Was Sie beim Glätten Ihrer Haare beachten sollten

Glätteisen sind schnelle Helfer, nicht nur, wenn es um seidige Haare geht. Viele Frauen können sich ein Leben ohne Glätteisen nicht mehr vorstellen. Es gilt als Wunderwaffe, welche sich zweckentfremden lässt. Damit Ihre Haare jedoch keinen Schaden davon tragen, gibt es einiges zu beachten. Doch neben diesen ganzen Vorteilen, gibt es durchaus einige Gefahren, die vor allem bei falscher und übermäßiger Anwendung entstehen. Etwa ausgetrocknete Haare, Spliss oder gar Haarbruch. Um dem vorzubeugen, haben wir hier für Sie die wichtigsten Informationen rund um die nützliche Frisierhilfe sowie Alternativen zusammengestellt.

Widerspenstige, lockige, naturkrause Haare - sie alle lassen sich mithilfe eines Glätteisens bändigen. Doch nur wenn Sie verantwortungsbewusst und umsichtig damit umgehen, werden Sie langfristig Freude daran haben. Die Hitze des Eisens verändert kurzzeitig die Haarstruktur, was zu einer glatten, seidigen Mähne führt - auf Dauer das Haar jedoch strapaziert.

Bevor Sie loslegen, sollten Sie Ihren Haarzustand aufmerksam und ehrlich analysieren: Ist es geschmeidig oder trocken und splissig? Stark angegriffenes Haar sollte auf keinen Fall geglättet werden, ansonsten ist es je nach Beschaffenheit “erlaubt“ - immer unter der Verwendung von passenden Pflegemitteln.

Es gibt ja Glätteisen in Hülle und Fülle. Da stellt sich die Frage: Welches ist jetzt das geeignete Produkt für mich und wie wende ich es richtig an? Neben dem Preis und den technischen Aspekten, solltest du beim Kauf auch unbedingt auf deinen Haartyp und auf den Zustand deiner Haare achten.

Um bleibende Hitzeschäden zu vermeiden, sollte dein Stylingerät unbedingt über eine Temperaturregelung verfügen. Feines bzw. kürzeres Haar benötigt meist nur Glätteisen mit schmalen Platten. Achte auf die Beschichtung! Es gibt mittlerweile Modelle, die auch über einen Hitzeschutzsensor verfügen. Sehr geschädigtes Haar, z. B. nach einer Blondierung, sollte längere Zeit nicht geglättet werden. Die Haarstruktur ist bereits sehr angegriffen. Glätten OHNE Hitzeschutz ist tabu!

Die richtige Vorbereitung

Um die Haare aufs Glätten einzustimmen, sollten sie (am besten schon am Vortag) mit einem Feuchtigkeitsshampoo gewaschen werden sowie mit einer Spülung, Kur oder Conditioner ausreichend gepflegt werden.

Wer seine Haare direkt vor dem Glätten wäscht, strapaziert sie doppelt. Werden sie am Vortag gewaschen hat das Haar Zeit, seine natürliche Fettschicht nachzubilden. Durch die aufkommende Hitze von 120 bis 200 Grad des Glätteisens, raten Profis, sich das Haar nicht vorher schon mit einem heißen Föhn zu trocknen. Besser die Haare kalt trocken föhnen. Sonst wird die Proteinschicht im Haar schnell überstrapaziert.

Sollten Sie direkt nach dem Waschen glätten wollen, unbedingt vorher auf einer kühlen Stufe halbtrocken föhnen, da die Haare im nassen Zustand sehr instabil sind und schnell brechen. Glätten Sie Ihre Haare deshalb niemals in nassem Zustand - dabei schaden Sie Ihrer Haarstruktur enorm und erhalten auf Dauer kaputtes, splissiges Haar.

Die richtige Anwendung des Glätteisens

Nach ca. einer Minute hat das normale Glätteisen seine Durchschnittstemperatur von 120° Celsius erreicht und ist verwendbar. Nun nehmen Sie eine mit Hitzeschutz präparierte Strähne und ziehen Sie diese geschlossen vom Haaransatz bis zu den Spitzen durch das Glätteisen. Nie direkt am Ansatz ansetzen - dabei riskieren Sie die Gefahr, sich an der Kopfhaut zu verbrennen.

Zuerst sollte das untere, dann abschließend das Deckhaar behandelt werden - Strähne für Strähne. Gleichmäßige Bewegungen sind wichtig, damit das Haar nicht stellenweise länger behandelt und überhitzt wird. Während des Glättens einen großen Bogen ziehen, um abstehende Spitzen zu verhindern. Anschließend mit Anti-Frizz-Pflege oder Haarspray fixieren, um die Frisur wetterfest zu machen.

