Glatzenbildung bei Frauen: Ursachen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten

Haarausfall ist ein weit verbreitetes Problem, das sowohl Männer als auch Frauen betrifft. Bei Frauen kann Haarausfall jedoch besonders belastend sein, da volles Haar oft mit Jugendlichkeit und Attraktivität assoziiert wird. Fast jede dritte Frau hat im Laufe ihres Lebens mit Haarproblemen zu kämpfen.

Es gibt verschiedene Formen und Ursachen von Haarausfall bei Frauen, von denen einige vorübergehend und andere dauerhaft sind. In diesem Artikel werden wir die häufigsten Ursachen von Glatzenbildung bei Frauen untersuchen und die verfügbaren Behandlungsoptionen sowie Präventivmaßnahmen diskutieren.

Haarausfall bei Frauen führt meist zu einer Ausdünnung am Oberkopf und an den Seiten. Das ist der sogenannte diffuse Haarausfall. Der kann Frauen schon um das dreißigste Lebensjahr treffen, hört aber meist irgendwann wieder auf. Ein gewisser Haarausfall ist ganz normal: Täglich verlieren Frauen alle etwa 60 bis 100 Haare, bei Männern sind es geringfügig weniger.

Formen von Haarausfall bei Frauen

  • Erbliche Haarausfall (androgenetische Alopezie): Ist die häufigste Ursache von Haarausfall, auch bei Frauen.
  • Kreisrunder Haarausfall: Auch Alopecia areata genannt - kann in nahezu jedem Lebensalter auftreten.
  • Diffuser Haarausfall: Ist eine häufige Form von Haarverlust. Gleichmäßig, über den ganzen Kopf verteilt, fallen die Haare aus.

Dauert der Haarausfall mehrere Wochen und gehen täglich mehr als 100 Haare aus oder entstehen haarfreie Stellen, liegt ein Haarausfall vor.

Ursachen von Haarausfall bei Frauen

Die Ursachen für Haarausfall bei Frauen sind vielfältig und können in verschiedene Kategorien eingeteilt werden:

  1. Erbliche Faktoren (Androgenetische Alopezie): Die häufigste Ursache für Haarausfall bei Frauen ist die androgenetische Alopezie, auch bekannt als erblich bedingter Haarausfall.
  2. Hormonelle Veränderungen: Hormonelle Veränderungen, die während der Schwangerschaft, nach der Geburt oder in den Wechseljahren auftreten, können ebenfalls zu Haarausfall führen.
  3. Stress: Auch übermäßiger Stress kann Haarausfall verstärken oder begünstigen.
  4. Nährstoffmangel: Im hektischen Alltag vernachlässigen wir oft eines unserer wichtigsten Grundbedürfnisse: eine ausgewogene Ernährung .
  5. Krankheiten und Medikamente: Verschiedene Erkrankungen wie z. B. der Schilddrüse oder Diabetes mellitus können Haarausfall aufgrund gestörter Stoffwechselvorgänge im Körper begünstigen.

Im Folgenden werden die einzelnen Ursachen genauer erläutert:

1. Erblich bedingter Haarausfall (Androgenetische Alopezie)

Die häufigste Form von Haarausfall bei Frauen ist der erblich bedingte Haarausfall, auch bekannt als androgenetische Alopezie. Die Ursache dieses Haarausfalls liegt, wie der Name bereits verrät, in unseren Genen. Die androgenetische Alopezie wird durch eine genetisch bedingte Überempfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber Dihydrotestosteron (DHT) verursacht.

DHT ist ein Stoffwechselprodukt des männlichen Sexualhormons Testosteron, das natürlicherweise auch im weiblichen Körper vorkommt. Durch das DHT kommt es zu einer Schrumpfung der betroffenen Haarfollikel : Die gebildeten Haare wachsen immer weniger dick nach und fallen früher aus, da sich die Wachstumszyklen der Haare immer weiter verkürzen.

Bei Frauen äußert sich die androgenetische Alopezie meist in einem diffusen Ausdünnen des Haares im Scheitelbereich. Im Gegensatz zu Männern entwickeln Frauen selten eine vollständige Glatze.

