Haarausfall kann aus verschiedenen Gründen auftreten, und die Einnahme von Medikamenten kann eine davon sein. Einige Arzneimittel können als mögliche Nebenwirkung einen medikamentös verursachten Haarausfall begünstigen. Welche Wirkstoffe diese Nebenwirkung zeigen und was man dagegen tun kann, wird in diesem Artikel erläutert.
Von diffusem Haarausfall spricht man, wenn sich das Haar auf dem Kopf insgesamt ausdünnt und die Kopfhaut stärker durchschimmert als üblich. Anzeichen dafür ist, dass täglich mehr als 100 Haare ausgehen. Mitunter macht sich der Haarausfall an den Schläfen, am Vorderkopf und im Scheitelbereich verstärkt bemerkbar. Anders als beim anlagebedingten oder kreisrunden Haarausfall, bilden sich beim diffusen Haarausfall üblicherweise keine kahlen Stellen. Es passiert auch nicht, dass die Haare komplett ausfallen.
Meist gibt es ein auslösendes Ereignis. Die Ursachen für den Haarausfall sind sehr verschieden. So können zum Beispiel Hormonveränderungen, bestimmte Erkrankungen, Nährstoffmangel oder die Einnahme einiger Medikamente diffusen Haarausfall auslösen. Manchmal lässt sich auch kein Auslöser finden.
Für gewöhnlich beginnt der Haarausfall zwei bis drei Monate nach dem auslösenden Ereignis. Bis die Haare wieder sichtbar nachgewachsen sind, dauert es zwischen sechs bis zwölf Monaten. Manchmal kann es passieren, dass der Haarausfall vier bis sechs Monate oder länger anhält.
Ein Medikament oder eine Droge kann bewirken, dass das Haar schneller von der Wachstums- in die Ruhephase übergeht, wodurch es früher ausfällt. Bei der Einnahme von Medikamenten können Wirkstoffe innerhalb der Wachstumsphase über das Blut in die Haarwurzeln gelangen und dort das Haarwachstum bremsen oder sogar stoppen. Etwa 80 % aller Haare befinden sich gleichzeitig in der Wachstumsphase. So sorgt der Körper dafür, dass immer ausreichend Haare vorhanden sind.
Einige Medikamente beeinflussen den Hormonhaushalt und damit den Haarzyklus. Auch Schilddrüsenmedikamente, die den Stoffwechsel regulieren, können das Haarwachstum stören. Bestimmte Medikamente wie Chemotherapeutika greifen vor allem Haare in der anagenen Phase an und verursachen einen raschen, diffusen Haarausfall (anagenes Effluvium). Medikamente können das Haarwachstum kurzfristig oder langfristig beeinflussen. Dies kann vorübergehend zu diffusem Haarverlust führen, der sich meist nach dem Absetzen normalisiert.
Wirkstoffe aus den verschiedensten Arzneimittel-Gruppen können zu einem vermehrten Haarausfall (Effluvium) führen. Dieser gleichmäßig verteilte Haarausfall beginnt circa 3 bis 6 Monate nach Einnahmebeginn und betrifft besonders die Scheitelregion. Nach Absetzen der Medikamente wachsen die Haare in der Regel immer wieder nach. Die genauen Wirkmechanismen, die zu dem Haarausfall führen, sind bisher nur in den wenigsten Fällen genau bekannt.
Anbei einige Beispiele für Medikamente, die Haarausfall verursachen können:
| Wirkstoffgruppe | Wirkstoffbeispiel |
|---|---|
| Zytostatika | Cyclophosphamid (sehr häufig), Letrozol (häufig) |
| Antihypertonika | Captopril (häufig), Enalapril (gelegentlich), Bisoprolol (sehr selten), Metoprolol (selten), Propranolol (häufig) |
| Antikoagulantien | Enoxaparin (selten), Warfarin (gelegentlich) |
| Analgetika | Diclofenac (gelegentlich), Ibuprofen (sehr selten) |
| Antiepileptika | Carbamazepin (selten), Valproinsäure (häufig) |
| Psychopharmaka | Citalopram (gelegentlich), Sertralin (gelegentlich), Venlafaxin (gelegentlich) |
| Lipidsenker | Atorvastatin (gelegentlich), Simvastatin (selten) |
| Weitere | Thyreostatika, Retinoide, Antimykotika, H2-Antihistaminika, Immunsuppressiva |
Die einzelnen Vertreter innerhalb der jeweiligen Wirkstoffgruppen führen unterschiedlich häufig zu Haarverlust. Auch für diese Beobachtung konnte noch keine eindeutige wissenschaftliche Erklärung gefunden werden.