Für lange Haare sollten die Platten breiter sein. Für einen glatten Pony sollte das Eisen nicht gerade nach unten, sondern ähnlich einer Rundbürste eingedreht nach unten gezogen werden. Das Gleiche gilt für kurze Haare. Anschließend etwas Gel zwischen den Handflächen verreiben und damit leicht fixieren.

Ziehe dein Haar mit dem Glätteisen nicht nach unten. Nimm einen Kamm und streiche eine dicke Strähne heraus. Knicke entstehen, wenn ihr das Glätteisen falsch und zu lange an derselben Stelle haltet und es nicht mit Schwung durch zieht.

Die richtige Temperatur

Die verwendete Temperatur eine große Rolle: Mehr als 200 Grad Celsius dürfen unabhängig vom Haartyp nicht sein. Dies schadet der Haarstruktur und führt auf Dauer zum gegenteiligen Ergebnis. Wenn die Temperatur zu niedrig ist, müssen Sie die einzelnen Haarsträhnen zu häufig durch das Glätteisen ziehen - was wiederum die Haare unnötig strapaziert und aufraut. Die ideale Temperatur liegt zwischen 120 und 180 Grad Celsius, je nach Beschaffenheit der Haare.

Welcher Temperatur Sie Ihre Haare aussetzen, ist wichtiger, als man vielleicht zunächst denken mag. Die Temperatur-Einstellung wird von Glätteisen zu Glätteisen unterschiedlich handgehabt. So gibt es beispielsweise stufenlose Temperaturregulatoren. Das Gerät passt die Temperatur dann automatisch an die Beschaffenheit Ihrer Haare an. Bei anderen Glätteisen muss man die Temperatur selbst einstellen. In diesem Fall ist es wichtig, sein Haar richtig einzuschätzen. Bei feinem und dünnem Haar ist zu beachten, dass man zum Glätten weniger Hitze als bei dickem oder lockigem Haar anwendet.

Für feines Haar eignet sich eine Temperatureinstellung im niedrigen Bereich bei ca. 180 Grad. Bei dickem oder lockigem Haar ist eine höhere Temperatur bis maximal zu 210 Grad. "Studien zeigen, dass Temperaturen ab 210 Grad das Haar irreversibel schädigen. Dies wird in der Fachsprache denaturieren genannt (die strukturelle Veränderung von Proteinen): Das Haarkeratin schmilzt! Unter 210 Grad sind die Veränderungen am Haar reversibel. Bei 185° Grad ist die Schonung der Struktur am stärksten, bei gleichzeitig bestem Styling-Ergebnis. Wärme unter 185°C kreiert keine anhaltenden Stylingergebnisse", erklärt Verena Schöneberg.

Glätteisen nie ohne Hitzeschutz anwenden

Damit die hohen Temperaturen des Glätteisens die Haare nicht schädigen, gibt es bestimmte Pflegeprodukte, die vor dem Einsatz immer aufgetragen werden sollten. Sie können frei wählen zwischen Fluids, Mousse, Creme oder Spray. Diese Hitzeschutzmittel haben die Gemeinsamkeit, dass sie eine Art Puffer zwischen Glätteisen und Haar bilden und so Schäden aufgrund des starken Temperaturanstiegs verhindern. Häufig verdunstet ein Teil des Mittels während der Behandlung. Über austretenden Dampf sollten Sie sich dann keine Gedanken machen.

Es gilt die Faustregel: Je kräftiger und gepflegter das Haar, desto häufiger können Sie es glätten. Feines, sensibleres Haar sowie kaputte und strapazierte Längen sollte nicht mehr als zweimal die Woche beansprucht werden. Man sollte den Haaren unbedingt eine Pause gönnen. Zwei bis drei Mal die Woche ist Maximum für jeden Haartyp. Denn sonst droht Glanzverlust und fizzelige Haarstruktur!

Keine oder falsche Pflegeprodukte sind irgendwann der Tot für jedes Haar. Unbedingt darauf achten, dass das Haar mit Shampoo und Spülung gewaschen wurde. Vor dem Glätten dann auf jeden Fall einen Hitzeschutz hinein geben. Diese Produkte errichten quasi eine Barriere zwischen dem Haar und der Hitze des Gerätes und verhindern so, dass die Temperatur im Haarinneren zu hoch wird.

Glätten OHNE Hitzeschutz ist tabu! Ziehe dein Haar mit dem Glätteisen nicht nach unten.

