Anleitung für den perfekten DIY-Haarschnitt: So schneiden Sie Ihre Haare selbst

Der Lieblingsfriseur ist ausgebucht oder es muss schnell gehen vor dem nächsten Video-Call? Es gibt viele Gründe, warum man(n) die Haare selber schneiden könnte.

Sei es nur zum Übergang oder auch, wenn die Mutti die Haare nicht mehr schneidet und der Friseurtermin schon längst überfällig ist. Es spart Zeit und Geld, gibt Ihnen die Freiheit, den Haarschnitt genau nach Ihren Vorstellungen zu gestalten, und kann sogar therapeutisch wirken. Besonders für Männer, die oft einfache und regelmäßige Haarschnitte bevorzugen, kann das Selberschneiden eine wirklich praktische Lösung sein.

Doch schneiden Sie besser nicht einfach drauflos. Im Folgenden finden Sie eine umfassende Anleitung und wertvolle Tipps, wie Sie zu Hause ein professionelles Ergebnis erzielen können.

Wichtige Vorbereitungen und Grundlagen

Das Wichtigste zuerst: Wenn möglich, gehen Sie lieber zum Friseur. Der Grund dafür ist einfach: Geht der Selbstversuch schief, lässt sich die verlorene Länge nicht zurückgewinnen.

Was Sie für den DIY-Haarschnitt brauchen:

  • Eine scharfe Haarschneideschere
  • Einen Spiegel (idealerweise zwei, um den Hinterkopf sehen zu können)
  • Einen Kamm (feinzinkig und grobzinkig)
  • Haarklemmen
  • Ggf. eine Haarschneidemaschine mit verschiedenen Aufsätzen
  • Ein Handtuch zum Umlegen
  • Ggf. Haargummis
  • Gute Beleuchtung

Die richtige Schere für Haare: Küchen- oder Bastelscheren sind zu stumpf zum Haareschneiden, quetschen die Haare und könnten Spliss begünstigen. Wer sich die Haare selber schneiden will, braucht keine spezielle Profi-Ausstattung.

Haare waschen & trocknen: Ihre Haare sollten frisch gewaschen und getrocknet sein. Es sei denn, Sie haben Locken, dann können Sie diese noch leicht anfeuchten, um sie besser schneiden zu können. Sauberes, trockenes Haar verhält sich anders als fettiges oder ungewaschenes.

Trocken oder nass schneiden? Die richtige Methode für Ihren Haartyp: Feucht können Sie vor allem glatte Haare einfach und präzise selber kürzen. Bedenken Sie aber, dass sich die Haare nach dem Trocknen noch ein Stückchen nach oben ziehen. Ihren Pony schneiden Sie am besten trocken. Andernfalls könnten die Stirnfransen schnell etwas zu kurz geraten.

Vorbereitung ist alles: Kämmen Sie die trockenen oder feuchten Haare (je nach persönlicher Vorliebe und Haartyp) mit einem feinzinkigen Kamm gründlich durch. Entfernen Sie alle Knötchen.

Weniger ist mehr: Nicht gleich alles auf der vermeintlich richtigen Länge kappen. Lieber Stück für Stück der Wunschlänge annähern, damit Sie nicht mehr Haare lassen, als Ihnen lieb ist.

2024 Übergang selber schneiden | Haare selber schneiden | Männer Haare selber schneiden

Anleitungen für verschiedene Haarschnitte

Spitzenschneiden für lange Haare

Wenn Sie lange Haare haben, ist das Spitzenschneiden zu Hause kein Problem.

  1. Ziehen Sie einen Mittelscheitel von der Stirn bis in den Nacken.
  2. Legen Sie die Haarhälften jeweils nach vorne über die Schulter.
  3. Beginnen Sie mit einer Seite: Greifen Sie eine schmale Strähne, kämmen Sie die Haare erneut.
  4. Dann die Strähne genau dort zwischen Zeige- und Mittelfinger halten und straff ziehen, wo Sie die Schere ansetzen möchten.
  5. Schneiden Sie die Haare unterhalb der Finger ab. Arbeiten Sie sich dabei lieber vorsichtig mit mehreren kleinen Schnitten vor, als die Strähne in einem Stück zu schneiden. Anderenfalls könnten unschöne Kanten entstehen.
  6. Die Seite wechseln und dort nach derselben Schnitttechnik verfahren.
  7. Prüfen Sie beim Schneiden immer wieder die einheitliche Länge, indem Sie die Haarspitzen der geschnittenen Strähnen mit den Fingern auf beiden Seiten gleichzeitig straff nach unten ziehen.

