Grauen Haaransatz Nachfärben: Eine Detaillierte Anleitung

Viele Menschen greifen regelmäßig zu Haarfärbemitteln, um ihre natürliche Haarfarbe aufzufrischen oder graue Haare zu kaschieren. Da Haarfarbe in der Regel nicht ewig hält und der Haaransatz stetig nachwächst, stellt sich oft die Frage, wie man diesen Ansatz am besten selbst nachfärben kann. Hier finden Sie eine detaillierte Anleitung, wie Sie Ihren grauen Haaransatz zu Hause selbst nachfärben können, um ein gleichmäßiges und professionelles Ergebnis zu erzielen.

Soll ich meine grauen Haare färben?

Ob Sie Ihre grauen Haare färben oder nicht, hängt vollkommen von Ihrem persönlichen Geschmack, Ihren individuellen Vorlieben und Ihrem Lebensstil ab. Viele Menschen lieben den Look und die Natürlichkeit ihrer grauen Haare und tragen ihr Granny Hair mit Stolz, während andere sich mit einer frischen Haarfarbe einfach wohler fühlen.

Überlegen Sie, was Sie selbst bevorzugen und wie viel Zeit und Aufwand Sie in die Pflege Ihrer gefärbten Haare investieren möchten. Falls Sie sich für das Färben entscheiden, sollten Sie die verschiedenen Optionen sorgfältig abwägen. Permanente, semi-permanente und temporäre Färbemittel haben jeweils unterschiedliche Vor- und Nachteile. Bedenken Sie vor allem den Aufwand der unterschiedlichen Methoden. Während permanente Haarfarben zum Beispiel regelmäßige Ansatzbehandlungen benötigen, verblassen temporäre Färbungen nach einigen Haarwäschen. Im Idealfall sprechen Sie erst einmal mit einer Haarexpertin oder einem Experten Ihres Vertrauens, um zu entscheiden, was für eine Art von Farbe Ihrer Haarstruktur gut tun würde.

Vorbereitung zum Färben grauer Haare

Bevor Sie mit dem Färben des Ansatzes loslegen, sollten Sie entscheiden, ob Sie Ihren Ansatz färben oder tönen möchten. Was besser ist, hängt unter anderem von der Haarfarbe ab: Wenn Ihre aktuelle Farbe zum Beispiel dunkler ist als Ihre Naturhaarfarbe, dann kann eine Tönung schon ausreichen, um den Ansatz aufzufrischen. Allerdings funktioniert das Ganze nur, wenn Ihre Naturhaarfarbe heller ist als die gewünschte Farbe. Bei grauen Ansätzen sollten Sie auf eine Intensivtönung zurückgreifen, die zur Grauhaarabdeckung geeignet ist. Egal, ob Sie sich fürs Tönen oder Färben des Ansatzes entscheiden: Der gewählte Farbton sollte mit der restlichen Haarfarbe identisch sein, damit ein gleichmäßiger Übergang entsteht.

Haben Sie sich die Haare selbst gefärbt, verwenden Sie am besten die gleiche Coloration erneut. Hat ein Profi das Färben übernommen, sollten Sie nachfragen, welcher Farbton zum Einsatz kam. Gerade, wenn Sie Ihren Ansatz blond färben möchten, kommt es auf die richtige Nuance an, um ein harmonisches Ergebnis zu erzielen. Übrigens: Zum unkomplizierten Färben des Ansatzes hat Schwarzkopf spezielle Ansatzsets im Angebot.

Wichtige Vorbereitungsschritte:

  • Führen Sie 48 Stunden vor dem Färben einen Allergietest mit der Farbe durch, um Hautreaktionen auszuschließen.
  • Waschen Sie Ihre Haare nicht unmittelbar vor dem Färben, natürliche Öle können die Kopfhaut schützen.
  • Bereiten Sie alles Nötige vor. Wichtig sind Haarfarbe, Handschuhe, Pinsel, alte Handtücher und eine Uhr.
  • Um keine Flecken auf Ihrer Kleidung zu riskieren, ist es empfehlenswert, ein altes Handtuch auf den Schultern zu platzieren. Genauso gut können Sie aber auch ein altes T-Shirt tragen.
  • Tragen Sie Vaseline (oder eine andere Creme mit hohem Fettgehalt) auf den Rändern Ihres Gesichts rund um den Haaransatz herum auf.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Ansatzfärben