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Glätteisen kaufen: Darauf sollten Sie achten

Glätteisen gibt es von 10 bis 300 Euro. Teuer ist nicht gleich besser, deshalb unbedingt auf die nachfolgenden Faktoren achten: Je glatter die Heizplatten des Eisens sind, desto schonender ist es für Ihr Haar, da Reibung seine Oberfläche beschädigt. Metallplatten sind zu vermeiden, da sie es spröde und splissig machen. Gute Ergebnisse sind mit Keramik- und Teflonbeschichtung zu erzielen. Keramik sorgt für eine gleichmäßige Wärmeverteilung. Tumalin stoppt die statische Aufladung der Haare, sodass sie nicht mehr wirr abstehen und an der Haut kleben.

Wenn das Gehäuse robust ist und die Platten dann noch federn, wird eine ausgewogene Anwendung möglich. Auch die Temperatur sollte nach einiger Zeit automatisch reguliert und ausgeschaltet werden, damit Gerät und Haare nicht überhitzen. Ein kleiner Extra-Tipp: Wer gerne mal vergisst, ob er in der Hektik das Glätteisen ausgeschaltet hat, sollte sich auf jeden Fall für ein Gerät entscheiden, dass sich selbstständig ausschaltet.

Billige Produkte sind nicht gut verarbeitet und können dem Haar schaden. Besser etwas länger sparen und sich ein schonendes Produkt mit guten Glätte-Platten zulegen. Woran du den Unterschied erkennst? Die Billigversionen haben nur eine Metallschicht, während die besseren Konkurrenzprodukte Keramik- oder Teflonversiegelte Platten bieten. Profitipp: Je glatter die Platten, desto besser bekommt es den Haaren.

Glätteisen haben unterschiedliche Beschichtungen. Es gibt Geräte mit Metallplatten, dann unterschiedliche Formen von Keramikbeschichtungen und markenspezifische Plattenbeschichtungen", erklärt Verena Schöneberg. Am häufigsten laufen einem diese drei verschiedene Typen von Platten über den Weg: Glätteisen mit Metallplatten, Keramikplatten oder der noch relativ neuen Ionentechnologie. Wenn Sie auf der Suche nach einem günstigen Glätteisen sind, dann finden sie höchstwahrscheinlich nur Geräte mit Metallplatten. Aber Vorsicht: Diese sollen schädlich für das Haar sein. Der Grund: Metall dehnt sich wenn es heiß wird aus. Die Wärme kann sich so nicht gleichmäßig auf den Platten verteilen. Das Haar trocknet so viel schneller Haare aus und geht kaputt, da manche Stellen auf den Platten viel zu heiß sind.

Anderes als bei Glätteisen mit Keramikplatten. Deswegen sollte man Keramikplatten den Metallplatten-Geräten vorziehen. Die Wärme kann sich hier nämlich zum einen gleichmäßiger verteilen. Zum anderen schützen die Keramikplatten das Haar außerdem vor einer zu starken Hitzebelastung. Noch ziemlich neu auf dem Markt sind Glätteisen mit Ionentechnologie. Die Ionen sorgen dafür, dass sich die Haare geschmeidiger, kräftiger und gesünder anfühlen, nachdem man sie geglättet hat. Darüber hinaus verleiht diese Technologie den Haaren eine Extraportion an Glanz.

Alles in allem ist es also wichtig, das die Beschichtung schonend für die Haare ist, meint auch Verena Schöneberg: "Bei maximaler Haarschonung sollte ein bestmögliches Styling gelingen und die äußere Schuppenschicht geschlossen werden, um glattes, geschmeidigeres, glänzendes und kräftigeres Haar zu erhalten."

Verschiedene Glätteisen-Typen und ihre Eigenschaften

Plattenmaterial Vorteile Nachteile
Metall Günstig Ungleichmäßige Wärmeverteilung, kann das Haar schädigen
Keramik Gleichmäßige Wärmeverteilung, schützt das Haar vor Überhitzung -
Ionentechnologie Geschmeidiges, kräftiges und glänzendes Haar -

Alternativen zum Glätteisen

Glättungsprodukte greifen nicht nur in die Haarstruktur ein, sondern auch an. Tägliches Gerätenutzen ist allerdings genauso schädlich. Neben dem Glätteisen ist auch ein Glätten mit dem Föhn möglich: Dafür die leicht feuchten Haare mit einem Hitzeschutz vorbereiten, über eine Rundbürste föhnen und abschließend für eine gute Lage mit etwas Gel oder Anti-Frizz-Serum an den Kopf andrücken.

Eine chemische Behandlung ist einmalig belastend, dafür jedoch zeitsparend und praktisch. Ihr Friseur oder Haarexperte kann Ihnen individuell sagen, welche Behandlung für Sie die geeignetste ist.

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