Jeder Mensch verliert pro Tag etwa 100 Haare. Auch wenn sich dieser Fakt bedenklich anhört ist es ein völlig normalen Prozess im menschlichen Haarzyklus, bei dem täglich einige Haare in die Ruhephase eintreten ohne sichtbare Spuren im Haarbild zu hinterlassen. Erhöht sich die Haarverlustmenge und stellen betroffene Männer und Frauen fest, dass die unteren Haarenden weiß aussehen, fällt die Haarwurzel allerdings in der Regel mit aus.
In diesem Fall ist es wichtig, dass Sie schnell handeln und die Ursache bestenfalls von einem Arzt diagnostizieren lassen. In diesem Artikel möchten wir Ihnen die wichtigsten Informationen zum Haarverlust samt Haarwurzel erläutern.
Wenn Sie Ihren Körper aufmerksam beobachten, erkennen Sie Haarverlust mit Wurzel schon im Frühstadium. Denn ehe es zu dieser unumkehrbaren Problematik kommt, weist das Haar in der Regel eindeutige Schädigungssymptome auf, falls die eigene Genetik der Haarverlust nicht der eigenen Genetik zugrunde liegt.
Falls Sie in der Bürste, im Abfluss der Dusche und auf dem Kopfkissen eine größere Menge an Haaren vorfinden, werfen Sie außerdem bitte einen genauen Blick auf das untere Ende der Haarlänge. Befindet sich am unteren Ende ein kleiner weißer Abschnitt, handelt es sich um das Follikel. Vermeiden Sie es, sich von verstärktem Haarverlust nicht vollständig einnehmen und versuchen Sie stets daran zu denken, dass der Haarausfall nicht Ihre Persönlichkeit bestimmt. Als weiteres sicheres Anzeichen wird das Durchscheinen der Kopfhaut gewertet.
Sie schimmert nur durch, wenn Sie mehr Haare als normal verlieren. Bei Geheimratsecken und bei einer Tonsur tritt der Haarverlust konzentriert in einem Bereich auf. In der gewohnten Struktur verändertes Haar (z.B. brüchig, dünn) ist ein weiteres Warnsignal.
Die meisten Menschen, die unter Haarschwund mit Wurzel leiden, finden den Grund für ihre Kahlstellen auf dem Kopf in ihrer Genetik. Eine Überempfindlichkeit gegen das aus Testosteron produzierte Umwandlungshormon DHT ist der Grund dafür, dass Ihr Haar mit der Wurzel ausfällt und im Laufe der Zeit zusehends verloren geht. Erblich-hormonell bedingter Haarausfall ist im Regelfall nicht umkehrbar.
Doch auch bei Narben, beispielsweise durch Verbrennungen oder Verätzungen, fällt das Haar mit der Wurzel aus. Im Narbengewebe kann in der Regel kein neues Haar nachwachsen. Weitere Ursachen können zum Beispiel Kopfhautpilz, Autoimmunerkrankungen und eine Überempfindlichkeit gegen DHT sein. Fehlt Ihrem Körper Eisen, kann der Mangel zu Haarausfall mit Wurzel führen. Bei einem kurzfristigen Defizit besteht kein erhöhtes Risiko.
Auch wenn der erbliche Haarverlust mit Wurzel die häufigste Ursache ist, handelt es sich nicht um den einzigen Grund für unumkehrbaren Haarschwund. Entdecken Sie eitrige Pusteln auf Ihrem Kopf, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen und die Behandlung der Hauterkrankung starten. Ist eine Haarwurzel stark geschädigt, verkümmert sie perspektivisch völlig und fällt letztendlich aus.
Verschiedene Ursachen können zu Haarausfall führen.
Dieser Umstand lässt sich nicht umkehren, sodass der Haarverlust bei Follikelschäden von Dauer ist. Schlussendlich gibt es nicht für jede Ursache eine klar definierte Form des Haarverlustes. Der erblich-bedingte Haarausfall lässt sich nur ausbremsen aber nicht gänzlich aufhalten - der fortlaufende und gut prognostizierbare Haarverlust samt Wurzel ist also vorprogrammiert.
Achten Sie auch bei Sonnenbädern darauf, dass Sie die empfindliche Kopfhaut schützen und am besten einen Hut oder ein Cap tragen.
