Petra Gerster: Mehr als nur eine Frisur

Petra Gerster, eine bekannte deutsche Journalistin und Moderatorin, hat über Jahrzehnte das Bild der Nachrichtensendungen im ZDF geprägt. Ihre Karriere, ihr Aussehen und ihre Meinungen zu aktuellen gesellschaftlichen Themen haben immer wieder Anlass zu Diskussionen gegeben. Dieser Artikel wirft einen Blick auf verschiedene Aspekte ihres öffentlichen Auftretens, von ihrer Frisur und ihrem Make-up bis hin zu ihrer Haltung zum Gendern in den Medien.

Petra Gerster und ihr Äußeres

Schon früh legte Petra Gerster Wert auf ein gepflegtes Äußeres. So verließ die ZDF-Moderatorin Petra Gerster nicht ungeschminkt das Haus. «Ich bin immer ein bisschen geschminkt. Das habe ich als junges Mädchen schon gemacht. Ich bin nicht der Typ, der völlig "nackt" auf die Straße geht - Kajal aufs Auge und Wimperntusche mache ich immer», sagte die 55-Jährige dem Radiosender Hit Radio FFH.

Sie sei keine «Naturschönheit mit schwarzen Augen», sondern wirke aufgrund ihrer hellen Haare schnell blass. Vor den Auftritten in den «heute»-Nachrichten verließ sie sich auf die Maskenbildner, die auch ihre Haare immer frisch stylten. Zum Friseur müsse sie deshalb nur alle elf bis zwölf Wochen.

Im Laufe ihrer Karriere hat sich Gersters Erscheinungsbild gewandelt. Lange färbte die 58-Jährige ihr Haar braun. Während der Pandemie, als die Friseure geschlossen waren, hatte sie jeden Morgen vor der Sendung ihren Haaransatz mit Farbe besprüht - bis sie keine Lust mehr dazu hatte. "Wozu die Mühe?", habe sie sich gefragt, erinnert sich LaFlamme in einem Jahresrückblick des Senders, und habe beschlossen: "Ich werde grau."

Diese Entscheidung, zu ihren grauen Haaren zu stehen, stieß auf unterschiedliche Reaktionen. Einige Zuschauer mochten es nicht, dass sie in der Coronazeit, da sie nicht zum Friseur zum Nachfärben gehen konnte, den Ansatz mit Spray kaschiert und das dann irgendwann gelassen hat. Für manche war das die Beschreibung eines Herauswachsenlassens, und ja, so ein dann schon breiter grauer Scheitel zu ansonstem gefärbtem Haar, das sah nicht wirklich schön aus.

Es gab auch den Vorschlag, dass es besser gewesen wäre, wenn sich die Moderatorin zu einem sehr kurzen Haarschnitt entschlossen hätte.

Diskussionen um das Aussehen von Frauen im Fernsehen

Die Diskussionen um Gersters Haare spiegeln eine größere Debatte über das Aussehen von Frauen im Fernsehen wider. In den Sendern und beim Publikum herrscht oft immer noch der Anspruch, dass Frauen im Fernsehen jung sein müssen.

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Wie Maria von Welser, NDR-Direktorin a. D. und Leiterin des ZDF-Frauenjournals „ML Mona Lisa“, feststellte, monierten Zuschauer damals vor allem die Farbe der Bluse, die Frisur kritisiert, den Lippenstift kommentiert. Zu den Inhalten kam wenig. Fernsehen, das wurde mir spätestens da klar, ist ein äußerliches Medium. Das Bild überlagert Texte. Die Gesten noch so fein formulierte Sätze.

Gerster selbst hat sich in ihrem Buch „Reifeprüfung. Die Frau von 50 Jahren“ mit der Frage auseinandergesetzt, wann eine Frau im Fernsehen als alt gilt. Sie räumte ein, dass sie sich mit 40 Jahren die Schlupflider habe korrigieren lassen. Ansonsten schwieg sie sich über weitere Korrekturen am Gesicht aus.

Es stellt sich die Frage, warum Frauen auf dem Schirm eben doch schön sein müssen, aber Männer nur „interessant“?

Abschied vom Bildschirm

Am 26. Mai 2021 führte Petra Gerster durch ihre letzte "heute"-Sendung im ZDF. Sie war mehr als 30 Jahre beim ZDF, seit 1998 moderierte sie insgesamt 3.661 "heute"-Sendungen.

Im Interview mit der "Bild am Sonntag" sagte Gerster über ihren Abschied: "Es sieht so aus, als täten sich Männer schwerer mit dem Abschied von Prominenz und Wichtigsein. Sie sei gerne Nachrichtenmoderatorin gewesen, ihr Vertrag sei am Ende sogar nochmal um ein halbes Jahr verlängert worden. Was ihr den Abschied jedoch leichter gemacht habe, "war die Pandemie und wie sie die Arbeit veränderte", blickt die Ex-Moderatorin zurück.

Statt dem gemeinsamen Basteln an der Sendung im Großraumbüro war dann ein isoliertes Arbeiten in kleinen Kammern an der Tagesordnung. "Da fiel es mir am Ende nicht so schwer, loszulassen." Auch wenn sie die "heute"-Sendung jetzt einschalte, vermisse sie die Zeit nicht.

Petra Gerster und das Gendern

Als Petra Gerster als Moderatorin der „heute“-Nachrichten im ZDF das Gendersternchen mitsprach, erntete sie heftige Entrüstung. Aus dieser Erfahrung ist ein Buch entstanden.

In ihrem Buch „Vermintes Gelände“ setzte sich Gerster mit dem Thema auseinander. Sie selbst sagte, dass sie schon immer gegendert habe, da sie Feministin der ersten Stunde sei. Wann immer es möglich war, habe sie Frauen benannt, auch bei den Nachrichten: „Politiker und Politikerinnen“.

Sie war lange etwas gegen das Gendern in Partizipform, also „Studierende“ zu sagen statt „Studentinnen und Studenten“. Dabei gab es die Studierenden schon zur Goethe-Zeit, wie auch die Reisenden und die Vorsitzenden. Das Partizip ist oft eine gute Alternative zur Doppelnennung. Auch das Gendersternchen erfüllt diesen Zweck: „Journalist*innen“ sind eben nicht nur Männer, sondern alle, die in diesem Beruf arbeiten. Als ich die Minipause vor zwei Jahren erstmals im Fernsehen hörte, war ich sofort überzeugt.

Gerster verteidigte das Gendern als eine Form der Höflichkeit, des Respekts und der Achtung vor dem Gleichheitsgrundsatz. Sie betonte, dass Gleichheit und Gleichberechtigung in Frage gestellt werden können durch das generische Maskulinum.

Trotz der Kritik, die sie für das Gendern erhielt, hielt Gerster an ihrer Haltung fest. Sie dosierte das Gendern in ihren Sendungen und achtete darauf, nicht mehr als zweimal pro Sendung mit Sternchen zu gendern.

Karriere-Highlights von Petra Gerster
Zeitraum Position
1998 - 2021 Moderatorin der ZDF-Nachrichtensendung "heute"
Mehr als 30 Jahre Tätigkeit beim ZDF

tags: #frisur #petra #gerster

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