaue Diagnose bietet die Auflichtmikroskopie einer Trichoscale-Untersuchung.

Die Norwood-Hamilton-Skala zur Einordnung des Haarausfalls bei Männern

Der Verlauf des erblich bedingten Haarausfalls bei Männern wird anhand der Norwood-Hamilton-Skala eingeordnet (Bild weiter oben). Diese Art des Haarausfalls wird hauptsächlich über die Gene der Mutter weitergegeben.

Die Ludwig-Skala zur Einordnung des Haarausfalls bei Frauen

Weil sich der androgenetische Haarausfall bei Frauen anders als bei Männern entwickelt, verwenden die Mediziner die hierfür besser geeignete Ludwig-Skala (Ludwig-Schema). In der ersten Stufe (Nr. 1 in der Grafik) nach der Ludwig-Skala verringert sich das Volumen der Haare bei Frauen vom Scheitel aus. In der zweiten Stufe (Nr. 2 in der Grafik) ist bereits eine Verbreiterung des Scheitels erkennbar, die sich zunehmend schwerer durch eine Frisur kaschieren lässt. Im letzten Stadium (Nr. 2.

Formen des kreisrunden Haarausfalls

Alopecia circumscripta. Sie ist mit einem Anteil von 80 % die häufigste Form des kreisrunden Haarausfalls.

Alopecia totalis. Wie der Name schon andeutet, ist diese Art des kreisrunden Haarausfalls dadurch gekennzeichnet, dass die Betroffenen ihr gesamtes Kopfhaar einschließlich der Gesichtsbehaarung verlieren.

Alopecia universalis. Sie kennzeichnet den schwersten Verlauf der Krankheit, bei dem die Haare am gesamten Körper ausfallen.

Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Haarverlust und das Kratzen der Kopfhaut eng miteinander verbunden sein können. Haarausfall kann eine direkte Folge des Kratzens sein, besonders wenn die Kopfhaut irritiert, gerötet, trocken und gespannt ist.

Die Ursachen für Juckreiz sind vielfältig und können von Stress, ungeeigneter Haarpflege, verschiedenen Hauterkrankungen bis hin zu Kopfhautpilzen reichen.

Um zukünftigen Haarausfall zu vermeiden, ist es entscheidend, die Ursache des Juckreizes durch einen Dermatologen klären zu lassen.

Für Fälle, in denen der Haarverlust bereits fortgeschritten ist und die Haarwurzeln irreparabel beschädigt sind, bietet sich die Eigenhaartransplantation als dauerhafte Lösung an. Hierbei werden gesunde Haarfollikel aus einem Bereich des Kopfes entnommen und in die kahlen Bereiche verpflanzt.

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