Alternative Behandlungsmethoden bei Haarausfall

Volles Haar symbolisiert Jugendlichkeit und wirkt dynamisch. Kein Wunder also, dass sich die meisten Menschen nach einer schönen Frisur mit ausreichender Dichte und Fülle sehnen.

Das Angebot an Mitteln gegen Haarausfall ist fast unüberschaubar: Shampoos, Medikamente, Ernährung, Hausmittel, Haartransplantation. Dabei den Überblick zu behalten, kann schwierig werden.

Haare zu verlieren, ist normal. In jungen Jahren wachsen sie meistens von allein wieder nach - es sei denn, man ist von einer androgenetischen Alopezie betroffen, die zu vorzeitigem Haarverlust führt. Fallen die Haare dagegen plötzlich oder nur an bestimmten Stellen aus, liegt meistens eine Erkrankung vor, die es zu behandeln gilt.

Hier sind einige alternative Behandlungsmethoden, die helfen können, den Haarausfall zu stoppen und das Haarwachstum anzuregen:

1. Ursachenforschung betreiben

Was sollten jetzt Betroffene tun, um ihren Haarausfall zu stoppen? Zunächst einmal ist es wichtig, die genaue Ursache abzuklären, zum Beispiel bei einem Dermatologen.

Ob ein Haarausfall-Mittel wirksam ist, liegt maßgeblich daran, ob es an der richtigen Ursache ansetzt. Auch das beste Mittel gegen Haarausfall hilft nicht, wenn es für die falsche Indikation eingesetzt wird.

Am wichtigsten für eine erfolgversprechende Therapie gegen Haarausfall ist es, die richtige Ursache zu finden und diese spezifisch zu therapieren. Dabei kann Ihnen zum Beispiel der Hausarzt, Dermatologe oder Haarchirurg helfen.

Die mit Abstand häufigste Ursache für Haarausfall ist der erblich bedingte Haarausfall, der durch eine Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber männlichen Geschlechtshormonen bedingt ist. Verschiedene Autoimmunerkrankungen können ebenfalls zu Haarausfall führen. Am wichtigsten ist hier der kreisrunde Haarausfall, auch Alopecia areata genannt.

2. Mesotherapie

Eigenbluttherapie gegen Haarausfall - Hilft das wirklich?

Ist die Ursache abgeklärt, können Betroffene Haarausfall stoppen mit einer sogenannten Mesotherapie. Diese kann speziell im ersten Stadium ein effektives Mittel sein, um schüttere Partien der Kopfhaut wieder zu verdichten.

Das Gute: Auch bei kreisrundem oder bei Haarverlust aufgrund von Chemotherapien ist es möglich, den Haarausfall zu stoppen und sogar zum Wachstum neuer Haare anzuregen.

Damit die Therapie den Haarausfall stoppen kann, sind in der Regel mehrere Anwendungen notwendig. KÖ-HAIR weiß aus Erfahrung, dass etwa sechs bis zehn Mesotherapien in einem wöchentlichen Abstand erfolgen sollten, oft können bereits nach fünf Anwendungen positive Ergebnisse beobachtet werden - der Verlust von Haaren wird gestoppt. Nach acht Behandlungen zeigt sich häufig bereits neues Haarwachstum.

Bei der Mesotherapie injiziert die Fachärztin einen Wirkstoffcocktail in die lichten Stellen auf dem Kopf. Diese Mischung wird individuell nach den Bedürfnissen jedes einzelnen Patienten zusammengestellt. Typische Bestandteile sind unvernetzte Hyaluronsäure, Vitamine, Mineralstoffe sowie medizinische Präparate.

Dieser Mix wird mehrfach gezielt in die kahlen Stellen eingebracht. Unter der Kopfhaut wird ein Depot an Wirkstoffen angelegt, die nach und nach abgegeben werden. Die Mesotherapie stimuliert die Blutzirkulation und sorgt für eine bessere Nähr-und Sauerstoffversorgung der Haarwurzeln. Der Haarausfall lässt nach bis er wieder ein normales, gesundes Niveau erreicht hat.

Aus dem Bereich der Homöopathie kommt die Meso-Therapie infrage, bei der Vitamine, Aminosäuren, Spurenelemente oder homöopathische Mittel in die Kopfhaut injiziert werden.

3. PRP-Behandlung (Vampir-Lifting)

Haarausfall stoppen können Sie zusätzlich mit einer PRP-Behandlung, dem sogenannten Vampir-Lifting. Die Bezeichnung kommt daher, weil ihnen eine winzige Menge an Eigenblut abgenommen wird, welches anschließend sofort zentrifugiert und in lichte Haarstellen injiziert wird.

Auch hier sind mehrere Sitzungen notwendig, in der Regel im Abstand einiger Wochen. Das Schönste ist, dass beide Maßnahmen sehr schonend und minimalinvasiv durchgeführt werden, die Behandlungen sind also nicht-operativ und belasten kaum.

