Gestörtes Haarwachstum bei Kindern: Ursachen und Lösungen

Wenn Sie bei Ihren Kindern Haarausfall bemerken, ist die Sorge oft groß. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Haarausfall bei Kleinkindern oder um Haarausfall bei Jugendlichen handelt. Tritt ein Haarausfall bei Kindern oder Jugendlichen auf, ist der Schreck oft groß. Dabei ist auch das nicht ungewöhnlich.

In den meisten Fällen ist Haarausfall bei Kindern harmlos und vorübergehend, aber es gibt auch Fälle, in denen eine (intensive) medizinische Behandlung erforderlich ist oder gar keine Heilung möglich ist. Die meisten Ursachen für Haarausfall sind behandelbar oder heilen von selbst aus. In den allermeisten Fällen wachsen die Haare bei Kindern wieder nach, wenn die Ursache des Haarausfalls behandelt wird.

Es ist zudem wichtig, dass Eltern ihr Kind in dieser schwierigen Phase unterstützen, indem sie ihm helfen, gesunde Gewohnheiten beizubehalten, ihm Mut zusprechen und das Selbstbewusstsein stärken. Für die betroffenen Kinder und ihre Eltern ist der Haarausfall meistens ein Schock, der durch die Reaktionen des Umfelds noch verschlimmert wird. Wichtig ist daher insbesondere, die Kinder auf dem Weg der Therapie seelisch zu begleiten und zu unterstützen. Sie sollten verstehen, dass ein Haarverlust kein Weltuntergang ist und dass sie sich trotzdem schön und wertvoll fühlen können.

Von einer der häufigsten Formen kindlichen Haarverlusts, der Alopezia areata, sind in Deutschland schätzungsweise 400.000 Kinder betroffen. Von der Alopecia areata oder kreisrundem Haarausfall sind in Deutschland über 1,5 Millionen Menschen betroffen, darunter fast ein Drittel Kinder. Kreisrunder Haarausfall bei Kindern kommt bei etwa 1 von 1000 jungen Menschen vor.

Hier ein Überblick über die Häufigkeit von Haarausfall bei Kindern:

Art des HaarausfallsBetroffene Kinder in Deutschland (Schätzung)Häufigkeit
Alopecia Areata (kreisrunder Haarausfall)ca. 400.0001 von 1000 jungen Menschen
Gesamtbetroffene mit Alopecia Areataüber 1,5 Millionen (davon ca. 1/3 Kinder)-

Aber auch unausgewogene Ernährung, falsche Haarpflege oder psychische Probleme können zu Haarausfall führen. Wenn Sie feststellen, dass Ihr Kind unter Haarausfall leidet, ist das sicherlich beunruhigend. Es gibt jedoch viele Ursachen für Haarausfall bei Kindern und Jugendlichen, von denen viele harmlos und leicht zu behandeln sind.

Sind Kinder oder Jugendliche von Haarausfall betroffen, ist es ratsam, zeitnah ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Außerdem sind in der Regel die Heilungschancen besser, umso früher mit der korrekten Behandlung begonnen wird.

Ursachen für gestörtes Haarwachstum bei Kindern

Die Ursache ist dabei oft nicht direkt erkennbar. Die Ursache kann in einer Bulimie, Magersucht oder in einer einseitigen Ernährung liegen. Aber natürlich gibt es viele weitere mögliche Ursachen, die oftmals nicht direkt ersichtlich sind, wie erblich bedingter Haarausfall oder hormoneller Haarausfall, auch wenn diese Formen bei Kindern eher selten sind. Im Teenageralter verändert sich der Hormonspiegel erheblich und kann das Haarwachstum beeinträchtigen. Hormonbedingter Haarausfall sollte von einem Arzt untersucht werden, damit er die beste Behandlung verschreiben kann.

Durch eine körperliche Untersuchung und eine Blutabnahme können bereits wichtige reversible und behandelbare Ursachen gefunden werden. Eine Blutuntersuchung kann jedoch bereits Aufschluss darüber geben, ob beispielsweise ein Mangel an für den Haarwuchs wichtigen Vitaminen und Nährstoffen vorliegt. Bei einer einseitigen oder unzureichenden Ernährung fehlen dem Körper wichtige Nährstoffe. Insbesondere zu wenig Eisen oder Zink im Körper können das Haarwachstum beeinträchtigen und für Haarausfall bei Kindern sorgen.

