Haarausfall Ursachen: Warum Ihr Haar immer lichter wird

Viele Menschen haben dünnes, lichtes Haar und können darunter leiden. Dünnes Haar betrifft Menschen auf der ganzen Welt und ist ein Thema, das manchmal sogar mit Scham und Selbstbewusstseinsproblemen einhergehen kann - auch, wenn es keinen Grund gibt, sich für Äußerlichkeiten schämen zu müssen. Es kann verschiedene Ursachen haben und tritt sowohl bei Männern als auch bei Frauen auf.

Dünnes Haar ist ein Zustand, bei dem die Haarfollikel weniger dicht sind, was zu weniger Volumen und sichtbarer Kopfhaut führen kann. Es kann in jedem Alter auftreten und ist oft auf genetische Veranlagung, hormonelle Veränderungen, Stress, Mangelernährung oder bestimmte medizinische Bedingungen zurückzuführen.

Ursachen für dünner werdendes Haar

Um den richtigen Ansatz zur Behandlung von dünnem Haar zu finden, ist es wichtig, die verschiedenen Ursachen zu verstehen. Hier sind einige der häufigsten Faktoren, die zu dünner werdendem Haar beitragen können:

1. Genetik

Eine der häufigsten Ursachen für dünnes Haar ist die Vererbung. Wenn die Eltern oder Großeltern dünnes Haar hatten, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass auch die Nachkommen davon betroffen sind. In diesem Fall sind medizinische Behandlungen möglicherweise weniger wirksam und die Fokussierung liegt eher auf dem Umgang mit dem Problem und der Akzeptanz.

2. Hormonelle Veränderungen

Hormonelle Schwankungen im Zusammenhang mit Schwangerschaft, Wechseljahren oder Schilddrüsenerkrankungen können dünner werdendes Haar verursachen. Hier können hormonelle Therapien oder Medikamente Abhilfe schaffen. Haarausfall kann bei Frauen in unterschiedlichen Lebensphasen wie etwa nach der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren auftreten. Doch nicht nur hormonelle Veränderungen müssen als Ursache für Haarsaufall bei Frauen in Betracht gezogen werden.

3. Stress und Lebensstil

Chronischer Stress, ungesunde Ernährung und Rauchen können das Haarwachstum beeinträchtigen. Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und Stressbewältigungstechniken wie Yoga oder Meditation können die Haargesundheit verbessern.

Tatsächlich liegen Stress und Nährstoffmangel gar nicht so weit auseinander. Empfinden wir Stress, verursachen die verschiedenen Stressreaktionen im Körper teilweise eine schlechtere Nährstoffaufnahme und das Stresshormon Cortisol steigert das Risiko für Herzkreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Auch Haarausfall ist dann ein Symptom. Sorgen Sie daher für genügend Ruhe-Phasen in Ihrem Alltag, damit es erst gar nicht so weit kommt. Aber auch Virus-Infekte können Stress auslösen. So ist Haarausfall nach Corona gerade ein Thema, welches noch weiter untersucht wird.

4. Medizinische Bedingungen

Bestimmte medizinische Probleme wie Alopecia areata, eine Autoimmunerkrankung, können zu Haarausfall führen. Um weiteren Haarausfall und unschöne Narbenbildung zu vermeiden, sollte die Ursprungskrankheit möglichst frühzeitig diagnostiziert und behandelt werden.

5. Nährstoffmangel

Für ein gesundes Haarwachstum ist unser Körper auf die ausreichende Zufuhr von Nährstoffen, Vitaminen und Spurenelementen angewiesen. Mangelzustände, insbesondere Eisenmangel, als Folge von einseitigen Ernährungsgewohnheiten oder strengen Diäten können zu ernährungsbedingtem Haarausfall führen. Eisenmangel kann sich auch bei erhöhtem Bedarf, zum Beispiel bei Heranwachsenden, oder durch Erkrankungen sowie starke Regelblutungen einstellen.

6. Kopfhauterkrankungen

Bei Erkrankungen der Kopfhaut besteht die Gefahr, dass Haarfollikel irreversibel zerstört werden und Haare infolge von Narbenbildung nicht wieder nachwachsen. Ursachen dafür können Bakterien-, Pilz- und Virusinfektionen sein, die mit Juckreiz und schmerzender Kopfhaut bis hin zu Pusteln und Wunden einhergehen.

