Haarausfall nach dem Absetzen der Pille Slinda: Ursachen und Lösungen

Viele Frauen entscheiden sich aus verschiedenen Gründen, die Pille abzusetzen. Nach jahrelanger Einnahme ohne Probleme mit Hautunreinheiten oder dünnem Haar kann der Schock jedoch groß sein, wenn der Körper plötzlich verrückt zu spielen scheint. Die Haare werden dünner, wirken weniger voluminös und fallen schließlich aus. Doch warum kommt es nach dem Absetzen der Pille zu Haarausfall, und was kann man dagegen tun, um wieder glücklicher mit seinem Haar zu werden?

Wieso beeinflusst die Pille unser Haarwachstum?

Die Pille besteht meist aus einer Kombination von Östrogenen und Gestagenen bzw. deren synthetischen Hormonersatzstoffen. Östrogen ist bekannt als das "Glow-Hormon". Bei einem hohen Östrogenspiegel im Körper können sich Frauen in der Regel über volles Haar freuen. Viele Schwangere berichten während dieser Zeit von strahlend schöner Haut, was auf den erhöhten Östrogenspiegel zurückzuführen ist.

Bei den Gestagenen ist die Wirkung auf das Haarwachstum komplexer. Diese Hormone können je nach Art unterschiedliche Auswirkungen haben. Einerseits können Gestagene das Haarwachstum verstärken, andererseits aber auch zu starkem Haarausfall führen. Um dies besser zu verstehen, ist es wichtig, die Begriffe "androgen" bzw. "antiandrogen" zu kennen.

Androgene sind Hormone, die die Ausprägung und Entwicklung männlicher Geschlechtsmerkmale fördern. Auch Frauen produzieren diese Hormone in unterschiedlichem Maße. Männliche Geschlechtshormone, wie Testosteron, sind jedoch nicht ideal für das Haarwachstum. Ein erhöhter Spiegel von Androgenen kann zu Haarausfall führen. Pillen mit antiandrogener Wirkung führen in der Regel zu vollem Haar!

Was passiert beim Absetzen der Pille?

Während der Einnahme der Pille wird der Hormonhaushalt künstlich verändert. Volleres Haar und Glanz sind oft die Folge, auch wenn dies nicht in der DNA der Frau liegt. Daher ist es für viele Frauen schockierend, wenn der Körper nach dem Absetzen der Pille auf diese hormonelle Umstellung reagiert. Oftmals fallen dann nach und nach die Haare aus.

Nach dem Absetzen der Pille herrscht im Körper zunächst Chaos. Der Hormoncocktail kann den Körper überfordern, da viele Hormone, die er für selbstverständlich gehalten hat, nicht mehr zugeführt werden. Es entsteht ein Mangel an Östrogenen und Gestagenen. Teilweise führt dies auch zu einer vorübergehenden Überproduktion von männlichen Hormonen, was sich negativ auf Haut und Haar auswirken kann. Es kann eine Weile dauern, bis sich die Hormone wieder normalisiert haben und die Eigenproduktion hochgefahren wird.

Es ist möglich, dass die Haare nach dem Absetzen der Pille nicht mehr so voll und füllig werden wie zuvor, da der natürliche Östrogenspiegel möglicherweise nicht so hoch ist wie der künstlich erzeugte Spiegel durch die Pille. Glücklicherweise erholt sich das Haar in den meisten Fällen nach einigen Monaten wieder.

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Weitere Auswirkungen des Absetzens der Pille

Das Absetzen der Pille hat nicht nur negative Effekte. Ob sich Vor- und Nachteile die Waage halten, muss im Einzelfall abgewogen werden, da die Pille bei jeder Frau unterschiedliche Auswirkungen haben kann.

Positive Effekte:

  • Verbesserung depressiver Verstimmungen: Viele Frauen berichten, dass sie sich wieder mehr wie sie selbst fühlen.
  • Weniger Wassereinlagerungen: Dies führt oft zu einer Abnahme des Körpergewichts.
  • Zunahme der Libido: Viele Frauen berichten von einem gesteigerten sexuellen Lustempfinden.

Negative Effekte:

  • Hautunreinheiten: Vor allem störend, wenn man zuvor keine Probleme mit der Haut hatte.
  • Hauterscheinungen: In einigen Fällen bilden sich bräunliche Flecken im Gesicht (Melasma).
  • Verändertes Geruchsempfinden: Der Geruch des Partners wird möglicherweise als weniger angenehm empfunden.