Der Arzt kann eine körperliche Untersuchung durchführen und Fragen zu den Symptomen, der Krankengeschichte, der Ernährung, dem Lebensstil und der Familiengeschichte stellen. Blutuntersuchungen bzw. Allergietest: Ein Allergietest kann durchgeführt werden, um allergische Reaktionen auf Haarpflegeprodukte oder andere Substanzen auszuschließen.

Auch Pilzerkrankungen wie Tinea capitis können das Haarwachstum stören und zu Haarausfall führen. Zusätzlich kommen bei Kindern infektiöse Erkrankungen der Kopfhaut besonders häufig vor. Insbesondere Pilzerkrankungen wie die Tinea capitis oder Ringelflechte sind verbreitet. Dabei entstehen trockene, gerötete, schuppige Hautveränderungen, die wie eine Entzündung aussehen können.

Psychologische Ursachen: Starker Stress, Psychische Störungen wie Depressionen, Angstzustände und Zwangsstörungen können sich ebenfalls das Haarwachstum auswirken. Diese Umstände können auch dazu führen, dass sich das Kind selbst die Haare ausreißt. Unter artifiziellen Alopezien versteht man einen selbst herbeigeführten Haarverlust.

Hier ist eine Liste der Hauptursachen für Haarausfall bei Teenagern:

  • Hormonelle Probleme
  • Schlechte Ernährung
  • Unbewusstes Ziehen und Zupfen an den Haaren
  • Alopezie

Alopecia areata - Ursachen, Symptome und Behandlung | dermanostic Hautlexikon

Formen des Haarausfalls bei Kindern

Grundsätzlich unterscheidet man einerseits zwischen diffusem Haarausfall, bei dem die Haare über den Kopf verteilt mehr oder weniger gleichmäßig ausfallen und dünner werden, und kahlen Stellen andererseits. Die folgenden Formen des Haarausfalls sind bei Kindern die häufigsten:

Alopecia Areata (Kreisrunder Haarausfall)

Eine der häufigsten Formen von Haarausfall bei Kindern ist der sogenannte kreisrunde Haarausfall, auch bekannt als Alopecia Areata. Kreisrunder Haarausfall ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem des Körpers die Haarfollikel angreift und dazu führt, dass Haare ausfallen und kahle Stellen auf der Kopfhaut des Kindes entstehen. Die Haarwuchsstörung kann Menschen jeden Alters betreffen, tritt jedoch besonders häufig bei Kindern im Alter von 6-12 Jahren auf.

Es entstehen kreisförmige oder ovale komplett kahle Stellen am Kopf. Diese Areale können von der Mitte aus immer größer werden. Die Kopfhaut kann dabei kurz vor dem Haarausfall oder während dem Haarausfall jucken oder brennen.

Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der sich der Körper fälschlicherweise gegen die körpereigenen Haarwurzeln zur Wehr setzt. Es kommt zu einer Entzündungsreaktion an der Haarwurzel, die zu einem Haarverlust führt. Meistens entstehen mehrere kreisrunde kahle Areale, die von gesundem Haar umgeben sind. Man spricht in diesem Fall von einer Alopecia areata circumscripta.

Häufige Auslöser für Alopecia areata ist Stress, in physischer oder psychischer Form. Diese kann ein traumatisches Erlebnis, eine gestörte Darmflora, falsche Ernährung oder bestimmte Medikamente sein. Im Extremfall kommt es zum Verlust der gesamten Kopfbehaarung. Man spricht dann von einer Alopecia totalis.

Wenn kreisrunder Haarausfall Kinder oder Jugendliche betrifft, dann ist das zwar nicht schmerzhaft, kann aber für das Kind emotional belastend sein, besonders wenn es unter Umständen von anderen Kindern gehänselt wird.

Kinder mit Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Vitiligo sowie Patienten mit einem Down-Syndrom sind besonders häufig betroffen. Jungen und Mädchen sind gleich häufig betroffen. Bei etwa 30 bis 40 Prozent der Kinder heilt die Krankheit innerhalb eines halben Jahres spontan aus.

Typisches Bild von Alopecia Areata (kreisrunder Haarausfall)

Tinea Capitis (Pilzinfektion der Kopfhaut)

Insbesondere Pilzerkrankungen wie die Tinea capitis oder Ringelflechte sind verbreitet. Tinea capitis oder Ringelflechte: Pilzerkrankung der Kopfhaut. Diese oberflächliche Pilzerkrankung tritt hauptsächlich bei Kindern vor der Pubertät auf und wird von unterschiedlichen Erregern ausgelöst.

Dabei entstehen trockene, gerötete, schuppige Hautveränderungen, die wie eine Entzündung aussehen können. Dabei entstehen trockene, gerötete, schuppige Hautveränderungen, die wie eine Entzündung aussehen können. Übertragen werden die Pilze vor allem durch engen Kontakt mit Tieren oder in der Landwirtschaft.

