Glatze durch Mütze tragen: Ursachen und Mythen rund um den Haarausfall

Haarausfall, medizinisch als Alopezie bekannt, ist ein weitverbreitetes Phänomen, das Menschen aller Altersgruppen und Geschlechter betrifft. Trotz seiner Häufigkeit sind viele Missverständnisse und Mythen über Haarausfall verbreitet, die oft zu Verwirrung und falschen Behandlungsmethoden führen.

Es besteht ein hartnäckiger Glaube, dass das ständige Tragen von Hüten oder Mützen Haarausfall verursachen kann. Diese Annahme beruht auf der Idee, dass Kopfbedeckungen die Kopfhaut ersticken und so das Haarwachstum stören. Doch die kurze Antwort auf die Frage, ob das Tragen von Mützen Haarausfall verursacht, ist: nein. Denn dafür gibt es keine wissenschaftliche Grundlage.

Im Winter greifen die meisten Menschen zu Mütze, Stirnband oder Ohrenschützer, um sich vor der Kälte zu schützen. Diese halten dich aber nicht nur warm, sondern können angeblich deine Haare schädigen. Jedenfalls, wenn man dem Spruch „Von Mützen bekommt man eine Glatze“ glauben mag. Wir klären in diesem Artikel, ob hinter dem Haarausfall-Mythos etwas Wahres steckt oder ob das Unsinn ist.

Haarausfall wegen Mütze? Haartransplantation wegen Haarausfall

Ursachen von Haarausfall

Nun haben wir schon geklärt, dass Mützen nicht dazu beitragen, dass du Haare verlierst. Aber welche Gründe kann es dann haben? Hier sind einige mögliche Ursachen für schütteres Haar:

  • Genetisch bedingter Haarausfall: Laut einer Studie ist genetischer Haarausfall in 95 Prozent der Fälle bei Männern die Ursache. Bei diesem wird die Wachstumszeit der Haare durch eine Hormonstörung verkürzt. Die Folge: Man bekommt im Alter schneller schütteres Haar.
  • Diffuser Haarausfall: Mögliche Auslöser sind Stress, eine unausgewogene Ernährung, Nebenwirkungen von Medikamenten oder auch Hormonschwankungen beispielsweise in der Schwangerschaft.
  • Kreisrunder Haarausfall: Bei dieser Art des Haarausfalls verlieren Betroffene an verschiedenen Stellen des Kopfes kreisförmig Haare. Es handelt sich um eine Entzündung, die oft als Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung auftritt.
  • Spannungshaarausfall: Auch beim Spannungshaarausfall steckt Stress zumeist dahinter. Wenn die Kopfhaut auf Dauer angespannt wird, fallen an dieser Stelle die Haare aus. Der Grund: Die Haarfollikel werden nicht mehr mit genügend Blut versorgt.

Es ist ein weit verbreiteter Glaube, dass Stress der Hauptgrund für Haarausfall ist. Während es zutrifft, dass extrem hoher Stress zu einer Form des Haarausfalls namens Telogen-Effluvium führen kann, ist der häufigste Haarausfall, die androgenetische Alopezie, genetisch bedingt.

Weltweit sind ca. 50 Prozent der Frauen und 80 Prozent der Männer von Haarausfall betroffen. Übrigens: Männer leiden häufiger als Frauen an Haarausfall.

Mythen über Haarausfall

Viele Menschen glauben fälschlicherweise, dass Haarausfall immer permanent ist. Tatsächlich gibt es verschiedene Arten von Haarausfall, von denen einige reversibel sind.

Die Annahme, dass häufiges Haarewaschen Haarausfall verursacht, ist ebenfalls ein weit verbreiteter Irrglaube. Tatsächlich ist regelmäßiges Haarewaschen wichtig für die Aufrechterhaltung der Hygiene der Kopfhaut und kann helfen, Haarprobleme wie Schuppen und Kopfhautentzündungen zu verhindern, die wiederum Haarausfall fördern können.

Der Glaube, dass das Schneiden der Haare sie dicker oder schneller wachsen lässt, ist ein weiterer verbreiteter Mythos. Haarschnitte verändern das Erscheinungsbild der Haare, haben aber keinen Einfluss auf die Wachstumsrate oder die Dichte der Haare.

Diese Mythen sind oft das Ergebnis von Missverständnissen, Halbwissen oder überholten Vorstellungen über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Haarausfall. Es ist wichtig, sich auf wissenschaftlich fundierte Informationen zu verlassen, besonders wenn es um Gesundheit und Behandlung geht. Ein besseres Verständnis der wahren Ursachen von Haarausfall kann dazu beitragen, geeignete Maßnahmen zu ergreifen und realistische Erwartungen zu setzen.