Wichtig zu wissen: Für einen geraden Haarschnitt werden sehr lange Haare beim Friseur häufig u-förmig geschnitten. Das heißt, die vorderen Haare sind minimal kürzer als die hinteren Partien. So fällt das Haar schöner über die Schultern.

Splissschnitt zu Hause

Gerade bei langen Haaren bleibt Spliss oft nicht aus. Trotz sorgsamer Pflege können vor allem lange Strähnen Spliss bekommen. Damit sich das Haar nicht weiter in Richtung Ansatz spaltet, sollten Sie alle 4-6 Wochen den Spliss schneiden - und zwar so:

  1. Teilen Sie im trockenen Haar eine etwa 2-3 cm breite Strähne ab.
  2. Zwirbeln Sie die Haarpartie straff zusammen.
  3. Kürzen Sie nun die abstehenden kaputten Spitzen mit einer scharfen Schere.

Stufen selber schneiden

Unterschiedliche Haarlängen schaffen Schwung und Volumen. Ein Stufenschnitt verleiht Schwung und Volumen und eignet sich vor allem für dicke Haare.

  1. Vorbereitung zum Stufenschnitt: Bevor Sie zur Schere greifen, sollten Sie Ihr Haar zunächst waschen und anschließend mit einem grobzinkigen Kamm durchkämmen.
  2. Haare in einzelne Teile abklemmen: Damit der Stufenschnitt schön symmetrisch verläuft, sollten Sie mit einem Kamm die Frontpartien einteilen (beginnen Sie bei den Schläfen und enden Sie über den Ohren). Dazu einfach die rechte und linke Seite des Kopfhaares mit Haarklemmen feststecken.
  3. Vorderen Teil zwischen den Scheiteln schneiden: Lösen Sie die vordere Partie, heben Sie das Haar in einem 90°-Winkel vom Kopf weg und halten Sie es zwischen Zeige- und Mittelfinger. Nun die Finger langsam bis zu der Stelle gleiten lassen, an dem die kürzesten Stufen anfangen sollen. Die Haare, die nun zwischen den Fingern herausschauen, können Sie abschneiden.
  4. Seitliche vordere Partien schneiden: Das Vorgehen aus Schritt 2 wiederholen Sie für jeweils die rechte und linke vordere Haarpartie. Klemmen lösen, im 90°-Winkel die Haarsträhne zwischen Zeige- und Mittelfinger stramm vom Kopf halten, Finger an die gewünschte Stelle gleiten lassen und die Haare mit der Schere abschneiden, wo sie zwischen den Fingern herausschauen.
  5. Hintere Partien schneiden: Wollen Sie zusätzliche Stufen an den Seiten und hinten schneiden? Dann nehmen Sie kleine Strähnen zwischen den Fingern hoch und kürzen Sie diese mit der Schere. Achten Sie darauf, dass Sie die Partien nicht zu kurz schneiden, da die Stufen hinten am längsten sein sollten.
  6. Finaler Check: Kämmen Sie Ihr Haar nach dem Schneiden und überprüfen Sie, ob die Stufen genau so fallen, wie Sie sich das gewünscht haben.

Pony selber schneiden

Grundsätzlich gilt: Einen Pony-Neuschnitt sollten Sie dem Profi überlassen.

  1. Die Vorbereitung: Teilen Sie die Ponypartie mit einem Kamm sauber ab. Die Strähnen an den Seiten stecken Sie am besten mit Haarklammern weg, damit sie nicht ins Gesicht fallen und beim Schneiden stören. Sind Ihre Haare lang genug, können Sie sich auch einfach einen Zopf binden.
  2. Einen geraden Pony selber schneiden: Starten Sie in der Mitte des Ponys. Klemmen Sie eine schmale Strähne zwischen Zeige- und Mittelfinger und schneiden Sie die Haare unterhalb der Finger ab. Wichtig: Kappen Sie die Strähne lieber mit mehreren kleinen Schnitten, leicht schräg von unten - so vermeiden Sie harte Kanten. In dieser Technik arbeiteten Sie sich Strähne für Strähne zu den Seiten vor.
  3. Einen schrägen Pony selber schneiden: Schneiden Sie die abgeteilte Ponypartie in einer leicht diagonalen Linie, entsprechend des gewünschten Ponyverlaufs.

Kurzhaarschnitt in 6 Schritten

Wenn Sie auf Kurzhaarfrisuren, wie einen gleichmäßigen Buzz-Cut, Burr Cut oder Butch Cut aus sind, ist es ziemlich einfach, die Haare selber zu schneiden.

