Seelische Probleme zeigen sich auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Manche Menschen ziehen sich zurück, andere werden aggressiv und nicht wenige entwickeln eine Essstörung. Essstörungen wie Anorexia Nervosa (Magersucht), Bulimia nervosa (unkontrolliertes Essen mit anschließendem Erbrechen) sowie die Binge-Eating-Störung (wiederkehrende Essanfälle ohne Erbrechen) sind ein häufiges Phänomen bei Kindern und Jugendlichen.
Magersucht (Anorexie oder Anorexia Nervosa) ist eine Essstörung, bei der Menschen, die diese Erkrankung haben, meist sehr wenig essen oder Nahrung gänzlich verweigern. Dadurch nehmen sie sehr viel an Gewicht ab, wodurch meist ein starkes Untergewicht entsteht. Magersucht ist eine Essstörung und psychische Erkrankung, bei der es zu einem krankhaften Zwang kommt, abzunehmen und dünn zu bleiben.
Um möglichst viel abzunehmen, treiben viele Betroffene bis zur totalen Erschöpfung Sport, erbrechen absichtlich oder nehmen Medikamente, die abführend wirken oder Hunger unterdrücken. Dadurch nimmt der Körper kaum noch Nährstoffe auf. Dann kommt es oft zu einer Mangelversorgung und auf diese Weise zu körperlichen Beschwerden. Viele Menschen, die mit einer Magersucht leben, haben große Angst davor zuzunehmen und/oder dick zu sein.
Sie selbst fühlen sich meist nicht so dünn, wie sie es gerne wären. Oft verspüren sie einen Zwang Gewicht zu verlieren. Dabei ist dieses Gefühl unabhängig vom tatsächlichen - meist schon geringen - Körpergewicht. Magersucht tritt sowohl bei Männern als auch bei Frauen auf, wobei Frauen etwa zehnmal so häufig eine Magersucht entwickeln.
Eine einzelne Ursache für die Entstehung einer Anorexie gibt es nicht. Diese Faktoren allein machen aber nicht krank, sondern bereiten der Erkrankung den Boden. Die Auslöser für eine Magersucht stecken meist tiefer und sind komplexer.
Bei der Entstehung der Krankheit wirken verschiedene Faktoren zusammen, die sich gegenseitig beeinflussen können. Man unterscheidet zwischen Ursachen und Auslösern, wobei der Übergang zwischen beiden Begriffen teilweise fließend ist. Ursachen sind Einflüsse, die die individuelle Anfälligkeit eines Menschen für die Erkrankung bestimmen.
Es gibt sichere Hinweise darauf, dass die Anfälligkeit für Magersucht vererbt sein kann. Zudem besteht die Möglichkeit, dass bei manchen Betroffenen eine Störung der Hirnregion vorliegt, die für die Steuerung des Essverhaltens verantwortlich ist.
Ein anfälliges Selbstwertgefühl, Überforderungserleben und seelischer Stress können Risikofaktoren sein. Der irrtümliche Gedanke, wenigstens den eigenen Körper unter Kontrolle zu haben, kann zu gefährlichen Trugschlüssen führen. Besonders gefährdet sind hier Missbrauchsopfer.
Das in den Medien verbreitete Schönheitsideal hat mit der Realität wenig zu tun. Viele Menschen lassen sich von den künstlichen Rollenvorbildern einschüchtern und denken, sie müssten genauso aussehen, um zu einer Gruppe dazugehören zu können.
Auch das direkte Umfeld kann eine aufrechterhaltende oder auslösende Bedeutung spielen.
Magersucht ist vor allem durch ein starkes Untergewicht charakterisiert. Laut Definition wird dann von Untergewicht gesprochen, wenn der Body Mass Index (BMI) unter 18,5 liegt. Untergewicht führt meistens zu einer Reihe verschiedener körperlicher Symptome.
Zu den ersten Symptomen von Magersucht gehört die ständige Beschäftigung mit dem Gewicht. Wiegen Sie sich andauernd, sprechen Sie immer wieder über das Thema Abnehmen oder verweigern Sie konsequent notwendiges Essen? Magersucht macht sich neben dem starken Untergewicht durch weitere Mangelerscheinungen wie Kreislauf-, Konzentrationsprobleme und Haarausfall bemerkbar.
Auch äußerlich verändert die Magersucht den Körper: Haarausfall, trockene und juckende Haut, ein feiner Flaum auf der Haut (Lanugo-Behaarung) und Zahnschäden durch häufiges Erbrechen sind Anzeichen.
Weitere Symptome:
Zusätzlich wirkt sich Magersucht oft auch auf die Psyche aus. In den meisten Fällen fühlen sich Menschen, die Magersucht haben, in ihrem Körper nicht wohl und haben ein geringes Selbstbewusstsein. Häufig führt dies dazu, dass sie sich aus ihrem sozialen Umfeld zurückziehen und Familie wie auch Freunde und deren Hilfe von sich stoßen. Einige entwickeln Depressionen, Angststörungen und Zwangsstörungen.
Die Betroffenen sind oft müde, frieren, viele haben einen zu langsamen Herzschlag, Herzrhythmus- und Konzentrationsstörungen oder Osteoporose. Bei Frauen bleibt oft die Monatsblutung aus.
Haarverlust durch Essstörung ist ein weit verbreitetes Problem. Vor allem bei Anorexie und Bulimie kann es schnell zu diesen Problemen kommen. Auf Essstörungen folgen in der Regel körperliche Beschwerden. Der Haarverlust durch Essstörung ist dabei noch das geringste aller Probleme.
Essstörungen sind zumeist die Folge von psychischem Stress und treten bei Frauen häufiger als bei Männern auf. Es kommt zu Mangelerscheinungen, die Haut und Haare betreffen.
