Viele Männer entscheiden sich für eine Glatze, sei es aus praktischen Gründen, aufgrund von Haarausfall oder einfach als modisches Statement. Eine dauerhafte Haarentfernung kann hier eine attraktive Option sein, um den Aufwand der regelmäßigen Rasur zu vermeiden. Es gibt verschiedene Methoden, die in Frage kommen, jede mit ihren eigenen Vor- und Nachteilen.
Am Anfang steht zunächst die Entscheidung, sich die Glatze überhaupt lasern zu lassen. Immerhin ist diese Entscheidung fürs Leben und nicht umkehrbar - daher sollte sie nicht aus einer Laune heraus getroffen werden!
Danach folgt die Suche nach geeigneten Laserstudios. Nicht jede Einrichtung ist geeignet und von IPL-Behandlungen sollten Sie am Kopf besser die Finger lassen, zumal IPL (Intense pulse light) kein Laser ist. Um einen Laser bedienen zu dürfen, ist seit 2020 ein entsprechendes Gesetz erlassen worden, welches sicherstellen soll, dass nur geschultes Fachpersonal damit hantiert! IPL-Systeme hingegen unterliegen dieser Regelung nicht und es gibt einige „schwarze Schafe“ in der Branche! Andere Einrichtungen hingegen lehnen Kopfbehandlungen im Vornherein ab. Damit hatte ich ebenfalls zu kämpfen. In Deutschland hängen wir da ziemlich hinterher! In anderen Ländern werben entsprechende Einrichtungen mit der Kopfhaarentfernung auf ihren Webseiten!
Die Ablehnung vieler Studios ist auch auf fehlender Erfahrung begründet - denn leider greifen die meisten Männer doch eher zum Alpezin oder lassen sich Haare verpflanzen als sich vor den Laser zu setzen - leider! Alpezin & Co.
Grundsätzlich kann nur dunkles Haar behandelt werden da der Laser auf das dunkle Melanin im Haar abzielt. Der Laserimpuls ist nichts Anderes als Infrarotstrahlung welche dunkle Strukturen erhitzt. Sie kennen es von schwarzen Oberteilen in der Sonne - sie werden heiß. Dasselbe passiert mit dem Haar. Es wird schlagartig erhitzt und die Hitze wird vom Haar dann an die daran anschließenden Blutgefäße und Nährzellen abgegeben welche durch die Hitzeeinwirkung verödet werden - das Haar stirbt im besten Fall ab und fällt innerhalb von meist 2-3 Wochen dann aus. Die besten Ergebnisse werden mit schwarzen Haaren auf heller Haut erzielt. Die helle Haut wird nicht erhitzt und bleibt unversehrt. Eine Kühlung am Laser verhindert zusätzlich Hautreizungen indem die Oberfläche gekühlt wird.
Haare ohne Farbpigment können nicht behandelt werden da keine Erhitzung möglich ist. Wenn Ihre Haut dunkler ist, kommt ggf. noch eine Behandlung mit dem Nd:YAG-Laser in Betracht. Der GentleLase (Pro) kann auch von Alexandrit auf YAG umgestellt werden. Tor 2 für Haarfetischisten! Suchen Sie am besten speziell nach Studios mit einem „Candela Gentlemax Pro“ oder „GentleLase“-Laser! Dabei handelt es sich um einen Alexandrit-Laser welcher mit 755 nm Wellenlänge arbeitet. Einige Modelle lassen sich auch als nd:YAG-Laser mit 1064 nm Wellenlänge nutzen. Diese ist geeignet für dunklere Hauttypen wobei der Alexandrit-Modus nur für die hellen Hauttypen vorgesehen ist da er aggressiver ist.
Dieses Lasersystem wurde bei allen im Internet auffindbaren Videos zu Kopfbehandlungen verwendet und zeigte sich jeweils als sehr effektiv und die Reizungen hinterher waren am wenigsten dank der hervorragenden Kühlung mittels Kältespray nach jedem Laserschuss.
