Die Dauerwelle erlebt ein Comeback und löst glatte Haare gekonnt ab - jedoch in modernen Interpretationen wie soften Wellen und lässigen Beach Waves. Sie lässt sofort an die ikonischen Frisuren von Madonna, Jennifer Grey (Dirty Dancing) und Julia Roberts (Pretty Woman) der 80er- und 90er-Jahre zurückdenken. Wir haben eine Expertin nach den besten Tipps rund um den Frisurentrend gefragt und zeigen, wie auch Sie die Locken im Handumdrehen nachstylen können.
Was ist eine Dauerwelle?
Wie der Name bereits verrät, handelt es sich bei einer Dauerwelle um eine permanente Lockung der Haare. Dieser Effekt wird auf chemische Weise erzeugt, da es sich bei einer Dauerwelle, wie Siiri Pflughaupt-Nezam verrät, um eine Redoxreaktion handelt. Um die chemische Behandlung zu umgehen, können Sie auf Lockenstab und Co. zurückgreifen. Dann hält der Effekt aber nur bis zur nächsten Haarwäsche.
Dauerwellen-Arten
"Es gibt verschiedene Arten von Dauerwellen: alkalische und saure. Damit ist der pH-Wert gemeint. Meistens wird eine alkalische Welle gemacht. Bei der Dauerwelle werden die Disulfidbrücken und Doppelschwefelbrücken im Haar geöffnet und mit einer Fixierung an anderer Stelle wieder geschlossen. Fun Fact: Olaplex stellt als einziges Plex-Produkt diese Brücken wieder her und somit könnte man eine Dauerwelle mit Olaplex No. 1 fixieren", erklärt die Expertin.
Unterschiedliche Dauerwellen-Arten:
*
Alkalisch: Intensiver als die saure Dauerwelle, eher für kräftiges, dickes Haar geeignet, basischer pH-Wert*
Sauer: Sanfter als eine alkalische Dauerwelle, eher für dünnes, feines Haar geeignet, saurer pH-Wert
Wie wird eine Dauerwelle gemacht und wie lange dauert das?
Eine Dauerwelle ist relativ aufwändig und kann daher je nach Salon etwa 45 bis 90 Minuten lang dauern, was aber von der Haarlänge und dem Haartypen abhängt. Die Expertin erklärt, welche Schritte für eine perfekte Dauerwelle notwendig sind:
Schritt-für-Schritt-Anleitung
1. Die Haare vor der Behandlung gründlich waschen und auf Wickler aufwickeln. Hierbei wird zwischen Dauerwellwicklern (je nachdem, wie groß die Locken werden sollen, kleine oder große Wickler) oder Papilotten unterschieden, wobei beide gleichermaßen geeignet sind.2. Sobald alle Haare komplett aufgewickelt sind, wird eine Dauerwellflüssigkeit auf das feuchte Haar aufgetragen. Diese hat je nach Haarbeschaffenheit eine Einwirkzeit von mindestens 20 Minuten. Siiri Pflughaupt-Nezam erklärt: "Es gibt unterschiedliche Flüssigkeiten für schwer wellbares, normales und koloriertes Haar."3. Anschließend wird das Haar mit den Wicklern mindestens fünf Minuten lang ausgespült und anschließend getrocknet.4. Nun wird eine weitere Flüssigkeit zum Fixieren aufgetragen. Diese sollte mindestens zehn Minuten lang einwirken. Währenddessen werden die Wickler abgenommen.5. Zum Schluss werden die Haare erneut gewaschen. Zudem wird für eine Extraportion Pflege und zum Ausbalancieren des pH-Werts eine Haarkur angewendet. Zum Schluss kommt das Föhnen.
