Haarausfall Ursachen: Darmparasiten, Medikamente und Mehr

Haarausfall kann viele verschiedene Ursachen haben. Es ist wichtig, die zugrunde liegenden Faktoren zu verstehen, um die richtigen Behandlungsstrategien zu wählen. Hier werden verschiedene Ursachen von Haarausfall beleuchtet, einschließlich des Einflusses von Medikamenten, Nährstoffmangel und Darmparasiten.

Grundlegende Formen der Alopezie

Es gibt vier grundlegende Formen der Alopezie:
  • erblich bedingter Haarausfall
  • stressbedingter Haarausfall
  • diffuser Haarausfall
  • kreisrunder Haarausfall
Anhand der zugrunde liegenden Ursachen und Symptome können diese voneinander abgegrenzt werden.

Der Haarwachstumszyklus

Das Haarwachstum verläuft zyklisch und gliedert sich in drei verschiedene Phasen:

  1. Wachstumsphase: Ein neues Haar wird von einem Haarfollikel ausgebildet. Etwa 80 % aller Haare befinden sich gleichzeitig in dieser Phase.
  2. Übergangsphase: Nach zwei bis sechs Jahren geht das Haar in diese Phase über.
  3. Ruhephase: Das Haar fällt aus, und anschließend wächst bei gesundem Haarwuchs ein neues Haar nach.

Medikamente als Ursache für Haarausfall

Bei der Einnahme von Medikamenten können Wirkstoffe innerhalb der Wachstumsphase über das Blut in die Haarwurzeln gelangen und dort das Haarwachstum bremsen oder sogar stoppen. Hier sind einige Beispiele:

  • Beta-Blocker: Verschreibungspflichtige Beta-Blocker gegen Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen können in einigen Fällen dazu führen, dass die Haarwurzeln absterben. Besonders die Wirkstoffe Metoprolol und Propanolol werden mit dieser Nebenwirkung in Verbindung gebracht.
  • Schmerzmittel (Ibuprofen): Bei häufiger Einnahme kann das Haar dünner werden und schließlich kann es auch zu Haarausfall kommen.
  • Blutverdünner (Heparin): Heparin beschädigt die Haarfollikel und führt so zu Haarausfall.
  • Retinoide: Ärzte verschreiben bei Akne und einigen anderen Hautkrankheiten meist Arzneimittel, die Retinoide enthalten. Dringen Retinoide zur Haarwurzel vor, kommt es zu einer Überdosis, und das Haar kann ausfallen.
  • Antidepressiva: Antidepressiva wirken sich im Vergleich zu anderen Medikamenten nicht auf die Wachstumsphase aus, sondern auf die Ruhephase der Haare. Mittel wie Imipramin, Doxepin oder Fluoxetin können dazu führen, dass die Ruhephase aussetzt und das Haar nach der Übergangsphase direkt abstirbt.

Oft hilft es bereits, die Problematik mit dem behandelnden Arzt zu besprechen. Dieser kann häufig einfach ein anderes Medikament verschreiben, und die Umstellung kann den Haarausfall bereits regulieren. Auch alternative Schmerztherapien sind ein möglicher Weg, um die Wirkstoffe, die als Haarausfall Ursachen identifiziert wurden, zu vermeiden.

Dann kann das richtige Shampoo gegen Haarausfall eine gute Möglichkeit sein, um die Symptome zu behandeln. Ein Coffein Shampoo pflegt nicht nur Haare und Kopfhaut, sondern fördert auch das Haarwachstum, schützt die Haarwurzeln, wirkt Haarausfall entgegen und fördert die Durchblutung der Kopfhaut.

Die besten Tipps gegen Haarausfall | Dr. Johannes Wimmer

Die Rolle des Darms bei Haarausfall

In vielen Fällen kann auch der Darm schuld sein, wenn die Haare ausgehen. Denn das Verdauungsorgan ist dafür zuständig, dass Vitamine, Mineralien und Spurenelemente aus der Nahrung gefiltert und dem Körper zugeführt werden. Darmerkrankungen mit Durchfall sowie Darmentzündungen und Lebensmittelunverträglichkeiten greifen in diese Darmfunktion ein und können so zu Haarverlust führen.

