Haarausfall an Beinen und Ursachen für diffusen Haarausfall

Haarausfall kann viele Ursachen haben. Oft stecken harmlose Gründe hinter den kahlen Stellen an Beinen und Unterarm - teilweise kann das aber auch ein Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung sein.

Haarausfall an den Beinen und Unterarmen

Haarausfall an den Beinen und Unterarmen kann durch unterschiedliche Gründe auftreten. Diese sind vielfältig und reichen von harmlosen Kontaktreaktionen bis hin zu ernsthaften Erkrankungen. Im Folgenden werden verschiedene Ursachen erläutert:

  • Enge Kleidung: Tragen Sie häufig enge Hosen oder Leggings, reiben diese bei Bewegung an den Haaren. Dies sorgt dafür, dass die Haare abbrechen und ausfallen. Eine mögliche Ursache ist zu enge Kleidung.
  • Verletzungen an der Haut: Fallen Ihre Körperhaare nicht am ganzen Bein, sondern nur stellenweise aus, kann es daran liegen, dass Ihre Haut verletzt war.
  • Steroide: Wer für den Muskelaufbau über eine längere Zeit Steroide zu sich nimmt, wird häufig mit dem Ausfall der Körperbehaarung konfrontiert. Vor allem Bodybuilder sind von diesem Phänomen betroffen. Nehmen Sportler Steroide ein, kann Haarausfall an den Beinen die Folge sein.
  • Stress: Auch Stress kann eine Ursache für Haarausfall an den Beinen sein. Bei hoher Belastung reagiert der Körper mit einer vermehrten Produktion von Stresshormonen wie Adrenalin und Cortisol.

Erkrankungen als Ursache für Haarausfall an den Beinen

Hinter einem Haarausfall an den Beinen können auch bestimmte Erkrankungen stecken. Daher ist es wichtig, dieses Symptom ernst zu nehmen und einen Arzt aufzusuchen.

  • Schuppenflechte: Wenn Ihre Haut oft juckt, gerötet ist und spannt, könnte eine Schuppenflechte dahinterstecken.
  • Schilddrüsenerkrankungen: Auch eine Fehlfunktion der Schilddrüse kann mit einem örtlich begrenzten Haarausfall einhergehen. Bei einer Überfunktion oder Unterfunktion der Schilddrüse kann Haarverlust nicht nur auf dem Kopf, sondern auch an den Extremitäten vorkommen.
  • Alopecia universalis: Diese eher seltene Krankheit sorgt dafür, dass die Haare am gesamten Körper ausgehen.
  • Diabetes mellitus: Auch Diabetes mellitus kann Haarausfall an den Beinen verursachen.
  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit: Eine weitere Ursache kann die periphere Arterienerkrankung (pAVK) sein. Hierbei werden die Beine oder Arme nicht mehr richtig durchblutet.
  • Hormonelle Veränderungen: Neben den Wechseljahren kann auch das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) hinter dem Haarverlust stecken.

Nach langjährigem Diabetes mellitus führen Mangelversorgung und Nervenschädigung in der Haut und den Hautanhangsgebilden zu Ernährungsstörungen, unter anderem der Haarfollikel. Kahle Beine und Unterarme können bei Diabetikern Hinweise auf eine Neuropathie sein.

Diese trophische Störung bei Diabetikern kann sich außerdem als Brüchigkeit der Fuß- und Fingernägel und pergamentartiger Veränderung der Haut äußern.

Die PAVK verursacht lange keine oder nur leichte Beschwerden. blasse, bläulich marmorierte, dünne Haut kaltes Bein oder kalter Fuß Empfindungsstörungen wie Kribbeln („Ameisenlaufen“) oder Taubheit verlangsamtes Haarwachstum oder Haarausfall

Typische Beschwerden sind krampfartige Schmerzen in den Füßen, Waden oder Oberschenkeln, die bei Bewegung auftreten - bei manchen erst nach längerem Gehen, bei anderen schon nach einigen Schritten. Häufig fühlt sich das betroffene Bein auch schwach oder kalt an. Besonders beim schnellen Gehen können sich die Schmerzen verschlimmern, aber auch beim Bergaufgehen und Treppensteigen. In Ruhe lassen die Schmerzen innerhalb weniger Minuten nach.

Aufgrund der schlechten Durchblutung heilen Wunden am betroffenen Bein schlechter. Es können sich chronische Wunden entwickeln. Zudem bilden sich leichter schmerzhafte Geschwüre, oft am Fuß. Bei Menschen, die zugleich Diabetes haben, können schlecht heilende Wunden die ersten Warnzeichen einer PAVK sein.