Hormonelles Ungleichgewicht beheben: Was tun gegen starken Haarausfall?

Was kann man konkret gegen verstärkten Haarausfall unternehmen?

  • Erwartungen herunterschrauben: Die Pille gaukelt oft "ach so volles Haar" vor. Sei nicht enttäuscht, wenn Deine Haare von nun an nicht mehr so voluminös sind, wie sie einmal waren.
  • Gesunde und ausgewogene Ernährung: Achte auf eine ausreichende Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen. Lebensmittel wie Leinsamen oder Sojaprodukte können sogar den Testosteron-Spiegel senken.
  • Verzicht auf Silikone und Zusatzstoffe: Reduziere Deine Haarpflege-Routine auf ein pH-neutrales Hautshampoo und ein pflegendes Haaröl. Vermeide Schaumfestiger, Glätteisen und ständiges Haarefärben.
  • Stresslevel reduzieren: Gönn Dir regelmäßig Auszeiten, da Stress bekannterweise zu Haarausfall führen kann.
  • Blutbild checken lassen: In seltenen Fällen können auch ein Nährstoffmangel, Schilddrüsenprobleme oder andere Krankheiten dahinter stecken.
  • Geduld: Bis ausgefallene Haare wieder nachwachsen, dauert es in der Regel bis zu sechs Monate oder länger.

Drospirenon: Wirkung und Einsatz

Drospirenon ist ein künstlich hergestelltes Gelbkörperhormon (Gestagen), das dem körpereigenen Botenstoff Progesteron ähnelt. Es wird zur Empfängnisverhütung eingesetzt und kann Akne lindern sowie starken Körperhaarwuchs mildern. Zudem wirkt Drospirenon häufig Wassereinlagerungen entgegen.

Funktionen von Drospirenon in der Antibabypille:

  • Unterdrückung der Ovulation: Drospirenon hemmt den Eisprung.
  • Verdickung des Zervixschleims: Der Schleim im Gebärmutterhals wird zäh, was es Spermien erschwert, in die Gebärmutter zu gelangen.

Drospirenon ist entweder als Minipille oder als Mikropille (Kombipille) erhältlich. Die kombinierten Verhütungspillen mit Drospirenon enthalten in der Regel das Östrogen Ethinylestradiol. Viele Mütter können während der Stillzeit die Minipille mit Drospirenon einnehmen.

Weitere Vorteile von Drospirenon:

  • Hilfe bei Akne: Drospirenon wirkt nachweislich antiandrogen und kann den Androgenspiegel senken, was zu einer Verbesserung des Hautbilds führt.
  • Linderung bei Hirsutismus: Drospirenon kann Symptome von verstärktem Körperhaarwachstum lindern.
  • Reduktion von Wassereinlagerungen: Drospirenon fördert die Ausschüttung von Natrium und Wasser, was Wassereinlagerungen entgegenwirken kann.

Pearl-Index von Drospirenon:

Der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen schwanger werden, wenn sie 1 Jahr lang das gleiche Verhütungsmittel benutzen. Je niedriger das Ergebnis, desto besser ist die verhütende Wirkung.

Pillenart Pearl-Index
Minipille mit Drospirenon 0,73
Mikropille mit Drospirenon und einem Östrogen 0,1-0,9

Für wen ist Drospirenon geeignet?

Drospirenon ist geeignet für Frauen, die:

  • sicher verhüten möchten
  • ein niedriges Thromboserisiko haben
  • an Akne, Hirsutismus oder Wassereinlagerungen leiden (wenn ohnehin der Wunsch nach hormoneller Verhütung besteht)

Mögliche Nebenwirkungen von Drospirenon:

  • Kopfschmerzen, Migräne
  • depressive Stimmung, Stimmungsschwankungen
  • Schlafstörungen
  • Hautausschläge
  • vaginale Blutungen, Zwischenblutungen
  • Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen
  • starkes Schwitzen
  • Gewichtsveränderungen
  • Empfindlichkeit und Spannungsgefühl in der Brust

Wichtig: Eine Kombipille mit Drospirenon und einem Östrogen kann die Gefahr für Blutgerinnsel ansteigen lassen. Das Thromboserisiko bei Einnahme einer Minipille mit Drospirenon wird derzeit als gering eingestuft.

Drospirenon-Pillen sind rezeptpflichtig und können in Apotheken vor Ort oder online erworben werden. Es gibt Minipillen, die nur das Gestagen Drospirenon enthalten, wie zum Beispiel die Slinda® Pille.

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