Haarausfall bei älteren Menschen: Ursachen und Behandlung

Haarausfall, medizinisch als Alopezie bekannt, ist ein häufiges Problem, das sowohl Männer als auch Frauen im Alter betrifft. Während Haarausfall in jungen Jahren oft mit genetischen Faktoren oder Gesundheitsproblemen zusammenhängt, ist er im Alter häufig ein natürlicher Teil des Alterungsprozesses.

Ursachen von Haarausfall im Alter

Die Kombination verschiedener Faktoren bestimmt das Ausmaß und die Art des Haarausfalls im Alter. Es ist wichtig zu beachten, dass Haarausfall ein komplexes Phänomen ist und individuell unterschiedlich auftritt. Hier sind einige Hauptursachen:

Genetische Veranlagung

Einer der Hauptgründe für Haarausfall im Alter ist die genetische Veranlagung. Androgenetische Alopezie, häufig als erblicher Haarausfall bezeichnet, tritt auf, wenn eine Person Gene erbt, die zu Haarausfall führen. Dieser Typ ist besonders bei Männern verbreitet, kann aber auch Frauen betreffen.

Hatte Ihr Großvater nur noch wenige Haare und fallen Ihnen aktuell mehr als 100 Haare täglich aus, weist dies höchst wahrscheinlich auf die vererbbare Form des Haarausfalls, die androgenetische Alopezie, hin. Dieser genetisch bedingte Haarverlust fängt oft schon zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr im Bereich der Schläfen und der oberen Region des Hinterkopfs an. Bei dem einen schneller, beim anderen eher schleichend. Je jünger man ist, desto unpassender und belastender wird der lichte Kopf empfunden.

Die Ursache für den androgenetischen Haarausfall ist eine erblich bedingte Überempfindlichkeit an den Haarwurzeln gegenüber dem körpereigenen Hormon Dihydrotestosteron (DHT). DHT beeinträchtigt die Funktion der für die Nährstoffversorgung zuständigen Rezeptoren an den Haarwurzeln. Als Reaktion wird die Nährstoffversorgung der Haarwurzel eingeschränkt, sodass sich die Wachstumsphasen der einzelnen Haarwurzeln verkürzen und die Haare früher ausfallen.

Der Verlauf des erblich bedingten Haarausfalls bei Männern wird anhand der Norwood-Hamilton-Skala eingeordnet. Diese Art des Haarausfalls wird hauptsächlich über die Gene der Mutter weitergegeben.

Norwood-Hamilton-Skala

Hormonelle Veränderungen

Frauen sind hingegen häufig von hormonell bedingtem Haarverlust betroffen, vor allem nach der Menopause. Die Reduktion von Östrogen und Progesteron kann dazu führen, dass das Haar dünner wird und in größerem Umfang ausfällt.

Auch bei Frauen ist die Überempfindlichkeit gegenüber dem männlichen Sexualhormon Dihydrotestosteron (DHT), das auch vom weiblichen Körper in geringen Mengen produziert wird, der Auslöser des androgenetischen Haarausfalls. Dieser tritt jedoch nicht ein, solang das von Frauen gleichzeitig produzierte weibliche Sexualhormon Östrogen ausreicht, um eine Überempfindlichkeit zu neutralisieren. Erst wenn sich die Produktion von Östrogen deutlich verringert, beispielsweise in der Menopause, bei einer Schwangerschaft oder durch Einnahme bzw.

Weil sich der androgenetische Haarausfall bei Frauen anders als bei Männern entwickelt, verwenden die Mediziner die hierfür besser geeignete Ludwig-Skala (Ludwig-Schema). In der ersten Stufe (Nr. 1 in der Grafik) nach der Ludwig-Skala verringert sich das Volumen der Haare bei Frauen vom Scheitel aus. In der zweiten Stufe (Nr. 2 in der Grafik) ist bereits eine Verbreiterung des Scheitels erkennbar, die sich zunehmend schwerer durch eine Frisur kaschieren lässt. Im letzten Stadium (Nr. 2.

