Das Amt Neuhaus/Elbe ist ein Ort mit einer reichen und wechselvollen Geschichte. Seine territoriale Zugehörigkeit wurde durch die Teilung Deutschlands und die Lage an der Elbe stark beeinflusst.
Lage von Amt Neuhaus in Niedersachsen
Das so genannte "Nye Hus" wurde von Herzog Erich von Sachsen-Lauenburg um 1355 nahe Karrenzien errichtet; eine bereits von Heinrich dem Löwen zur Absicherung seiner Eroberungen angelegte Burg bei Preten war um 1345 zerstört worden. Nach dem Sturz Heinrichs des Löwen 1180 war das Gebiet Gegenstand strittiger Auseinandersetzungen zwischen Welfen und Askaniern, in denen sich die Sachsen der askanischen Linie durchsetzten.
Die Lauenburger Herzöge vermehrten den Umfang des Amtsgebietes durch den Ankauf einer Vielzahl kleinerer, adliger Grundherrschaften. In der Folgezeit wurde es verpfändet oder diente nach der Wiedereinlösung u.a. als Witwensitz. Nach dem Tod des letzten Askanier-Herzogs Julius Franz von Sachsen-Lauenburg im Jahr 1689 fiel das Amt an das Haus Braunschweig-Lüneburg, zusammen mit dem gesamten Herzogtum Lauenburg.
Das "Nye Hus" bzw. Schloss bei Karrenzien wurde nicht mehr bewohnt und verfiel; seine Steine dienten auch zum Bau des Jagdschlosses Göhrde. Der Ort Neuhaus entstand aus den Häusern "vor der Burg" - der Vorburg.
Das Amt Neuhaus/Elbe gehörte bis 1705 zur Celler Linie, danach zum Kurfürstentum Hannover. Später kamen noch Orte hinzu, über welche die Hoheit mit dem Amt Bleckede "geteilt" werden musste bzw. die unter der Hoheit der Ämter Bleckede und Hitzacker standen. Dies waren die Dörfer Sumte und Krusendorf (1820), Raffatz und Gosewerder (1852), das Gericht Preten (1839) und Wehningen (1846).
Die Revision der Ämterordnung von 1859 brachte dem Amt sämtliche auf dem rechten Elbeufer liegende Teile des Amtes Hitzacker; es bestand seit diesem Jahr also aus folgenden Orten: altes Amt Neuhaus: Banratz, Bohnenburg, Kaarßen, Karrenzien (Schreibweise so oder Carrenzien, nicht zu verwechseln mit Karrenzin ca. 10 km südlich von Parchim), Darchau, Dellien, Gosewerder, Gülstorf, Gutitz, Haar, Konau, Krusendorf, Laake, Laave, Neuhaus, Pinnau, Pommau, Popelau, Preten, Privelack, Raffatz, Rassau, Rosien, Stapel, Stixe, Sückau, Sumte, Tripkau, Vockfey, Wehningen, Wilkenstorf, Zeetze, Domänen Groß Kühren und Gülze, aus dem rechtselbischen Teil des ehemaligen, zum Amt Dannenberg geschlagenen Amtes Hitzacker: Banke, Bitter, Kolepant, Pommau, Prilipp, Rassau, Strachau, die Domäne Herrenhof und Brandstade.
In dieser Größe existierte es bis zur Kreisreform 1885, als es mit dem Amt Bleckede zusammen einen Kreis bildete und 1932 mit diesem an den Kreis Lüneburg fiel. Bei der Teilung Deutschlands 1945 wurde von den Alliierten die Elbe als Grenze festgelegt.
Die wechselvolle territoriale Zugehörigkeit des Amtes Neuhaus spiegelt sich in seiner Überlieferung wieder.
Ausgehend von dem Gebietsstand von 1937 wurde das besetzte Deutschland nach dem Londoner Protokoll vom 12.9.1944 und bei der Konferenz von Jalta (2. bis 11. Februar 1945) in Besatzungszonen aufgeteilt. Am 1. Mai 1945 besetzten amerikanische Truppen das Amt Neuhaus. Die Elbe wurde gesperrt.