Auch die PRP-Therapie (Plättchenreiches Plasma) ist eine innovative, natürliche Behandlung gegen Haarausfall.

Um gegen die bei androgenetischer Alopezie typische Unterversorgung der Haarwurzel mit Nährstoffen etwas ohne Hormone entgegenzusetzen, hat sich die PRP-Therapie bewährt. Dabei wird speziell aufbereitetes eigenes Blut mit Mineralstoffen und Vitaminen angereichert an den Haarwurzeln in die Kopfhaut injiziert. Diese Kombination regt das zuvor unterbrochene Haarwachstum wieder an und stärkt die Versorgung der Haare.

Dem Patienten wird Blut entnommen und speziell aufbereitet, sodass ein Serum aus Blutplasma und Blutplättchen entsteht.

Die KÖ-KLINIK-Fachärzte entnehmen dabei eine geringe Menge Blut, im Regelfall maximal 20 Milliliter. Das Blut wird zentrifugiert, filtriert und angereichert. Am Ende dieses Vorgangs bleibt das PRP übrig, das Platelet Rich Plasma.

Das PRP wird mit feinen Kanülen in die Kopfhaut eingebracht. Die im Eigenblut-Plasma enthaltenen Wachstumshormone sorgen dafür, dass die Stammzellen der Haarfollikel regenerieren. Gleichzeitig verbessern sie die Durchblutung der Kopfhaut und sorgen dafür, dass die Haarwurzeln wieder besser mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden.

Eine PRP-Therapie versorgt die Haarwurzeln mit vielem, was für ein gesundes Haarwachstum notwendig ist. Mit der Eigenbluttherapie haben wir bei vielen Patienten der Fontana Klinik in Mainz gute Ergebnisse erzielen können.

Allerdings gibt es auch immer noch einen Teil, wo kein nachwachsendes Haar oder besseres Haarwachstum nachweisbar ist.

4. Medikamente

Es ist auch nicht immer ratsam irgendwelche Wirkstoffe einzunehmen. Wird der Haarausfall stärker, können Medikamente oder spezielle Therapien helfen.

Für Männer gibt es zwei Wirkstoffe gegen die androgenetische Alopezie: Minoxidil und Finasterid.

Minoxidil ist ein äußerlich anzuwendender Wirkstoff, der die Durchblutung der Kopfhaut fördert und die Aktivität der Haarwurzeln stimuliert. Minoxidilhaltige Mittel sind nicht verschreibungspflichtig und werden äußerlich angewandt. Ursprünglich wurde es gegen Bluthochdruck entwickelt. Dabei stellte man durch Zufall fest, dass das Medikament das Haarwachstum anregt. Warum Minoxidil genau gegen Haarausfall hilft, ist noch immer unklar. Man geht davon aus, dass durch eine Erweiterung der Blutgefäße die Durchblutung verbessert wird und die Haarfollikel so mit mehr Nährstoffen versorgt werden.

Eine weitere hormonelle Therapieoption bei Männern ist der Wirkstoff Finasterid. Finasterid ist als Tablette einzunehmen. Es reduziert den Umbauprozess von Testosteron zu DHT, jenem Hormon, was eine Überempfindlichkeit der Rezeptoren an den Haarwurzeln auslöst, die zu einer Unterversorgung des Haars mit Nährstoffen führt, also für den Haarausfall verantwortlich ist.

Gegen hormonbedingten Haarausfall verschreiben Dermatologinnen und Dermatologen Tabletten, die Anti-Androgene enthalten.

Wirkung und Nebenwirkungen von Medikamenten

Medikament Wirkung Nebenwirkungen
Minoxidil Fördert die Durchblutung der Kopfhaut und stimuliert die Aktivität der Haarwurzeln Kopfschmerzen, Hautausschlag, Juckreiz, Übelkeit, Schwindel, Bluthochdruck, Gewichtszunahme, vermehrtes Haarwachstum im Gesicht
Finasterid Reduziert den Umbauprozess von Testosteron zu DHT Impotenz, Einschränkung der Libido, Erektionsstörungen, Post-Finasterid-Syndrom (in seltenen Fällen)

5. Shampoos und Tinkturen

Es gibt verschiedene Shampoos und Tinkturen gegen Haarausfall, die in der Apotheke oder im Supermarkt erhältlich sind. Beliebt sind Shampoos, die Koffein enthalten, zum Beispiel Alpecin oder Plantur 39. Koffein soll die Haarwurzeln stärken und die Wachstumsphase der Haare verlängern.

Shampoos oder Tinkturen mit Alfatradiol (zum Beispiel Ell-cranell) sind ebenfalls auf dem Markt erhältlich. Durch die lokale Anwendung haben sie in der Regel keine systemischen Nebenwirkungen. Alfatradiol ist für die Behandlung von hormonell bedingtem Haarausfall bei Männern und Frauen zugelassen und kann helfen, den Haarausfall zu verlangsamen.

Zusätzlich gibt es verschiedene Öle und Tinkturen, meist mit natürlichen Inhaltsstoffen wie Basilikum, Thymian oder Bambus, die auf die Kopfhaut aufgetragen werden können.

6. Gesunde Ernährung

Gesunde Ernährung ist ein wichtiger Faktor für die Haargesundheit. Durch die Ernährung nimmt der Körper Vitamine, Nährstoffe und Spurenelemente auf, die für ein gutes Haarwachstum wichtig sind. Fehlen diese Stoffe, wird das Haar schnell dünn, brüchig oder fällt aus. Besonders betroffen sind Menschen mit Essstörungen, Vegetarier oder Veganer.

Insbesondere verschiedene Vitamine und Eisen sind wichtig für das Haarwachstum.

Als entzündungsfördernd und damit nicht empfehlenswert gelten Lebensmittel mit viel Zucker oder Weizen sowie künstlichen Farb- und Aromastoffen.

Eier und Nüsse sind exzellente Vitamin B Lieferanten. Rotes Fleisch, Fisch und Haferflocken decken den grundsätzlichen Eisen- und Zinkbedarf.

7. Hausmittel

Verschiedene Hausmittel gegen Haarausfall werden ebenfalls empfohlen. Beliebt sind hier insbesondere Apfelessig, Brennnesselextrakt, Kokosöl, Kaffee, Bier oder Arganöl.

Was alle diese Mittel gemeinsam haben: Ein wissenschaftlich erwiesener Nutzen gegen Haarausfall besteht nicht. Dennoch können Sie damit ihren Haaren etwas Gutes tun. Sie können das Haar kräftiger und geschmeidiger machen und das Auftreten von Haarbruch und Spliss verringern.

Wer zusätzlich von Innen noch etwas für sich tun möchte: Haferflocken sollten regelmäßig im Speiseplan auftauchen, da sie viele für das Haarwachstum wichtige Nährstoffe enthalten.

Da es sich allesamt um natürliche Mittel handelt, sind keine Nebenwirkungen zu erwarten.

Aus der Alternativmedizin gibt es auch einige homöopathische Mittel, die gegen Haarausfall empfohlen werden. Dazu gehören Globuli mit Calcium Fluoratum, Deplhinium Staphisagria oder Selenium. Gegen kreisrunden Haarausfall soll Barium Carbonicum helfen, gegen Haarausfall in den Wechseljahren Sepia.

8. Kopfhautmassage

Die Kopfhautmassage ist primär gut zur Entspannung und kann nützlich sein, wenn Stress eine der Ursachen für Haarausfall ist. Außerdem wird die Durchblutung der Kopfhaut angeregt, wodurch die Haarwurzeln besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden können. Das kann unterstützend zur Kräftigung der Haare beitragen.

9. Richtige Frisur und Haarpflege

Sogar die falsche Frisur kann zu Haarausfall führen. Dabei kommt es durch eine hohe Zugbelastung zu einem Ausfallen der Haare. Gefährdet sind vor allem Mädchen und Frauen, die häufig straffe Pferdeschwänze, Dutts oder Flechtfrisuren tragen. Aber auch enge Kopfbedeckungen können die Haarwurzeln schädigen wie Stirnbänder, Kopftücher oder Helme. Es kommt zu einem Haarausfall vor allem am Haaransatz an der Stirn und den Schläfen.

Durch lockere Frisuren oder offene Haare lässt sich die Traktionsalopezie vermeiden.

Auch verschiedene Stylingprodukte und -methoden können das Haar stark beanspruchen. Vor allem Färben, Tönen oder Bleichen gehört dazu, ebenso ein heißer Fön, Glätteisen oder Lockenstab.

Andererseits kann die richtige Frisur verstärkten Haarausfall gut kaschieren und das Haar voller wirken lassen. Bestimmt kann Ihr Friseur Ihnen helfen, den für Sie passenden Schnitt zu finden, um das noch vorhandene Haar schön zu präsentieren und von den lückenhaften oder dünner werdenden Stellen abzulenken.

Das Tragen von Extensions als modisches Accessoires, sei es an Wimpern oder Kopfhaaren, führt unausweichlich zu einer Entzündungen der Haarfollikel und permanentem Haarausfall.

10. Sport und Stressabbau

Sport kann einen wichtigen Beitrag zur Haargesundheit leisten. Die stressreduzierende Wirkung des Sports senkt den Spiegel an Stresshormonen im Blut, die das Haar dünn und spröde machen können. Außerdem wird neben dem restlichen Körper auch die Kopfhaut besser durchblutet, wodurch Sauerstoff und Nährstoffe besser zu den Haarwurzeln gelangen können.

Das Schwitzen beim Sport bewirkt, dass die Poren gereinigt und Toxine ausgeschwemmt werden.

Die stressreduzierende Wirkung von Sport kann sich auch günstig auf Autoimmunerkrankungen wie den kreisrunden Haarausfall auswirken, da sich diese Krankheiten durch Stress verschlimmern können.

Besonders gut tun Yoga oder Ausdauersportarten wie Laufen, Fahrradfahren oder Schwimmen.

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