Um sich auf eine PAVK untersuchen zu lassen, kann man sich an eine hausärztliche Praxis oder an eine fachärztliche Praxis für Innere Medizin oder Gefäßmedizin (Angiologie) wenden.

  • Knöchel-Arm-Index (Ankle-Brachial-Index-Test, kurz: ABI-Test): Dazu wird der systolische Blutdruck sowohl am Oberarm als auch am Unterschenkel gemessen.
  • Belastungstest: Sofern man dazu in der Lage ist, geht man auf einem Laufband. So wird gemessen, wie weit man schmerzfrei gehen kann. Danach wird nochmals der ABI-Wert bestimmt.
  • Untersuchung der Gefäße: Mithilfe eines speziellen Ultraschalls (Duplex-Sonografie) schaut die Ärztin oder der Arzt, wo genau und wie stark die Arterien verengt sind.

Eine PAVK wird oft erst spät erkannt. Denn viele Betroffene haben lange keine Beschwerden oder führen erste Anzeichen auf vorübergehende Probleme mit den Knochen oder Muskeln zurück. Wichtig ist, schon leichte Beschwerden auf eine PAVK abklären zu lassen.

Die PAVK ist eine chronische Erkrankung. Denn ihre häufigste Ursache - die Arterienverkalkung - ist nicht heilbar.

Gesunder Lebensstil: Mit gesunder Ernährung und genügend Bewegung kann man seine Herz-Kreislauf-Gesundheit selbst fördern. Wichtig ist auch, auf das Rauchen zu verzichten. Dabei können Beratungsangebote, Nichtraucherkurse, eine Nikotinersatztherapie oder Medikamente helfen.

Medikamente: Cholesterin-Senker und gerinnungshemmende Medikamente verringern das Risiko für weitere Ablagerungen sowie Folgeschäden. Bluthochdruck und erhöhte Blutzuckerwerte sollten bei Bedarf ebenfalls mit Medikamenten behandelt werden.

Fußpflege und Wundversorgung: Besonders in fortgeschrittenen Stadien, aber auch schon im Frühstadium sind bequemes Schuhwerk, eine regelmäßige Kontrolle der Füße und medizinische Fußpflege wichtig, um Wunden und Geschwüren vorzubeugen. Wenn es eine Wunde gibt, muss sie professionell versorgt werden. Entzündete Wunden werden mit keimtötenden Salben oder Antibiotika behandelt. Stark entzündetes oder bereits geschädigtes Gewebe kann entfernt werden (Wundtoilette).

Gehtraining (Stadium 1 und 2): Ein strukturiertes Gehtraining ist in den frühen Stadien die wichtigste Maßnahme, um die Beschwerden zu reduzieren und wieder längere Strecken gehen zu können. Es kann aber auch in späteren Stadien eine wichtige Behandlung sein. Ist ein solches Training nicht möglich oder hilft es nicht ausreichend, können durchblutungsfördernde Medikamente infrage kommen.

Eingriffe an den Gefäßen (Stadium 3 und 4): In späteren Stadien lässt sich die Durchblutung oft mit einem Katheter-Eingriff oder einer Operation bessern. Manchmal kommen Eingriffe auch schon in Stadium 2 infrage. Mit verschiedenen Verfahren wird das verengte Blutgefäß dann aufgeweitet oder überbrückt.

Ursachen für diffusen Haarausfall

Wie so oft im Leben gibt es nicht die eine Ursache - und auch beim diffusen Haarausfall können vielfältige Gründe für vermehrten Haarausfall sorgen: Hormonstörungen, ein möglicher Nährstoffmangel sowie Krankheiten (z.B. fieberhafte Infektionen) und Stress.

Im Folgenden werfen wir einen genaueren Blick auf die verschiedenen möglichen Ursachen des diffusen Haarausfalls.

