Haarausfall ist ein weit verbreitetes Problem, das sowohl Männer als auch Frauen betrifft. Bei Frauen kann Haarausfall jedoch besonders belastend sein, da volles Haar oft mit Jugendlichkeit und Attraktivität assoziiert wird. Fast jede dritte Frau hat im Laufe ihres Lebens mit Haarproblemen zu kämpfen.
Es gibt verschiedene Formen und Ursachen von Haarausfall bei Frauen, von denen einige vorübergehend und andere dauerhaft sind. In diesem Artikel werden wir die häufigsten Ursachen von Glatzenbildung bei Frauen untersuchen und die verfügbaren Behandlungsoptionen sowie Präventivmaßnahmen diskutieren.
Haarausfall bei Frauen führt meist zu einer Ausdünnung am Oberkopf und an den Seiten. Das ist der sogenannte diffuse Haarausfall. Der kann Frauen schon um das dreißigste Lebensjahr treffen, hört aber meist irgendwann wieder auf. Ein gewisser Haarausfall ist ganz normal: Täglich verlieren Frauen alle etwa 60 bis 100 Haare, bei Männern sind es geringfügig weniger.
Dauert der Haarausfall mehrere Wochen und gehen täglich mehr als 100 Haare aus oder entstehen haarfreie Stellen, liegt ein Haarausfall vor.
Die Ursachen für Haarausfall bei Frauen sind vielfältig und können in verschiedene Kategorien eingeteilt werden:
Im Folgenden werden die einzelnen Ursachen genauer erläutert:
Die häufigste Form von Haarausfall bei Frauen ist der erblich bedingte Haarausfall, auch bekannt als androgenetische Alopezie. Die Ursache dieses Haarausfalls liegt, wie der Name bereits verrät, in unseren Genen. Die androgenetische Alopezie wird durch eine genetisch bedingte Überempfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber Dihydrotestosteron (DHT) verursacht.
DHT ist ein Stoffwechselprodukt des männlichen Sexualhormons Testosteron, das natürlicherweise auch im weiblichen Körper vorkommt. Durch das DHT kommt es zu einer Schrumpfung der betroffenen Haarfollikel : Die gebildeten Haare wachsen immer weniger dick nach und fallen früher aus, da sich die Wachstumszyklen der Haare immer weiter verkürzen.
Bei Frauen äußert sich die androgenetische Alopezie meist in einem diffusen Ausdünnen des Haares im Scheitelbereich. Im Gegensatz zu Männern entwickeln Frauen selten eine vollständige Glatze.
Weil sich der androgenetische Haarausfall bei Frauen anders als bei Männern entwickelt, verwenden die Mediziner die hierfür besser geeignete Ludwig-Skala (Ludwig-Schema). In der ersten Stufe (Nr. 1 in der Grafik) nach der Ludwig-Skala verringert sich das Volumen der Haare bei Frauen vom Scheitel aus. In der zweiten Stufe (Nr. 2 in der Grafik) ist bereits eine Verbreiterung des Scheitels erkennbar, die sich zunehmend schwerer durch eine Frisur kaschieren lässt.
Ludwig-Skala für Haarausfall bei Frauen
Hormonelle Veränderungen, die während der Schwangerschaft, nach der Geburt oder in den Wechseljahren auftreten, können ebenfalls zu Haarausfall führen. Während der Schwangerschaft produzieren Frauen vermehrt Östrogen, was zu vollerem und kräftigerem Haar führen kann. Nach der Geburt sinkt der Östrogenspiegel jedoch abrupt ab, was zu vorübergehendem Haarausfall führen kann.
Ähnlich wie erstmals in der Pubertät wird auch in den Wechseljahren der Frau ihr gesamter Hormonhaushalt auf den Kopf gestellt. Diese starke hormonelle Veränderung ist nicht nur der Grund für ungewöhnliche Schweißausbrüche, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen, sondern kann auch der Auslöser für Haarausfall sein.