Unser Färbe-Fahrplan verrät dir nun Schritt für Schritt, wie du deinen Ansatz selber färben kannst. Es spielt dabei keine Rolle, ob du eine Coloration, Tönung oder Intensivtönung verwendest - das Prozedere ist dabei nahezu immer das gleiche. Halte dich jeweils genau an die Packungsbeilage.

1. Schützen

Ziehe ein ausrangiertes Oberteil an oder lege dir einen Friseurumhang um. Denn das Haarfärbemittel kann tropfen und permanente Flecken verursachen. Hast du beides nicht zur Hand, kannst du dir auch ein altes Handtuch um die Schultern legen.

2. Haare abteilen

Bevor du mit dem Färben beginnst, solltest du deine Haare gut durchkämmen und sicherstellen, dass sie trocken sind. Am besten sind sie ein bis zwei Tage nicht gewaschen, damit keine Rückstände von Stylingprodukten wie Haarspray oder Haarpuder vorhanden sind, die das Eindringen der Farbe behindern könnten. Gleichzeitig bleibt so die natürliche Talgschicht der Kopfhaut erhalten, die vor Irritationen und allergischen Reaktionen schützen kann.

Frisch gewaschene Haare wären zwar völlig sauber, jedoch ist dann auch der schützende Säureschutzmantel der Kopfhaut entfernt, was die Haut empfindlicher macht und dazu führen kann, dass Farbrückstände schlechter abgehen.

Ziehe anschließend mit einem Stielkamm eine horizontale Linie von Ohr zu Ohr und stecke die obere Haarpartie am Oberkopf fest. Die unteren Haare bleiben offen, damit du die Farbe gleichmäßig und kontrolliert auftragen kannst.

Trage an der Stirn etwas Hautschutzcreme oder eine fettigere Körpercreme auf, um die Haut dort vor Farbflecken zu schützen. Achte dabei darauf, die Creme nicht in die Haare, sondern nur auf die Haut zu geben.

3. Farbe anmischen

Bereite die Farbe nach Gebrauchsanweisung des Herstellers zu und ziehe die Einmalhandschuhe an. Bei den meisten Haarfarben liegen sie der Packung bei.

4. Farbe auftragen

Trage die Farbe nun mit einem (mitgelieferten) Haarfärbe-Pinsel auf. Das geht meist besser, weil Du die Haare nach oben weghalten kannst, um die Scheitel zu ziehen. Vertikale Scheitel sind da durchaus herausfordernder und ungenauer. Färbe Partie nach Partie. Hier ist Millimeterarbeit gefragt: Trage die Farbe wenige Millimeter über die Grenze zu den bereits colorierten Haaren auf, damit keine neue Linie entsteht. Ziehe die Farbe aber nicht weiter als nötig in die bereits gefärbten Längen, um diese nicht unnötig zu strapazieren.

Das klappt am besten, wenn du die Haare straff vom Kopf weg ziehst, und die Farbe auf die gespannte Strähne aufpinselst. So vermeidest du Farbüberlagerungen, an denen die Farbe deine Haare mehr einfärben kann und so die Farbe stellenweise intensiver aussehen lässt.

Am Ende sollte die ganze Kopfhaut voller Farbe sein. Wenn du die untere Partie fertig hast, löst du die Haarklammern und arbeitest dich genauso Scheitel für Scheitel vertikal durch die Haare am Oberkopf. Falls dir das alles zu tricky ist, kannst du auch eine*n Freund*in oder deine*n Parter*in um Hilfe bitten - gerade am Hinterkopf ist der präzise Farbauftrag manchmal schwieriger.

