Du brauchst mal wieder eine Frischekur auf dem Kopf? Dann ist eine Haartönung genau das Richtige für dich. Damit erreichst du leichte Veränderungen und verleihst deinen Haaren gleichzeitig strahlenden Glanz. Und das Beste: Du kannst deine Haare ganz einfach selber tönen!
Viele fragen sich, was eigentlich der Unterschied zwischen einer Haartönung und einer Coloration ist. Eine Tönung oder ein Tönungsmousse setzen keinen chemischen Prozess in Gang. Die Haartönung legt sich lediglich um das Haar. Außerdem ist eine Tönung der Haare nicht so langanhaltend wie das Färben. Sie wäscht sich innerhalb von sechs bis acht Haarwäschen heraus.
Beim Färben wird die Schuppenschicht der Haare geöffnet, sodass die Farbpigmente sich im Inneren des Haares festsetzen können. Damit ist eine Haarfarbe im Gegensatz zu einer Haartönung permanent und kann sich nicht auswaschen. Eine Zwischenstufe zwischen Haartönung und Haarfarbe ist die Intensivtönung. Sie dringt ins Innere des Haares ein, der chemische Prozess ist jedoch gegenüber einer Coloration deutlich abgeschwächt.
Da eine Tönung sich um die Haare legt und nicht in die Haarstruktur eingreift, kannst du nicht die gleichen Ergebnisse erwarten wie von einer Coloration. Eine Tönung bietet sich an, wenn du deine momentane Haarfarbe auffrischen oder deinen Ansatz kaschieren möchtest. Außerdem kannst du deine Haare mit einer Haartönung um ein paar Nuancen dunkler machen, niemals aber heller. Träumst du von blondem Haar, bist aber dunkelhaarig, dann musst du deine Haare färben bzw. blondieren.
Bevor Sie mit dem Tönen des Ansatzes loslegen, sollten Sie entscheiden, ob Sie Ihren Ansatz färben oder tönen möchten. Was besser ist, hängt unter anderem von der Haarfarbe ab: Wenn Ihre aktuelle Farbe zum Beispiel dunkler ist als Ihre Naturhaarfarbe, dann kann eine Tönung schon ausreichen, um den Ansatz aufzufrischen. Allerdings funktioniert das Ganze nur, wenn Ihre Naturhaarfarbe heller ist als die gewünschte Farbe. Bei grauen Ansätzen sollten Sie auf eine Intensivtönung zurückgreifen, die zur Grauhaarabdeckung geeignet ist.
Egal, ob Sie sich fürs Tönen oder Färben des Ansatzes entscheiden: Der gewählte Farbton sollte mit der restlichen Haarfarbe identisch sein, damit ein gleichmäßiger Übergang entsteht. Haben Sie sich die Haare selbst gefärbt, verwenden Sie am besten die gleiche Coloration erneut. Hat ein Profi das Färben übernommen, sollten Sie nachfragen, welcher Farbton zum Einsatz kam. Gerade, wenn Sie Ihren Ansatz blond färben möchten, kommt es auf die richtige Nuance an, um ein harmonisches Ergebnis zu erzielen. Übrigens: Zum unkomplizierten Färben des Ansatzes hat Schwarzkopf spezielle Ansatzsets im Angebot.
Folgende Dinge solltest du für deine Färbe-Session bereit legen:
Unser Färbe-Fahrplan verrät dir nun Schritt für Schritt, wie du deinen Ansatz selber tönen kannst. Es spielt dabei keine Rolle, ob du eine Coloration, Tönung oder Intensivtönung verwendest - das Prozedere ist dabei nahezu immer das gleiche. Halte dich jeweils genau an die Packungsbeilage.
Ziehe ein ausrangiertes Oberteil an oder lege dir einen Friseurumhang um. Denn das Haarfärbemittel kann tropfen und permanente Flecken verursachen. Hast du beides nicht zur Hand, kannst du dir auch ein altes Handtuch um die Schultern legen.