Man erkennt sie an runden kahlen Stellen und schuppigen Hautveränderungen, die oft entzündlich aussehen können, sowie vielen abgebrochenen Haaren rund um die kahlen Stellen. Ob eine Behandlung mit lokal aufzutragenden Antimykotika (Antipilzmitteln) reicht oder ob das Kind diese auch schlucken muss, kommt auf das Ausmaß des Befalls an.

Wichtig zu wissen ist, dass einige Pilzerkrankungen ansteckend sind. Bei engem Kontakt mit der betroffenen Region oder gemeinsam benutzten Handtüchern und Kämmen kann der Pilz übertragen werden. Auch Kleidung und Bettwäsche sollten gut gewaschen werden, damit sich das Kind nicht immer wieder infiziert.

Wichtig zu wissen: Diese Pilzerkrankung ist ansteckend. Andere sollten nicht direkt mit der betroffenen Region in Kontakt kommen. Handtücher und Kämme sollten nicht gemeinsam benutzt werden und Textilien und Bettwäsche muss man gründlich reinigen, damit der Haarausfall nicht zurückkehrt.

Traktionsalopezie

Bei der Traktionsalopezie entsteht ein Haarverlust durch regelmäßige feste Frisuren, die an den Haaren ziehen. Auch Dreadlocks, das Tragen von Haarextensions, Wimpernextensions oder zu fest sitzende Haargummis können die Ursache für den Haarverlust sein. Auch das Tragen von Haarteilen, die beklebt bzw. Die lichten Stellen entstehen dabei vor allem an den Haarrändern, insbesondere an der Stirn und an den Schläfen.

Straffe Zöpfe und Pferdeschwänze können auf Dauer so stark an den Haaren zerren, dass sie stellenweise dünner werden. Lass das Kind die Haare also lieber offen tragen und schneide sie gegebenenfalls kürzer, damit sie wieder voller wirken, bis sie nachgewachsen sind. Grundsätzlich spricht nichts gegen Pferdeschwänze und Flechtfrisuren, allerdings sollten sie nicht zu stramm frisiert werden.

Vermieden werden kann das Problem durch lockere Frisuren oder wenn das Haar öfter mal offen getragen wird.

Trichotillomanie

Unter artifiziellen Alopezien versteht man einen selbst herbeigeführten Haarverlust. Es handelt sich dabei weniger um ein Problem der Haare selbst als um ein psychologisches Krankheitsbild. Das Bekannteste davon ist die Trichotillomanie. Dabei reißen sich die Kinder zwanghaft ihre eigenen Haare aus. Es entstehen unscharf begrenzte lichte Stellen.

Ob Angst vor der Schule, ein Trauerfall, Anspannung durch ein neues Geschwisterkind oder Trennung der Eltern - auch Kinder leiden unter Stress. Das kann dazu führen, dass sie aus Nervosität an den Haaren ziehen oder Ticks entwickeln, beispielsweise konstantes Zwirbeln von Haarsträhnen und Zerren an Zöpfen oder Haarsträhnen. Im Extremfall reißen Kinder sich selbst die Haare aus. Dieser Impulsstörung sollte man mit Verständnis und Zuwendung begegnen. Ein Kinderarzt oder -psychologe kann zusätzlich helfen, dem Problem auf den Grund zu gehen. Hört das Kind auf, an der Haaren zu zupfen, wachsen sie wieder nach.

Bei der Trichotemnomanie schneiden die Kinder oder Jugendlichen selbst mit einer Schere einzelne Haarsträhnen ab. Die artifiziellen Alopezien sind keine organische Störung, sondern ein psychologisches Krankheitsbild. Häufig behaupten die Betroffenen jedoch, sich den Haarverlust selbst nicht erklären zu können.

Beim Abschneiden der Haare oder nach einem einmaligen Ausreißen, wachsen die Haare in aller Regel wieder nach. Sollten die Haare allerdings wiederholt ausgerissen werden, kann die Haarwurzeln dauerhaft beschädigt werden und sich somit nicht mehr regenerieren.

Haarausfall aufgrund von Mangelerscheinungen

Gesundes Haar braucht Vitamine und Nährstoffe, um zu wachsen, beispielsweise Vitamin E für die Haarfollikel und Vitamin A für das Sebum (Hauttalg), das der Selbstreinigung der Kopfhaut dient und das Haar geschmeidig hält. Sehr häufig führen auch Nährstoff- oder Vitaminmangel zu einem Haarausfall.