Weil sich der androgenetische Haarausfall bei Frauen anders als bei Männern entwickelt, verwenden die Mediziner die hierfür besser geeignete Ludwig-Skala (Ludwig-Schema). In der ersten Stufe (Nr. 1 in der Grafik) nach der Ludwig-Skala verringert sich das Volumen der Haare bei Frauen vom Scheitel aus. In der zweiten Stufe (Nr. 2 in der Grafik) ist bereits eine Verbreiterung des Scheitels erkennbar, die sich zunehmend schwerer durch eine Frisur kaschieren lässt.

Ludwig-Skala für Haarausfall bei Frauen

2. Hormonelle Veränderungen

Hormonelle Veränderungen, die während der Schwangerschaft, nach der Geburt oder in den Wechseljahren auftreten, können ebenfalls zu Haarausfall führen. Während der Schwangerschaft produzieren Frauen vermehrt Östrogen, was zu vollerem und kräftigerem Haar führen kann. Nach der Geburt sinkt der Östrogenspiegel jedoch abrupt ab, was zu vorübergehendem Haarausfall führen kann.

Ähnlich wie erstmals in der Pubertät wird auch in den Wechseljahren der Frau ihr gesamter Hormonhaushalt auf den Kopf gestellt. Diese starke hormonelle Veränderung ist nicht nur der Grund für ungewöhnliche Schweißausbrüche, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen, sondern kann auch der Auslöser für Haarausfall sein.

Auch die Einnahme der „Pille“ (Kontrazeptiva) kann Haarausfall verursachen. Dies kann auf bestimmte Gestagene zurückzuführen sein, die in der Pille enthalten sind. Einige Gestagene, die eine androgene Wirkung haben, können Haarausfall verursachen, wie zum Beispiel Norethisteron, Levonorgestrel und Tibolon.

3. Stress

Auch übermäßiger Stress kann Haarausfall verstärken oder begünstigen. Ursache für dieses Symptom sind meist verschiedene Neurotransmitter (Botenstoffe), die die Haarfollikel negativ beeinflussen. Stress erhöht die Konzentration der entscheidenden Botenstoffe und somit die Zahl der Nervenfasern an den Haarfollikeln. Passiert dies während des Übergangs des Haars von der Wachstumsphase in die Ruhephase, kann dies zu einer Entzündungsreaktion des Haarfollikels und schließlich zum vorzeitigen Stopp des Haarwachstums führen. Die Folge ist meist diffuser Haarausfall, der auch sehr plötzlich und stark auftreten kann.

Die einfachste und wirkungsvollste Möglichkeit, stressbedingtem Haarausfall vorzubeugen, ist, dem Stress erst gar keine Chance zu geben. Neben einem guten Zeitmanagement und einem gesunden Lebensstil sind regelmäßige Ruhepausen und guter Schlaf wichtig.

4. Nährstoffmangel

Ein Mangel an bestimmten Nährstoffen und Mineralstoffen kann nicht nur das Immunsystem schwächen, sondern auch zu Haarausfall führen, der sich dann z. B. im Auftreten von Geheimratsecken äußern kann. Besonders Zink, Biotin und bestimmte Fettsäuren sowie Vitamin D sind dabei wichtig für gesundes Haar und tragen zu einem normalem Haarwachstum bei.

Folgende Nährstoffe tragen zu einem normalen Haarwachstum bei:

  • Fisch: Enthält wertvolle Omega-3-Fettsäuren.
  • Eier: Reich an Biotin, das entscheidend für die Keratinproduktion ist.
  • Hülsenfrüchte: Liefern pflanzliches Protein, Eisen, Zink und Biotin.
  • Nüsse: Enthalten Zink und Vitamin E.
  • Grünes Blattgemüse: Reich an Vitamin C und Eisen, die wichtig für die Bildung von Kollagen sind.
  • Süßkartoffeln: Reich an Beta-Carotin, das im Körper in Vitamin A umgewandelt wird.

5. Krankheiten und Medikamente

Verschiedene Erkrankungen wie z. B. der Schilddrüse oder Diabetes mellitus können Haarausfall aufgrund gestörter Stoffwechselvorgänge im Körper begünstigen. Ebenso kann einige Wochen nach einem schweren fieberhaften Infekt ebenfalls diffuser Haarausfall auftreten.

Die Einnahme bestimmter Medikamente kann als Nebenwirkung ebenfalls diffusen Haarausfall auslösen. Insbesondere Chemotherapeutika, die bei der Behandlung von Krebs eingesetzt werden, können zu Haarausfall führen. Aber auch andere Medikamente, wie beispielsweise Antidepressiva, Blutdrucksenker oder Hormonpräparate können den Haarzyklus beeinflussen und Haarausfall verursachen.

