Haarausfall kann alle Altersgruppen betreffen. Immer wieder kommen besorgte Eltern mit der Frage in die Arztpraxis: „Warum verliert mein Kind plötzlich Haare?“ Gerade in den letzten Wochen haben wir das vermehrt erlebt. Wird das Haar auf dem Kinderkopf dünner oder finden sich einzelne kahle Stellen, ist das kein kosmetisches Problem, sondern ein ernstzunehmendes Alarmzeichen. Deshalb heißt es in solchen Fällen: Ab in die Kinderarztpraxis und den Haarausfall abklären.
Haarausfall tritt nicht nur mit zunehmendem Alter oder durch die Gabe spezieller Medikamente auf, auch Kinder können unter dem Verlust ihrer Kopfhaare leiden. Noch häufiger als bei Erwachsenen ist Haarausfall bei Kindern das erste Anzeichen für eine schwerwiegende Erkrankung. Sobald abgegrenzte kahle Stellen oder eine gleichmäßige Ausdünnung der Behaarung bemerkt werden, sollten deshalb mögliche Ursachen ärztlich abgeklärt und eine entsprechende Therapie eingeleitet werden.
Es gibt viele Gründe für Haarausfall, aber ein Nährstoffmangel (z. B. Eisenmangel) kann eine Ursache sein.
Verschiedene Mittel aus der Apotheke haben bedingt geholfen. Ob der Haarausfall durch Eisenmangel verursacht worden ist, kann man leider nicht pauschal beantworten. Bevor man versuchst, selbst gestellte Diagnosen mit Medikamenten aus Apotheke oder Drogerie zu bekämpfen, sollte man immer der Ursache auf den Grund gehen! Haarausfall kann verschiedene Gründe haben.
Im Folgenden werden einige der häufigsten Auslöser für Haarausfall bei Kindern beschrieben.
Mangelerscheinungen
Mangelerscheinungen verbindet man mit der Dritten Welt - aber auch in Deutschland ist die weltweit häufigste Mangelerscheinung, der Eisenmangel, weit verbreitet. Eisenmangel oder der Mangel an Vitaminen führen auch bei Kindern zu einem diffusen Haarausfall. Bei einem derartigen Verdacht kann die Kinderärzt*in leicht im Blutbild leicht feststellen, ob Spurenelemente oder Vitamine fehlen und gegebenenfalls zusätzlich eingenommen werden müssen.
Eisenmangel als Ursache
Auch bei Kindern kann ein Eisenmangel als Ursache für den Haarausfall denkbar sein. Ebenso kann ein Mangel an Vitamin C die Haarstruktur stören, da zu wenig Disulfidbrücken ausgebildet werden können.
Wusstest Du, dass Eisen enorm wichtig für eine Vielzahl von Körperfunktionen ist? Das Spurenelement Eisen ist essenziell für die Sauerstoffaufnahme und -speicherung sowie die Blutbildung in Deinem Körper. Wird dieser nicht mit ausreichend Eisen versorgt, erhalten Deine Zellen zu wenig Sauerstoff. Unser Körper besitzt etwa zwei bis vier Gramm Eisen, das in Knochenmark, Leber, Milz und Muskulatur in Form der Eiweiße Ferritin und Hämosiderin gespeichert wird.
Vielleicht hattest Du schon mal die Vermutung unter Eisenmangel zu leiden, denn Eisenmangel gehört zu den verbreitetsten Mangelerkrankungen. Vor allem Frauen, die eine starke Menstruation haben oder schwanger sind, und Kinder im Wachstum sind davon betroffen. Eisenmangel tritt selten plötzlich, sondern eher schleichend auf. Den regulären Eisenverlust über die Hautzellen sowie durch Schweiß, Urin oder den Stuhl gleicht der Körper gewöhnlich durch Nahrungsaufnahme wieder aus.
Als Erstes leert sich der Eisenspeicher (Ferritin) und anschließend wird die Blutbildung beeinträchtigt. Erste Anzeichen sind jedoch meist Müdigkeit und Erschöpfung bis hin zu Schwindelgefühlen. Verstärkt sich der Eisenmangel, merkst Du das an Juckreiz auf trockener Haut und rissigen Mundwinkeln.