Sehen die Haare dünn und schwach aus, sollte man sich fragen, wie die Ernährung aussieht. Bei einer einseitigen oder unzureichenden Ernährung fehlen dem Körper wichtige Nährstoffe. Insbesondere zu wenig Eisen oder Zink im Körper können das Haarwachstum beeinträchtigen und für Haarausfall bei Kindern sorgen.

Schlecht fürs Haar:

  • Zuckeraltige Lebensmittel
  • Limonaden und andere gesüßte Getränke
  • Fertiggerichte und stark verarbeitete Lebensmittel

Gut fürs Haar:

  • Abwechslungsreiche frische Kost mit viel Obst und Gemüse
  • Beeren, Avocados, grünes Blattgemüse, Nüsse
  • Probiotika

Behandlung von Haarausfall bei Kindern

Eltern haben deshalb schnell die Neigung, den Haarausfall bei ihrem Kind mit diversen marktüblichen Haarwuchsmitteln zu behandeln. Davon können wir allerdings nur stark abraten. Obwohl einige Verkaufsstellen auch Behandlungsmöglichkeiten in Aussicht stellen, wenn Kinder Haarausfall erleiden, so sind die beworbenen Produkte ausschließlich auf Erwachsene getestet.

Kinder befinden sich jedoch nicht nur in der Wachstumsphase, in der sie auf die dem Körper zugeführten Stoffe achten sollten, sondern sind auch sehr empfindlich. Bekannte Haarwuchsmittel wie Minoxidil sind deshalb ungeeignet bei Haarausfall bei Kindern und sollten erst ab 18 Jahren verwendet werden. Dies liegt daran, dass die Produkte in vielen Fällen zu stark für die empfindliche Kopfhaut von Kindern und zu unerwünschten Nebenwirkungen führen können.

Aktuell gibt es auf dem Markt keine Haarwuchsmittel, die für Kinder empfohlen werden. Eltern können jedoch durch gezielte Maßnahmen und eine enge Zusammenarbeit mit Fachärzten aktiv zur Verbesserung der Situation beitragen.

Hier sind einige Behandlungsansätze:

  • Ernährungsumstellung: Eine Ernährungsumstellung kann dabei eine wirksame Möglichkeit sein, Haarausfall bei Kindern zu behandeln. Kinder benötigen eine ausgewogene Ernährung, die reich an Nährstoffen wie Proteinen, Eisen, Vitaminen und Mineralstoffen ist.
  • Haarversorgungsprodukte: Zusätzlich können auch allgemeine Produkte verwendet werden, die das Haarwachstum auf natürliche Weise fördern, ohne die aggressiven Inhaltsstoffe einiger Haarwuchsmittel an die empfindliche Kinderhaut abzugeben. Dafür eignet sich zum Beispiel MSM-Pulver. Ebenfalls eignen sich diverse klinisch getestete Haarversorgungsprodukte dafür, dem Kind mit Haarausfall zu helfen wie das Beaver Keratin Shampoo oder der Conditioner.
  • Medikamentöse Behandlung: Medikamentöse Behandlung, zum Beispiel mit Kortison, kommt dafür ebenso in Betracht wie naturmedizinische oder homöopathische Therapien.

Wenn es sich um kreisrunden Haarausfall bei Kindern handelt, wird auch diese Vorgehensweise in vielen Fällen nicht ausreichen. Bisher gibt es leider keine anerkannten Mittel, die kreisrunden Haarausfall vollständig heilen oder das Wiederauftreten verhindern können.

Bei speziellen Formen von Haarverlust, wie dem kreisrunden Haarausfall bei Kindern, ist die Spontanheilungsrate hoch. Ansonsten kommen meistens lokale Therapien infrage wie das Auftragen von cortisonhaltigen Cremes oder noch besser eine Injektion von Cortison. Auch topische Immunmodulatoren sind als Shampoo verfügbar. Deren Wirksamkeit gilt jedoch nicht als gesichert.

Liegt eine Pilzinfektion als Ursache des Haarausfalls vor, kommen Antimykotika zum Einsatz. Bei der Behandlung kommen Antimyotika zur Pilzbekämpfung zum Einsatz. Und weil es sich beim Pilzbefall um eine ansteckende Erkrankung handelt, muss strikt auf Hygiene geachtet werden.

In sehr wenigen Fällen kann auch bei Kindern oder Jugendlichen eine Haartransplantation sinnvoll sein. Bevor dies infrage kommt, ist jedoch zunächst eine umfassende Untersuchung nötig, um reversible Ursachen auszuschließen.

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