Hormonbedingte Ursachen

Eine der Haupt-Ursachen für die diffuse Alopezie sind Hormonstörungen bzw. -schwankungen. Wenn Sie also einen vermehrten Ausfall Ihrer Haare bemerken, können die folgenden hormonellen Veränderungen mögliche Ursachen sein:

  • Schilddrüse: Die Schilddrüse ist ein bedeutendes Stoffwechselorgan des menschlichen Körpers. Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) kann sich u. a. Auch Hashimoto-Thyreoiditis, eine autoimmune Schilddrüsenfunktionsstörung, kann sich in einem diffusen Haarausfall äußern.
  • Ob eine Schilddrüsen-Störung vorliegt, kann durch eine Laboruntersuchung des Bluts ermittelt werden. Dabei werden die Schilddrüsenwerte Thyreotropin (TSH), T3 (Triiodthyronin) und T4 (Thyroxin) gemessen, um festzustellen, ob die Funktion des Stoffwechselorgans gestört ist.
  • Hormonelle Ursachen bei Frauen: Eine hormonelle Umstellung im weiblichen Körper kann zu unterschiedlichen Haarproblemen führen. So ist es nicht ungewöhnlich, dass Frauen nach der Schwangerschaft oder während der Stillzeit vermehrt Haare verlieren.
  • Dies liegt daran, dass in diesen Phasen der Hormonspiegel im Körper schwankt und das Haarwachstum dadurch beeinflusst werden kann. In der Regel normalisiert sich der Hormonspiegel einige Zeit später wieder und der Haarausfall geht zurück.
  • In den Wechseljahren kann der sinkende Östrogenspiegel zu Haarausfall führen. Auch die Einnahme bestimmter hormoneller Verhütungsmittel kann sich auf den Haarzyklus auswirken und zu diffusem Haarausfall führen. Sprechen Sie hier bei Fragen oder Unsicherheiten mit Ihrem Arzt.

Stress als Ursache

Auch Stress kann eine mögliche Ursache für den diffusen Haarverlust sein, da der Körper aufgrund der Belastung vermehrt Hormone ausschüttet. Diese Hormone können den normalen Haarzyklus stören und zu einem vermehrten Haarausfall führen bzw. dafür sorgen, dass Haare brüchiger und dünner werden.

Wenn Sie vermehrten Haarausfall bemerken und Stress als Ursache vermuten, können Entspannungstechniken wie Yoga oder autogenes Training helfen, die Stressbelastung zu reduzieren. Auch regelmäßiger Sport und ausreichend Schlaf können dazu beitragen, den Körper zu entspannen und das Haarwachstum zu fördern.

Nährstoffmangel als Ursache

Ein Nährstoffmangel kann ebenfalls oftmals die Ursache für diffusen Haarausfall sein. Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig, um dem Körper die benötigten Nährstoffe für ein gesundes Haarwachstum zu liefern. Fehlen dem Körper diese wichtigen Bausteine, kann dies das Haarwachstum negativ beeinflussen und zu Haarausfall führen.

Besonders wichtig für eine normale Funktion der Haarwurzeln ist eine Versorgung mit Nährstoffen wie Eiweißen (Aminosäuren), B-Vitaminen und Mineralstoffen.

  • Auch ein Eisenmangel kann sich auf das Haarwachstum auswirken, da Eisen für die Bildung von Hämoglobin - ein Bestandteil der roten Blutkörperchen - notwendig ist.
  • Zink und Biotin sind ebenfalls wichtige Nährstoffe für das Haarwachstum. Zink spielt eine wichtige Rolle bei der Produktion von Keratin, dem Hauptbestandteil der Haare.
  • Biotin unterstützt die Bildung von gesunden Hautzellen und Haaren.

Sonderfall Essstörungen

Eine gesonderter Fokus beim Thema Mangelernährung liegt auf Essstörungen wie beispielsweise Magersucht oder Bulimie. Bei diesen Störungen wird der Körper nicht ausreichend mit den essenziellen Nährstoffen versorgt, die für das Haarwachstum wichtig sind. Es kommt zu einem Mangel an Eiweiß, B-Vitaminen, Eisen, Zink und anderen wichtigen Nährstoffen, die für das Haarwachstum benötigt werden. Dieser Mangel kann dazu führen, dass die Haarfollikel geschwächt werden und die Haare ausfallen.

Krankheiten als Auslöser

Diverse Krankheiten sorgen ebenfalls häufig für diffusen Haarausfall. Hier ist der Haarausfall eine Begleiterscheinung und für die Betroffenen in vielen Fällen eine zusätzliche Belastung. Wird die Erkrankung behandelt, kann in vielen Fällen auch der Haarausfall zurückgehen bzw. sogar ganz verschwinden.