Gemäß den Vereinbarungen der Alliierten übernahmen am 1. Juli 1945 britische Truppen die amerikanische Besatzungszone. Neuhaus wurde wie geplant der britischen Zone zugeordnet. Die Briten stellten eine Insellage von Neuhaus fest. Östlich der Elbe gelegen, an allen Gemeindegrenzen von der neuen sowjetischen Zone umgeben.
Die britische und die sowjetische oberste militärische Führung in Deutschland vereinbarten am 29. Juni 1945 einen Gebietsaustausch. Am 30. Juli 1945 erfolgte die Übergabe des Amtes Neuhaus an die Sowjetische Militäradministration. Im 4.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Amt Neuhaus zunächst britische Besatzungszone. Aus praktischen Gründen übergaben die Briten das Gebiet im Juli 1945 an die Sowjets, wodurch das Amt Neuhaus zur Ostzone gehörte.
Die Grenzpolizei errichtete in verschiedenen Orten Kommandostellen mit Unterkünften für die Mannschaften. Im Jahre des Mauerbaus 1961 wird die Grenzpolizei als „Kommando Grenze“ der Armee, der NVA, unterstellt und 1974 in „Grenztruppen“ umbenannt. Die kleinen Kommandostellen werden aufgelöst und durch größere, feste Kasernen in Tripkau, Kaarßen und Haar ersetzt. Diese sind bis 1990 belegt.
Nach der Wende in der DDR und der örtlichen Grenzöffnung am 25. November 1989 um 12.30 Uhr strebte die Gemeinde nach Niedersachsen. Im März 1992 wurde das Amt Neuhaus neu gebildet. Die Gemeinderäte beschlossen jeweils einstimmig einen Wechsel zurück ins alte Bundesland.
Das Amt Neuhaus gelangt durch einen Staatsvertrag zwischen den Ländern Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern zum 30. Juni wieder zum Landkreis Lüneburg. Seit dem 1. August 1992 gehört das Amt Neuhaus wieder zum Landkreis Lüneburg. Und seit dem 1. Januar 1993 ist das Amt Neuhaus wieder ein Teil des Bundeslandes Niedersachsen.
Die acht selbstständigen Gemeinden wurde zum 1. April 1993 zur Einheitsgemeinde Amt Neuhaus zusammengefasst. Am 28. April 1993 beschloss der Niedersächsische Landtag das Gesetz über die Eingliederung der Gemeinden des Amtes Neuhaus in den Landkreis Lüneburg. Seit dem 1. August 1992 gehört das Amt Neuhaus wieder zum Landkreis Lüneburg.
Im März 1992 wurde das Amt Neuhaus neu gebildet. Die Gemeinderäte beschlossen jeweils einstimmig einen Wechsel zurück ins alte Bundesland. Am 28. April 1993 beschloss der Niedersächsische Landtag das Gesetz über die Eingliederung der Gemeinden des Amtes Neuhaus in den Landkreis Lüneburg. Seit dem 1. August 1992 gehört das Amt Neuhaus wieder zum Landkreis Lüneburg. Und seit dem 1. Januar 1993 ist das Amt Neuhaus wieder ein Teil des Bundeslandes Niedersachsen.
Der Poststempel „NEUHAUS A:D:ELBE“ wurde bis 1848 benutzt. Von 1849 bis 1856 wurde ein zweizeiliger Langstempel eingesetzt. Am 1. Januar 1860 wurde der Rechteckstempel eingeführt. Die Bezeichnung der Poststation änderte sich. Aus der hannoverschen Postspedition wurde eine preußische Postexpedition.
Das preußische Postwesen wurde am 1. Januar 1868 in die Norddeutsche Bundespost eingegliedert. 1871 übernahm die Deutsche Reichspost. Und 1876 wandelte die Postverwaltung die Postexpedition in ein Postamt III. Klasse um.
Aus den alten hannoverschen Ämtern Bleckede und Neuhaus wurde am 1. April 1885 der Kreis Bleckede gebildet. Dieser wurde 47 Jahre später zum 1. Oktober 1932 aufgelöst und dem Kreis Lüneburg zugeordnet.
Ab 1928 begann die Einrichtung der Landverkraftung. Beginnend ab 1. April 1928 wurden die Landbriefträger mit Fahrrädern ausgestattet.
