Glatz (Kłodzko): Sehenswürdigkeiten und Geschichte einer schlesischen Stadt

Glatz (Kłodzko), malerisch im Talkessel der Glatzer Neiße gelegen, bildet das natürliche Zentrum des Glatzer Berglandes (Kotlina Klodzka), dem südlichsten Zipfel der polnischen Sudeten. Umgeben von einer urtümlichen Berglandschaft, bietet dieses Mittelgebirge zu jeder Jahreszeit einen Reiz für Aktivurlauber und Erholungssuchende gleichermaßen.

Historischer Überblick

Die Geschichte von Glatz ist reich und wechselvoll. Bereits im Jahr 937 wurde eine Burg Kladsko urkundlich erwähnt. Um 1250 siedelten sich deutsche Einwanderer an. Glatz besaß bis 1546 Magdeburger Stadtrecht und wurde 1429 von den Hussiten vergeblich belagert. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde es 1622 von den Kaiserlichen erobert und mehrmals von den Schweden belagert.

Zu Beginn des 11. Jahrhunderts kam Glatz (Kłodzko) unter der Regierung Bolesław Chrobrys ("des Tapferen") zu Polen. 1137 verzichtete der König Bolesław Krzywousty ("der Schiefmund") auf das Glatzer Land zugunsten Böhmens. Die Herren des Glatzer Landes, die schlesischen Piasten, wurden zu Lehnsmännern des tschechischen Königs. 1334 erhielt Glatz die Stadtrechte. Im 17. Jahrhundert fiel die Stadt an die Habsburger.

Nachdem Glatz preußisch geworden war, wurde es 1760 von Laudon belagert und die Zitadelle durch Überfall genommen. Friedrich der Große versah Glatz mit neuen Befestigungen. 1807 erfuhr Glatz noch eine hartnäckige Belagerung von Seiten der mit Napoleon verbündeten Bayern und Württemberger. Der Tilsiter Friede ließ Glatz im Besitz Preußens.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges (1939 - 1945) wurde Glatz im März 1945 von der Roten Armee besetzt und der polnischen Verwaltung übergeben. Die Bevölkerung wurde bis Anfang 1946 vollständig vertrieben. Viele Menschen starben während des Transports in Viehwaggons an Erfrierung, Entkräftung, Gram oder Hunger.

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Sehenswürdigkeiten in Glatz

Die Stadt Glatz bietet eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten, die einen Besuch lohnen. Hier sind einige Highlights:

  • Festung Glatz: Die Festung auf dem Felsenhügel des Schlossberges bietet einen wunderbaren Ausblick auf die historische Altstadt. Sie wurde im 17. Jahrhundert von den Habsburgern erbaut und im 18. Jahrhundert von Friedrich dem Großen ausgebaut.
  • Gotische Brücke über Młynówka: Diese Brücke aus dem 14. Jahrhundert spannt sich über den Mühlgraben (Kanal Młynówka) und ist mit ihren lebensgroßen steinernen Figuren eine Miniaturausgabe der Prager Karlsbrücke. Sie ist eine der berühmtesten und wertvollsten Brücken Schlesiens.
  • Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt: Diese gotische Kirche befindet sich nur wenige Gehminuten vom Marktplatz entfernt.
  • Franziskanerkloster und Barockkirche Maria Rosenkranz: Die prachtvollen Bauten des Franziskanerklosters und der dazugehörigen zweitürmigen Barockkirche Maria Rosenkranz erinnern an den großen Einfluss des Franziskanerordens auf die geistige Entwicklung der Stadt.
  • Unterirdischer Jahrtausendweg: Erkunden Sie die mehrgeschossigen, miteinander verbundenen Kellergewölbe unter der Altstadt, die über viele Jahrhunderte von Kaufleuten als Lagerräume genutzt wurden.
  • Museum des Glatzer Landes: In der Straße ul. Lukasiewicza 4 informiert das Museum des Glatzer Landes (Muzeum Ziemi Kłodzkiej) über die Geschichte von Glatz (Kłodzko).

Die Glatzer Festung

Bereits seit dem 10. Jahrhundert stand an dieser Stelle eine slawische Wehrburg. Die strategische Bedeutung von Glatz veranlasste die Habsburger, im ausgehenden 17. Jahrhundert an Stelle der ursprünglichen Burg eine Festung zu bauen, die sich im Ersten Schlesischen Krieg 1742 den preußischen Truppen geschlagen geben musste.

Nach den drei Schlesischen Kriegen (1740-1763) begann der preußische König Friedrichs II. (der Große) die neugewonnen Gebiete zu sichern. Auf seinen Befehl wurde die Glatzer Festung ausgebaut und war - neben den Fortifikationen in Silberberg (Srebrna Góra), Schweidnitz (Świdnica) und Neisse (Nysa) - Teil eines größeren Festungssystems. Zur Anlage gehörte auch ein Netz aus kilometerweiten unterirdischen Gängen.

Das Glatzer Bergland

Die Kurorte des Glatzer Berglandes wie Duszniki Zdroj (Bad Reinerz), Kudowa Zdroj (Bad Kudowa) oder Ladek Zdroj (Bad Landeck) sind berühmt wegen ihrer Minerallquellen. Einst kurten hier selbst Friedrich der Große, Goethe und Turgenjew. Wer nicht Muße, sondern aktive Erholung sucht, kann die Neiße entlangwandern bis Wartha (Bardo), wo sie die Sudeten durchbricht, oder aber die Gebirgsketten durchstreifen vom Heuscheuer Gebirge (Gory Stolowe) im Nordwesten bis zu den Goldenen Bergen (Gory Zlote) im Osten.

Überschwemmung 1997

Im Juli 1997 war Glatz (Kłodzko) auf den Titelseiten sämtlicher polnischer Zeitungen. Innerhalb weniger Stunden stieg der Pegel der Glatzer Neiße (Nysa Kłodzka) um sieben Meter. Große Teile der Stadt versanken in den Fluten. Fast einen Monat brauchte der Fluss, um wieder auf den normalen Stand zu fallen.

Einwohnerentwicklung

Im Jahr 1900 lebten in Glatz mit Garnison (Infanterieregiment 38) 14.926 Einwohner, der Großteil waren Katholiken, 2564 waren Evangelische und 183 Juden.

Weitere Informationen

Glatz hat ein Gymnasium mit Konvikt, 2 Waisenhäuser und ist Sitz eines Landgerichts, eines Hauptsteueramts und einer Nebenstelle der Reichsbank.

Karte von Glatz

Auf den Stadtplänen von ViaMichelin können Sie sich für jede Stadt die üblichen kartografischen Elemente (Namen und Arten von Straßen und Wegen) sowie auch detailliertere Informationen anzeigen lassen: Fußgängerzonen, Gebäudenummern und die Richtung von Straßen, Verwaltungsgebäude sowie die wichtigsten Wahrzeichen der Stadt (Rathaus, Bahnhof, Post, Theater usw.). Sie können sich auch Parkmöglichkeiten in der Stadt Glatz, Verkehrsinformationen in Echtzeit für diese Stadt sowie Tankstellen anzeigen lassen.

Unterkünfte in Glatz

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