Eine Trommelfellverletzung entsteht, wenn ein Riss (Ruptur) oder ein Loch (Perforation) im Trommelfell auftritt. Fachleute unterscheiden zwei Formen der Trommelfellverletzung: direkte und indirekte Verletzungen.
Das Trommelfell (hier blau) bildet die Grenze zwischen Außen- und Mittelohr. Der Druckausgleich zwischen Mittelohr und Umgebung funktionert normalerweise über die Ohrtrompete (Eustachische Röhre).
Nach dem Entstehungsmechanismus unterscheiden Fachleute zwei Formen der Trommelfellverletzung:
Wer schon einmal eine Trommelfellverletzung (auch nach früherer Einlage eines Paukenbelüftungsröhrchens) hatte, muss damit rechnen, leichter einen erneuten Riss zu erleiden.
Das Trommelfell hat eine Schlüsselfunktion im Hörprozess. Die dünne, gespannte Membran verschließt das Mittelohr nach außen hin, bildet also die Grenze zwischen Außen- und Mittelohr. Schallwellen gelangen über den Gehörgang zum Trommelfell und bringen es zum Schwingen. Die Schwingungen des Trommelfells übertragen sich direkt auf die Gehörknöchelchen, die sie verstärken und zum Innenohr weiterleiten. Dort wandeln spezielle Sinneszellen die mechanischen Schwingungen in elektrische Impulse um.
Typische Symptome einer Trommelfellverletzung sind:
Mögliche Komplikationen einer sehr ausgedehnten Trommelfellverletzung sind Mittelohrentzündungen, eine Gesichtslähmung oder eine dauerhafte Schädigung des Gehörs bis hin zur Taubheit.
Hals-Nasen-Ohren-Spezialisten erkennen eine Trommelfellverletzung beim Blick in den Gehörgang mit Hilfe des Otoskops und des Ohrmikroskops. Die Ärztin oder der Arzt fragt nach möglichen Auslösern einer Trommelfellverletzung - beispielsweise einer Flugreise, einer lauten Explosion oder einem Tauchurlaub. Außerdem sind die aktuellen Beschwerden und die Krankengeschichte von Interesse. Hörprüfungen zeigen, ob eine Hörminderung eingetreten ist, ob das Innenohr beteiligt ist und ob eine Schädigung der Gehörknöchelchen vorliegt. Zur ersten Orientierung ist der Stimmgabelversuch nach Weber hilfreich.
Die Therapie richtet sich danach, wie groß die Trommelfellverletzung ist. Schmale Trommelfellverletzungen heilen meist von alleine wieder aus. In der Heilungsphase ist es besonders wichtig, das Ohr trocken und sauber zu halten. Verletzungen mit ausgefransten Enden müssen geschient werden, damit die Enden zueinander finden. Reicht das nicht aus, wird eine Myringoplastik notwendig. Bei diesem Eingriff wird das Trommelfell mit körpereigenem Gewebe wiederhergestellt. Erforderlichenfalls müssen auch die Gehörknöchelchen rekonstruiert werden (Tympanoplastik).
Schienung: Zunächst werden die eingerollten Ränder des eingerissenen Trommelfells straffgezogen. Im Anschluss wird das Trommelfell aufgerichtet und mit einer speziellen Silikonfolie geschient, so dass die Ränder wieder glatt zusammenwachsen können.
Rekonstruktion: Ist der Trommelfellschaden so schwer ist, dass eine Schienung nicht ausreicht, muss das Trommelfell mithilfe der Myringoplastik rekonstruiert werden. Dazu wird körpereigenes Gewebe - zum Beispiel Faszie, Knorpelhaut oder Knorpel - entnommen und damit fehlende Teile im Trommelfell ersetzt. Kleine Perforationen (zum Beispiel Schweißperlen-Verletzungen) können auch durch ein Stück körpereigenes Fett verschlossen werden. Nach der Rekonstruktion wird das Trommelfell mit Silikonfolie geschient.
Oft legt die Ärztin oder der Arzt abschließend einen Mullstreifen in den Gehörgang ein, der mit einer antiseptischen Lösung getränkt ist. Das senkt das Risiko einer Infektion.
Trommelfell-Verletzungen sind leider nicht immer zu verhindern. Doch es gibt einige Tipps, die helfen, das Risiko zu senken:
Wenn Geräusche leiser und dumpfer klingen als zuvor oder sich das Ohr verstopft anfühlt, kann ein Ohrenschmalz-Pfropf der Grund sein. Dann hat sich viel Ohrenschmalz angesammelt und den äußeren Gehörgang verstopft - also den Bereich zwischen Ohrmuschel und Trommelfell.
Symptome:
Behandlung:
Bei der Gehörgangsentzündung ist die Haut des Gehörgangs entzündet und verursacht oft starke Schmerzen und Juckreiz. Ursache sind meist Bakterien. Häufiges Schwimmen und Tauchen, Grunderkrankungen wie Diabetes oder Grippe sowie das Reinigen der Ohren mit Wattestäbchen können das Risiko für eine Otitis externa erhöhen.
Behandlung:
Ein Vibrieren im Ohr kann verschiedene Ursachen haben, wie z.B. eine Fehlfunktion der Eustachischen Röhre, Muskelzuckungen im Mittelohr oder Gefäßanomalien. Die Behandlung hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab und kann Medikamente, Entspannungstechniken oder in seltenen Fällen einen chirurgischen Eingriff umfassen.
Diagnostische Verfahren:
Bei einem Knalltrauma handelt es sich um eine Schädigung der Haarzellen im Innenohr durch Einwirkung eines erhöhten Schalldrucks auf das Ohr. Die Patienten klagen über ein Gefühl, als sei das Ohr verstopft sowie über einen Hörverlust auf dem betroffenen Ohr.
Therapie:
Trommelfellverletzungen können durch verschiedene Faktoren verursacht werden, darunter direkte Traumata, Druckveränderungen und Infektionen. Die Symptome variieren je nach Schweregrad der Verletzung. Die Behandlung reicht von konservativen Maßnahmen bis hin zu chirurgischen Eingriffen. Es ist wichtig, bei Anzeichen einer Trommelfellverletzung oder anderen Ohrproblemen einen Arzt aufzusuchen, um Komplikationen zu vermeiden und das Hörvermögen zu erhalten.
| Ohrproblem | Ursachen | Symptome | Behandlung | Vorbeugung |
|---|---|---|---|---|
| Trommelfellverletzung | Direktes Trauma, Druckveränderungen | Schmerzen, Hörverlust, Blutungen | Heilung von selbst, Schienung, Myringoplastik | Vermeidung von Traumata, Druckausgleich |
| Ohrenschmalzpfropf | Übermäßige Ohrenschmalzproduktion | Dumpfes Gefühl, Juckreiz, Hörverlust | Ohrentropfen, Ohrspülung | Regelmäßige ärztliche Reinigung |
| Gehörgangsentzündung | Bakterien, Pilze, Reizungen | Schmerzen, Juckreiz, Rötung | Ohrentropfen, Antibiotika | Vermeidung von Reizungen, Trockenhalten |
| Knalltrauma | Hoher Schalldruck | Verstopftes Gefühl, Hörverlust | Infusionstherapie, Kortison | Gehörschutz |
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