Arten von Haarausfall

Haarausfall kann sich auf unterschiedliche Weise zeigen, jede mit eigenen Ursachen und Merkmalen. Die spezifische Art des Haarausfalls zu kennen, hilft, die Behandlung gezielt anzupassen.

1. Androgenetische Alopezie

Dies ist die häufigste Form des Haarausfalls und betrifft sowohl Männer als auch Frauen. Bei Männern zeigt sie sich durch einen zurückgehenden Haaransatz und kahle Stellen am Oberkopf. Bei Frauen führt sie oft zu einer allgemeinen Verdünnung des Haares ohne vollständige Kahlheit. Androgenetische Alopezie ist erblich bedingt und durch eine Sensibilität gegenüber Dihydrotestosteron (DHT), einem Hormonabkömmling, verursacht.

2. Alopecia Areata

Diese Autoimmunerkrankung führt dazu, dass das Immunsystem die Haarfollikel angreift, was zu kleinen, zufälligen kahlen Stellen führt, die sich im Laufe der Zeit ausweiten können. Alopecia Areata kann auch die Nägel betreffen, wodurch diese rau oder punktiert erscheinen.

3. Telogeneffluvium

Oft vorübergehend tritt diese Art des Haarausfalls nach der Schwangerschaft, größeren Operationen, drastischem Gewichtsverlust oder extremem Stress auf. Hierbei fallen Haare in der Ruhephase, der sogenannten Telogenphase, des Haarwachstumszyklus aus, was zu einer allgemeinen Verdünnung führt, die normalerweise reversibel ist, sobald die zugrunde liegende Ursache beseitigt ist.

4. Anageneffluvium

Dieser schnelle Haarausfall tritt in der Anagen- oder Wachstumsphase des Haarzyklus auf und wird oft durch Chemotherapie verursacht. Die dabei eingesetzten Medikamente sind so stark, dass sie das Wachstum von Krebszellen stoppen, aber auch die schnell wachsenden Zellen in den Haarfollikeln beeinflussen, was zu Haarausfall am ganzen Körper führt.

5. Traktionsalopezie

Diese Form des Haarausfalls wird durch dauerhafte Belastung oder Spannung auf den Haarwurzeln verursacht, oft durch enge Frisuren wie Zöpfe, Pferdeschwänze oder den Einsatz von Extensions. Traktionsalopezie tritt häufiger bei Frauen auf, die ihr Haar oft straff zusammenbinden.

Was tun gegen Haarausfall?

Die Haarpflegeindustrie hat in den vergangenen Jahren bemerkenswerte Fortschritte gemacht und bietet heute eine Vielzahl von Produkten und Behandlungen an, die Menschen mit dünnem Haar helfen können.

1. Shampoos und Conditioner

Die Grundlage einer effektiven Haarpflege ist das richtige Shampoo und der passende Conditioner. In den letzten Jahren haben einige Unternehmen revolutionäre Produkte auf den Markt gebracht, die dünnem Haar zu mehr Fülle verhelfen sollen. Diese Shampoos und Conditioner enthalten in der Regel spezielle Inhaltsstoffe wie Biotin, Koffein oder Panthenol, die das Haar stärken, nähren und ihm mehr Volumen verleihen sollen.

2. Haarseren und Tonics

Haarseren und Tonics sind ein weiterer Durchbruch in der Haarpflege für dünnes Haar. Diese Produkte enthalten oft konzentrierte Formeln, die gezielt auf die Kopfhaut einwirken, um das Haarwachstum zu fördern und die Haarstruktur zu verbessern. Einige Seren enthalten auch Antioxidantien, die die Haarfollikel stärken und vor schädlichen Umwelteinflüssen schützen sollen.

3. Styling-Produkte

Um dünnem Haar mehr Fülle und Volumen zu verleihen, haben sich auch Styling-Produkte als äußerst hilfreich erwiesen. Schaumfestiger, Volumen-Sprays und Textur-Puder sind nur einige der vielen Produkte, die speziell für dieses Haarproblem entwickelt wurden. Sie können dem Haar mehr Struktur und Halt geben, ohne es zu beschweren oder zu verkleben.

4. Friseurbesuche

Neben den passenden Produkten spielen auch Friseur:innen eine wichtige Rolle bei der Haarpflege für dünnes Haar. Ein professioneller Haarschnitt, der das Haar geschickt in Szene setzt und den individuellen Bedürfnissen entspricht, kann Wunder wirken.