Die Ortschaften Niendorf, Vorderhagen, und Timkenburg (Groß Timkenburg) gehörten zum Land Mecklenburg, sie wurde aber 1928 dem Postamt Neuhaus zugeteilt.
Der zum Amt Neuhaus gehörende Ort Wehningen (bis 20. Juli 1945) wurde dem Postamt Dömitz (Meckl.) zugeteilt.
Im Frühjahr 1947 wurde Mecklenburg-Vorpommern in zwei Postleitgebiete geteilt. Aus Leitgebiet 3 wurde 3a und 3b. Die Entscheidung und Anweisung zu dieser Aufteilung erfolgte am 21. März 1947 und die Umsetzung startete ab dem 22. März 1947.
Nicht von jedem Ort bzw. jeder Poststelle lassen sich Einschreibbelege finden.
Nach der Wende in der DDR und der örtlichen Grenzöffnung am 25. November 1989 um 12.30 Uhr strebte die Gemeinde nach Niedersachsen. Die Post arbeitete bis zur Einführung der fünfstelligen Postleitzahl 1993 weiter mit der bisherigen Postleitzahl 2840 und den bisherigen Formularen.
Ähnlich der oben abgebildeten Poststellen II Stempel geben die Spatelkreisstempel der Deutschen Post der DDR die Möglichkeit Poststellen nachzuweisen. Anstelle individueller Ortsbezeichnungen sind die Poststellen durch Ordnungsnummern im links-seitigen Kreis gekennzeichnet.
Der Name des Leitpostamtes und darunter die vierstellige Sammelpostleitzahl mit Endziffer 1 (hier: Neuhaus 2841) sind mittig im Stempelkörper platziert. In § 37 der Dienstanweisung Land vom März 1977 der Deutschen Post war geregelt, dass der Spatelkreisstempel nicht auf Postwertzeichen abgestempelt werden durfte, die auf Postsendungen aufgeklebt sind und in die Hände des Empfängers oder Absenders gelangen.
Interessierten ist es im Zeitraum von 8. Oktober 1990 bis 15. November 1990 gelungen die Spatelkreisstempel zu bekommen, danach nicht mehr.
Heute ist das Amt Neuhaus eine Gemeinde im Landkreis Lüneburg, Niedersachsen. Die „nur“ 5028 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 31. Dezember 2022) schätzen die besondere Lage und die Nähe zur Elbe.
Die Gemeinde ist mit seiner relativen geringen Einwohnerzahl und den vielen Poststellen eine Freude für jeden Philatelisten.
Karte des Amtes Neuhaus
Die Geschichte des Amtes Neuhaus ist reich dokumentiert. Zahlreiche Archivalien geben Auskunft über die verschiedenen Aspekte der lokalen Verwaltung, Gerichtsbarkeit und des gesellschaftlichen Lebens. Hier ist eine Übersicht über einige relevante Bestände und Archivalien:
Diese Archivalien bieten wertvolle Einblicke in die Verwaltungsgeschichte, die sozialen Strukturen und die wirtschaftliche Entwicklung des Amtes Neuhaus über die Jahrhunderte hinweg.
Knapp 40 Kilometer Elbe, keine Brücke und eine Fähre, die bisweilen nicht fährt. Das Amt Neuhaus hat eine Fähre zwischen Darchau und, rechts der Elbe, Neu Darchau. Manchmal fährt die Fähre, bei Niedrigwasser, Hochwasser, Eis und Schnee und Motorschaden fährt sie nicht.
Die Elbe ist nicht nur eine natürliche Grenze, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der Identität des Amtes Neuhaus. Sie prägt die Landschaft, die Wirtschaft und das Leben der Menschen in dieser Region.
Der Bürgermeister Andreas Gehrke sagte: "Wir haben am 3. Oktober das Brückenfest. Das ist das Fest, was verbindet, wo wir direkt am Fähranleger, wo die Brücke entstehen soll, ein Fest veranstalten für alle aus der Gemeinde, aber auch für alle anderen - mit einem Bühnenprogramm. Alle."
Das Amt Neuhaus hat eine ganz spezielle Lage (hier ein Ortseingangsschild). Elbe, Seen, Fischreichtum: Für Petrijünger ist dieses Örtchen ein kleines Paradies - und es hat eine wechselvolle Geschichte.
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