Mit der Ursachenforschung sollten Sie unbedingt einen Dermatologen beauftragen. Er macht in der Regel ein großes Blutbild und in eine Haar- und Kopfhautanalyse. Für die Diagnose durch Ihren Arzt kommen je nach Ausprägung des Haarausfalls verschiedene Verfahren infrage:
Wenn Sie befürchten, dass Sie an Haarausfall leiden, sollte der Gang zum Arzt und die Diagnose der erste Schritt sein. Denn nur, wenn die Art des Haarausfalls diagnostiziert wurde, kann die richtige Therapie gestartet werden.
Der Arzt untersucht die Haare unter einer hellen Lampe.
Kopfhautinspektion/ Haarscheitelung: Der Arzt untersucht Ihre Haare meist unter einer hellen Lampe. Dabei prüft er genau die Haarstruktur, die Kopfhaut und die Haardichte. Je nach Art des Haarausfalls oder der Kopfhauterkrankung wird die Haut des gesamten Körpers untersucht und an auffälligen Stellen mit einem Auflichtmikroskop begutachtet. Auch eine Untersuchung der Körperbehaarung kann bei vielen Arten von Haarausfall erforderlich sein.
Zupf- oder Epilationstest: Der Arzt greift in Ihre Haare und versucht, diese mit einem sanften Ruck herauszuziehen. Dieser Versuch wird an mehreren Stellen der Kopfhaut durchgeführt, um festzustellen, wie leicht sich die Haare aus der Kopfhaut lösen. Die Schwere des Haarausfalls lässt sich durch dieses Vorgehen grob bestimmen, jedoch nicht die Ursache des Haarausfalls. Achtung: Dieser Test dient nur als grobe Einschätzung des Ausmaßes des Haarausfalls. Der Arzt wird im Anschluss weitere Tests durchführen, um den Haarausfall genauer bestimmen zu können.
Durchstreifung der Haare: Mit dem Durchstreifen der Haare lassen sich vermehrte lose „Telogenhaare“ nachweisen, also solche Haare, die sich in der Ruhephase befinden und am Ende dieser Phase ausfallen. Der Arzt fasst dem Patienten mit gespreizten Fingern entgegen der Wachstumsrichtung ins Haar und führt einen langsamen Zug mit geschlossenen Fingern in Haarwuchsrichtung durch. Bleiben mehr als 5-10 Haare in den Fingern hängen, kann dies ein Hinweis auf verstärkten Haarausfall sein.
Haarreibetest: Der Arzt nimmt einige Haare zwischen seine Finger und zerreibt diese. Damit stellt er fest, ob eine erhöhte Brüchigkeit der Haare vorliegt und somit möglicherweise Haarstrukturschäden vorhanden sind. Zeigt sich beim Haarreibetest eine erhöhte Brüchigkeit, wird der Arzt weitere Untersuchungsmethoden durchführen, da auch dieser Test die Ursache des Haarausfalls nicht bestimmen kann.
Haarausfall: Blutuntersuchung: Medikamente, bestimmte Krankheiten oder Mangelzustände können Ursachen von diffusem Haarausfall sein. Daher nimmt der Arzt Blut ab, um z. B. Schilddrüsen- oder Eisenwerte sowie weitere relevante Nährstoffe (Zink) und Vitamine (u. a. Biotin, Thiamin und Folsäure) zu überprüfen. Nach Vorliegen des Befunds können solche Krankheiten oder Mängel gezielt behandelt werden.
Haarausfall erkennen und spezifizieren: Mikroskopische Untersuchungsmethoden: Wenn einer oder mehrere obenstehende Tests auffällig sind, kann Ihr Arzt mithilfe verschiedener mikroskopischer Untersuchungen den Haarausfall genauer diagnostizieren bzw. bestimmen, um welche Art Haarausfall es sich handelt.
Haarausfall erkennen mittels Trichometrie/TrichoScan: Das TrichoScan-Verfahren ist ein modernes, computergestütztes Analyseverfahren zur Bestimmung der Haardichte und des Haarwurzelstatus. Für die Analyse wird ein ca. 16-20 mm durchmessendes betroffenes Kopfhautareal an einer Stelle abrasiert, die sich gut verdecken lässt. Das Areal wird mit einem Tusche-Farbstoff eingefärbt und eine Aufnahme in 20-facher Vergrößerung mittels digitaler mikroskopischer Fotografie erstellt. Das Bild wird daraufhin mit der Software im Computer automatisch ausgewertet und die Haardichte bestimmt. Soll auch der Haarwurzelstatus ermittelt werden, werden die Haarstoppeln erst nach drei Tagen eingefärbt und fotografiert.