Um zum Beispiel die Gründe für dünner werdendes Haar oder gar Haarausfall herauszufinden und möglichen Eisenmangel letztendlich zu diagnostizieren, hilft nur ein Labortest in Form eines Blutbildes. Die oben genannten Symptome treten auf, wenn die Eisenspeicher bereits erschöpft sind. Lieferst Du Deinem Körper nicht genügend Eisen, so holt er sich das noch vorhandene Eisen, um die Sauerstoffversorgung zu gewährleisten. Das in den Haarfollikeln gespeicherte Ferritin, das für den Haaraufbau zuständig ist, fehlt in diesem Fall.
Eisenmangel kann Haarausfall verursachen. Wir ermitteln die Ursachen und beraten Sie zu geeigneten Behandlungsmöglichkeiten. Die Erfolgsraten bei Haarausfallbehandlungen liegen bei über 90%.
Eisenmangel ist leicht behandelbar - so können Sie sich schnell wieder wohl und schön fühlen. Wenn der Eisenmangel behoben ist (je nach Ursache durch eine Ernährungsumstellung, Medikamente etc.) kann den Haarwurzeln noch direkt geholfen werden: Durch eine begleitende PRP Behandlung.
Eisenbedarf und -verlust
Im Körper eines erwachsenen Menschen befinden sich etwa drei bis vier Gramm Eisen. Es gehört zu den essentiellen Spurenelementen. Das meiste davon, etwa zwei Drittel, liegt in Form von Hämoglobin in den roten Blutkörperchen vor. Auch Muskeln, Enzyme und Proteine enthalten Eisen. Der Rest ist in Organen wie Leber, Milz und Knochenmark gespeichert.
Über abgestorbene Haut- und Schleimhautzellen, Urin, Stuhl und Schweiß verliert der Körper jeden Tag ein bis zwei Milligramm Eisen. Um das auszugleichen, muss er aber etwa 15 Milligramm täglich aufnehmen - denn nur ein kleiner Teil gelangt wirklich über den Magen-Darm-Trakt bis in den Körper.
Wenn im Körper ein Eisenmangel herrscht, wird das Eisen zuerst den "unwichtigen" Körperteilen wie Haaren und Nägeln vorenthalten - zugunsten lebenswichtiger Organe und Organfunktionen. Unsere Haarfollikel sind jedoch sehr aktive Zellen, die eine hohe Stoffwechselaktivität aufweisen. Unser Haar wächst ständig - und dafür sind ausreichend Nährstoffe, Vitamine und Spurenelemente notwendig. Diese werden für viele verschiedene Enzyme der DNA-Synthese benötigt. Eines davon ist zum Beispiel die Ribonucleotid-Reduktase, die für ihre Funktion genügend Eisen benötigt. Sind die Haarfollikel nicht ausreichend mit Eisen versorgt, können sie sich nicht vermehren und sterben ab.
Studien zufolge kann Eisenmangel unterschiedliche Formen des Haarausfalls begünstigen: Anlagebedingten Haarausfall, kreisrunden Haarausfall, diffusen Haarausfall oder telogenes Effluvium (zu frühes Eintreten der Ruhephase). Denn Haarzellen benötigen das Eisen für die DNA-Synthese und für ein ungestörtes Haarwachstum.
Die erste Phase ist die Wachstumsphase, bei der die Haare im Haarfollikel gebildet werden und dann länger und dicker werden. Es folgt die Übergangsphase. In der Haarwurzel findet keine Zellteilung mehr statt, sie wird nicht mehr mit Nährstoffen versorgt und das Haarwachstum endet. Dann beginnt der Haarzyklus von neuem und lässt ein neues Haar aus dem Follikel wachsen. Ist der Haarzyklus gestört, zum Beispiel durch eine verkürzte Wachstumsphase, kann es zu Haarausfall kommen. Normalerweise fallen jeden Tag bis zu 100 Haare aus.
Hat man den Eindruck, ungewöhnlich viele Haare zu verlieren, kann ein Trichogramm Aufschluss geben. Dazu werden 50 bis 100 Haare aus dem vorderen (frontalen) und hinteren (okzipitalen) Bereich des Kopfs entfernt und untersucht. Man kann damit Aussagen über das Wachstumsverhalten der Haare treffen und über die Intensität des Haarausfalls, aber nicht über seine Ursachen.