Bei einem Haarausfall wegen Essstörung werden die Haare nicht genügend mit Nährstoffen versorgt. Die Wachstumsphase der Haare kann sich verkürzen. Die Haarfollikel treten verfrüht in die Ruhephase ein. Die Haare werden immer weniger. Es kann zu kahlen Stellen auf dem Kopf kommen.
Der Haarverlust wegen Essstörung kann auch schnell voranschreiten, indem die Ruhephase hinausgezögert wird. Die Haare fallen aus, während keine neuen Haare nachwachsen. Der Haarverlust wegen Essstörung tritt als diffuser Haarausfall auf.
Um Magersucht zu diagnostizieren, führt der Arzt einige körperliche Untersuchungen durch. Dazu zählen beispielsweise das Wiegen, um Untergewicht festzustellen, und es wird auch überprüft, ob weitere Symptome wie trockene Haut, Haarausfall oder Lanugo-Behaarung vorliegen. Zusätzlich ist ein ausführliches Arztgespräch (Anamnese) wichtig. Dabei gilt es Aspekte wie Essverhalten, aber auch die mentale Gesundheit zu besprechen.
Oft wird Magersucht erst sehr spät diagnostiziert. Dies liegt meist daran, dass Menschen mit Magersucht nicht selbst erkennen, dass sie eine Erkrankung haben und deswegen nicht zum Arzt gehen. Je länger die Erkrankung jedoch voranschreitet, desto stärker wird sie oft.
Behandelt wird Magersucht meistens mittels Psychotherapie, deren Ziel es ist, ein gesundes Essverhalten aufzubauen. Das Ziel der Behandlung ist es, ein gesundes Essverhalten aufzubauen, Stoffwechselprozesse zu stabilisieren und wieder Gewicht zuzunehmen. Dabei gibt es die Möglichkeit, die ärztliche Versorgung stationär, ambulant oder in einer Tagesklinik zu nutzen.
Im Rahmen der Magersucht-Behandlung ist es wichtig, die Kalorienzufuhr langsam zu steigern. Werden zu schnell zu viele Kalorien zugeführt, kommt es manchmal zum Refeeding-Syndrom. Das bedeutet, dass der Körper als Reaktion auf die Nahrungszufuhr zu schnell zu viel Insulin freisetzt. Folglich verschiebt sich in manchen Fällen der Salzhaushalt des Körpers. Daraufhin kommt es manchmal zu Herzrhythmusstörungen.
Die Therapie besteht meist aus einer Ernährungsberatung, in der es darum geht zu lernen, regelmäßige Mahlzeiten zu konsumieren. Außerdem wird sich in der Regel dafür eingesetzt, dass die betroffene Person ein gesundes Bewusstsein für Nährstoffe und Kalorien aufbaut.
Um den Haarausfall wegen Essstörung wirksam zu behandeln, muss die Essstörung behandelt werden. Das ist entweder ambulant oder stationär möglich und nimmt einen längeren Zeitraum in Anspruch. Je früher mit der Behandlung begonnen wird, desto größer sind die Erfolgsaussichten. Es kommt daher darauf an, die Essstörung möglichst frühzeitig zu erkennen.
Zusätzlich kann das Wachstum der Haare gefördert werden. Da die Haarfollikel aufgrund der Essstörung nicht genügend mit Nährstoffen sowie mit Eisen, Zink und Vitaminen versorgt werden, kann das Wachstum der Haare mit Nahrungsergänzungsmitteln gefördert werden, in denen diese Stoffe enthalten sind.
Oft ist der herausforderndste Punkt der Magersucht, sich die eigene Erkrankung einzugestehen. Sobald Sie das Gefühl haben, eine Essstörung zu haben und Sie sich unwohl fühlen, ist es sinnvoll, einen Arzt aufzusuchen und offen darüber zu sprechen, wie es Ihnen geht. Ebenfalls ist es oft hilfreich, mit Freunden oder Familienangehörigen zu reden.
Ehrlichkeit gegenüber den Behandlern. Dementsprechend sind die Vorbehandlungen und Planungen deutlich anders, sodass es sinnvoll ist, gegenüber den Experten ehrlich zu sein. Diese werden Sie nicht verurteilen, sondern das Wissen nutzen, um für Sie die optimale Behandlung Ihres Haarausfalls zu ermöglichen.
Unsere Spezialisten in den Schön Kliniken erkennen tiefer liegende Probleme, da sie über langjährige Erfahrung in diesem Spezialgebiet verfügen. Unter anderem ist es auch wichtig, andere Erkrankungen, die zu Gewichtsverlust führen können, mit Sicherheit auszuschließen.
Viele Patienten glauben, dass Sie mit dem Haarverlust für den Rest des Lebens leben müssen. Doch auch bei Haarausfall durch Essstörung kann es eine passende Behandlung geben. Denn auch dieser Verlust der Haare lässt sich durch eine Haarverdichtung beziehungsweise eine Haarimplantation sicher bekämpfen.
Durch die Eigenhaarverpflanzung können neue Haare wieder da sprießen, wo die alten Haare und Haarwurzeln ausgefallen sind. Das ist wichtig, damit Sie nach dem Eingriff und dem Anwachsen der Haare wieder auf eine volle Haarpracht zurückblicken können.
Eine Haarverpflanzung kann immer nur nach einer abgeschlossenen Therapie und nach dem Ende der Essstörungen sicher in Angriff genommen werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass die verpflanzten Haare ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden und somit gut und sicher anwachsen können.
Wichtig ist, dass Sie sich dabei an eine Fachklinik wenden und die Behandlung von einem erfahrenen Team von Experten vornehmen lassen.
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