Ein weiterer Vorteil ist die Bauart des Lasers: Laserkopf ist so konstruiert, dass man den zu lasernden Bereich gut sehen kann! Der Behandler sieht also gut, wo er wirklich lasert und kann somit gründlicher abtasten. Denn gelasert wird in der Stempeltechnik und das Areal muss „abgestempelt“ werden.
Vergessene Stellen führen zu scheußlichen Inseln, Flecken und Kreisen im Wuchs da die Haare eben nur da ausfallen wo auch ein Impuls gesetzt wurde. Später dazu mehr.
Ich wurde vor einigen Jahren mal mit einem Diodenlaser behandelt und total verpfuscht (3 Sitzungen, jeweils immer 50% vergessen), dazu mit einem veralteten System (Leda Epi 808) und eine Behandlung in einem anderen Studio mit der SHR-Methode (Alma Soprano ICE) zeigte bei mir gar keine Wirkung - ausser die Hautreizungen! Die wenigen entfernten Haare kamen dann wieder nach 12 Wochen.
Nun mit dem „Candela GentleLase“ gibt es super Ergebnisse zu sehen! Nach meinem Studiowechsel ins Ärzte und Laserzentrum in Frankfurt wurde dort im Juni 2023 aufgerüstet und der Candela Gentlemax Pro Plus eingeführt.
Der richtige Abstand spielt eine große Rolle bei der ganzen Lasergeschichte. Kopfbehandlungen sind und bleiben in Deutschland selten und die wenigen Studios, die sich da dran wagen haben kaum oder keine Erfahrung und denken daher pragmatisch: Was für den restlichen Körper gilt, greift auch am Kopf. Aber Stop!
Am Körper befinden sich je nach Region meist nur ca. 15-30% aller sichtbaren Haare in der Wachstumsphase. Die übrigen Haare sind inaktiv oder stecken ohne direkte Verbindung zur Wurzel noch in der Haut. Nur Haare in der Wachstumsphase sind behandelbar, weshalb es immer mehrere Sitzungen braucht. Am Körper variieren die idealen Abstände zwischen 6 und 8 Wochen da in der Zeit andere Haare aktiv werden um dann ebenfalls durch den Laser zerstört werden zu können.
Aber jetzt kommt die Krux: Am Kopf befinden sich mindestens 80-90% in der Wachstumsphase und nur etwa 10% sind am Tag der Behandlung „sicher“ vor dem Laser. Das heißt, dass theoretisch diese 80-90% der Haare auf einen Schlag zerstörbar sind. Darum gibt es bei den ersten Sitzungen auch markante Veränderungen! Am Kopf sollten die Abstände zwischen einzelnen Sitzungen deutlich kürzer sein, denn in jeder Sitzung werden zwangsläufig Stellen vergessen was dann durch die hohe Effektivität des Lasers zu markanter Flecken/Insel/Kreis-Bildung führt. Dazu herrscht einfach ein reges Wachstum, sodass jederzeit Haare zum Lasern vorhanden sind.
Getroffene Stellen sind oft fast kahl nach einer Sitzung, vergessene Stellen zeichnen sich im Wuchs unverändert scharfkantig ab. Das kann die Optik beeinträchtigen oder gar entstellend sein und eine Kopfbedeckung wird nicht nur wegen der zu vermeidenden Sonne zur Pflicht, will man keine seltsamen Blicke ernten! Durch kurze Behandlungsabstände kann die entstellte Zeit kurz gehalten werden. Bei mir war nach 3. Sitzungen jede Stelle mindestens einmal getroffen und somit die letzten „Inseln“ verschwunden, der Look wieder einheitlich.
Einige Studios wollen einem weißmachen, dass diese Flecken/Inseln keine vergessenen Stellen seien und das „normal“ sei. Das ist „Bullshit“ und ist nur eine Ausrede für eine ungründliche Abtastung. In Einzelfällen kann Fleckenbildung entstehen, wenn der Laser in Teilbereichen nicht wirkt, etwa durch falsche Einstellungen oder zu tief liegendem Haar. Diese Flecken sehen aber völlig anders aus als vergessene Stellen!