Auch die Balance von gesunden zu ungesunden Darmbakterien ist wichtig für die Darmflora. Gerät diese durch etwa eine schlechte Ernährung aus dem Gleichgewicht, kann eine Darmsanierung bei der Behandlung der Symptome helfen. Eine gesunde Darmflora wirkt sich nicht nur positiv auf die Haare, sondern auch auf die Haut, Verdauung und auf das allgemeine Wohlbefinden aus. Auch Stress oder dauerhafte körperliche oder psychische Belastung können dem Darm schaden.

Darmparasiten und Haarausfall

Weltweit sind geschätzt zwei Milliarden Menschen von parasitären Würmern (Helminthen) besiedelt, der Großteil in den warmen Klimazonen der Erde. Parasiten können dem Körper Energie und Nährstoffe entziehen, was zu Mangelerscheinungen und Haarausfall führen kann. Einige der häufigsten Darmparasiten sind:

  • Madenwürmer (Enterobius vermicularis): Am häufigsten besiedeln Madenwürmer den Menschen.
  • Bandwürmer (Zestoden): Humaninfektionen mit dem Rinder- (Taenia saginata) oder Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) sind in Deutschland sehr selten.
  • Spulwürmer (Askariasis): Weltweit sind 1,2 bis 1,5 Milliarden Menschen mit Ascaris lumbricoides infiziert.

Die Vorstellung, Würmer im Darm oder anderen Körperteilen zu haben, ekelt wohl jeden. Fast die gesamte Menschheitsgeschichte über war das jedoch der Normalzustand. »Mensch und Wurm haben sich über Jahrtausende miteinander arrangiert«, erklärt Professor Dr. Egbert Tannich vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg im Gespräch mit der Pharmazeutischen Zeitung.

Würmer sind relativ große mehrzellige Organismen und können nicht wie Bakterien oder andere Einzeller von Fresszellen des Immunsystems eliminiert werden. Dennoch werden sie von der Immunabwehr als fremd erkannt und ähnlich wie Organe nach Transplantationen abgestoßen.

Nur selten infizieren sich ­Menschen in Deutschland noch mit Spul- oder Bandwürmern. Urlauber aus tropischen oder subtropischen Gegenden bringen manchmal ungebetene Gäste mit nach Haus, die gefährlich werden können.

Symptome eines Wurmbefalls

Ein Wurmbefall kann sich durch verschiedene Symptome äußern:

  • Madenwürmer: Nächtlicher Juckreiz am After ist das Hauptsymptom.
  • Bandwürmer: Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Juckreiz in der Analgegend, Appetitlosigkeit oder Heißhunger, Müdigkeit und Schwächegefühl.
  • Spulwürmer: Unwohlsein, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit oder Heißhunger, trockener Husten, Fieber, Atembeschwerden und asthmaähnliche Symptome.

Diagnose und Behandlung von Wurmbefall

Die Diagnose erfolgt meist durch den Nachweis von Eiern oder Würmern im Stuhl. Bei Madenwürmern kann ein Klebstreifentest durchgeführt werden, bei dem morgens ein Klebstreifen auf die Haut in der Pofalte gedrückt und anschließend unter dem Mikroskop untersucht wird.

Die Pharmakotherapie ist relativ einfach. Erwachsene und Kinder ab zwei Jahren nehmen an drei aufeinander folgenden Tagen einmal täglich 100 mg Mebendazol zerkaut oder unzerkaut mit einer fettigen Mahlzeit ein. Eine Alternative zu Mebendazol ist eine Einmaldosis von 400 mg Albendazol. Kinder ab einem Jahr können mit Pyrvinium behandelt werden. Mittel zweiter Wahl ist Pyrantel.

Für alle Arzneimittel gilt: Alle Familienmitglieder sollten die Behandlung am gleichen Tag beginnen und die Therapie mindestens einmal nach zwei Wochen, besser noch ein drittes Mal nach weiteren 14 Tagen wiederholen, um ­ alle Entwicklungsstadien des Madenwurms zu erreichen, sagt der Parasitologe Tannich. Die Anthelminthika wirken nämlich nur gegen adulte Würmer, nicht gegen Larven und Eier.