Es dauert meist eine Weile, bis ein Eisenmangel symptomatisch wird. Solange nur das Speichereisen abnimmt, aber noch genügend Eisen für den akuten Verbrauch zu Verfügung steht, merkt man nichts davon. Typische Symptome: Dazu gehören trockene Haut, Juckreiz, Schmerzen auf der Zunge, Schmerzen beim Schlucken oder rissige Mundwinkel.
Um einen Eisenmangel festzustellen, reicht eine Blutabnahme aus. Darin werden verschiedene Parameter bestimmt, die ein Abbild des Eisenhaushalts geben. Man bestimmt die Anzahl und Größe der roten Blutkörperchen und deren Gehalt am Blutfarbstoff Hämoglobin. Zusätzlich kann man schauen, ob die Bildung der Blutkörperchen funktioniert und die Vorläuferzellen der roten Blutkörperchen, die Retikulozyten, ausreichend gebildet werden.
Ein Abbild über das Speichereisen gibt das Ferritin - es kann jedoch zum Beispiel bei chronischen Krankheiten oder akuten Infekten trotz Eisenmangel erhöht sein. Über das Transferrin und die Transferrinsättigung lässt sich ablesen, ob der Körper seine Rezeptoren zur Eisenaufnahme hochgefahren hat.
Ursachen für Eisenmangel
Die Ursachen für Eisenmangel können vielseitig sein. Häufig tritt er durch eine unausgewogene Ernährung auf, besonders bei kleinen Kindern, die nicht ausreichend eisenreiche Lebensmittel zu sich nehmen.
Die Ursachen für Eisenmangel können vielseitig sein:
Was kann man tun?
Die prophylaktische Einnahme von Eisen ist nicht sinnvoll, um einem Haarausfall durch Eisenmangel vorzubeugen. Es gibt viele andere und häufigere Gründe für Haarausfall wie eine genetische Veranlagung, hormonelle Störungen, Stress, Vitaminmangel oder fehlerhafte Schilddrüsenfunktion. Ob ein Eisenmangel für den Haarausfall verantwortlich sein kann, sollte man zunächst durch eine Blutuntersuchung ärztlich abklären lassen.
Zu viel Eisen im Körper kann schädlich sein: Der Körper hat kaum Möglichkeiten, überschüssiges Eisen wieder abzugeben. Es lagert sich in vielen Organen wie Herz oder Leber ein und kann diese schädigen. Damit erhöht sich zum Beispiel das Risiko für einen Herzinfarkt oder Leberkrebs.
Liegt eine körperliche Erkrankung zugrunde, steht deren Behandlung im Vordergrund. Wenn zum Beispiel durch einen Tumor oder eine Darmerkrankung die Aufnahme von Eisen in den Körper gestört ist, bringt auch eine erhöhte Zufuhr über die Nahrung nichts. Erst durch eine Behandlung der Grunderkrankung ist eine Besserung zu erwarten.
Wenn zum Beispiel durch einen Tumor oder eine Darmerkrankung die Aufnahme von Eisen in den Körper gestört ist, bringt auch eine erhöhte Zufuhr über die Nahrung nichts. Erst durch eine Behandlung der Grunderkrankung ist eine Besserung zu erwarten.
Liegt der Eisenmangel an der Ernährung, kann eine Ernährungsumstellung helfen.
Um einem Mangel vorzubeugen oder diesen auszugleichen, empfiehlt Puzik sogenannte Superfoods wie beispielsweise Erdbeeren, Orangen, rotes Fleisch oder Sauerkraut.
„Wichtig zu wissen ist, dass Eisen besser aufgenommen wird, wenn gleichzeitig Vitamin C-haltige Lebensmittel wie Paprika gegessen werden oder Orangensaft getrunken wird“, erklärt der Experte. Auf Milch und Tee sollte während eisenreicher Mahlzeiten hingegen verzichtet werden, da sie die Eisenaufnahme hemmen.
Insbesondere Fleisch enthält viel Eisen, vor allem Hirsch, Rind oder Schwein. Ganz oben auf der Liste stehen aber tierische Innereien: In 100 Gramm Entenleber sind 30 Milligramm Eisen enthalten!