So färben Sie Ihre Haare zuhause – Das Préférence Tutorial

5. Farbe einwirken lassen

Hast du alle Ansätze mit Farbe bedeckt, beginnt die vom Hersteller angegebene Einwirkzeit. Halte dich hier bitte genau an die Angaben und stelle dir dazu am besten einen Timer. In den letzten fünf Minuten der Einwirkzeit kannst du, wenn nötig, den Rest der Farbe auf alle Haare auftragen, um ein harmonisches Finish zu erzielen. Das solltest du aber wirklich nur bei äußerstem Bedarf tun, da die Farbmasse eine höhere Konzentration an chemischen Wirkstoffen enthält, als es die Längen eigentlich benötigen.

Schonender und professioneller ist es, die Farbmasse am Ansatz mit etwas Wasser aufzuschäumen (aufemulgieren) und die so entstandene cremig-wässrige Emulsion in die Längen einzuarbeiten. Dadurch wird die chemische Konzentration durch das Wasser reduziert, und da die Einwirkzeit ohnehin fast abgeschlossen ist, ist ein Großteil der Farbstoffe bereits ausoxidiert.

Anschließend spülst du das Färbemittel gründlich mit lauwarmem, klarem Wasser aus.

6. Pflegen

Nach der Färbe-Action brauchen deine Haare eine Extraportion Pflege. Verwende dazu - falls vorhanden - das beiliegende Pflege-Fluid oder eine Kur oder Spülung aus einer entsprechenden Farbschutz-Pflegeserie.

Welches Färbemittel ist das richtige?

Ganz egal, ob du zum Haarefärben zuletzt bei deinem/deiner Friseur*in warst, oder ob du zu den passionierten DIY-Colorist*innen zählst - deinen Ansatz-Balken kannst du in jedem Fall selbst nachfärben. Das A und O für einen harmonischen Übergang zwischen Ansatz und colorierten Haaren ist das Finden der richtigen Farbnuance und des richtigen Färbemittels. Beides sollte genau dem entsprechen, mit dem der Rest der Haare gefärbt wurde.

Generell hast du die Wahl zwischen Coloration, Tönung und Intensivtönung. Eine Coloration öffnet die Schuppenschicht der Haare und lagert die Pigmente im Haar dauerhaft an. Sie kann deine Haare super dunkel färben, aber nur um zwei bis drei Nuancen aufhellen. Wenn du heller gehen möchtest, ist eine Blondierung nötig.

Eine Tönung kann nur dunkler färben, arbeitet dabei aber schonender als die Coloration. Denn sie öffnet die Schuppenschicht nicht und lagert die Pigmente stattdessen nur am Haar an. Die halten demnach auch nicht so lange im Haar und sind nach sechs bis acht Wochen wieder verschwunden.

Dann gibt es noch die Intensivtönung: Sie ist quasi der Kompromiss zwischen Coloration und Tönung, da sie die Schuppenschicht etwas öffnet und Pigmente eingelagert werden. Sie wäscht sich nach etwa 20 Wäschen wieder aus. Auch kann sie deinen Farbton nicht nur dunkler machen, sondern auch bis zu 1,5 Töne aufhellen.

Welches Färbemittel du letztendlich zum Färben deines Haaransatzes verwendest, hängt von der gewünschten Haarfarbe ab. Folgende Regeln können dir helfen, deine perfekte Ansatz-Farbe zu finden:

  • Falls die letzte Coloration ein*e Friseur*in vorgenommen hat, frag ihn/sie, welches Färbemittel er/sie verwendet hat.
  • Falls du deine Haare selbst gefärbt hast, benutzt du genau dieses Färbemittel auch für deinen Ansatz.
  • Bist du dir bei der Farbwahl unsicher, kannst du auch ein spezielles Ansatz-Set verwenden. Diese Formulierungen sind darauf ausgerichtet, einen harmonischen Übergang zwischen colorierten Haaren und neu gefärbtem Ansatz zu bringen.
  • Bei dunklen Naturhaaren, die du zwei bis drei Nuancen heller färben möchtest, ist eine Coloration sinnvoll. Denn sie hat die Power, die dunklen Pigmente aus den Haaren zu lösen.
  • Möchtest du den Ansatz deiner eher dunklen Haare um mehr als drei Nuancen aufhellen, ist eine Blondierung nötig. Bist du dir mit der Farbwahl unsicher, solltest du hier lieber einen Profi ranlassen.
  • Bei hellen Haaren, die du dunkler färben möchtest, kann eine Tönung ausreichen.