Haarlänge für eine Dauerwelle
Damit die Locken optimal herauskommen und eine schöne Sprungkraft haben, sollte das Haar laut Siiri Pflughaupt-Nezam mindestens eine Länge von sieben bis zehn Zentimetern und höchstens eine Länge von 25 bis 30 Zentimetern (etwa Schulterlänge) haben. Diese Grundlänge sollte gegeben sein, sodass die Wickler während der Behandlung gut haften können. Umso kürzer das Haar ist, umso besser kringeln sich die kleinen Löckchen. Und je länger das Haar, desto größer die Locken und desto schneller hängen sich die Locken auch wieder aus. Zudem merkt sie an: "Generell gilt, umso geschädigter das Haar, desto weniger ist eine Dauerwelle gut und geeignet."
Für welche Haartypen ist eine Dauerwelle geeignet?
Eine Dauerwelle kann das Haar sehr beanspruchen und ist daher nicht für alle Haartypen geeignet. Vorsicht gilt insbesondere bei heller gefärbtem Haar. Da eine Blondierung das Haar bereits sehr stark angreift, könnte eine Dauerwelle zu aggressiv sein. Idealerweise sollte das Haar für eine Dauerwelle gesund, kräftig und frei von Spliss und Haarbruch sein.
Geeignet
* Haarstruktur: Gesundes, kräftiges Haar* Haar ohne Spliss und Haarbruch* Mindestlänge: 7 bis 10 Zentimeter* Optimal: mittellange Haare
Nicht geeignet
* aufgehelltes, blondiertes Haar* Haarstruktur: Sprödes, strapaziertes Haar* Maximallänge: 25 bis 30 Zentimeter* Extrem lange Haare können sich schnell wieder aushängen
Pflege von dauergewelltem Haar
Nach der chemischen Dauerwellen-Behandlung ist es wichtig, dass das Haar mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt wird. Achten Sie daher darauf, das Haar nicht zu häufig zu waschen und das Shampoo mit Conditioner und Haarkur zu ergänzen. Am besten geeignet sind spezielle Locken- oder feuchtigkeitsspendende Produkte. Nach dem Waschen können Sie zudem eine Leave-in-Pflege auf das handtucktrockene Haar geben - das hilft nicht nur die Curls leichter zu entwirren, sondern schützt gleichzeitig auch vor Frizz und verleiht den Locken Definition und Sprungkraft. Die Spitzen können Sie zusätzlich mit etwas Haaröl pflegen, um Spliss und Haarbruch vorzubeugen. Außerdem wichtig: Vor dem Styling immer einen Hitzeschutz auftragen und bei Sonne einen UV-Schutz für die Haare verwenden.
Wie lange hält eine Dauerwelle?
Eine Dauerwelle hängt sich nach etwa zwei bis drei Monaten aus und kann natürlich herauswachsen. Was bleibt, sind dann eher softe Wellen, die ganz ähnlich aussehen wie leichte Beach Waves. Sollte Sie der herausgewachsene Ansatz der Dauerwelle stören, können Sie auch eine Ansatzdauerwelle durchführen, bei der die bereits gewellten Haare für die neue Behandlung abgebunden werden, sodass wirklich nur der Ansatz behandelt wird.
Kosten einer Dauerwelle
Wie viel eine Dauerwelle kostet, hängt von der Haarlänge und dem damit verbundenen Aufwand der Anwendung ab. Sie können mit Preisen zwischen 30 und 160 Euro rechnen.
Dauerwelle selber machen?
Grundsätzlich kann man eine Dauerwelle selber machen, ja. Hierfür gibt es spezielle Kits im Handel, die alles enthalten, was für die Locken benötigt wird. Da eine Dauerwelle die Haare bei unsachgemäßer Anwendung allerdings stark in Mitleidenschaft ziehen kann, ist dringend von DIY-Sets abzuraten. Lassen Sie die Behandlung stattdessen professionell im Friseursalon durchführen. Zu Hause können Sie die Wartezeit bis zum Termin mit Lockenstab, Welleneisen, Lockenwickler, Papilotten & Co. überbrücken und so schon einmal testen, wie gut Ihnen der Locken-Look gefällt.
