Gesichtsbehaarung ist bei den meisten von uns ganz unterschiedlich ausgeprägt. In der Regel befinden sich die meisten Haare an Wangen, Kinn oder Oberlippe. Es können sich jedoch auch Haare auf der Stirn oder auf den Schläfen befinden. Manche haben nur einen leichten Flaum oder vereinzelt dickere Haare. Unabhängig davon, wie stark die Gesichtsbehaarung ausfällt, empfinden einige Frauen sie als störend und wollen sie loswerden.
Eine Möglichkeit, um das Gesicht von den lästigen Härchen zu befreien, ist Dermaplaning. Dabei werden die feinen Gesichtshaare mit einem scharfen Messer, ähnlich einem Skalpell, entfernt. Viele schwören auf die Methode, um einen strahlenden und frischen Teint zu erhalten. Doch wie sinnvoll ist der Beauty-Trend wirklich? Wir verraten euch alles, was ihr dazu wissen solltet. Zudem erfahrt ihr, was die Dermatologin und Autorin Frau Dr. Yael Adler zu Dermaplaning sagt.
Dermaplaning, die Haarentfernung im Gesicht, gilt als Garant für einen strahlenden Teint und jugendliches Aussehen. Was ist dran an diesem Trend? Das Gesicht zu rasieren ist längst nicht nur noch Männersache: In Asien und Hollywood ist Dermaplaning schon lange ein großes Thema. Hier lassen sich auch Frauen regelmäßig die Gesichtshaare entfernen, um ihrer Haut einen besonderen Glow zu verleihen. Hierzulande greifen auch immer mehr weibliche Beautyfans zum Rasiermesser, um Haaren auf Oberlippe, Wangen, Kinn, aber auch Stirn und Nase zu Leibe zu rücken. Kosmetikstudios bieten besondere Dermaplaning-Behandlungen an und mittlerweile gibt es einige spezielle Haarentfernungstools für die Anwendung zuhause.
Vereinfacht ausgedrückt bezeichnet Dermaplaning eine Art Gesichtsrasur für Frauen. Der Gesichtspflegetrend ist vor allem bei jungen Frauen und Mädchen im Jugendalter beliebt. Mit einem speziellen Rasierer werden dabei die feinen Gesichtshärchen und abgestorbenen Hautzellen entfernt. Häufig werden dafür auch ein Skalpell, Rasiermesser oder Augenbrauenrasierer verwendet. Es handelt sich dabei um eine Trockenrasur, die etwa alle vier Wochen durchgeführt wird.
Durch die Entfernung der Härchen soll eine glattere und reinere Hautoberfläche geschaffen werden, wodurch es zu einem „Glow-Effekt“ kommt. Außerdem sollen dadurch die Pflegeprodukte schneller wirken. Das Make-up lässt sich ebenfalls besser auftragen und hält länger. Viele versprechen sich auch einen Anti-Aging-Effekt, da die Zellerneuerung und Kollagenproduktion angeblich angeregt werden sollen. Hierbei handelt es sich aber nur um eine Behauptung, die nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte.
Bei der herkömmlichen Rasur handelt es sich meist um eine Nassrasur. Rasiergel oder -schaum helfen dabei, die Haut geschmeidig zu halten. Im Gegensatz zum Dermaplaning verwenden die meisten einen Rasierer mit mehreren Klingen. Der Anwendungsbereich beschränkt sich bei vielen Frauen eher auf die Beine, Achseln oder den Intimbereich, wo deutlich gröberes Haar als im Gesicht wächst. Obwohl auch hier die oberste Hautschicht mit abgetragen wird, kann eine Rasur in der Regel bei allen Hauttypen durchgeführt werden. Dermaplaning sollte bei empfindlicher Haut dagegen vermieden werden.
Beim Dermaplaning wird ein scharfes Messer verwendet, um die Haare gleichmäßig und präzise zu entfernen. Das geht zwar schnell, ist aber auch nicht ganz ungefährlich. Wenn ihr Sorge vor eigens verursachten Verletzungen habt, könnt ihr Dermaplaning auch professionell bei einem oder einer Kosmetiker*in machen lassen. Der Peeling-Effekt wird durch die professionelle Behandlung noch verstärkt. Allerdings sind die Kosten in einem Kosmetikstudio auch deutlich höher. Mit ca. 50 bis 100 Euro solltet ihr hier rechnen. Wenn es euch nur um die Entfernung der Gesichtshaare geht, reicht die Do-it-yourself-Methode in jedem Fall aus.