  • Diabetes: Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, bei welcher der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht ist. In einigen Fällen kann dieser Diabetes auch zu einer Veränderung der Haarfollikel führen, die eine Ausdünnung und einen verstärkten Haarausfall zur Folge haben kann.
  • Zusätzlich kann Diabetes mellitus auch zu einer Schädigung der Blutgefäße führen, die das Haarwachstum beeinträchtigen kann. Durch die schlechtere Durchblutung können die Haarfollikel nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden und sterben ab. Dies kann zu einem verstärkten Ausfallen der Haare führen.
  • Infektionen: Infektionen können ebenfalls eine Ursache für diffusen Haarverlust sein. Besonders bei Infektionskrankheiten, die mit Fieber einhergehen, kann es zu einem vorübergehend vermehrten Haarausfall kommen. Hier sind vor allem fiebrige Erkältungen, Grippe-Erkrankungen und auch Covid-19-Infektionen zu nennen.
  • Grund dafür ist eine temporäre Unterbrechung des Haarzyklus, da der Körper aufgrund des Fiebers und der Infektion in eine Art Alarmzustand versetzt wird: Die Wachstumsphase der Haarfollikel wird unterbrochen. Diese befinden sich nun vermehrt in der Ruhe- bzw. Ausfallphase. Somit kommt es zu vermehrtem Haarausfall. In der Regel wachsen die Haare nach der Infektion jedoch wieder nach.
  • Hauterkrankungen: Hauterkrankungen können eine Vielzahl von Ursachen haben und können daher auch eine Ursache für diffusen Haarausfall sein. Bei bestimmten Hauterkrankungen wie der Psoriasis oder dem atopischen Ekzem kann es zu einer Entzündung der Kopfhaut kommen, die den Haarfollikel schwächt und zum Haarausfall führt. Auch Pilzinfektionen auf der Kopfhaut können dazu führen, dass die Haare ausfallen und durchscheinende bzw. kahle Stellen auf der Kopfhaut entstehen.

Medikamente als Ursache

Oftmals liegt der diffuse Haarausfall auch an der Einnahme von bestimmten Medikamenten. Insbesondere Chemotherapeutika, die bei der Behandlung von Krebs eingesetzt werden, können zu Haarausfall führen. Aber auch andere Medikamente, wie beispielsweise Antidepressiva, Blutdrucksenker oder Hormonpräparate können den Haarzyklus beeinflussen und Haarausfall verursachen.

Bei Verdacht auf eine medikamentöse Ursache für den diffusen Haarausfall ist es wichtig, Ihren behandelnden Arzt zu konsultieren. Gegebenenfalls kann die Medikation angepasst oder ein alternatives Medikament verschrieben werden, um den Haarausfall zu reduzieren.

Falsche Haarpflege

Eine tendenziell leicht zu behebende Ursache für Haarausfall oder brüchiges Haar kann in der allgemeinen Pflege der Haare gefunden werden: Eine falsche Pflege, wie beispielsweise zu häufiges oder zu aggressives Waschen oder Bürsten der Haare, kann zu einer Überbeanspruchung der Haare führen. Auch das Stylen mit zu großer Hitze kann die Haare schädigen und zu Haarbruch führen.

Besonders wichtig ist es, bei der Pflege der Haare auf die richtige Dosierung und Anwendung der Produkte zu achten. Eine Überdosierung von Shampoo oder Conditioner kann die Kopfhaut reizen. Auch das dauerhafte Tragen von Haargummis oder Haarspangen, die zu eng sitzen, kann die Haare schädigen und Haarausfall oder Haarbruch begünstigen. Achten Sie hier also auf einen liebevollen Umgang mit Ihren Haaren - sie werden es Ihnen in den meisten Fällen danken.

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)

„Bei kreisrundem Haarausfall, in der Fachsprache als Alopecia areata bezeichnet, handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung gegen die in der Haut liegenden Haarbestandteile. Die Ursache dafür ist noch nicht eindeutig geklärt“, sagt Prof. Dr. Michael Tronnier, Chefarzt der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie am Helios Klinikum Hildesheim.

Die Alopecia areata (AA) tritt zu 80 Prozent der Fälle im Kopfbereich auf. Bei Männern kann zusätzlich der Bartwuchs betroffen sein. Der entzündliche Haarausfall beginnt häufig im Kindes- und jungen Erwachsenalter, kann aber prinzipiell in jedem Alter auftreten.

Die genauen genetischen Hintergründe sind jedoch noch nicht ausreichend erforscht. Kreisrunder Haarausfall tritt oft zusammen mit anderen Erkrankungen auf. Dazu zählen etwa Autoimmunerkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion und die Weißfleckenkrankheit (Vitiligo), aber auch atopische Erkrankungen, also mit Allergieneigung wie Neurodermitis und Heuschnupfen.