Für wen Fleisch oder Innereien keine Option sind, der kann sich zum Beispiel an Haferflocken oder Weizenkleie halten. Zum Mittagessen kommen Sojabohnen oder Quinoa als Eisenlieferanten infrage. Da der menschliche Körper Eisen aus pflanzlichen Quellen schlechter verwerten kann als aus tierischen Quellen, muss eine entsprechend höhere Menge davon gegessen werden.
Wer seinen Eisenbedarf nicht alleine über die Ernährung decken kann, für den kommen Eisentabletten infrage. Diese sind zwar frei verkäuflich, sollten aber trotzdem nur in Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden. Und sie werden leider nicht selten schlecht vertragen: Sie können zu Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall führen.
In schweren Fällen reicht eine Ernährungsumstellung nicht aus. Dann verschreiben Ärzt*innen Eisenpräparate - entweder in Form von Tabletten oder Tropfen - oder geben sie intravenös. „Wir empfehlen die Einnahme von Eisenpräparaten alle zwei Tage“, betont Puzik.
Falls Sie Eisenmangelsymptome bei sich bemerken, scheuen Sie sich nicht, einen Arzt aufzusuchen. Schon ein einfaches Blutbild kann Aufschluss geben und ermöglicht Ihnen, den Symptomen entgegenzuwirken.
Neben Eisenmangel gibt es noch weitere Ursachen für Haarausfall bei Kindern:
Zusammenhang zwischen Vitaminmangel und Haarausfall
Eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen wirkt Haarausfall entgegen und stärkt die Haarfollikel. Hier erfahren Sie, wie Sie Schritt für Schritt Ihren Vitaminmangel ausgleichen und Ihr Haarwachstum fördern können.
Bevor Sie gegen Haarausfall vorgehen, klären Sie die Ursachen. Stellen Sie zunächst fest, ob ein Vitaminmangel besteht und welcher Nährstoff betroffen ist, um anschließend die richtigen Schritte zu unternehmen. Dabei hilft eine umfassende Diagnose durch eine medizinische Fachkraft. Sie kann auf verschiedene Weise erfolgen:
Ernährung optimieren
Eine ausgewogene Ernährung ist die Grundlage für gesundes Haar. Sie liefert die notwendigen Vitamine und Mineralstoffe, um die Haarfollikel zu stärken und das Wachstum zu fördern. Setzen Sie auf nährstoffreiche Lebensmittel, um Ihren Bedarf an essenziellen Nährstoffen zu decken:
Durch eine bewusste Umstellung Ihrer Ernährung können Sie das Haarwachstum von innen heraus fördern. Kleine Anpassungen im Speiseplan machen oft einen großen Unterschied.
Nahrungsergänzungsmittel gezielt einsetzen
Manchmal reicht die Ernährung allein nicht aus, um den Vitamin- und Mineralstoffbedarf zu decken - vor allem bei einem starken Vitaminmangel oder besonderen Lebensumständen. In diesen Fällen sind Nahrungsergänzungsmittel eine sinnvolle Ergänzung. Sämtliche Vitamine und Mineralstoffe können Sie einzeln als Präparate einnehmen, um gezielt Mängel auszugleichen. Außerdem gibt es zahlreiche Supplements, die speziell für die Förderung gesunder Haare entwickelt wurden. Kombipräparate für Haar, Haut und Nägel enthalten oft eine ausgewogene Formel, die die Zellregeneration fördert und die Haarstruktur stärkt.
Haarpflegeprodukte zur Unterstützung
Neben der inneren Versorgung spielt auch die äußere Pflege eine wichtige Rolle beim Kampf gegen Haarausfall. Spezielle Haarpflegeprodukte unterstützen das Haarwachstum und stärken die Kopfhaut. Durch die regelmäßige Anwendung dieser Produkte können Sie die äußeren Bedürfnisse Ihres Haares gezielt unterstützen und gleichzeitig die innere Versorgung ergänzen. Wählen Sie Pflegeprodukte, die auf Ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmt sind, und integrieren Sie diese in Ihre tägliche Haarpflege. Eine regelmäßige Anwendung kann sichtbare Verbesserungen erzielen und Ihre Haare wieder kräftig und vital wirken lassen.
Wer ist besonders anfällig für Haarausfall durch Vitaminmangel?
tags: #haarausfall #bei #kindern #ursachen #eisenmangel
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.