Haarausfall Diagnose: Kopfhaut-Biopsie: Biopsie ist der Fachbegriff für die Entnahme und Untersuchung von Gewebe aus einem lebenden Organismus. Im Falle von Haarausfall entnimmt der Arzt ein ca. 4 mm großes Stück der Kopfhaut inklusive Haarwurzeln. Die Entnahme wird unter örtlicher Betäubung vorgenommen. Das Stückchen Kopfhaut wird anschließend unter dem Mikroskop untersucht. Dabei wird auch die Anzahl der aktiven Haarfollikel festgestellt. Insbesondere bei Kopfhauterkrankungen ungeklärter Ursache sowie bei vernarbender Alopezie kann die Biopsie sinnvoll sein, um weitere Informationen über die Erkrankung zu erhalten.
Trichogramm - lichtmikroskopische Haaranalyse: Eine heutzutage nicht mehr ganz übliche Methode zur Diagnose von Haarausfall ist das Trichogramm. Damit bezeichnet man die lichtmikroskopische Untersuchung der Haarwurzeln. Der Arzt entnimmt dazu eine Strähne von ca. 50 Haaren aus der betroffenen Region der Kopfhaut, indem er die Haare mit einer gummiarmierten Klemme ausreißt. Die gleiche Anzahl Haare wird nochmals aus einem nicht von Haarausfall betroffenen Kopfhautareal entnommen. Beide Büschel werden dann unter dem Mikroskop betrachtet und analysiert.
Beurteilung der Haare: Der Facharzt kann erkennen, in welcher Phase des Wachstumszyklus sich die gezupften Haare befinden. Er untersucht, ob sich die Haare im Gleichgewicht zwischen Wachstums-, Übergangs- und Ruhephase des Haarzyklus befinden. Weiterhin kann der Arzt beurteilen, ob sich die Haarwurzeln krankhaft verändert haben, ob es verstärkt zu Haarbrüchen gekommen ist oder sich die Oberflächenstruktur des Haars verändert hat.
Die Anwendung von Pharmazeutika wie Minoxidil (z.B. als Wirkstoff im Produkt Regaine) und Finasterid helfen leider nur kurzfristig und wirken nicht mehr, sobald die Behandlung eingestellt wird. Außerdem sind sie mit zahlreichen Nebenwirkungen verbunden.
Eine Eigenhaarverpflanzung eignet sich grundsätzlich für allen Menschen, die sich erfolgreich einer Behandlung der Grunderkrankung unterzogen und die Ursache für den Haarausfall mit Wurzel abgestellt haben. Wenn Sie den Haarverlust im Anfangsstadium behandeln, können Sie aber mit einer PRP-Therapie eventuell gute Ergebnisse erzielen. Diese Behandlung funktioniert, solange die Haarwurzel nur geschwächt und nicht ausgefallen ist.
Eine Haartransplantation kann helfen, kahle Stellen aufzufüllen.
Perspektivisch sollten Sie sich als Betroffener/Betroffene mit dem Thema Haartransplantation auseinandersetzen. Bei Haarausfall mit Wurzel ist die Kahlköpfigkeit der betroffenen Bereiche vorprogrammiert, wenn Sie nicht frühzeitig einschreiten oder wenn die Problematik falsch behandelt wird.
Diffuser Haarausfall ist wesentlich seltener als die erblich bedingte Form des Haarverlusts. Meist ist er aber gut behandelbar, wenn die zugrunde liegende Ursache behoben wird. Diese kann von Nährstoffmangel über Stress bis hin zu Nebenwirkungen von Medikamenten reichen.
Die Behandlung hängt von der Ursache ab. Manche Gründe, wie eine Hormonumstellung nach der Schwangerschaft oder das Ende einer Chemotherapie geben sich von selbst. Andere können unterstützend behandelt werden. Eine Mangelernährung kann durch Ernährungsumstellung oder die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln behoben werden. Da manche Nährstoffe im Übermaß dem Körper schaden können, sollten zum Beispiel Eisenpräparate aber nur in Rücksprache mit dem Arzt nach Sichern der Diagnose eingenommen werden. Auch hormonelle Störungen wie eine Funktionsstörung der Schilddrüse lassen sich medikamentös korrigieren. Sind psychische Gründe wie vermehrter Stress oder eine Essstörung die Ursache, kann eine psychologische Beratung weiterhelfen.