Bevor du mit dem Färben beginnst, solltest du deine Haare gut durchkämmen und sicherstellen, dass sie trocken sind. Am besten sind sie ein bis zwei Tage nicht gewaschen, damit keine Rückstände von Stylingprodukten wie Haarspray oder Haarpuder vorhanden sind, die das Eindringen der Farbe behindern könnten. Gleichzeitig bleibt so die natürliche Talgschicht der Kopfhaut erhalten, die vor Irritationen und allergischen Reaktionen schützen kann. Frisch gewaschene Haare wären zwar völlig sauber, jedoch ist dann auch der schützende Säureschutzmantel der Kopfhaut entfernt, was die Haut empfindlicher macht und dazu führen kann, dass Farbrückstände schlechter abgehen.
Ziehe anschließend mit einem Stielkamm eine horizontale Linie von Ohr zu Ohr und stecke die obere Haarpartie am Oberkopf fest. Die unteren Haare bleiben offen, damit du die Farbe gleichmäßig und kontrolliert auftragen kannst.
Trage an der Stirn etwas Hautschutzcreme oder eine fettigere Körpercreme auf, um die Haut dort vor Farbflecken zu schützen. Achte dabei darauf, die Creme nicht in die Haare, sondern nur auf die Haut zu geben.
Bereite die Farbe nach Gebrauchsanweisung des Herstellers zu und ziehe die Einmalhandschuhe an. Bei den meisten Haarfarben liegen sie der Packung bei.
Trage die Farbe nun mit einem (mitgelieferten) Haarfärbe-Pinsel auf. Das geht meist besser, weil Du die Haare nach oben weghalten kannst, um die Scheitel zu ziehen. Vertikale Scheitel sind da durchaus herausfordernder und ungenauer. Färbe Partie nach Partie. Hier ist Millimeterarbeit gefragt: Trage die Farbe wenige Millimeter über die Grenze zu den bereits colorierten Haaren auf, damit keine neue Linie entsteht. Ziehe die Farbe aber nicht weiter als nötig in die bereits gefärbten Längen, um diese nicht unnötig zu strapazieren. Das klappt am besten, wenn du die Haare straff vom Kopf weg ziehst, und die Farbe auf die gespannte Strähne aufpinselst. So vermeidest du Farbüberlagerungen, an denen die Farbe deine Haare mehr einfärben kann und so die Farbe stellenweise intensiver aussehen lässt.
Am Ende sollte die ganze Kopfhaut voller Farbe sein. Wenn du die untere Partie fertig hast, löst du die Haarklammern und arbeitest dich genauso Scheitel für Scheitel vertikal durch die Haare am Oberkopf. Falls dir das alles zu tricky ist, kannst du auch eine*n Freund*in oder deine*n Parter*in um Hilfe bitten - gerade am Hinterkopf ist der präzise Farbauftrag manchmal schwieriger.
Hast du alle Ansätze mit Farbe bedeckt, beginnt die vom Hersteller angegebene Einwirkzeit. Halte dich hier bitte genau an die Angaben und stelle dir dazu am besten einen Timer. In den letzten fünf Minuten der Einwirkzeit kannst du, wenn nötig, den Rest der Farbe auf alle Haare auftragen, um ein harmonisches Finish zu erzielen. Das solltest du aber wirklich nur bei äußerstem Bedarf tun, da die Farbmasse eine höhere Konzentration an chemischen Wirkstoffen enthält, als es die Längen eigentlich benötigen. Schonender und professioneller ist es, die Farbmasse am Ansatz mit etwas Wasser aufzuschäumen (aufemulgieren) und die so entstandene cremig-wässrige Emulsion in die Längen einzuarbeiten. Dadurch wird die chemische Konzentration durch das Wasser reduziert, und da die Einwirkzeit ohnehin fast abgeschlossen ist, ist ein Großteil der Farbstoffe bereits ausoxidiert.
Anschließend spülst du das Färbemittel gründlich mit lauwarmem, klarem Wasser aus.
Nach der Färbe-Action brauchen deine Haare eine Extraportion Pflege. Verwende dazu - falls vorhanden - das beiliegende Pflege-Fluid oder eine Kur oder Spülung aus einer entsprechenden Farbschutz-Pflegeserie.