Aus medizinischer Sicht ist Dermaplaning jedoch eher fragwürdig, wie uns die Dermatologin und Sachbuchautorin Frau Dr. med. Yael Adler erklärt: „Das Problem beim Rasieren der Gesichtshaut ist natürlich, dass man seine obere Hornschicht damit auch schwächt, seine Barriere schwächt. Und durch das Rasieren wird diese schützende Barriere-Schicht ausgedünnt. Das bedeutet, die Haut wird trockener und empfänglicher für Austrocknung, weil Feuchtigkeit nicht so gut eingeschlossen wird und eher verdunstet. Und auch für das Eintreten von Erregern und Allergenen und Reizstoffen. Wer also eine empfindliche Haut hat, sollte das nicht machen.“
Beim Dermaplaning werden nicht nur die Gesichtshärchen und die abgestorbenen Hautzellen entfernt. Auch die oberste Hautschicht wird teilweise abgetragen und beschädigt. Dadurch ist die natürliche Hautbarriere geschwächt und bietet weniger Schutz vor Fremdkörpern, UV-Strahlung und Kälte. Weitere Risiken von Dermaplaning sind:
Personen, die unter einer empfindlichen Haut leiden, sollten besser auf Dermaplaning verzichten. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen kann es zu mittelstarken bis starken Hautreizungen kommen. Außerdem können sich die Symptome der Erkrankung verschlimmern. Ekzeme zum Beispiel vergrößern sich oder die Entzündungen werden stärker.
Auch Frau Dr. Adler betont, dass Personen mit Akne die Gesichtsrasur nicht durchführen sollten: „Bei Akne hat man ja Pickel und Entzündungen und wenn man dann Dermaplaning macht, dann rasiert man die Pickel auf und die Entzündungen können schlimmer werden. Und es kann Narben geben oder zumindest langfristige Flecken.
Frauen mit einer sehr starken Gesichtsbehaarung oder dunklen und dicken Haaren sollten ebenfalls die Finger von Dermaplaning lassen. Denn in diesen Fällen kann es schnell zu Haarwurzelentzündungen kommen. Auch kleine Pickelchen sind keine Seltenheit.
Dermaplaning reizt die Haut und schädigt die natürliche Schutzbarriere. Wenden Sie die Gesichtsrasur daher bei empfindlicher Haut und Hauterkrankungen wie Akne, Neurodermitis, Schuppenflechte oder Rosazea auf keinen Fall an. Hier besteht ein erhebliches Risiko für ernsthafte Verletzungen und Entzündungen der Haut.
Hinweis: Dermatologen raten generell vom Dermaplaning ab.
Ihr habt euch entschieden, dass Dermaplaning zu euch passt und ihr es ausprobieren wollt? Wir erklären euch Schritt für Schritt, wie ihr Dermaplaning selbst zu Hause anwendet. Um eine Gesichtsrasur durchzuführen, benötigt ihr lediglich einen sogenannten Dermaplane-Rasierer. Häufig sind Gesichtsrasierer gleichzeitig Augenbrauenrasierer.
Dementsprechend günstig ist die Methode, wenn ihr selbst Hand anlegt. Frau Dr. Adler betont jedoch, dass die Klinge eures Dermaplane-Rasierers scharf sein sollte, da es sonst zu Haarbalgentzündungen kommen kann.
Viele sprühen sich Trockenshampoo direkt auf das Gesicht, um die Härchen besser zu erkennen. Das trocknet die Haut allerdings aus und verstopft die Poren. Die Inhaltsstoffe reizen die Haut und können auch eingeatmet werden. Von einer Verwendung von Trockenshampoo beim Dermaplaning sollte daher unbedingt abgesehen werden.
Um die Haut bestmöglich vor Keimen zu schützen, sollten Sie zuvor unbedingt Ihr Gesicht und Ihre Hände gründlich reinigen und gegebenenfalls Handschuhe tragen. Rasieren Sie dann langsam und vorsichtig Ihr Gesicht, um Verletzungen zu vermeiden. Entfernen Sie anschließend die Haar- und Hautrückstände.