Wenn die Ursache des diffusen Haarausfalls behoben wurde, setzt nach einiger Zeit das Haarwachstum wieder ein. Als unterstützende Maßnahme, um das Haar wieder gesund und voll werden zu lassen, können bio-regenerative Methoden dienen. Besonders infrage kommen diese Therapieformen, wenn keine Ursache für den Haarausfall gefunden werden kann und daher eine spezifische Behandlung nicht möglich ist. Aber auch bei anderen Patienten können bio-regenerative Methoden frühzeitig eingesetzt werden, um nicht unnötig viele Haare zu verlieren. In der Regel kann das Fortschreiten des Haarverlusts nach ein bis zwei Behandlungen gestoppt werden.
Zu den wichtigsten bio-regenerativen Methoden gehört die PRP-Therapie (PRP= Platelet Rich Plasma). Es handelt sich um eine Eigenbluttherapie. Dem Patienten wird Blut entnommen und speziell aufbereitet. Dadurch entsteht konzentriertes Blutplasma, das reich an Zytokinen, Mikronährstoffen und Wachstumsfaktoren ist. Daneben enthält es viele Blutplättchen, die wertvolle Proteine für das Zellwachstum und die Zellregeneration enthalten. Das aufbereitete Blut wird dem Patienten in die Kopfhaut injiziert. Dort stimuliert es die Haarwurzel, sodass diese wieder aktiviert wird und das Wachstum neuer Haare beginnen kann. Auch die Neubildung von Gefäßen in der Kopfhaut wird gefördert.
Eine weitere Möglichkeit, die Durchblutung der Kopfhaut zu verbessern und das Haarwachstum zu stimulieren, ist die Low-Level-Laser-Therapie. Ergänzend kann eine Stammzellen-Therapie wirken. Dabei wird dem Patienten Unterhautfettgewebe entnommen und aufbereitet, um es dann in die Kopfhaut zu spritzen. Eine Methode aus der Alternativmedizin ist die Meso-Therapie. Je nach Indikation werden verschiedene Medikamente, Vitamine, Spurenelemente, homöopathische Mittel oder Hyaluronsäure in die Kopfhaut injiziert, um dort die Selbstheilungskräfte anzuregen.
Sollten auch dann noch kahle Stellen verbleiben oder einzelne Regionen, zum Beispiel am Scheitel, stark ausgedünnt sein, kann eine Haartransplantation helfen. Sie kommt dann infrage, wenn alle bio-regenerativen Methoden ausgeschöpft sind. Der Grund des Haarverlusts sollte zuerst behoben werden, sonst droht auch ein Ausfall der transplantierten Haare. Eine der modernsten Methoden der Haartransplantation ist die I-FUE-Methode (Intermittend Follicular Unit Extraction). Dabei werden einzelne Follikuläre Einheiten aus Stellen gesunden Haarwachstums entnommen und nach nur kurzer Verweilzeit außerhalb des Körpers an eine kahle Stelle transplantiert. Durch die schonende minimal-invasive Technik entstehen nur mikroskopische Narben und die Chancen für hohe Anwuchsraten sind gut.
| Behandlungsmethode | Beschreibung | Geeignet für |
|---|---|---|
| Minoxidil/Finasterid | Pharmazeutika zur Förderung des Haarwachstums | Kurzfristige Anwendung, erblich bedingter Haarausfall |
| PRP-Therapie | Eigenbluttherapie zur Aktivierung geschwächter Haarwurzeln | Anfangsstadium des Haarverlusts |
| Haartransplantation | Verpflanzung gesunder Haarfollikel in kahle Bereiche | Fortgeschrittener Haarausfall, nach Behandlung der Ursache |
| Bio-regenerative Methoden | Unterstützende Maßnahmen zur Verbesserung der Haarqualität | Diffuser Haarausfall, unklare Ursachen |
Sie selbst können mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung zu einer guten Nährstoffversorgung beitragen. Giftstoffe wie Nikotin oder Alkohol sind dem Haarwachstum nicht zuträglich. Achten Sie auf die richtige Haarpflege mit milden Shampoos, wenig Hitzeeinwirkung, seltenes Färben und gönnen Sie sich hin und wieder eine Kopfhautmassage. Wenden Sie sich frühzeitig an unsere Spezialisten für Haarausfall, wenn sie einen verstärkten Haarausfall bemerken. In einem Beratungsgespräch werden wir Ihnen die besten Optionen erläutert.
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