Ludwig-Skala

Medizinische Bedingungen

Verschiedene medizinische Bedingungen können Haarausfall im Alter begünstigen. Dazu gehören Schilddrüsenerkrankungen, Eisenmangelanämie, Autoimmunerkrankungen wie Alopecia areata und bestimmte Hauterkrankungen. Diese Bedingungen können entweder den Haarausfall direkt verursachen oder den Zustand der Kopfhaut und der Haarfollikel beeinträchtigen.

Einige Krankheiten - und auch einige Medikamente - äußern sich durch Haarausfall oder bedingen diesen. Eine Schilddrüsenunterfunktion, die sogenannte Hypothyreose, tritt nicht selten im höheren Alter deutlicher in Erscheinung. Auch an eine Autoimmunerkrankung, deren Symptome sich erst jetzt zeigen, ist zu denken. Dabei hält das geschwächte Immunsystem die eigenen Zellen für krankhaft und greift diese an. Dies kann auch die Haarfollikel betreffen und somit zu plötzlichem Haarausfall führen, der nur durch die richtige Behandlung wieder abklingt. Ekzeme oder Pilzerkrankungen der Kopfhaut sind ebenfalls für Haarausfall verantwortlich. Dabei können sie einerseits auf die Haarfollikel selbst wirken und einen Ausfall bewirken oder das Nachwachsen verhindern, aber auch das Aufkratzen der juckenden Kopfhaut reißt oft Haare aus.

Medikamente

Zudem nehmen viele ältere Menschen Medikamente für verschiedene chronische Erkrankungen ein. Auch bestimmte Medikamente können als Nebenwirkung Haare ausfallen lassen: Allgemein bekannt ist dies von der Chemotherapie, aber auch andere Immunsupressoren (Tamoxifen, Methotrexat) können einen deutlichen Haarverlust bedingen. Weniger bekannte, aber mögliche Verursacher sind auch einige Antibiotika wie Nitrofurantoin und Erythromycin, Allopurinol, Fibrate und Statine, ACE-Hemmer, Betablocker, Phenprocoumon, Heparine und Methylphenidat. Um dies herauszufinden, ist es wichtig, den untersuchenden Arzt über die Einnahme von Medikamenten zu informieren.In der Regel wachsen die Haare nach Absetzen des Medikaments nach. Trotzdem sollten Antibiotika nicht vor Ablauf der Therapie eigenmächtig...

Unausgewogene Ernährung

Ein häufiges Problem stellt bei älteren Menschen im Zusammenhang mit der Haargesundheit auch eine unausgewogene Ernährung dar. Ernährungsweisen, die nicht genügend Proteine, Vitamine und Mineralien enthalten, können zu Haarausfall führen.

Tatsächlich kann die Ernährung eine solche Auswirkung auf den Körper haben, dass Ihnen die Haare ausfallen. Eine unausgewogene Ernährung, die dem Körper nicht ausreichend Nährstoffe liefert, führt oft zu Haarverlust. Besonders Zink, Eisen und die Vitamine A und C sind wichtig für gesunde Haare und eine gesunde Kopfhaut. Aber sie sollten nicht als Nahrungsergänzungsmittel zusätzlich zugeführt werden, sofern keine ärztliche Indikation dafür vorliegt. Denn solche Ergänzungsmittel werden vom Körper, wenn kein Mangel besteht, meist unverändert wieder ausgeschieden.

Problematisch sind Diäten ohne ärztliche Anweisung und sehr einseitiges oder extremes Essverhalten, denn diese resultieren oft in einer Nährstoffunterversorgung.

Vorbeugung von Haarausfall im Alter

Die Vorbeugung von Haarausfall im Alter ist ein wichtiges Anliegen, da Haarausfall nicht nur die physische Erscheinung beeinflusst, sondern auch das Selbstbewusstsein und das psychische Wohlbefinden. Es gibt mehrere Ansätze, um das Risiko von Haarausfall zu minimieren und die Haargesundheit zu fördern.

Ursachen und Faktoren von Haarausfall

Ernährung

Eine Schlüsselkomponente zur Vorbeugung von Haarausfall ist eine nährstoffreiche Ernährung. Proteine, Eisen, Zink, Omega-3-Fettsäuren und Vitamine, insbesondere Biotin, Vitamin D und Vitamin E, sind für die Haargesundheit essentiell. Lebensmittel wie Fisch, Nüsse, Samen, Blattgemüse und mageres Fleisch sollten regelmäßig konsumiert werden, um die Haarfollikel zu nähren und zu stärken.