Verschreibungspflichtige Beta-Blocker, die gegen Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen verschrieben werden, können in einigen Fällen dazu führen, dass die Haarwurzeln absterben. Ist dies der Fall, können keine neuen Haare mehr ausgebildet werden. Besonders die Wirkstoffe Metoprolol und Propanolol werden mit dieser Nebenwirkung in Zusammenhang gebracht.
Viele Menschen haben Ibuprofen als Schmerzmittel in der Hausapotheke. Bei häufiger Einnahme kann das Haar dünner werden und schließlich kann es auch zu Haarausfall kommen.
Damit es, besonders nach Operationen, nicht zu Blutgerinnseln kommt, die tödlich enden können, nehmen viele Menschen Blutverdünner. Heparin ist dabei eines der gängigsten Arzneimittel und eine der Haarausfall Ursachen. Denn Heparin beschädigt die Haarfollikel und führt so zu Haarausfall.
Ärzte verschreiben bei Akne und einigen anderen Hautkrankheiten meist Arzneimittel, die Retinoide enthalten. Retinoide sind eng mit Vitamin A verwandt, welches die Haarfollikel im Normalfall schützt. Dringen Retinoide zur Haarwurzel vor, kommt es zu einer Überdosis und das Haar verfällt in eine Art Koma und kann ausfallen. Zudem wirken Retionoide auch auf Zellen, die Keratin produzieren. Keratin ist ein wesentlicher Bestandteil der Haarstruktur. Durch die Einwirkung kann Dichte, Verteilung und Farbe der Körperbehaarung beeinflusst werden.
Antidepressiva wirken sich im Vergleich zu anderen Medikamenten nicht auf die Wachstumsphase aus, sondern auf die Ruhephase der Haare. Diese dauert im Normalfall ungefähr drei Monate, bevor das Haar abstirbt. Verschiedene Mittel, die bei depressiven Symptomen eingesetzt werden, wie zum Beispiel Imipramin, Doxepin oder auch Fluoxetin sorgen dafür, dass die Ruhephase aussetzt und das Haar nach der Übergangsphase direkt abstirbt. Es kommt zu frühzeitigem, verstärktem Haarausfall und das Haar wird insgesamt dünner.
Um diffusen Haarausfall festzustellen, sind ein ausführliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung wichtig. Bei Menschen, die natürlicherweise fülliges Haar haben, ist ein diffuser Haarausfall häufig nicht zu erkennen. Es kann daher hilfreich sein, zum Besuch bei der Ärztin oder dem Arzt Vorher-Nachher-Fotos mitzunehmen.
Im Gespräch wird die Ärztin oder der Arzt verschiedene Fragen zur Lebenssituation, Ernährungsgewohnheiten und zur Krankengeschichte stellen. Dabei geht es zum Beispiel darum herauszufinden, ob man:
Die Ärztin oder der Arzt untersucht die Haare, die Kopfhaut und die Nägel. Außerdem prüft sie oder er eventuell mit einem Zupftest, ob es sich um einen aktiven Haarausfall handelt. Zusätzlich lässt sich mit einem Trichogramm bestimmen, wie viele Haare sich im Ausfall-Stadium befinden. Besteht der Verdacht, dass ein Mangel an Mineralstoffen wie Eisen oder eine Schilddrüsen-Erkrankung den Haarausfall ausgelöst hat, helfen Blutuntersuchungen weiter.
Möchte der Arzt oder die Ärztin den Haarausfall von anderen Formen abgrenzen, kann eine Untersuchung mit dem Auflichtmikroskop (Dermatoskop) sinnvoll sein. Ist trotz eines ausführlichen Gesprächs und einer genauen Untersuchung der Kopfhaut die Diagnose unklar, kann die Entnahme von Gewebe (Biopsie) manchmal weiterhelfen.
