Glatze Haare nachwachsen: Ursachen und Behandlung

Viele Menschen empfinden den Moment, in dem sie erkennen, dass sie eine Glatze bekommen, als einschneidend. Plötzlich fallen lichte Stellen auf, die sich ausbreiten, und die einst volle Haarpracht wirkt dünner. Haarausfall ist für viele Betroffene nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern auch eine emotionale Herausforderung.

Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass "Ich bekomme Glatze" nicht das Ende bedeuten muss. Heutzutage gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Haarausfall zu verlangsamen, zu stoppen oder sogar verlorene Haare wiederherzustellen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Haarausfall und stellt verschiedene Behandlungsansätze vor.

Kreisrunder Haarausfall tritt stellenweise am Kopf oder am ganzen Körper auf.

Ursachen für Haarausfall

Die Ursachen für Haarausfall sind vielschichtig. Oft kommen mehrere Gründe zusammen - von Hormonschwankungen über Stress bis hin zu Autoimmunerkrankungen - und müssen erst einmal eingegrenzt werden. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:

  • Genetische Veranlagung: Die häufigste Form des Haarverlusts bei Männern und Frauen ist die genetische, familiäre Veranlagung. Beim genetisch bedingten Haarausfall liegt das Problem direkt an den überempfindlichen Haarfollikeln in der Kopfhaut.
  • Stress: Auch Stress kann auf das Haarfollikel einwirken und an entzündlichen Reaktionen wie etwa beim kreisrunden Haarausfall beteiligt sein. Die Haarwurzel wird zusätzlich befeuert über benachbarte, ebenfalls gestresste Immun- und Gefäßzellen. Aber Haare reagieren nicht immer auf Stress. Experten vermuten, es hängt von der Art, Intensität und Dauer des Stresses ab.
  • Hormonelle Veränderungen: Hormonelle Umstellungen, wie sie beispielsweise in den Wechseljahren oder während der Schwangerschaft auftreten, können ebenfalls zu Haarausfall führen.
  • Autoimmunerkrankungen: Alopecia universalis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Haarwurzeln als Feind betrachtet.
  • Medikamente und Behandlungen: Chemotherapien können als Nebenwirkung vorübergehenden Haarausfall verursachen.
  • Nährstoffmangel: Ein Mangel an bestimmten Nährstoffen wie Eisen, Vitamin D und B12, Zink, Selen und Proteinen kann ebenfalls zu Haarausfall führen.

Plötzlich büschelweise HAARAUSFALL! Arzt erklärt Grund für Haarverlust (kein Vitaminmangel!)

Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten

Wer wegen seiner Haarprobleme ärztlichen Rat sucht, kann je nach Ursache des Problems auch mit Medikamenten behandelt werden. Hier sind einige gängige Behandlungsmethoden:

  • Minoxidil: Minoxidil verbessert die Durchblutung um die Haarwurzeln herum und hilft so, die Haare besser mit Nährstoffen zu versorgen. Es wird lokal auf die Kopfhaut aufgetragen und wirkt nur solange, wie es angewendet wird.
  • Finasterid: Finasterid ist nur für Männer zugelassen. Es senkt den Spiegel des Hormons Dihydrotestosteron (DHT), das für den erblich bedingten Haarausfall verantwortlich ist. Es senkt den Spiegel des Hormons Dihydrotestosteron (DHT). Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warnen aber vor Finasterid. Der Experte erklärt: “Nebenwirkungen können zum Beispiel Impotenz, die Einschränkung der Libido oder Erektionsstörungen sein. Selten können Nebenwirkungen nach Absetzen des Medikaments noch anhalten - auch Post-Finasterid-Syndrom genannt.
  • PRP-Behandlung (plättchenreiches Plasma): Dafür wird Patienten Blut abgenommen und Blutplättchen herausgefiltert. Sie werden in konzentrierter Form wieder in die Kopfhaut injiziert. Dr. Kathrin Hillmann, Dermatologin an der Charité in Berlin erklärt: “Bei der PRP-Behandlung ist es so, dass es einen Großteil von kleineren Untersuchungen gibt, wo es sehr gut wirkt. Aber es gibt auch immer noch einen Teil, wo kein nachwachsendes Haar oder besseres Haarwachstum nachweisbar ist.
  • Haartransplantation: Wenn die Haare durch die bekannten Behandlungsmethoden nicht mehr zum Wachsen angeregt werden können, hilft nur eine Transplantation. Für die Transplantation werden Haare vom unteren Hinterkopf entnommen, weil diese resistent gegen das für den erblich bedingten Haarausfall verantwortliche Hormon Dihydrotestosteron sind. Ein Risiko der Haartransplantation kann sein, dass die Haare vorne nicht anwachsen oder zumindest nicht überall oder, dass sich durch den Eingriff die Kopfhaut entzündet. Bei einem jungen Patienten kann der Haarausfall weiter voranschreiten, sodass hinter den transplantierten Haaren die eigenen Haare weiter ausfallen.
  • Kortison: Eine häufig angewandte Methode ist das Einreiben der haarlosen Stelle mit kortisonhaltigen Mitteln. Alternativ ist auch eine lokale Injektion von Kortison in die Haut möglich. Dabei wird mit einer dünnen Nadel Kortison direkt in die Kopfhaut gespritzt. Das Kortison kann auch oral durch Kortisonsteroide aufgenommen werden. Diese sogenannte systemische Therapie erfolgt täglich für etwa eine Woche über einen Gesamtzeitraum von mindestens drei Monaten, unterbrochen durch einnahmefreie Intervalle.

Bei einer Haartransplantation werden Haare vom unteren Hinterkopf entnommen und in die kahlen Stellen verpflanzt.

Vernarbende Alopezie

Bei vernarbender Alopezie werden die Haarfollikel zerstört; Haare können nicht mehr nachwachsen, der Haarverlust ist nicht umkehrbar. Bei einer vernarbenden Alopezie richtet sich das Immunsystem aus verschiedenen Gründen gegen die körpereigenen Haarfollikel. Es entsteht eine Entzündung, welche in letzter Konsequenz zur Zerstörung des Follikels führt. Die Haarfollikel vernarben durch die Entzündung so, dass kein Haar mehr aus ihnen wachsen kann. Mögliche Ursachen sind:

  • verschiedene Lichen-Erkrankungen
  • Lupus erythematodes
  • Akne
  • Traumata (Verbrennungen, Verätzungen)
  • Schuppenflechte
  • bakterielle Infektionen
  • Gürtelrose
  • Hautpilze

Sind die Haare jedoch einmal ausgefallen, wachsen sie bei vernarbender Alopezie nicht mehr nach. Das Fortschreiten der Krankheit wird im besten Fall gestoppt und Symptome werden gelindert.

Nicht-vernarbende Alopezie

Bei nicht-vernarbender Alopezie gibt es unterschiedliche Gründe und entsprechend unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten:

  • Androgenetische Alopezie: Diese Form des Haarausfalls betrifft zumeist Männer. Die Haargrenze weicht gleichmäßig zurück, es bilden sich sogenannte Geheimratsecken und auch am Hinterkopf fallen die Haare nach und nach aus, bis sich letztlich eine Glatze bildet.
  • Kreisrunder Haarausfall: Oft wachsen die Haare bei diesem fleckförmigen Haarausfall, der auch den Bart betreffen kann, innerhalb von 6 bis 12 Monaten wieder nach. Es kommt jedoch häufig zu Rückfällen und die Haare können letztlich ganz ausbleiben. Die Ursache für kreisrunden Haarausfall ist noch nicht genau bekannt.
  • Diffuse Alopezie: Diffuser Haarausfall tritt nach schweren Krankheiten, Verletzungen, Operationen, Fieber, Nährstoffmangel oder bei Hormondrüsenerkrankungen, sowohl bei Männern als auch Frauen auf.