In der Regel reicht bereits das klinische Bild - die typischen runden kahlen Stellen -für die Diagnose des kreisrunden Haarausfalls aus.

Die Behandlung einer Alopecia areata ist nicht immer einfach und von verschiedenen Faktoren, wie der Ausprägung der Erkrankung sowie Begleitdiagnosen abhängig. „Da es sich um eine entzündliche Erkrankung handelt, beobachten wir oft eine Verbesserung unter Kortison. Diese Form der lokalen Therapie kann Betroffenen durchaus helfen und die Haare wieder wachsen lassen.

Der Wirkstoff Baricitinib ist das erste zugelassene Medikament zur Behandlung der Alopecia areata. Zwar hat der kreisrunde Haarausfall keine Auswirkungen auf die Lebenserwartung, dennoch ist die psychische Gesundheit oft sehr erheblich beeinträchtigt.

Der Verlauf einer Alopecia areata ist schwer vorherzusagen und individuell sehr unterschiedlich. Bei einigen Betroffenen, die nur eine leichte Ausprägung haben, kommt es oft zu einer spontanen Rückbildung. Die kahlen Stellen wachsen wieder zu und kommen nicht mehr zurück.

Formen des kreisrunden Haarausfalls

  • Alopecia areata: Kreisartiger Haarausfall. Wimpern, Augenbrauen und restliche Körperbehaarung meist normal vorhanden.
  • Alopecia ophiasis: Kranzartiges Fehlen der Haare im Ohren- und Nackenbereich. Augenbrauen, Haare oben und seitlich am Kopf sowie die restliche Körperbehaarung sind nicht betroffen.
  • Alopecia totalis: Fehlen der gesamten Kopfbehaarung, inklusive Augenbrauen und Wimpern. Diese Form tritt eher selten auf.
  • Alopecia universalis: Komplette Körperbehaarung fällt aus, inklusive Augenbrauen, Wimpern und Nasenhaare.

Ursachen des kreisrunden Haarausfalls

Kreisrunder Haarausfall zeichnet sich durch einzelne oder mehrere ovale bis runde, teils abgegrenzte kahle Stellen aus. Die Ursache für kreisrunden Haarausfall ist noch nicht eindeutig geklärt. In einigen Fällen scheint der kreisrunde Haarausfall innerhalb der Familie gehäuft aufzutreten. Nicht selten wird diese Art von Haarausfall in Zusammenhang mit Stress beobachtet.

Forschende gehen von genetischen und Umweltfaktoren aus. Außerdem wird vermutet, dass die Haarfollikel von einer Autoimmunreaktion betroffen sind. Bei der Autoimmunreaktion, die zum Haarverlust führt, bildet der Körper Antikörper, die sich gegen körpereigenes Gewebe richten. Das führt zu einer chronischen Entzündung in den tiefen Schichten der Haut, also an den Haarwurzeln, sodass die Haare ihren Halt verlieren.

Die genetischen Zusammenhänge werden derzeit genauer untersucht. Forschende gehen von einer genetisch komplexen Vererbung aus, an der viele Gene beteiligt sind. Daher ist das Erkrankungsrisiko von Verwandten eines Betroffenen erhöht. Es liegt für Geschwister von Betroffenen bei etwa sieben Prozent und für Kinder bei circa sechs Prozent.

Zusätzlich zu genetischen Ursachen werden äußere Einflüsse wie Umweltfaktoren (unter anderem Infektionen) und psychischer Stress als Auslöser in Betracht gezogen.

Symptome des kreisrunden Haarausfalls

Der Haarausfall beginnt plötzlich und oftmals mit einer Stelle oder wenigen etwa münzgroßen kahlen Stellen. Innerhalb weniger Wochen werden diese Areale größer. Betroffen sind zumeist die Kopfhaut oder die Körperbehaarung, aber auch Augenbrauen oder Bart können diese Form des Haarausfalls aufweisen. Häufig befinden sich noch sehr kurze Haare in diesen Bereichen. Die Haut sieht nicht verändert oder entzündet aus.

Die Ausprägung des kreisrunden Haarausfalls ist recht unterschiedlich. Bleiben die Areale rund und abgegrenzt, sprechen Experten von der mildesten Form, der Alopecia reticularis.