Diagnose von Haarausfall bei Frauen

Um die Ursache von Haarausfall bei Frauen zu ermitteln, ist eine gründliche Diagnose erforderlich. Diese umfasst in der Regel:

  • Anamnese: Die Ärztin oder der Arzt wird ausführlich nach der Vorgeschichte der Patientin, bisherigen Untersuchungen und Therapien sowie Symptomen fragen.
  • Körperliche Untersuchung: Dann werden die Haare unter der Lupe betrachtet und geprüft, ob sie brüchig sind.
  • Trichogramm: Ein sogenanntes Trichogramm zeigt, in welcher Wachstumsphase die Haare ausfallen.
  • Blutuntersuchung: Mithilfe einer Blutuntersuchung kann festgestellt werden, ob ein Mangel vorliegt.

Behandlungsmöglichkeiten bei Haarausfall bei Frauen

Die Behandlung von Haarausfall bei Frauen richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die je nach Art des Haarausfalls und individuellen Bedürfnissen eingesetzt werden können:

  • Medikamentöse Behandlung:
    • Minoxidil: Als wirksamstes Mittel bei erblich bedingtem (androgenetischem) Haarausfall bei Frauen gilt Minoxidil.
    • Antiandrogene: Manchmal verschreiben Ärzte gegen erblich bedingten Haarausfall bei Frauen auch Tabletten mit Anti-Androgenen (wie Cyproteronacetat).
  • Haartransplantation: Dafür werden Haare am Hinterkopf entnommen. An den kahlen Stellen setzt der Arzt Mikroschlitze und verpflanzt die Transplantate.
  • Änderung der Lebensgewohnheiten:
    • Stressmanagement: Stress reduzieren, Entspannungstechniken anwenden.
    • Ausgewogene Ernährung: Auf eine ausreichende Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen achten.
  • Hausmittel und natürliche Heilmittel:
    • Brennnessel, Apfelessig oder Zwiebelsaft: Gelten als gut fürs Haar.
    • Gesunde, vitaminreiche Lebensmittel: Vollkornprodukte (Zink), Nüsse und Pilze (Selen) oder Haferflocken (Biotin).

Je früher die passende Behandlung eingeleitet wird, umso größer ist die Erfolgschance der Therapie. Zunächst muss aber die genaue Ursache des Haarausfalls gefunden sein, erst dann erstellt der Arzt einen individuellen Therapieplan.

Haarausfall bei Frauen | Was tun | Ursachen | Vorbeugung | Erklärungen | Therapie

Tipps zur Vorbeugung von Haarausfall bei Frauen

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die Frauen ergreifen können, um Haarausfall vorzubeugen:

  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen ist wichtig für gesundes Haarwachstum.
  • Stressmanagement: Stress kann Haarausfall begünstigen. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder autogenes Training können helfen, Stress abzubauen.
  • Schonende Haarpflege: Vermeiden Sie aggressive Shampoos, häufiges Föhnen, Glätten oder Färben der Haare.
  • Vermeiden Sie enge Frisuren: Vermeiden Sie Frisuren, die Zug auf die Haare ausüben, wie z. B. enge Pferdeschwänze oder Zöpfe.
  • Regelmäßige Kopfhautmassage: Eine sanfte Kopfhautmassage kann die Durchblutung der Kopfhaut fördern und das Haarwachstum anregen.

Vorbeugung von Haarausfall

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn:

  • der Haarausfall plötzlich und stark auftritt.
  • der Haarausfall über einen längeren Zeitraum anhält.
  • zusätzlich Symptome wie Juckreiz, Schmerzen oder Entzündungen der Kopfhaut auftreten.
  • der Haarausfall mit anderen gesundheitlichen Problemen einhergeht.

Ein Arzt kann die Ursache des Haarausfalls ermitteln und eine geeignete Behandlung empfehlen.

Fazit

Haarausfall bei Frauen kann verschiedene Ursachen haben und eine erhebliche psychische Belastung darstellen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind wichtig, um den Haarausfall zu stoppen und das Haarwachstum wieder anzuregen. Neben einer medikamentösen Behandlung können auch eine gesunde Lebensweise, Stressmanagement und eine schonende Haarpflege dazu beitragen, Haarausfall vorzubeugen und das Haarwachstum zu fördern.

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