Vermeidung schädlicher Gewohnheiten

Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum können die Blutzirkulation und die Nährstoffzufuhr zu den Haarfollikeln beeinträchtigen, was zu Haarausfall führen kann.

Stressmanagement

Chronischer Stress ist ein bekannter Auslöser für Haarausfall. Stressbewältigungstechniken wie Yoga, Meditation, regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf können helfen, den Stresslevel zu senken und dadurch das Risiko von Haarausfall zu reduzieren.

Regelmäßige medizinische Untersuchungen

Da Haarausfall auch ein Symptom für gesundheitliche Probleme sein kann, ist es wichtig, regelmäßige medizinische Untersuchungen durchführen zu lassen.

Sanfte Haarpflege

Übermäßiges Styling und die Verwendung von aggressiven Chemikalien können die Haare und die Kopfhaut schädigen. Es empfiehlt sich, natürliche Haarprodukte zu verwenden und auf häufiges Färben, Glätten oder Dauerwellen zu verzichten. Beim Haarwaschen sollte man sanfte Shampoos benutzen und die Haare nicht zu kräftig reiben oder bürsten, um mechanischen Stress zu vermeiden.

Regelmäßige Kopfhautmassagen

Regelmäßige Massagen der Kopfhaut können die Durchblutung verbessern und somit die Gesundheit der Haarfollikel unterstützen.

Vorbeugende Maßnahmen im Überblick:

  • Ausgewogene Ernährung
  • Sanfte Haarpflege
  • Stressmanagement
  • Schädliche Gewohnheiten vermeiden
  • Regelmäßige Kopfhautmassagen
  • Medizinische Vorsorge

Durch die Kombination dieser Maßnahmen kann das Risiko von Haarausfall im Alter verringert werden. Es ist wichtig zu betonen, dass individuelle Faktoren wie genetische Prädisposition ebenfalls eine Rolle spielen können.

Es ist wichtig zu betonen, dass nicht alle Behandlungen für jeden gleich wirksam sind. Die Auswahl der Behandlung sollte auf individueller Basis und in Absprache mit einem Facharzt erfolgen. Früherkennung und Behandlung können die Effektivität der Therapie verbessern.

Was tun gegen Haarausfall? Was steckt hinter Haarausfall und welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Allgemein belastend am Verlust der Haare ist, dass fehlende Haare oft mit Alt sein, fehlender Dynamik und Energie gleichgesetzt werden.

Arten von Haarausfall

Es gibt unterschiedliche Arten von Haarausfall, die verschiedene Ursachen haben können. Doch bis zu 100 Haare am Tag zu verlieren, ist noch normal. Erst wenn es mehr werden, spricht man in der Medizin von krankhaftem Haarausfall (Effluvium). Er sollte behandelt werden, bevor noch mehr Haare verloren gehen.

  • Erblich bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie)
  • Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata): Ursachen und Symptome
  • Diffuser Haarausfall (Alopecia diffusa): Symptome und Haarausfall Ursachen
  • Vernarbender Haarausfall (Alopecia cicatricalis): Symptome und Ursachen
  • Weitere wichtige Arten von Haarausfall:
    • Die strahlenbedingte Alopezie (Alopecia actinica) entsteht durch die Exposition radioaktiver oder ionisierender Strahlung.
    • Die Alopecia mecanis wie auch die Alopecia traumatica entstehen aufgrund permanenten Drucks, Zugs oder ständiger Reibung an der Haarwurzel. Zum Beispiel durch das Tragen von schweren Lasten auf dem Kopf oder langem Aufliegen des Kopfes bei Bettlägerigen und Säuglingen.

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata) ist eine eher seltenere Form des Haarverlusts, bei dem auf dem Kopf (seltener auch im Bartbereich oder anderen Stellen des Körpers) kleinere, anfangs nur münzgroße runde kahle Stellen entstehen. Die Haut zeichnet sich durch eine ungewöhnliche Elfenbeinfarbe aus. Im Randbereich dieser kahlen Stellen findet man häufig sogenannte Kolbenhaare, die wegen ihres Aussehens auch „Ausrufezeichen-Haare“ genannt werden.