Möchtest du einen grauen Ansatz färben, gelten folgende Regeln:

  • Bei wenigen grauen Haaren ist eine Intensivtönung ideal.
  • Wachsen deine Haare komplett grau nach, ist eine Coloration die bessere Wahl.

Wie oft sollte man den Ansatz färben?

Generell solltest du deinen Haaren vier bis sechs Wochen Färbe-Pause gönnen. Eine Tönung ist schonender für die Haare als eine Coloration und kann nach vier Wochen wiederholt werden. Färbst du deine Haare sehr hell, solltest du auf jeden Fall acht Wochen mit dem Färben des Ansatzes warten. Stresst dich dein nachwachsender Ansatz immer sehr schnell, es dann aber meist noch viel zu früh zum Nachfärben? Dann probiere doch in der nächsten Wartezeit ein Farb-Glossing aus. Seine schonende Formulierung kann für ein paar Tage den Übergang zwischen Ansatz und colorierten Haaren sanft ausgleichen.

Tipps zur Pflege nach dem Färben

Nach dem Färben benötigen Ihre Haare besondere Zuwendung, um die Farbe zu erhalten und das Haar gesund zu halten. Greifen Sie daher zu Haarpflege-Produkten, die speziell für coloriertes Haar entwickelt wurden. Diese sind darauf abgestimmt, die Farbe zu schützen und gleichzeitig Feuchtigkeit zu spenden.

Vermeiden Sie zudem häufiges Waschen und Shampoos mit starken Reinigungsmitteln (wie zum Beispiel Peeling-Partikeln), die die Farbe schneller verblassen lassen. Einmal wöchentlich können Sie Ihrem Haar darüber hinaus mit einer reichhaltigen Haarkur oder Maske etwas Gutes tun - dadurch unterstützen Sie die Reparatur und Stärkung der durch das Färben beanspruchten Haarstruktur.

Alternativen zum Ansatzfärben

Wenn sich der Ansatz langsam zeigt, ist die einfachste Methode, ihn einfach wieder zu färben. Wen das ständige Färben nervt, der sollte über diese Alternativen nachdenken:

  • Ansatzspray: Der Griff zu Haarfärbemitteln ist dir zu heikel und du überlässt das lieber dem Profi? Wenn du dir unsicher bist, ist das mit Sicherheit der beste Weg für dich. Alternativ gibt es aber auch für dich einige Produkte, die du zum Ansatz kaschieren für kurze Zeit anwenden kannst. Allen voran ist das der Ansatzspray, der einfach wie ein Haarspray aufgesprüht wird. Weiters gibt es verschiedene Haarpuder mit Farbpigmenten.
  • Alternative Färbetechniken: Ist das Ansatz färben für dich auf Dauer zu stressig oder kostspielig, solltest du auch alternative Färbetechniken in Betracht ziehen. Damit wird häufiges Ansatz färben vermieden, weil man den Ansatz schlichtweg nicht oder nicht so stark sieht.

Tabelle: Vergleich der Färbemittel

Färbemittel Wirkung Haltbarkeit Geeignet für
Coloration Öffnet die Schuppenschicht, dauerhafte Pigmentanlagerung Dauerhaft Dunkle Haare aufhellen, graue Haare vollständig abdecken
Tönung Lagert Pigmente nur am Haar an 6-8 Wochen Helle Haare dunkler färben
Intensivtönung Öffnet die Schuppenschicht leicht, Pigmente werden eingelagert Ca. 20 Haarwäschen Leichte Aufhellung, wenige graue Haare abdecken

Mit dieser detaillierten Anleitung und den zusätzlichen Tipps können Sie Ihren grauen Haaransatz erfolgreich zu Hause nachfärben und ein professionelles Ergebnis erzielen. Achten Sie auf die richtige Farbwahl, die Vorbereitung und die Pflege, um Ihre Haare gesund und strahlend zu erhalten.

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