Graue Haare in der Schwangerschaft: Ursachen und Lösungen

Die Schwangerschaft ist eine besondere Zeit, in der viele Frauen Veränderungen an ihrem Körper feststellen. Während einige von einem strahlenden Teint und kräftigen Nägeln berichten, müssen andere mit unerwünschten Begleiterscheinungen wie grauen Haaren kämpfen. Aber warum treten graue Haare während der Schwangerschaft auf, und was kann man dagegen tun?

Warum entstehen graue Haare in der Schwangerschaft?

Immer wieder klagen Frauen darüber, dass sie während der Schwangerschaft graue Haare bekommen. Sogar Stars wie Chrissy Teigen haben dies öffentlich gemacht. Die Münchner Dermatologin Dr. Miriam Rehbein erklärt, dass es verschiedene Gründe für graue Haare gibt, aber allen ist gemein, dass die Aktivität der Melanozyten nachlässt.

Das Pigment Melanin ist für die Färbung von Haar und Haut verantwortlich. Mit dem Alter produziert der Körper stetig weniger davon, sodass unsere Haare auf ganz natürliche Weise ergrauen. Anders verhält es sich bei grauen Haaren in der Schwangerschaft: Sie entstehen meist durch eine hormonelle Störung beziehungsweise Umstellung. Dadurch fehlen auch Vitamine und Eisen - und weil beides aus den körpereigenen Ressourcen zugunsten des Kindes verbraucht wird, muss dann halt Mamas Haar an Farbe einbüßen.

  • Hormonelle Veränderungen: In der Schwangerschaft findet eine starke Hormonumstellung statt, die die Melaninproduktion beeinträchtigen kann.
  • Vitamin- und Eisenmangel: Der Körper benötigt ausreichend Vitamine und Eisen, um Melanin zu produzieren. Da diese Ressourcen während der Schwangerschaft vermehrt für das Kind benötigt werden, kann es zu einem Mangel bei der Mutter kommen.
  • Stress: Auch Stress kann die Melanozytenaktivität negativ beeinflussen.
  • Übersäuerung: Eine unausgewogene Ernährung kann zu einer Übersäuerung des Körpers führen, was ebenfalls die Melaninproduktion beeinträchtigen kann.

Was kann man gegen graue Haare in der Schwangerschaft tun?

Grundsätzlich kann jede Frau während ihrer Schwangerschaft ergrauen, aber nur die wenigsten leiden tatsächlich unter dieser Schwangerschaftsbeschwerde. Wer eine silbrig glänzende Locke entdeckt, muss nicht gleich in Panik verfallen. Hier sind einige Tipps:

  • Vitamin- und Eisenspiegel checken lassen: Bei Auffälligkeiten kann der Mangel gegebenenfalls ausgeglichen werden.
  • Hochwertige und ballaststoffreiche Ernährung: Um Melanin zu produzieren, braucht der Körper eine ausreichende Menge an Tyrosin.

Die gute Nachricht ist, dass mangelbedingte graue Haare oft nicht von Dauer sind und nach der Schwangerschaft wieder verschwinden können.

Ernährungstipps gegen Melaninmangel

Dr. Rehbein empfiehlt, höchsten Wert auf eine hochwertige und ballaststoffreiche Ernährung zu legen, um dem Lametta-Look entgegenzuwirken. Eine ausgewogene und eiweißreiche Ernährung hat ohnehin nur Vorteile für einen gesunden und strahlenden Körper.

Haare färben in der Schwangerschaft: Ja oder Nein?

Viele Frauen haben Bedenken, ihre Haare während der Schwangerschaft zu färben. Sie befürchten, dass die in Färbemitteln enthaltenen Inhaltsstoffe über die Kopfhaut in den Körperkreislauf gelangen und dem Ungeborenen schaden könnten. Zwar gibt es beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) keine konkreten Hinweise darauf, dass es wirklich schädlich ist, sich in der Schwangerschaft die Haare zu färben, aber da das Risiko nicht komplett ausgeschlossen werden kann, sollten Sie bestenfalls darauf verzichten oder zumindest folgende Dinge beachten:

  • Nicht in den ersten Wochen färben: Gerade in den ersten drei Schwangerschaftswochen ist es ratsam, auf starke Färbemittel zu verzichten.
  • Hausmittel verwenden: Zitronensaft oder Kamillentee können die Haare aufhellen, während Schwarztee oder Kaffee sie abdunkeln können.
  • Strähnchen/Balayage: Bei diesen Methoden wird das Mittel meist nicht an der Kopfhaut angesetzt, sodass kein oder nur wenig Färbemittel an die Haut gelangt.
  • Haare tönen: Verwenden Sie pflanzliche Haartönungen, die weniger bedenkliche Inhaltsstoffe aufweisen.

Alternativen zum Haarefärben in der Schwangerschaft

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, graue Haare während der Schwangerschaft zu kaschieren, ohne auf chemische Färbemittel zurückzugreifen:

  • Getönte Trockenshampoos und Color-Schaumfestiger: Diese können den herauswachsenden Ansatz verstecken.
  • Kurzhaarschnitt: Bei einem Kurzhaarschnitt fallen die Haare locker, Farbübergänge scheinen natürlicher und ein Ansatz fällt nicht so stark auf.
  • Frisuren im Undone Look: Stylen Sie sich zum Beispiel einen lockeren Dutt im Nacken und zupfen Sie seitlich einzelne Strähnen wieder heraus.
  • Haaraccessoires: Ein farbiges Tuch oder ein Haarband lenkt vom Haaransatz ab.
  • Farbige Mascara: Mit farbiger Mascara lassen sich Ansätze ruckzuck kaschieren.

16. SSW | Haare färben in der Schwangerschaft? Ja oder Nein?

Was tun nach der Schwangerschaft?

Nach der Schwangerschaft und Stillzeit können Sie Ihre Haare wieder wie gewohnt färben. Viele Frauen nutzen diese Zeit auch, um neue Wege in puncto Haare färben auszuprobieren.

Graue Haare akzeptieren und mit Stolz tragen

Sollte sich herausstellen, dass es sich um altersbedingte graue Haare handelt, die zufällig während der Schwangerschaft aufgetaucht sind, dürfen Sie sie mit Stolz tragen. Graue Haare sind ein Zeichen von Weisheit und Erfahrung und sollten selbstbewusst und mit einem Lächeln getragen werden.

Tabelle: Tipps und Tricks gegen graue Haare in der Schwangerschaft

Problem Lösung
Hormonelle Veränderungen Ausgewogene Ernährung, Stressreduktion
Vitamin- und Eisenmangel Nahrungsergänzungsmittel nach Absprache mit dem Arzt, eisenreiche Ernährung
Bedenken beim Haarefärben Hausmittel, Strähnchen/Balayage, pflanzliche Tönungen
Sichtbarer Haaransatz Getönte Trockenshampoos, Kurzhaarschnitt, Frisuren im Undone Look, Haaraccessoires

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