Es hängt ganz von der auslösenden Ursache des Haarausfalls ab, ob die Haare wieder nachwachsen. Bei kreisrundem Haarausfall stehen die Chancen recht gut, dass die Haare wieder sprießen. Es ist aber auch wahrscheinlich, dass der Haarausfall wieder auftritt. Bei androgenetischem Haarausfall ist eine Behandlung mit Hormonen möglich, um die Haare auf dem Haupt wieder zum Wachstum anzuregen. Sollten diese nicht vertragen werden, ist eine Haartransplantation der verbleibenden, im Kranz wachsenden Haare möglich. Diese Haarfollikel haben einen anderen Aufbau und sind so für hormonbedingten Haarausfall immun und wachsen dauerhaft weiter.

Vorbeugende Maßnahmen

Bevor es überhaupt zu einer Glatze kommt, können gezielte präventive Maßnahmen helfen, dem Haarverlust entgegenzuwirken:

  • Ernährung: Vitamine und Mineralstoffe wie Eisen, Zink, Biotin und Vitamin D sind entscheidend für eine gesunde Haarwurzelaktivität.
  • Lebensweise: Bewegung hilft dabei, Stress abzubauen. Dauerstress kann die Hormonbalance stören und entzündliche Prozesse im Körper fördern, die wiederum die Haarfollikel schwächen.
  • Kopfhautpflege: Massagen mit speziellen Ölen wie Rosmarinöl, Teebaumöl oder Minzöl regen die Durchblutung an und fördern so die Nährstoffversorgung der Haarfollikel.

Kosten einer Haartransplantation

Dr. Zimmermann schätzt, dass je nach Umfang die Kosten für eine Haartransplantation in Deutschland zwischen 3.000 und 10.000 Euro liegen. Im Ausland seien die Kosten erheblich niedriger - in der Türkei oft zwischen 2.000 und 5.000 Euro. Der Gesundheits-Coach warnt, dass es gerade in der Türkei einen großen schwarzen Markt gibt.

Haartransplantation - ein Vergleich vorher und nachher.

Emotionale Aspekte

Der Gedanke "Ich bekomme Glatze" kann emotional stark belasten. Besonders in einer Gesellschaft, in der volles Haar mit Jugend, Vitalität und Attraktivität assoziiert wird, empfinden Betroffene oft Scham oder Unsicherheit. Der erste Schritt besteht darin, sich die eigenen Emotionen einzugestehen. Es ist völlig normal, traurig oder frustriert zu sein. Wichtig ist jedoch, sich nicht von diesen Gefühlen beherrschen zu lassen.

Haarausfall: Die häufigsten Ursachen

Androgenetische Alopezie ist die häufigste Ursache für Haarausfall. Weitere Ursachen sind:

  • Diffuser Haarausfall: Hierbei dünnt das Haar über den gesamten Kopf aus. Ursachen können Erkrankungen, Medikamente, Chemo- oder Strahlentherapie, Nährstoffmangel oder Stress sein.
  • Kreisrunder Haarausfall: Die Haare fallen an einzelnen Stellen aus und bilden meist runde Flecken.

Die folgende Tabelle fasst die verschiedenen Formen des Haarausfalls und ihre Behandlungsmöglichkeiten zusammen:

Form des Haarausfalls Ursachen Behandlungsmöglichkeiten
Androgenetische Alopezie Genetische Veranlagung, hormonelle Einflüsse Minoxidil, Finasterid, Haartransplantation
Kreisrunder Haarausfall Autoimmunreaktion Kortison, PRP-Behandlung
Diffuser Haarausfall Erkrankungen, Medikamente, Nährstoffmangel, Stress Behandlung der Ursache, Nährstoffergänzung
Vernarbende Alopezie Entzündungen, Autoimmunerkrankungen, Verletzungen Behandlung der Grunderkrankung, operative Entfernung

Abschließend lässt sich sagen, dass Haarausfall zwar eine belastende Erfahrung sein kann, aber es gibt zahlreiche Möglichkeiten, ihm entgegenzuwirken und das Haarwachstum anzuregen. Eine frühzeitige Diagnose und die Wahl der richtigen Behandlungsmethode sind entscheidend für den Erfolg.

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