Zusätzlich müssen zumindest am Behandlungstag die Bettwäsche und Handtücher ausgetauscht werden. Kleidung und Schmusetiere sollten bei 60 Grad gewaschen werden. Die Betten dürfen nicht aufgeschüttelt werden. Die Schlafräume sollten gründlich gesaugt und alle Türgriffe und Sanitäreinrichtungen geputzt ­werden. Wichtiger sei die persönliche Hygiene, also sich nach jedem Toilettengang und vor dem Essen die Hände zu waschen und die Fingernägel möglichst kurz zu schneiden.

Vorbeugung von Wurmbefall

Um eine Ansteckung mit Fadenwürmern oder anderen parasitären Würmern zu vermeiden, ist auf Hygiene (zum Beispiel Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene) und häufiges Händewaschen zu achten. Dies gilt besonders vor dem Essen, nach dem Toilettengang, dem Kontakt mit Haustieren und der Gartenarbeit.

Pflanzliche Lebensmittel sollten vor dem Verzehr sorgfältig gereinigt werden. Dies gilt besonders, wenn man sie roh isst (Salat, Gemüse, Obst). Fleisch sollte man stets gut erhitzen (auf über 80 Grad Celsius). Tiefkühlung (bei minus 25 Grad Celsius und über mindestens 20 Tage) tötet Trichinella-Larven ab.

Weitere Ursachen für Haarausfall

Neben Medikamenten und Darmproblemen können auch andere Erkrankungen des Körpers einen Haarverlust bedingen. So führt eine Erkrankung der Schilddrüse oft zu Haarausfall. Weitere Auslöser sind Hormonschwankungen, welche bei Frauen oft Schwangerschafts- oder Wechseljahres bedingt auftreten, Fiebererkrankungen und Operationen.

Kopfhautinfektionen und Haarausfall

Kopfhautinfektionen können erhebliche Beschwerden verursachen und zu Haarausfall führen, wenn sie nicht richtig behandelt werden. Diese Infektionen werden häufig durch Bakterien, Pilze oder Viren verursacht und können sich durch verschiedene Symptome bemerkbar machen.

Die Haargesundheit kann durch verschiedene Kopfhautinfektionen beeinträchtigt werden, was zu vorübergehendem oder dauerhaftem Haarausfall führen kann.

Arten von Kopfhautinfektionen

  • Bakterielle Infektionen: Follikulitis, Zellulitis
  • Pilzinfektionen: Tinea capitis, Seborrhoische Dermatitis
  • Virale Infektionen: Varizella-Zoster-Virus (VZV)
  • Parasitäre Infektionen: Pediculosis capitis (Kopfläuse)

Tabelle: Kopfhautinfektionen und Haarausfall

Kopfhautinfektion Ursache Haarausfall
Follikulitis Bakterien (Staphylococcus aureus) Ja, durch Entzündung und Schädigung der Follikel
Tinea capitis (Ringelflechte) Pilz (Dermatophyten) Ja, durch Schädigung der Haarschäfte
Pediculosis capitis (Kopfläuse) Parasiten (Läuse) Nein*, aber Kratzen kann zu Haarausfall führen
Seborrhoische Dermatitis Pilz (Malassezia globosa) Nein*, aber starkes Kratzen kann die Kopfhaut verletzen

Vorbeugende Maßnahmen gegen Kopfhautinfektionen

  • Bestimmen Sie die richtige Waschfrequenz für Ihren Haartyp.
  • Wählen Sie ein sanftes, sulfatfreies Shampoo, welches das natürliche Gleichgewicht der Kopfhaut beachtet.
  • Vermeiden Sie es, Ihr Haar kräftig mit einem Handtuch zu reiben.

Die besten Tipps gegen Haarausfall | Dr. Johannes Wimmer

Fazit

Haarausfall kann viele Ursachen haben, von Medikamenten über Nährstoffmangel bis hin zu Darmparasiten und Kopfhautinfektionen. Eine genaue Diagnose und die richtige Behandlung sind entscheidend, um den Haarausfall zu stoppen und das Haarwachstum wieder anzuregen. Bei unklaren Ursachen sollte immer ein Arzt oder Spezialist konsultiert werden.

tags: #Haarausfall #Ursachen #Darmparasiten

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen