Viele Menschen leiden unter Haarausfall, und es ist wichtig, die Ursachen zu verstehen, um die richtigen Maßnahmen ergreifen zu können. Der deutsche Begriff Haarausfall kann sowohl verstärkten täglichen Haarwechsel (Effluvium) meinen, als auch die sichtbare Haarlosigkeit (Alopezie).
Im Folgenden werden die verschiedenen Aspekte des Haarausfalls beleuchtet, von den Ursachen über die Diagnose bis hin zu den Behandlungsmöglichkeiten.
Jeder Mensch verliert täglich Haare, egal ob Mann oder Frau. Das ist ganz normal. Bei gesunden Erwachsenen liegt der tägliche Haarverlust im Durchschnitt bei 20 bis 80 Haaren pro Tag - vorausgesetzt, es wird täglich gewaschen.
Je seltener das Haar gewaschen wird, desto höher kann die Zahl an ausgefallenen Haaren an Waschtagen sein - ohne dass dies krankhaft sein muss:
Denn: Die meisten Haare verlieren wir beim Waschen und Kämmen, nicht in Ruhephasen. Auch zyklusabhängige Schwankungen sind bei Frauen völlig normal - etwa nach dem Eisprung oder kurz vor der Menstruation.
Am häufigsten ist der altersbedingte Haarausfall, der vor allem Männer oft schon in jungen Jahren betrifft. Bei diesem Haarausfall ist es nicht notwendig, zum Arzt zu gehen, da es keine wirksame Behandlungsmöglichkeit gibt.
Einen Arzt aufsuchen sollte man, wenn:
Die Ursachen für Haarausfall sind vielfältig. Hier sind einige der häufigsten:
Die androgenetische Alopezie, auch anlagebedingter oder männlicher Haarausfall genannt, ist die häufigste Form des Haarausfalls. In etwa 95 Prozent der Fälle ist er auf diese Form zurückzuführen.
Die Dermatologie geht davon aus, dass die Ursache eine genetisch bedingte Übersensitivität auf ein bestimmtes männliches Hormon (5alpha-Dihydrotestosteron) ist.
Da das Hormon in geringen Mengen auch bei Frauen vorkommt, können sie ebenfalls von dieser Form betroffen sein. Allerdings in einer unterschiedlichen Ausprägung: Während die androgenetische Alopezie bei Frauen zu lichterem Haar führt, wird sie bei Männern zunächst durch „Geheimratsecken“ sichtbar und kann zu einer vollständigen Glatze führen.
Wenn das Haar über den Schopf verteilt immer dünner wird, liegt ein diffuser Haarausfall vor. Die Ursachen können ganz unterschiedliche sein:
Der kreisrunde Haarausfall (Alopecia areata) beginnt meist mit einzelnen kahlen Stellen am Kopf, die sich schnell ausbreiten. Bei schweren Fällen ist die gesamte Körperbehaarung betroffen und die Haare fallen komplett aus.
Als Grund für einen kreisrunden Haarausfall wird ein fehlerhaftes Immunsystem vermutet: Körpereigene Abwehrzellen greifen in dem Fall die Zellen der Haarwurzeln an.
Der wissenschaftliche Name für reaktionären oder gelegentlichen Haarausfall ist „akutes Telogen Effluvium“. Dies ist die häufigste Form des Haarausfalls bei Frauen. Sie ist gekennzeichnet durch das Auftreten von vermehrtem Haarausfall in der Telogenphase, 2 bis 3 Monate nach dem Auftreten eines auslösenden Ereignisses.
Die häufigsten Ursachen für reaktionären Haarausfall sind:
Eine adäquate ärztliche Untersuchung beim Symptom Haarausfall umfasst folgende Aspekte:
Die beste Therapie ist die, die gezielt auf die auslösende Ursache wirkt. Deshalb ist die ausgedehnte, weitreichende Diagnostik Grundlage einer erfolgreichen Behandlung von Haarwuchsstörungen.
Grundsätzlich ziehen wir eine Lokalbehandlung von außen aufgrund der geringeren Nebenwirkungen einer Tablettentherapie vor.
Zur Behandlung der androgenetischen Alopezie des Mannes gibt es nur zwei Wirkstoffe, die sich in gut kontrollierten, wissenschaftlichen Studien bewiesen haben: Die Finasterid 1 mg Tablette (Propecia® und Generika) und die 5-prozentige Minoxidil-Lösung (Regaine® 5% Männer, Alopexy®) bzw. der 5-prozentige Minoxidil-Schaum (Regaine® Männer Schaum).
Die insgesamt wirksamste Substanz gegen die androgenetische Alopezie der Frau ist die 2-prozentige Minoxidil-Lösung (Regaine® Frauen), wie zahlreiche, gut kontrollierte klinische Studien belegen.
Die Therapie der Alopecia areata ist sehr einfach bei kleinen, erst kurz bestehenden Arealen, und oft frustran bei längeren, ausgeprägten Verläufen. Im ersteren Fall kommt es sowieso meist zur Spontanremission (egal, was der Arzt macht), im zweiten Fall hilft oft nichts.
Aufgrund des Mangels evidenzbasiert wirksamer Medikamente geben wir gerne für etwa drei Monate Zink-Präparate, da sie möglicherweise positive immunmodulatorische Eigenschaften haben und in der Regel keine Nebenwirkungen hervorrufen.
Bei Alopezie mit Hyperandrogenämie sind systemisch gegebene Antiandrogene wie z. B. Cyproteronacetat, Chlormadinonacetat oder Dienogest hilfreich.
Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie man den Haarausfall reduzieren kann:
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