Ein paar kleine Stellen sind noch in Ordnung und kaum vermeidbar, teils werden aber größere Flächen gerne vergessen! Das mag an Beinen oder Armen hinterher nicht so auffallen, - am Kopf führt das zu vorübergehender Entstellung. Erfahrenes und gewissenhaft arbeitendes Personal zeichnet sich ein Raster auf den Kopf und lasert Feld für Feld überlappend ab.
Darum sollten Sie besonders am Anfang auf Abstände von maximal 4 Wochen zwischen einzelnen Behandlungen bestehen! Alles andere zieht es nichtsnutzend in die Länge und man läuft länger optisch verschandelt herum.
Wenn zum Ende der Lasertherapie kaum noch was wächst, kann man natürlich die Abstände bei Bedarf erhöhen.
Im Internet liest man auf sämtlichen Seiten zum Thema dauerhafte Haarentfernung, dass man kaum bis nichts spürt. Das mag an einigen gängigen Körperstellen so sein, - am Kopf sieht die Welt aber anders aus!
Besonders bei dichtem Haar ist die Laserbehandlung durchaus schmerzhaft. Es lässt sich gut mit einem Gummiband vergleichen welches man auf die Haut flitschen lässt. Speziell am Hinterkopf tut es teils ganz ordentlich weh. Oben drauf schmerzt es gewöhnlich weniger, - auch bei vollem Haar.
Je geringer die verbleibende Haardichte ist, desto schmerzärmer wird die Behandlung grundsätzlich. Jedoch sollte die Energiedichte rasch erhöht werden, um auch das anschließend feiner nachwachsende Haar zu zerstören. Somit kann es auch bei kaum noch vorhandener Behaarung schmerzhaft sein.
Alles was mit Epilieren und Waxing zu tun hat würde ich aber als schmerzhafter bezeichnen!
Eine Laserbehandlung dauert etwa 10 Minuten wenn man keine Pausen braucht! Direkt nach einer Sitzung ist der Kopf krebsrot, wie bei einem Sonnenbrand. Es brennt zudem leicht. Es kann auch zu leichtem Jucken kommen. In den ersten Stunden nach der Sitzung kommt es zu sog. „Follikelödemen“, einer Reizung welche etwas wie ein Brennesselkontakt aussieht mit kleinen erhabenen Stellen. Dies tut jedoch nicht weh und das leichte Brennen nach der Behandlung selbst verschwindet oft schon nach 1-2 Stunden komplett.
Am nächsten Tag kann eine leichte Rötung erkennbar sein welche aber kaum auffällig ist. Zudem kommt es zu einem leichten Druckschmerz wenn man auf dicht behaarte, gelaserte Stellen drückt. Nach spätestens 3-4 Tagen sollten die Reizungen weg sein und es kann auch dann wieder rasiert werden wie vorher. Auf keinen Fall rasieren wenn es noch gerötet oder gar verpickelt ist! Die Reizungen werden mit abnehmener Haardichte immer weniger und bei mir gab es nach der 3. Sitzung kaum noch Probleme da bis dann schon gute 80% der Haare weg waren!
Lasert man Stellen wo keine Haare sind, merkt man auch nichts und es gibt keinerlei Reizungen der Haut - zumindest nicht bei dem „Candela GentleLase Pro/Gentlemax Pro“-Lasern mit der sehr guten Kältespray-Kühlung!
Nun passiert für etwa eine Woche nichts. Bei mir tauchten dann aber ab dem etwa 12. Tag nach der letzten Sitzung beim Rasieren Stoppeln im Schaum auf, welche 2-3 mm und somit viel länger waren als das was binnen 1 Tag (tägliche Kopfrasur) nachwachsen könnte. Ein klares Zeichen für den Erfolg der Sitzung! Dieser Punkt ist ebenfalls wichtig im Bezug auf die Wirksamkeit einer Sitzung!