  1. Schritt 1: Maschineneinstellung & Hinterkopf: Wenn Sie mit der Haarschneidemaschine arbeiten, benutzen Sie den gewünschten Aufsatz. Starten Sie ruhig mit einem längeren Aufsatz zu; Sie können dann immer noch kürzer gehen. Kämmen Sie die Haare auf dem Oberkopf nach oben und fahren Sie gegen die Wuchsrichtung. Beginnen Sie an der Stirn und arbeiten Sie sich systematisch nach hinten vor. Führen Sie die Maschine langsam und in einer Linie durch die Haare für einen gleichmäßigen Schnitt.
  2. Schritt 2: Seiten gleichmäßig trimmen: Für die Seiten empfiehlt sich eine kabellose Haarschneidemaschine, damit Sie sich nicht verheddern. Arbeiten Sie in aufsteigender Richtung von unten nach oben. Neigen Sie die Maschine leicht nach außen, um einen natürlichen Verlauf zu erzielen. Fangen Sie tiefer an und arbeiten Sie sich langsam hoch. Halten Sie den Kamm griffbereit, um nach jedem Zug die Haare auszurichten.
  3. Schritt 3: Oberkopf mit Kammtechnik kürzen: Kämmen Sie die Haare nach oben und schneiden Sie parallel zum Kamm, um gleichmäßige Längen zu erzielen. Für Anfänger empfiehlt sich die "Point-Cut"-Technik, bei der die Schere senkrecht zur Haarsträhne gehalten wird. Das sorgt für weiche Übergänge und vermeidet harte Linien. Arbeiten Sie sich von vorne nach hinten durch.
  4. Schritt 4: Übergänge (Blend-Methode): Setzen Sie die Haarschneidemaschine im Nacken an und heben Sie diese etwas an, je weiter Sie nach oben schneiden. So bleiben die Haare am oberen Hinterkopf länger und Sie kreieren einen sanften Übergang. Profis verfeinern den Übergang, indem sie zwischen drei Längen wechseln und mit einer Zwischengröße verblenden. Nehmen Sie sich Zeit für diesen Schritt, da er den Look entscheidend prägt.
  5. Schritt 5: Feinschliff mit Schere & Trimmer: Falls notwendig, korrigieren Sie die Konturen mit einer scharfen Haarschere, indem Sie sorgfältig die Haare entlang des Nackenansatzes schneiden und darauf achten, eine gerade Linie zu ziehen. Auch kleine Ausreißer am Oberkopf lassen sich punktuell ausdünnen oder kürzen. Verwenden Sie die Schere für Präzision, wo der Trimmer zu grob arbeitet.
  6. Schritt 6: Kontrolle mit Handspiegel: Nutzen Sie einen zweiten Spiegel in Kombination mit einem großen Spiegel, um den Hinterkopf und die Seiten besser sehen zu können. Überprüfen Sie jede Partie auf Gleichmäßigkeit und Linienführung. Lieber etwas nachjustieren, als mit asymmetrischem Schnitt durch die Gegend zu laufen. Achten Sie insbesondere auf saubere Konturen am Nacken und an den Ohren.

Fade & Undercut selbst schneiden

Wenn Sie nicht alle Haare gleich lang schneiden möchten und einen Übergang in Ihrem Kurzhaarschnitt haben wollen, wird es beim Nachschneiden etwas kniffeliger. Aber keine Sorge, auch das bekommen Sie hin!

  • Low, Mid und High Fade: Aufsatzwahl und Winkel: Fades unterscheiden sich durch die Höhe, in der der Übergang beginnt. Ein Low Fade startet direkt über dem Ohr, Mid Fade etwa in Höhe der Schädelseiten und ein High Fade bereits im oberen Drittel des Kopfs. Wählen Sie je nach Kopfform und Haarstruktur den passenden Stil. Nutzen Sie verschiedene Aufsätze und wechseln Sie diese in kleinen Stufen. Halten Sie die Maschine in leicht geneigtem Winkel zur Kopfhaut, um einen gleichmäßigen Fade zu kreieren.
  • Undercut definieren: freier Nacken & harte Linien: Ein klassischer Undercut zeichnet sich durch einen starken Kontrast zwischen sehr kurzen Seiten und langem Deckhaar aus. Rasieren Sie die Seitenpartien und den Nackenbereich mit einem kurzen Aufsatz (z. B. 3 mm). Ziehen Sie klare Trennungslinien entlang der Kontur. Bei Bedarf können Sie mit einem Rasiermesser nachhelfen, um die Linie zu betonen.
  • Übergänge verwischen: Clipper-über-Kamm: Die Technik "Clipper über Kamm" hilft beim weichen Verblenden von Längen, besonders bei stufigen Schnitten oder bei schwierigen Übergängen zwischen Fade und Deckhaar. Halten Sie den Kamm in einem bestimmten Winkel zur Kopfhaut und führen Sie den Clipper entlang der Kammkante. Diese Technik erfordert etwas Übung, sorgt aber für ein professionelles Finish.