Da die unregelmäßig auftretenden kahlen Stellen des kreisrunden Haarausfalls deutlich sichtbar sind, belastet er die Psyche und das Wohlbefinden der Betroffenen stark. Viele Patienten schildern uns, dass sie subjektiv mit jedem Haar an Attraktivität und damit an Selbstvertrauen einbüßen. Viele Patienten ziehen sich aus ihrem sozialen Umfeld zurück und erleben psychisches Leiden bis hin zu einer Depression, bevor sie sich in eine professionelle Behandlung trauen.

Oft handelt es sich dabei um jüngere Menschen, denn der kreisrunde Haarausfall, der in der Regel schon vor dem 40. Lebensjahr auftritt, wird in drei Formen unterteilt:

  • Alopecia circumscripta. Sie ist mit einem Anteil von 80 % die häufigste Form des kreisrunden Haarausfalls.
  • Alopecia totalis. Wie der Name schon andeutet, ist diese Art des kreisrunden Haarausfalls dadurch gekennzeichnet, dass die Betroffenen ihr gesamtes Kopfhaar einschließlich der Gesichtsbehaarung verlieren.
  • Alopecia universalis. Sie kennzeichnet den schwersten Verlauf der Krankheit, bei dem die Haare am gesamten Körper ausfallen.

Der kreisrunde Haarausfall tritt selten allein, sondern meistens zusammen mit anderen Grunderkrankungen auf. Zudem erkrankt jeder 10. Dadurch kommt das Haarwachstum zum Stillstand und die Haare fallen aus, ohne allerdings zu vernarben. Das bedeutet, dass die Haarfollikel prinzipiell erhalten bleiben, weshalb für viele Betroffene eine gute Prognose besteht.

Trotzdem ist es notwendig, sich in die Hände von Haarexperten zu begeben, die die Betroffenen über die am besten geeigneten Produkte oder Therapien beraten, um die Erkrankung zu behandeln und die Heilung zu fördern.

Diffuser Haarausfall (Alopecia diffusa)

Im Ergebnis schimmert immer mehr Kopfhaut zwischen den weniger gewordenen Haaren hindurch. Etliche Faktoren könnten für diffusen Haarausfall verantwortlich gemacht werden. Einige dieser Auslöser kann man selbst kontrollieren und feststellen, ob das Haarwachstum wieder einsetzt, wenn man die Ursache, etwa Stress, reduziert oder eine Mangelernährung behoben hat. Für andere ist der Gang zum Arzt empfehlenswert, der z. B. Arzneimittel, z. B.

Insgesamt ist diffuser Haarausfall gut, wenn auch nicht in allen Fällen behandelbar.

Vernarbender Haarausfall (Alopecia cicatricalis)

Die vernarbende Alopezie ist selten und für Laien relativ schwer eindeutig zu erkennen. Es handelt sich hierbei um einen meistens langsam voranschreitenden Haarausfall, der zu asymmetrischen kahlen Stellen am Kopf führt. Neben dem Haarausfall kommt es zu Entzündungen und einer verstärkten Narbenbildung an den betroffenen Hautstellen.

Hierbei sollte man sich möglichst schnell medizinisch versorgen lassen, denn diese Form der Alopezie zerstört die Haarfollikel unwiederbringlich. Es gibt verschiedene Ursachen, die den vernarbenden Haarausfall zur Folge haben können. Je früher die Erkrankung und ihre Ursache festgestellt werden, umso höher sind die Chancen, sie durch eine passende Behandlung in den Griff zu bekommen.

Oft kann die vernarbende Alopezie mit entzündungshemmenden Mitteln, Kortikosteroiden oder Antibiotika bekämpft werden. So kann verhindert werden, dass die betroffenen schädlichen Zellen weitere Haarfollikel zerstören. Nach der Behandlung der Ursache und dem Stoppen des Haarausfalls kann eine medizinische Haartransplantation sinnvoll sein, um entsprechende kahle Stellen wieder zu decken.

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