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Alternativen zur chemischen Dauerwelle
Für diejenigen, deren Haar sich nicht für eine chemische Dauerwelle eignet oder die sie vielleicht einfach vermeiden wollen, gibt es etliche Alternativen, die Haare zu locken.
6 einfache Ideen zum Locken machen
1.
Korkenzieher-Locken: Das nasse Haar in Strähnen aufteilen. Diese nun einzeln zu kleinen Schnecken bis zum Haaransatz eindrehen und fixieren. Das Haar für mehrere Stunden lang trocknen oder die Mini-Buns über Nacht fixiert lassen. Anschließend öffnen, das Haar durchkneten und auflockern und mit Haarspray fixieren.2.
Welleneisen: Mit einem Welleneisen verleihen Sie Ihrem Haar im Handumdrehen einen Meerjungfrauen-Look. Die Haare sollten hierfür jedoch mindestens mittellang sein, sodass Sie sie besser stylen können. Nach dem Waschen einen Hitzeschutz auftragen, die Strähnen abteilen und nach und nach mit dem Welleneisen abarbeiten. Zum Schluss fixieren, et voilá!3.
Beach Waves: Lässige Beach Waves, wie vom Meerwasser geformt, lassen sich mit nur wenigen Handgriffen nachstylen. Waschen Sie das Haar wie gewohnt mit Shampoo und Conditioner. Nachdem Sie es mit einem weichen Handtuch trocken getupft haben, geben Sie ein Lockenspray, etwas Lockencreme oder Lockenschaum hinein. Das Haar zu sanften Wellen kneten und mit einem Diffuser-Aufsatz stylen. Anstelle der Lockenprodukte empfiehlt sich auch ein Meersalz- oder Beach Waves-Spray für leichte Wellen.4.
Lockenstab: Prädestiniert für schöne, definierte Locken ist natürlich ein Lockenstab. Geben Sie einen Hitzeschutz auf das Haar, bevor Sie es Strähne für Strähne mit dem Beauty-Tool zu Wellen stylen.5.
Locken mit Leggings: Drapieren Sie eine Leggings auf Ihrem Kopf und lassen Sie die Beine jeweils seitlich herunterhängen. Nun drehen Sie das nasse Haar in den Stoff ein und fixieren es an den Spitzen mit einem soften Scrunchie. Am Morgen lösen, das Haar durchkneten und auflockern, fixieren und schon ist die Lockenpracht fertig - und das ganz ohne Hitze und viel Aufwand.6.
Papilotten: Für Papilotten-Locken muss das Haar nass oder zumindest angefeuchtet sein. Teilen Sie es in einzelne Strähnen auf und drehen Sie diese nacheinander ein, um sie anschließend auf Papilotten zu drehen. Diese möglichst nah an der Kopfhaut fixieren und für mehrere Stunden oder über Nacht auf dem Kopf lassen. Es gilt: je schmaler die Strähnen, desto kleiner die Locken und andersrum. Anschließend das Haar auflockern und fixieren.
Volumenwelle oder Dauerwelle?
Für welche Variante Sie sich letztlich entscheiden, wird von dem Ergebnis bedingt, das Sie sich wünschen: Soll Ihr Haar grundsätzlich voller und voluminöser erscheinen oder soll es gelockt werden? Eine Volumenwelle ist eine Weiterentwicklung der Dauerwelle, wobei das Haar hier nicht gelockt, sondern nur leicht gecurlt wird, sodass es mehr Volumen bekommt. Auch hier kommen chemische Prozesse zum Tragen, die die Schwefelbrücken im Haar öffnen und dem Haar mithilfe von großen Wicklern neue Form verleihen. Eine Dauerwelle ist nicht für jedes Haar geeignet, während eine Volumenwelle bei mehreren Haartypen angewendet werden kann. Die Lotionen haben eine deutlich kürzere Einwirkzeit als bei der Dauerwelle und hinterlassen somit auch weniger Schäden.
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