5. Medikamente und Wirkstoffe

Es gibt wenige wirksame Mittel, die Männer bei Haarausfall anwenden können. Die evidenzbasierte (S3)-Leitlinie zur Behandlung der androgenetischen Alopezie bei Männern empfiehlt die Wirkstoffe Minoxidil und Finasterid. Minoxidil ist eigentlich ein Wirkstoff gegen Bluthochdruck. In fünfprozentiger Lösung oder als Schaum kann er, zweimal täglich auf die Kopfhaut aufgetragen, Haare leicht nachwachsen lassen und den Verlauf des Haarausfalls abmildern.

Der Wirkstoff Minoxidil hat sich in klinischen Studien bewährt und als wirksam bei der Behandlung von erblich bedingtem Haarausfall erwiesen. Minoxidil sorgt auf die Kopfhaut aufgetragen für eine Erweiterung der Blutgefäße, wodurch die Blut- und somit auch die Nährstoffversorgung der Haare verbessert wird. Der Wirkstoff gehört zur Gruppe der sogenannten Antihypertensiva.

Zur REGAINE Lösung für Frauen gibt es neuerdings eine Alternative - den praktischen REGAINE Schaum. Erstmals mit einer 5-prozentigen Konzentration des Wirkstoffs Minoxidil erhältlich, bietet REGAINE Schaum neben seiner einfachen Anwendung den Vorteil, dass eine einzige Anwendung am Tag ausreicht, um anlagebedingten Haarausfall bei Frauen gezielt medizinisch zu behandeln.

Eine andere Option für Männer ist Finasterid, einmal täglich als Tablette eingenommen. Dieser Wirkstoff kann den Haarausfall über längere Zeit stabilisieren. Doch bei beiden Substanzen gibt es keine Wirkgarantie. Außerdem können Männer bei akuten Schüben vom anlagebedingten Haarausfall trotz der Anwendung Haare verlieren. Nebenwirkungen wie Kopfhautreizungen oder Verlust des sexuellen Antriebs sind je nach Wirkstoff ebenfalls möglich.

6. Haartransplantation

Nicht jeder kann sich gut mit dem Haarverlust und der anschließenden Leere auf dem Kopf abfinden. Eine Haartransplantation kann dann eine Lösung sein. Da sie eine kosmetische Behandlung darstellt, müssen Männer die Transplantation genau wie die Haarwuchsmittel aus eigener Tasche bezahlen. Dabei haben sie die Wahl zwischen der günstigeren Streifentechnik oder der aufwendigeren Einzelhaartechnik.

Bei beiden Transplantationsarten entnehmen Mediziner oder Medizinerinnen Haare vom Hinterkopf - die hier wachsenden Haare reagieren nicht empfindlich auf Hormone. Eingepflanzt auf dem Oberkopf wächst die Haarwurzel an.

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Vorbeugung von Haarausfall

Eine gezielte Vorbeugung und Verzögerung von Haarausfall umfasst mehrere proaktive Schritte.

1. Ausgewogene Ernährung

Stellen Sie sicher, dass Sie ausreichend Vitamine und Mineralstoffe zu sich nehmen, die die Haargesundheit fördern.

Hat der Körper eine Fülle an Nährstoffen wie z.B. Zink, Biotin, Folsäure und Omega-3-Fettsäuren, wie sie z.B. in fettem Seefisch oder hochwertigen Pflanzenölen vorkommen, zur Verfügung, kann er diese Energie auch in Haare und Nägel stecken. Auch ein Vitamin B-Komplex wirkt unterstützend. Avocados, Milchprodukte, Eigelb, Hülsenfrüchte und Fisch sind die idealen Haar-Superfoods. Aber auch Nüsse und Samen, Champignons und Brokkoli versorgen den Organismus mit wertvollen Nährstoffen und Vitaminen.

Besonders Zink, Biotin und bestimmte Fettsäuren sowie Vitamin D sind dabei wichtig für gesundes Haar und tragen zu einem normalem Haarwachstum bei.

Folgende Nährstoffe tragen zu einem normalen Haarwachstum bei:

  • Fisch: Enthält wertvolle Omega-3-Fettsäuren.
  • Eier: Reich an Biotin, das entscheidend für die Keratinproduktion ist.
  • Hülsenfrüchte: Liefern pflanzliches Protein, Eisen, Zink und Biotin.
  • Nüsse: Enthalten Zink und Vitamin E.
  • Grünes Blattgemüse: Reich an Vitamin C und Eisen, die wichtig für die Bildung von Kollagen sind. Das ist das wichtige Strukturprotein, das Haare, Haut und Nägel stärkt.
  • Süßkartoffeln: Reich an Beta-Carotin, das im Körper in Vitamin A umgewandelt wird - ein Nährstoff, der wichtig für die Produktion von Talg ist, der das Haar gesund hält.