Um die Haare wirklich zu zerstören muss der Laser eine gewisse Energie in die Wurzeln schießen um sie ausreichend zu erhitzen. Ebenso ist die Pulsdauer wichtig! Am Kopf sollte sie eher niedrig sein da das Haar nicht so dick ist gewöhnlich. Bei mir wurde mit 3 ms Pulsdauer gelasert, der kürzesten Einstellung. Bei der Energie sollten es schon mindestens etwa 10 J/cm² sein. Weniger Energie führt möglicherweise zu unzureichender Erhitzung der Wurzeln, der Effekt ist schlechter. Für eine erste Sitzung auf voll behaartem Kopf und heller Haut (Ein Kopf wie meiner) sind 10 J/cm² für den Anfang gut und wurden bei mir auch verwendet. In den folgenden Sitzungen sollte die Energie erhöht werden. Zuletzt wurde bei mir mit 21,5 J/cm² sowie 3 ms Pulsdauer (die Dauer eines Lichtimpulses) gearbeitet. Natürlich muss die Hautfarbe und das Schmerzempfinden mit berücksichtigt werden und die Angaben sind nicht 1 zu 1 auf jeden Menschen übertragbar!
Wird aber deutlich weniger Energie als ~ 10 J/cm² genutzt, ist die Sitzung weitestgehend für die Katz, ebenso bei deutlich höheren Pulsdauern (mehr als 30-40 ms). Einige schwarze Schafe in der Branche arbeiten möglicherweise absichtlich mit zu schwachen Einstellungen, um mehr Behandlungen rauszuschlagen was mehr Verdienst bringt!
Doch auch zu hohe Einstellungen sind denkbar, wennauch zum Glück selten! Darum lohnt sich auch mal ein Blick aufs Display des Lasers und ggf.
Wenn nur wenige Stellen je Sitzung vergessen werden, ist der Kopf nach etwa 3-4 Sitzungen wieder einheitlich und die Flecken/Inseln sollten verschwinden. Es folgt eine Phase in der gute 80% aller Haare weg sind und auch kaum Rasurschatten mehr sichtbar ist. Dies war bei mir so.
Bei mir kam es nach 12 Wochen (nach der ersten Behandlung) dann zu einer Welle nachwachsender Haare. Auch der Rasurschatten war wieder leicht erkennbar - allerdings ohne neue Muster und Fleckenbildung. Die 4 und 5. Sitzung haben diese Haare dann entfernt und gute 90-95% aller Haare waren weg.
Da ich in der Hinsicht ein möglichst perfektes Ergebnis möchte und mich auch feines Fusselhaar stört, habe ich mittlerweile an die 30 Sitzungen absolviert. Noch immer gibt es - wennauch feines, damenbartartiges Haar, welches auf den Laser anspricht und es wird mit sehr hoher Energie gelasert (21,5 J/cm² zuletzt). Da ich selbst noch in den Behandlungen stecke, kann ich noch nichts über die Zeit danach sagen! Eine 100% Haarfreiheit kann allerdings nicht erreicht werden da graues Haar oder Flaum nicht gelasert werden kann da es kein Melanin besitzt. Hier hilft nur die Nadelepilation (Sinn macht es bei einzelnen, grauen Haaren).
1 Monat nicht rasiert und es ist immernoch glatt, jedoch nicht 100% haarlos!
Neben der Laserbehandlung gibt es auch andere Methoden zur dauerhaften Haarentfernung, die in Betracht gezogen werden können:
Jede Methode hat ihre spezifischen Vor- und Nachteile, die bei der Wahl berücksichtigt werden sollten:
| Methode | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Laserbehandlung | Effektiv, präzise, relativ schmerzarm | Nicht für alle Haut- und Haartypen geeignet, mehrere Sitzungen erforderlich, kann teuer sein |
| IPL | Geeignet für größere Flächen, weniger schmerzhaft als Laser | Weniger effektiv bei hellen Haaren oder dunkler Haut, mehrere Sitzungen erforderlich |
| Nadelepilation | Für alle Haut- und Haartypen geeignet, dauerhafte Ergebnisse | Zeitaufwendig, schmerzhaft, teuer |
Die Wahl der richtigen Methode hängt von Ihren individuellen Bedürfnissen, Ihrem Haut- und Haartyp sowie Ihrem Budget ab. Eine professionelle Beratung in einem spezialisierten Studio ist empfehlenswert, um die optimale Lösung zu finden.
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