Nacken rasieren: Anleitung

Vergessen Sie beim Haare selber schneiden nicht den Feinschliff an der Haarkante, insbesondere am Nacken und an der Ohrenpartie. Nutzen Sie einen zweiten Spiegel, damit Sie Ihr Haar wirklich gerade schneiden bzw. rasiert hinbekommen.

  1. Entfernen Sie den Kammaufsatz des Haarschneiders und setzen Sie den Rasierer vorsichtig in der Mitte des Nackens an, lieber etwas tiefer, um später nach oben korrigieren zu können.
  2. Nutzen Sie die anrasierte Linie als Ausgangspunkt für die restliche Kontur.
  3. Überprüfen Sie regelmäßig mit dem zweiten Spiegel, ob Sie noch gerade rasieren.
  4. Klappen Sie die Ohren leicht ab, um die Haare um die Ohren vorsichtig zu rasieren. Der Abstand zwischen Ohren und Haarlinie sollte nicht zu groß sein.

Styling & Finish

Nach dem Schneiden ist vor dem Styling - denn selbst der präziseste Haarschnitt entfaltet seine volle Wirkung erst mit dem richtigen Finish. Gerade bei Kurzhaarfrisuren entscheidet das Styling darüber, ob der Look einem wirklich passt und gepflegt ist. Wer sich die Haare selbst schneidet, sollte sich deshalb bereits davor mit ein paar grundlegenden Stylingtechniken vertraut machen.

  • Produkte: Matte Paste, Pomade, Haarspray: Matte Pasten sorgen für einen natürlichen Look ohne Glanz, während Pomaden eher für klassische Styles mit Glanz geeignet sind. Haarspray gibt dem Finish extra Halt. Achten Sie auf die richtige Dosierung: lieber sparsam auftragen und langsam steigern.
  • Textur geben: Föhnen und Fingerguides: Nutzen Sie beim Föhnen Ihre Finger als Guideline, um die Haare in die richtige Form zu bringen. Für strukturierte Styles eignet sich ein Diffusoraufsatz. Benutzen Sie Wachs oder Texture-Spray, um Bewegung ins Haar zu bringen.

Häufige Fehler und wie man sie vermeidet

Beim Haareschneiden zu Hause passieren selbst den Erfahrensten gelegentlich Patzer. Das ist völlig normal. Damit wir Sie aber davor bewahren, den Kopf zu verlieren, warnen wir Sie vorab vor den häufigsten Fehlern:

  • Ungleiche Übergänge: Gehen Sie einfach nochmal mit dem passenden Aufsatz über die Stellen, bis es wirklich gleich und symmetrisch ist.
  • Zu kurz geschnitten? Versuchen Sie, den Style mit Stylingprodukten zu kaschieren oder tragen Sie eine Cap, bis das Haar nachwächst.
  • Ausreißer am Oberkopf: Ausreißer sind einzelne Haare, die Sie bei Schneiden oder Rasieren nicht erreicht haben. Arbeiten Sie in dem Fall mit der Schere punktuell nach und schneiden Sie nicht gleich alles ab.

Wie oft sollte man nachschneiden?

Egal, ob Sie Ihre Haare selber schneiden oder zum Friseur gehen, stellt sich die Frage: Wie oft ist es eigentlich nötig, etwas Haarlänge zu lassen? Kurzen Haaren sieht man schnell an, wenn die Frisur rauswächst. Monatliches Nachschneiden ist daher sinnvoll. Einen geraden Pony sollten Sie alle 2 bis 3 Wochen kürzen, damit die Haare nicht unangenehm in den Wimpern hängen. Wird das Haar oft mit Hitze gestylt oder wurde es gefärbt, ist es stärkeren Belastungen ausgesetzt und unter Umständen geschädigt. Dann sollten Sie die Spitzen spätestens alle 6 Wochen nachschneiden (lassen).

Frisur/Haarzustand Empfohlene Häufigkeit des Nachschneidens
Kurze Haare Monatlich
Gerader Pony Alle 2-3 Wochen
Hitzegestyltes/gefärbtes Haar Spätestens alle 6 Wochen

tags: #frisur #gerader #schnitt #anleitung

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