Ganz egal, ob du zum Haarefärben zuletzt bei deinem/deiner Friseur*in warst, oder ob du zu den passionierten DIY-Colorist*innen zählst - deinen Ansatz-Balken kannst du in jedem Fall selbst nachfärben. Das A und O für einen harmonischen Übergang zwischen Ansatz und colorierten Haaren ist das Finden der richtigen Farbnuance und des richtigen Färbemittels. Beides sollte genau dem entsprechen, mit dem der Rest der Haare gefärbt wurde.
Generell hast du die Wahl zwischen Coloration, Tönung und Intensivtönung. Eine Coloration öffnet die Schuppenschicht der Haare und lagert die Pigmente im Haar dauerhaft an. Sie kann deine Haare super dunkel färben, aber nur um zwei bis drei Nuancen aufhellen. Wenn du heller gehen möchtest, ist eine Blondierung nötig.
Eine Tönung kann nur dunkler färben, arbeitet dabei aber schonender als die Coloration. Denn sie öffnet die Schuppenschicht nicht und lagert die Pigmente stattdessen nur am Haar an. Die halten demnach auch nicht so lange im Haar und sind nach sechs bis acht Wochen wieder verschwunden.
Dann gibt es noch die Intensivtönung: Sie ist quasi der Kompromiss zwischen Coloration und Tönung, da sie die Schuppenschicht etwas öffnet und Pigmente eingelagert werden. Sie wäscht sich nach etwa 20 Wäschen wieder aus. Auch kann sie deinen Farbton nicht nur dunkler machen, sondern auch bis zu 1,5 Töne aufhellen.
Welches Färbemittel du letztendlich zum Färben deines Haaransatzes verwendest, hängt von der gewünschten Haarfarbe ab. Folgende Regeln können dir helfen, deine perfekte Ansatz-Farbe zu finden:
Nicht bei jeder Farbe muss bei jedem herausgewachsenen Zentimeter sofort nachgefärbt werden. Nur bei einer Haarfarbe mit starkem Kontrast zum Eigenhaar fällt der Ansatz sofort auf. Wer also von Blond zu Schwarz oder Dunkelbraun zu Blond wechseln möchte, muss häufiger nachfärben als jemand mit einer weniger kontrastreichen Farbe. Die besten Haarfarbe-Kombinationen für einen unauffälligen Ansatz sind leichte Farbverläufe in mittleren Nuancen.
Einige Styling-Produkte helfen das Nachfärben des Haaransatzes so lange wie möglich hinauszuzögern. Bei blonden Haarfarben gibt es spezielle Blond-Pflegeprodukte, welche die Farbe intensivieren und über Wochen länger strahlen lassen. Kurzfristige Abhilfe bei Ansätzen können übrigens Farbpuder schaffen. Das Puder wird auf die entsprechenden Partien gestreut und kaschiert die ungefärbten Haare.
Auch ein gekonntes Styling der Haare hilft den Ansatz weniger auffallen zu lassen. Durch Frisuren ohne präzisen Scheitel sticht der Haaransatz weniger ins Auge. Auch helfen Hochsteck-Frisuren die Ansatzproblematik zu kaschieren. Im Messy-Bun fällt der Ansatz ebenfalls weniger ins Gewicht. Wählt man bei der Colorierung mehrere Farbnuancen wird der Haaransatz weniger wie ein kontrastreicher Farbblock wahrgenommen.
Mit der folgenden Schritt-für-Schritt-Anleitung gelangst Du in sieben einfachen Schritten zu Deiner perfekten Haarfarbe. Halte Dich also bestmöglich an die beschriebenen Schritte, um bei jeder zukünftigen Haarfärbe-Session ein Ergebnis wie vom Friseur zu erzielen.
Wurde die Farbe nicht so angenommen, wie Du es Dir erhofft hast? Das kann verschiedene Gründe haben. Überlege zunächst, ob Du die Anweisung und Empfehlungen auch wirklich in Gänze befolgt hast. Es kann außerdem sein, dass Du zu wenig Farbe verwendet hast. Ist das Ergebnis zu dunkel geworden, lohnt es sich, noch etwas abzuwarten und das Farbergebnis nach einigen Haarwäschen zu beobachten. Gönne Deinem Haar in jedem Fall noch etwas Ruhe, ehe Du weitere Farbveränderung vornimmst.
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