Traktionsalopezie: Haarausfall durch mechanische Belastung

Bei der Traktionsalopezie handelt es sich nicht um eine körperliche Erkrankung, sondern um einen Haarausfall durch übermäßige mechanische Belastung des Haars. Meistens sind Frauen betroffen, die häufig enge, straffe Zöpfe tragen. Wird die Frisur nach Vorliegen einer Traktionsalopezie lockerer oder die Haare offen getragen, kann der Haarwuchs wieder normal einsetzen.

Eine Traktionsalopezie tritt durch eine übermäßige mechanische Belastung der Haare auf. Der Haarausfall tritt dort auf, wo die Haare der Belastung ausgesetzt sind. Bei engen Haarbändern oder straffen Frisuren ist dies meist der Haaransatz an der Stirn und den Seiten - denn dort liegt die größte mechanische Belastung vor.

Wer erste Symptome nicht bemerkt und entsprechend handelt, riskiert ein weiteres Fortschreiten des Haarverlusts. Das Haar wird an den betroffenen Stellen dünner, es können vermehrt kurze abgebrochene Härchen auftauchen (zum Beispiel am Haaransatz), der Haaransatz kann zurückweichen, es können kahle Stellen entstehen. Wird die Ursache nicht behoben, können die Haarfollikel so stark geschädigt werden, dass sie vernarben und keine neuen Haare mehr bilden können. Auch die Kopfhaut kann glänzend und vernarbt sein.

Behandlung und Vorbeugung der Traktionsalopezie

Eine Traktionsalopezie wird behandelt, indem man ihren Auslöser vermeidet. Frisuren oder Kopfbedeckungen sollten so gestaltet sein, dass sie keine Zugkraft oder Druckbelastung auf das Haar und die Haarwurzel ausüben. Das Haar sollte öfter mal einfach locker oder offen getragen werden. Auch das tägliche Styling kann die Haare überstrapazieren.

Einer Traktionsalopezie lässt sich vorbeugen, indem man Stress für die Haare so weit wie möglich reduziert. Dazu gehört insbesondere das richtige Styling und der richtige Haarschmuck. Es spricht nichts dagegen, auch mal eine straffe Frisur zu tragen. Das sollte man aber nicht täglich tun. Wenn die Frisur durch Zug an den Haaren schmerzt, sollte man sie direkt lösen. Auch chemischen Stress für die Haare sollte man vermeiden - dazu gehören vor allem Färben, Tönen und Blondieren.

5 Tipps Für Optimale Haarpflege im Winter

  • Häufiges Haarewaschen vermeiden: Greif stattdessen mal zu Trockenshampoo. Das verringert nach und nach den Impuls zur Rückfettung durch die Kopfhaut.
  • Kneipp fürs Haar: Wasche deine Haare nach dem Sport erst mit warmem, dann mit kaltem Wasser. Die Haare danken's dir mit Extra-Glanz. Shampoo ist übrigens nicht zwingend nötig, wenn deine Haare vor dem Sport nicht fettig waren.
  • Striegel dich! Regelmäßiges Bürsten und Kämmen ist das A und O der Haarpflege, denn eine gut durchblutete Kopfhaut kann mehr leisten. Wer 1a-Haarwachstum will, sollte sich nach dem Haarewaschen noch eine Kopfmassage verpassen, und zwar am besten kopfüber!
  • Gesunde Ernährung: Die Vitamin-Formel für volles und kräftiges Haar lautet: Vollkorn, Nüsse, Hülsenfrüchte und täglich frisches Gemüse und Obst! EIne pflanzlich basierte Mischkost bringt dir jede Menge B-Vitamine, Antioxidantien und mehrfach ungesättigte Fettsäuren.
  • Nachfetten erwünscht: Conditioner ist ausdrücklich erlaubt, denn er ersetzt den schützenden Fettfilm der Kopfhaut und hält sie so prima gesund. Ganz nebenbei werden auch die Haarwurzeln gestärkt. Wichtig: Conditioner immer ins handtuchtrockene Haar auftragen, wenn's was bringen soll!

Fazit

Es gibt also Entwarnung: Mützen helfen dir durch den Winter und sind nicht an deinem Haarschwund schuld. Wenn du viele Haare verlierst und den Grund dafür nicht kennst, solltest du immer einen Arzt aufsuchen.

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