Nach der Rasur empfehlen wir einige Tipps zur Nachsorge zu beachten, um die Haut zu unterstützen:
Für mindestens 24 Stunden nach der Rasur sollten Sie auf Make-up verzichten, intensive sportliche Aktivitäten und starkes Schwitzen vermeiden sowie auf das Schwimmen, besonders in chloriertem Wasser, verzichten. Zudem sollten Sie etwa zwei Wochen lang keine Hautpeelings oder andere Gesichtsbehandlungen durchführen. Vermeiden Sie, insbesondere in den Stunden und Tagen nach der Rasur, sich ins Gesicht zu fassen.
Neben Dermaplaning könnt ihr eure Haut auch mit einem handelsüblichen Rasierer oder einem speziellen Augenbrauenrasierer entfernen. Wenn ihr nur einzelne Haare entfernen wollt, eignet sich am besten eine Pinzette. Oder aber ihr greift zu Enthaarungscreme, die speziell für das Gesicht geeignet ist. Aber auch hier besteht Irritationsgefahr! Solltet ihr viele Haare haben, die länger als einen halben Zentimeter sind, eignen sich ebenfalls Kaltwachsstreifen aus der Drogerie. Alternativ zum Waxing könnt ihr eure Gesichtshaare auch mithilfe der Fadentechnik enfernen. Da diese Methode jedoch etwas komplizierter ist, macht es mehr Sinn hiefür eine professionelle Fachkraft aufzusuchen.
Tabelle: Vor- und Nachteile verschiedener Haarentfernungsmethoden im Gesicht
| Methode | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Dermaplaning | Schnelle Entfernung feiner Härchen, Peeling-Effekt, ebenmäßigeres Hautbild | Reizung der Haut, Verletzungsgefahr, nicht geeignet für empfindliche Haut |
| Pinzette | Entfernung einzelner Haare, präzise | Zeitaufwendig, schmerzhaft |
| Enthaarungscreme | Einfache Anwendung | Irritationsgefahr, unangenehmer Geruch |
| Kaltwachsstreifen | Entfernung vieler Haare auf einmal | Schmerzhaft, nicht für empfindliche Haut geeignet |
| Fadentechnik | Präzise, auch für empfindliche Haut geeignet | Kompliziert, erfordert professionelle Hilfe |
Einige von euch haben sicher schon einmal von dem Gerücht gehört, dass sich der Haarwuchs nach dem Rasieren verstärkt. Doch in diesem Fall können wir Entwarnung geben - denn ein verstärkter Haarwuchs nach der Rasur ist definitiv nur ein Mythos. Die Dicke und die Länge eines Haars sind genetisch in der Haarwurzel verankert. Was mit den Härchen über der Haut passiert, hat keinerlei Einfluss auf die Haarwurzel. Denn Haare sind tote Materie. Es werden keine Informationen von der Haarspitze an die Haarwurzel weitergegeben.
Nach dem Rasieren fühlt sich die Haut in der Regel erst einmal ungewohnt weich und glatt an. Wenn dann die ersten Stoppeln nachwachsen - und das passiert in der Regel schneller als erwartet - fühlt sich die Haut gleich wieder rauer an. Dadurch wirkt es möglicherweise für einen selbst so, als wären mehr Haare nachgewachsen als vorher.
Auch ohne Dermaplaning können Sie ganz einfach ein schönes Hautbild erreichen. Generell gilt immer: Weniger ist mehr. Zu viele Pflegeprodukte können die natürliche Schutzschicht der Haut schädigen. Insbesondere solche mit aggressiven Inhaltsstoffen können zudem Hautirritationen hervorrufen. Waschen Sie Ihr Gesicht stattdessen täglich mit Wasser. Ein- bis zweimal pro Woche können Sie ein mildes Peeling anwenden. Auch eine gesunde Ernährung mit wenig Zucker und Fertigprodukten sowie ausreichend Bewegung an der frischen Luft tragen zu einem gesunden Hautbild bei.
Suchen Sie bei ernsthaften Hautproblemen unbedingt einen Hautarzt auf.
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