Gesicht mit Shampoo waschen: Ja oder Nein? Eine umfassende Betrachtung

Seit dem Wunsch, weniger Plastik im Alltag zu verwenden, entstehen bemerkenswerte Überlegungen. Eine davon ist die Frage, ob man das Gesicht mit einer Shampoobar waschen sollte.

Die Herausforderungen der traditionellen Gesichtsreinigung

Viele Menschen greifen morgens und abends zu Reinigungsgel, -schaum oder -milch, um das Gesicht von Tages-Make-up, Verschmutzungen, Talg und Schweiß zu befreien. Am Morgen sollen Talg, Schweiß- und Staubreste, die sich über Nacht angesammelt haben, abgewaschen werden. Doch ist diese doppelte Reinigung wirklich notwendig?

Die Meinung der Expertin

Skincare-Expertin Tiffany Masterson sieht es anders: "Der Schlüssel für eine gesunde Reinigung ist immer die Balance." Ziel sei es, Schmutz, Umweltverschmutzung, Sonnenschutzmittel, Bakterien und Make-up zu entfernen, ohne die Integrität der Hautbarriere zu gefährden. "Einer der häufigsten Gründe für trockene und empfindliche Haut ist die übermäßige Reinigung", betont die Beauty-Expertin.

Wenn Hautpflegeprodukte gesunde Lipide, Antioxidantien und beruhigende Wirkstoffe enthalten, nimmt mehrmalige Reinigung zu viel davon weg. Masterson rät dringend davon ab, das Gesicht zweimal täglich zu reinigen. "Besonders wenn die Haut spannt und dehydriert ist - wie zum Beispiel im Winter -, lohnt es sich, auf die Doppelreinigung zu verzichten", sagt die Expertin.

Wann sollte man Reinigungsprodukte verwenden?

“Morgens reicht es, das Gesicht nur kurz mit Wasser abzuspülen, um diese hautfreundlichen Substanzen zu erhalten”, sagt Tiffany Masterson. Am Abend sei die Reinigung wichtiger, weil die Haut über den Tag verteilt deutlich mehr Schadstoffen ausgesetzt ist als in der Nacht. “Eine einmalige Reinigung am Abend schützt den Säureschutzmantel und das Mikrobiom”, so die Expertin.

Die Rolle von Seife bei der Gesichtsreinigung

Der Grund, warum Kosmetiker vom Einsatz von Seife bei der Gesichtswäsche abraten, liegt nicht in der mangelnden Reinigungswirkung, sondern darin begründet, dass Seife alkalisch ist. Somit wird der natürliche pH-Wert der Haut temporär beeinträchtigt, die Haut entfettet und somit einem ziemlichen Stress und der Gefahr der Austrocknung ausgesetzt. Deshalb soll man nach dem Einsatz von Seife stets zu Feuchtigkeitscreme greifen, um die Haut bei einer schnellen Regeneration zu unterstützen.

Feuchtigkeitspflege: Notwendigkeit oder Gewohnheit?

Feuchtigkeitscremes gehören bei vielen zum Standard bei der täglichen Pflege. Vor allem zu dem Wirkstoff Urea gibt es eine gute Studienlage, dass er Feuchtigkeit in der Haut binden kann und so gegen trockene Haut hilft. Ob wir uns zu sehr an Feuchtigkeitscremes gewöhnen können, ist stark umstritten.

Viele Expert:innen wie die Dermatologin Christiane Bayerl sagen: "Nein, wir können unsere Haut nicht trainieren. Doch nicht jede und jeder von uns benötigt eine Feuchtigkeitscreme. Wenn wir nicht so häufig duschen und möglichst kaltes Wasser und wenig Seife verwenden, kann klinisch gesunde Haut auch ohne Feuchtigkeitscreme auskommen."

Weitere Tipps für eine gesunde Haut

  • Sonnenschutz: Auf ausreichend Sonnenschutz achten, da die UV-Strahlung des Sonnenlichts unsere Haut nachweislich altern lässt.
  • Luftschadstoffe: Abends täglich das Gesicht waschen, um Verschmutzungen vom Tag abzuwaschen - am besten mit einem sanften, pH-hautneutralen Waschgel.
  • Weniger ist mehr: Junge gesunde Haut braucht nur eine Waschlotion, ein Abschminkprodukt und Sonnenschutz - am besten kombiniert mit einer Tagespflege.

Mythen rund um Duschen und Körperhygiene

Um Duschen und Körperhygiene ranken sich viele Mythen. Dermatologin Dr. Stefanie Derendorf räumt mit einigen Missverständnissen auf:

  • Tägliches Duschen: Menschen mit normaler Haut können täglich duschen. Wenn man körperlich arbeitet, schwitzt oder Schmutz am Körper hat, ist es sinnvoll, sich am selben Tag zu waschen.
  • Waschlappen: Sich täglich mit dem Waschlappen zu reinigen anstelle zu duschen funktioniert genauso gut.
  • Einseifen: Seife löst Schmutz und fettige Substanzen von der Haut. Das Einseifen macht Sinn an talgdrüsenreichen Zonen wie Händen, Achseln, Füßen und Brust- und Rückenmitte.

Die richtige Wahl der Waschlotion

Die meisten Waschlotionen sind alkalisch und lösen Fette aus der Haut. Es gibt auch Waschlotionen namens Syndets, die einen ähnlichen pH-Wert wie unsere Haut haben und für Leute mit trockener Haut besonders empfehlenswert sind, weil sie den Säureschutzmantel nicht angreifen. Aus dermatologischer Sicht sollte man am besten auf stark schäumende Produkte verzichten, da der Schaum durch Tenside entsteht, die Fett aus der Haut lösen und diese austrocknen. Wenn möglich, auch auf Duftstoffe verzichten, da diese Kontaktallergien hervorrufen können.

Fungal Akne und Anti-Schuppen-Shampoo

Fungal Akne, auch bekannt als Malassezia-Follikulitis, ist eine Art von Akne, die durch das Wachstum von Hefepilzen auf der Haut verursacht wird. Anti-Schuppen-Shampoos mit dem Wirkstoff Ketoconazol können hier Abhilfe schaffen. Wichtig ist, dass das Shampoo den Wirkstoff Ketoconazol enthält.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Frage, ob man das Gesicht mit Shampoo waschen sollte, von verschiedenen Faktoren abhängt. Es ist wichtig, die individuellen Bedürfnisse der Haut zu berücksichtigen und auf die Inhaltsstoffe der Produkte zu achten. Eine übermäßige Reinigung kann der Haut schaden, während eine sanfte Reinigung mit pH-neutralen Produkten und anschließendem Sonnenschutz und Feuchtigkeitspflege zu einem gesunden Hautbild beitragen kann.

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