2. Schonende Pflege

Minimieren Sie den Einsatz von Hitzestylinggeräten und aggressiven chemischen Behandlungen.

3. Stressbewältigung

Hoher Stress kann Haarausfall verstärken. Bauen Sie stressreduzierende Aktivitäten in Ihren Alltag ein.

4. Regelmäßige Kopfhautpflege

Verwenden Sie sanfte, pflegende Produkte, um die Kopfhaut gesund zu halten.

5. Regelmäßige Friseurbesuche

Um den Schaden frühzeitig zu begrenzen, empfehlen sich regelmäßige Friseurbesuche, um die Haarspitzen nachschneiden zu lassen.

6. Richtige Haarwäsche

Dermatologen empfehlen, die Haare nicht unnötig oft zu waschen. Alle 2 bis 7 Tage mit einem Shampoo mit leicht saurem pH-Wert und einer Wassertemperatur bis 37 Grad sollten die Haare gewaschen werden. Die Haare nicht trockenrubbeln, sondern lediglich mit dem Handtuch abtupfen.

7. Kopfhaut nicht vernachlässigen

Eine gesunde und gut durchblutete Kopfhaut ist die Grundvoraussetzung für gesunde Haare. Mit speziellen Seren, Masken oder Ölen kann die Kopfhaut gezielt gepflegt werden. Massieren Sie die Kosmetika am besten mit leichtem Druck für etwa 10 Minuten in die Kopfhaut ein, um die Durchblutung der Haarwurzeln anzuregen und so die Wirkung zu verbessern.

8. Traktion vermeiden

Zu strenge und immer an der gleichen Stelle getragene Zöpfe können zu Haarverlust auf Grund von Zug auf der Haarwurzel führen. Wir empfehlen spiralförmige Haargummis. Diese sorgen für einen festen Halt, ohne die Haare zu beschädigen.

9. Kopfhauterkrankungen behandeln

Bei starken Schuppen sollten diese auch immer von einem Dermatologen bzw. einer Dermatologin abgeklärt werden.

Häufige Fragen zu Haarausfall und Haarwachstum

Hier sind einige häufig gestellte Fragen zum Thema Haarausfall:

1. Wie schnell wachsen Kopfhaare?

Pro Tag wachsen Haare 0,3 bis 0,4 mm, was 1 bis 1,5 cm im Monat ergibt. Allerdings ruhen immer ca. 15 % unserer Haarfollikel, da Haare zyklisch wachsen.

2. Wie viele Haare verliert man am Tag?

In der Regel verliert man 100 Haare am Tag, was jedoch saisonal bedingt auch schonmal leicht schwanken kann. Sind es dauerhaft mehr, spricht man von Haarausfall.

3. Warum haben Frauen nach den Wechseljahren vermehrt Haarausfall?

Circa ein Drittel aller Frauen sind nach den Wechseljahren von Haarausfall betroffen, weil die Haarwurzeln empfindlich auf das Abfallen des Östrogenspiegels reagieren. Das Haarwachstum verlangsamt sich, teilweise erneuern sich die Wurzeln gar nicht mehr.

4. Was hilft gegen Haarausfall?

Bei Haarausfall sollte immer der genaue Grund herausgefunden werden, da je nach Auslöser unterschiedliche Behandlungen Sinn machen.

5. Hat die Ernährung Auswirkungen auf Haarausfall?

Eine mangelhafte Ernährung wirkt sich auch auf das Haarwachstum aus. Fehlen essenzielle Nährstoffe, etwa Biotin und Zink oder liegt sogar ein Mangel an Vitamin D oder Eisen vor, kann es zu Haarausfall kommen. Achten Sie daher immer auf eine optimale Nährstoffversorgung.

Zusammenfassung

Während es viele Möglichkeiten gibt, dünnes Haar zu behandeln und zu kaschieren, ist es ebenso wichtig, das Selbstwertgefühl und die Selbstakzeptanz zu stärken. Gesellschaft und Medien setzen oft unrealistische Schönheitsstandards. Dünnes Haar ist ein verbreitetes Problem, das Menschen auf der ganzen Welt betrifft. Es kann viele Ursachen haben, aber heutzutage stehen zahlreiche Lösungen zur Verfügung, um das Selbstbewusstsein der Betroffenen zu stärken.

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