Besteht der Verdacht auf medikamentös verursachten Haarausfall (Alopecia medicamentosa), sollte der Kunde auf jeden Fall ermutigt werden, das Gespräch mit dem behandelnden Arzt aufzusuchen. In manchen Fällen kann bereits eine Dosisreduktion die Nebenwirkung eindämmen, in anderen Fällen führt der Wechsel auf einen anderen Wirkstoff zum Ziel. Oft hilft es bereits, die Problematik mit dem behandelnden Arzt zu besprechen. Dieser kann häufig einfach ein anderes Medikament verschreiben und die Umstellung kann den Haarausfall bereits regulieren.
Wenn Medikamente als Auslöser für Haarausfall infrage kommen, ist eine sanfte, aber wirkungsvolle Pflege besonders wichtig. Hier empfehlen sich Haarpflegeprodukte, die besonders schonend für Haut & Haare sind. Alle Produkte sollten, wie bei Growfine auch, frei von Sulfaten, Parabenen und Silikonen sein.
Wenn der Haarausfall durch eine Diät entstanden ist, ist es sinnvoll, die Diät zu beenden und auf eine ausgewogene Ernährung umzustellen. Findet man den Auslöser für den diffusen Haarausfall und kann ihn beheben, wachsen die Haare innerhalb eines halben bis ganzen Jahres nach.
Besteht ein anhaltender Mangel an Nähr- oder Mineralstoffen, kann die Ärztin oder der Arzt diesen feststellen und gegebenenfalls ein geeignetes Präparat verschreiben. Den Mangel an Nährstoffen für die Haarfollikel können Sie mit Revita.SOD Tabletten ergänzen. Dieses Ergänzungsmittel enthält alle wichtigen Vitamine, Mineralien und Aminosäuren. Außerdem enthält es zusätzlich Superoxiddismutase. Dies ist ein Antioxidans, das nachweislich gegen Stress hilft.
Manche Ärztinnen und Ärzte verschreiben Minoxidil-Präparate zum Auftragen auf die Haut oder zum Einnehmen. Dieser Wirkstoff kommt vornehmlich beim anlagebedingten Haarausfall zum Einsatz. Ob er auch bei diffusem Haarausfall hilft, ist nicht ausreichend wissenschaftlich belegt.
Die 2-prozentige Minoxidil-Lösung (Regaine® Frauen) ist die insgesamt wirksamste Substanz gegen die androgenetische Alopezie der Frau, wie zahlreiche, gut kontrollierte klinische Studien und ein aktuelles Cochrane-Review belegen. Die gute Wirkung von Minoxidil erklärt sich unter anderem aus einer Verbesserung der Mikrozirkulation im Bereich der dermalen Papille sowie durch verschiedene andere haarwuchsstimulierende Effekte.
Neben medikamentösen Behandlungen gibt es auch andere Möglichkeiten, den Haarausfall zu behandeln:
Es gibt verschiedene Faktoren, die den Haarausfall beeinflussen. Stress, Medikamente oder eine Schilddrüsenerkrankung können beispielsweise die Haarqualität beeinträchtigen und zu (zusätzlichem) Haarausfall führen.
Auch alternative Schmerztherapien sind ein möglicher Weg, um die Wirkstoffe, die als Haarausfall Ursachen identifiziert wurden, zu vermeiden. Dann kann das richtige Shampoo gegen Haarausfall eine gute Möglichkeit sein, um die Symptome zu behandeln.
Wer sich mit Haarverlust unwohl fühlt, kann ihn auf verschiedene Weise verbergen (kaschieren). Belastet der Haarausfall sehr stark, ist es sinnvoll, sich zusätzlich an eine Psychotherapeutin oder einen Psychotherapeuten zu wenden. Manche Menschen mit Haarausfall entscheiden sich dafür, ein Kopftuch, eine Mütze oder einen Hut zu tragen. Andere fühlen sich wohler damit, den Haarausfall mit einem Haarteil oder einer Perücke zu kaschieren. In manchen Fällen - etwa bei Haarausfall aufgrund einer Chemotherapie - trägt die Krankenkasse die Kosten für den Haarersatz.
Es ist wichtig, sich der möglichen Ursachen bewusst zu sein und mit Ihrem behandelnden Arzt über alternative Medikamente oder Lösungen zu sprechen.
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