Haarausfall, medizinisch als Alopezie bekannt, ist ein weitverbreitetes Phänomen, das Menschen aller Altersgruppen und Geschlechter betrifft. Trotz seiner Häufigkeit sind viele Missverständnisse und Mythen über Haarausfall verbreitet, die oft zu Verwirrung und falschen Behandlungsmethoden führen.
Es besteht ein hartnäckiger Glaube, dass das ständige Tragen von Hüten oder Mützen Haarausfall verursachen kann. Diese Annahme beruht auf der Idee, dass Kopfbedeckungen die Kopfhaut ersticken und so das Haarwachstum stören. Doch die kurze Antwort auf die Frage, ob das Tragen von Mützen Haarausfall verursacht, ist: nein. Denn dafür gibt es keine wissenschaftliche Grundlage.
Im Winter greifen die meisten Menschen zu Mütze, Stirnband oder Ohrenschützer, um sich vor der Kälte zu schützen. Diese halten dich aber nicht nur warm, sondern können angeblich deine Haare schädigen. Jedenfalls, wenn man dem Spruch „Von Mützen bekommt man eine Glatze“ glauben mag. Wir klären in diesem Artikel, ob hinter dem Haarausfall-Mythos etwas Wahres steckt oder ob das Unsinn ist.
Nun haben wir schon geklärt, dass Mützen nicht dazu beitragen, dass du Haare verlierst. Aber welche Gründe kann es dann haben? Hier sind einige mögliche Ursachen für schütteres Haar:
Es ist ein weit verbreiteter Glaube, dass Stress der Hauptgrund für Haarausfall ist. Während es zutrifft, dass extrem hoher Stress zu einer Form des Haarausfalls namens Telogen-Effluvium führen kann, ist der häufigste Haarausfall, die androgenetische Alopezie, genetisch bedingt.
Weltweit sind ca. 50 Prozent der Frauen und 80 Prozent der Männer von Haarausfall betroffen. Übrigens: Männer leiden häufiger als Frauen an Haarausfall.
Viele Menschen glauben fälschlicherweise, dass Haarausfall immer permanent ist. Tatsächlich gibt es verschiedene Arten von Haarausfall, von denen einige reversibel sind.
Die Annahme, dass häufiges Haarewaschen Haarausfall verursacht, ist ebenfalls ein weit verbreiteter Irrglaube. Tatsächlich ist regelmäßiges Haarewaschen wichtig für die Aufrechterhaltung der Hygiene der Kopfhaut und kann helfen, Haarprobleme wie Schuppen und Kopfhautentzündungen zu verhindern, die wiederum Haarausfall fördern können.
Der Glaube, dass das Schneiden der Haare sie dicker oder schneller wachsen lässt, ist ein weiterer verbreiteter Mythos. Haarschnitte verändern das Erscheinungsbild der Haare, haben aber keinen Einfluss auf die Wachstumsrate oder die Dichte der Haare.
Diese Mythen sind oft das Ergebnis von Missverständnissen, Halbwissen oder überholten Vorstellungen über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Haarausfall. Es ist wichtig, sich auf wissenschaftlich fundierte Informationen zu verlassen, besonders wenn es um Gesundheit und Behandlung geht. Ein besseres Verständnis der wahren Ursachen von Haarausfall kann dazu beitragen, geeignete Maßnahmen zu ergreifen und realistische Erwartungen zu setzen.
Bei der Traktionsalopezie handelt es sich nicht um eine körperliche Erkrankung, sondern um einen Haarausfall durch übermäßige mechanische Belastung des Haars. Meistens sind Frauen betroffen, die häufig enge, straffe Zöpfe tragen. Wird die Frisur nach Vorliegen einer Traktionsalopezie lockerer oder die Haare offen getragen, kann der Haarwuchs wieder normal einsetzen.
Eine Traktionsalopezie tritt durch eine übermäßige mechanische Belastung der Haare auf. Der Haarausfall tritt dort auf, wo die Haare der Belastung ausgesetzt sind. Bei engen Haarbändern oder straffen Frisuren ist dies meist der Haaransatz an der Stirn und den Seiten - denn dort liegt die größte mechanische Belastung vor.
Wer erste Symptome nicht bemerkt und entsprechend handelt, riskiert ein weiteres Fortschreiten des Haarverlusts. Das Haar wird an den betroffenen Stellen dünner, es können vermehrt kurze abgebrochene Härchen auftauchen (zum Beispiel am Haaransatz), der Haaransatz kann zurückweichen, es können kahle Stellen entstehen. Wird die Ursache nicht behoben, können die Haarfollikel so stark geschädigt werden, dass sie vernarben und keine neuen Haare mehr bilden können. Auch die Kopfhaut kann glänzend und vernarbt sein.
Eine Traktionsalopezie wird behandelt, indem man ihren Auslöser vermeidet. Frisuren oder Kopfbedeckungen sollten so gestaltet sein, dass sie keine Zugkraft oder Druckbelastung auf das Haar und die Haarwurzel ausüben. Das Haar sollte öfter mal einfach locker oder offen getragen werden. Auch das tägliche Styling kann die Haare überstrapazieren.
Einer Traktionsalopezie lässt sich vorbeugen, indem man Stress für die Haare so weit wie möglich reduziert. Dazu gehört insbesondere das richtige Styling und der richtige Haarschmuck. Es spricht nichts dagegen, auch mal eine straffe Frisur zu tragen. Das sollte man aber nicht täglich tun. Wenn die Frisur durch Zug an den Haaren schmerzt, sollte man sie direkt lösen. Auch chemischen Stress für die Haare sollte man vermeiden - dazu gehören vor allem Färben, Tönen und Blondieren.
Es gibt also Entwarnung: Mützen helfen dir durch den Winter und sind nicht an deinem Haarschwund schuld. Wenn du viele Haare verlierst und den Grund dafür nicht kennst, solltest du immer einen Arzt aufsuchen.
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