Behandlung des kreisrunden Haarausfalls

Bei mehr als der Hälfte der Betroffenen bildet sich der Haarausfall nach sechs bis zwölf Monaten von selbst wieder zurück. Daher ist es sinnvoll, mit einer aktiven Behandlung abzuwarten. Es gibt einige Therapieansätze, die Menschen mit Alopecia areata individuell ausprobieren können. Allerdings ist die Datenlage noch nicht ausreichend, um abschließend die Wirksamkeit zu beurteilen.

Eine häufig angewandte Methode ist das Einreiben der haarlosen Stelle mit kortisonhaltigen Mitteln. Alternativ ist auch eine lokale Injektion von Kortison in die Haut möglich. Dabei wird mit einer dünnen Nadel Kortison direkt in die Kopfhaut gespritzt. Das Kortison kann auch oral durch Kortisonsteroide aufgenommen werden. Diese sogenannte systemische Therapie erfolgt täglich für etwa eine Woche über einen Gesamtzeitraum von mindestens drei Monaten, unterbrochen durch einnahmefreie Intervalle.

Die Substanz Minoxidil kommt sowohl bei gewöhnlicher Kahlheit als auch beim kreisrunden Haarausfall als Medikament zum Einsatz. Der Wirkstoff verstärkt die Durchblutung um die Haarfollikel und fördert so das Haarwachstum.

Für Betroffene kann es zudem hilfreich sein, sich mit anderen Erkrankten über Strategien zur Bewältigung auszutauschen, etwa über Selbsthilfegruppen.

Falls Sie stark von Haarausfall betroffen sind, kann es unter Umständen hilfreich sein, vorübergehend zu einer Perücke oder Haarersatz zu greifen.

Verlauf des kreisrunden Haarausfalls

Der zeitliche Verlauf ist unterschiedlich. Bei manchen Betroffenen fallen über einen kurzen oder einen längeren Zeitraum nur wenige Haare aus. Bei anderen Menschen werden schon nach wenigen Wochen deutliche Lücken sichtbar. Bei mehr als der Hälfte der Patientinnen und Patienten wachsen die Haare innerhalb von sechs bis zwölf Monaten wieder nach.

Sind die Haare wieder nachgewachsen, hinterlässt die Erkrankung keine Narben auf der Haut. In der Regel dauert das vollständige Nachwachsen der Haare mehrere Monate. Mitunter weist das nachgewachsene Haar eine veränderte Pigmentierung auf, die Haarfarbe hat sich also verändert.

Der stellenweise auftretende Haarverlust kann auch erneut vorkommen oder einen chronischen Verlauf nehmen, sodass die Haare nicht mehr vollständig nachwachsen. Bei kreisrundem Haarausfall, der länger als ein Jahr andauert, vor der Pubertät einsetzt oder sehr stark ausgebreitet ist, sind die Aussichten auf eine Besserung geringer. Außerdem erleben insgesamt etwa 30 bis 50 Prozent der zunächst geheilten Personen einen Rückfall. Mitunter haben einige Betroffene für mehrere Jahre haarlose Stellen.

Gleichzeitig zum kreisrunden Haarausfall leiden manche Menschen unter anderen an Autoimmunerkrankungen wie einem erblich bedingt gestörten Zuckerstoffwechsel (Diabetes mellitus Typ 1), der Weißfleckenkrankheit Vitiligo (pigmentlosen Hautflecken) oder autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen.

Hier eine Übersicht der verschiedenen Ursachen und Formen des Haarausfalls:

Form des Haarausfalls Ursachen Merkmale
Androgenetische Alopezie (erblich bedingt) Genetische Überempfindlichkeit gegenüber Dihydrotestosteron (DHT) Beginnt an den Schläfen (Geheimratsecken), setzt sich in die Scheitelregion fort
Alopecia areata (kreisrund) Autoimmunerkrankung, genetische und Umweltfaktoren, Stress Einzelne oder mehrere ovale/runde kahle Stellen, oft in Schüben
Diffuser Haarausfall Hormonstörungen, Nährstoffmangel, Krankheiten, Stress, Medikamente Verlust der Haare über den gesamten Kopf

Neigt die Kopfhaut zu Schuppenbildung und Juckreiz in Verbindung mit einem fettigen Haaransatz, kann beispielsweise ein Pilz die Ursache sein. Wird die Kopfhaut durch einen Pilz oder häufiges Kratzen irritiert und geschwächt, kann dies das Haarwachstum negativ beeinflussen. Hier gilt es also in erster Linie, die Kopfhaut zu beruhigen und für eine normale, ausgeglichene Schuppenbildung zu sorgen.

Diffuser Haarausfall: Ursachen & Behandlung – Was hilft?

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