Auch die Einnahme der „Pille“ (Kontrazeptiva) kann Haarausfall verursachen. Dies kann auf bestimmte Gestagene zurückzuführen sein, die in der Pille enthalten sind. Einige Gestagene, die eine androgene Wirkung haben, können Haarausfall verursachen, wie zum Beispiel Norethisteron, Levonorgestrel und Tibolon.
Auch übermäßiger Stress kann Haarausfall verstärken oder begünstigen. Ursache für dieses Symptom sind meist verschiedene Neurotransmitter (Botenstoffe), die die Haarfollikel negativ beeinflussen. Stress erhöht die Konzentration der entscheidenden Botenstoffe und somit die Zahl der Nervenfasern an den Haarfollikeln. Passiert dies während des Übergangs des Haars von der Wachstumsphase in die Ruhephase, kann dies zu einer Entzündungsreaktion des Haarfollikels und schließlich zum vorzeitigen Stopp des Haarwachstums führen. Die Folge ist meist diffuser Haarausfall, der auch sehr plötzlich und stark auftreten kann.
Die einfachste und wirkungsvollste Möglichkeit, stressbedingtem Haarausfall vorzubeugen, ist, dem Stress erst gar keine Chance zu geben. Neben einem guten Zeitmanagement und einem gesunden Lebensstil sind regelmäßige Ruhepausen und guter Schlaf wichtig.
Ein Mangel an bestimmten Nährstoffen und Mineralstoffen kann nicht nur das Immunsystem schwächen, sondern auch zu Haarausfall führen, der sich dann z. B. im Auftreten von Geheimratsecken äußern kann. Besonders Zink, Biotin und bestimmte Fettsäuren sowie Vitamin D sind dabei wichtig für gesundes Haar und tragen zu einem normalem Haarwachstum bei.
Folgende Nährstoffe tragen zu einem normalen Haarwachstum bei:
Verschiedene Erkrankungen wie z. B. der Schilddrüse oder Diabetes mellitus können Haarausfall aufgrund gestörter Stoffwechselvorgänge im Körper begünstigen. Ebenso kann einige Wochen nach einem schweren fieberhaften Infekt ebenfalls diffuser Haarausfall auftreten.
Die Einnahme bestimmter Medikamente kann als Nebenwirkung ebenfalls diffusen Haarausfall auslösen. Insbesondere Chemotherapeutika, die bei der Behandlung von Krebs eingesetzt werden, können zu Haarausfall führen. Aber auch andere Medikamente, wie beispielsweise Antidepressiva, Blutdrucksenker oder Hormonpräparate können den Haarzyklus beeinflussen und Haarausfall verursachen.
Um die Ursache von Haarausfall bei Frauen zu ermitteln, ist eine gründliche Diagnose erforderlich. Diese umfasst in der Regel:
Die Behandlung von Haarausfall bei Frauen richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die je nach Art des Haarausfalls und individuellen Bedürfnissen eingesetzt werden können:
Je früher die passende Behandlung eingeleitet wird, umso größer ist die Erfolgschance der Therapie. Zunächst muss aber die genaue Ursache des Haarausfalls gefunden sein, erst dann erstellt der Arzt einen individuellen Therapieplan.
Es gibt verschiedene Maßnahmen, die Frauen ergreifen können, um Haarausfall vorzubeugen:
Vorbeugung von Haarausfall
Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn:
Ein Arzt kann die Ursache des Haarausfalls ermitteln und eine geeignete Behandlung empfehlen.
Haarausfall bei Frauen kann verschiedene Ursachen haben und eine erhebliche psychische Belastung darstellen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind wichtig, um den Haarausfall zu stoppen und das Haarwachstum wieder anzuregen. Neben einer medikamentösen Behandlung können auch eine gesunde Lebensweise, Stressmanagement und eine schonende Haarpflege dazu beitragen, Haarausfall vorzubeugen und das Haarwachstum zu fördern.
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