Rund 100 Friseure, Kosmetiker und Nageldesigner demonstrierten am Freitag auf dem Neumarkt in Solingen, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen - mit Abstand und Maske.
Rund 100 Teilnehmer bei Kundgebung am Neumarkt.
Die Branche leidet massiv unter den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise. Die Teilnehmer waren mit einer klaren Botschaft gekommen: „Wir machen schön - nicht krank“ war ein allgegenwärtiger Slogan.
Nergis Altun äußerte eine klare Forderung in Richtung der Regierung: „Lasst uns ab dem 15. Februar wieder arbeiten oder unterstützt uns finanziell - sofort.“ Die 44-Jährige hatte die Kundgebung angemeldet. Im März des vergangenen Jahres hat sie ihren Salon Die schöne Akademie eröffnet - und musste ihr Geschäft wegen des ersten Lockdowns nach nur wenigen Tagen wieder schließen. Der zweite sei dann eine „schallende Ohrfeige“ gewesen.
Sätze wie dieser waren am Freitag häufig zu hören. Passend dazu erschien der Großteil der Teilnehmer ganz in schwarz, einige brachten Grablichter mit, sogar ein gebastelter Grabstein stand auf dem Neumarkt. Statt eines Namens waren darauf Kamm und Schere zu sehen.
Viele bekannte Solinger Friseure mischten sich unter die Kundgebung. Doch ein gutes Drittel kam von außerhalb. „Wir haben in den sozialen Medien für die Veranstaltung geworben“, sagte Altun. Dem Ruf folgten unter anderem Kollegen aus Bielefeld, Dortmund und Düsseldorf.
Die Botschaften in den Redebeiträgen und auf den Plakaten glichen sich. „Wir würden sehr gerne wieder öffnen“, sagte etwa Tanja Rauhaus. Die Betreiberin des Salons Löwenmähne in Remscheid verwies auf die funktionierenden Konzepte der Branche. „Letztendlich haben wir die Botschaft, auf Hygiene und Sicherheit zu achten, unsere Kunden vorgelebt“, ist sie überzeugt.
Im Vorfeld der Veranstaltung betonte Pia Schneider im ST-Gespräch, ihre Branche wolle weiter zur Pandemiebekämpfung beitragen. Die Obermeisterin der Friseur-Innung hat die Veranstaltung auf dem Neumarkt mit organisiert. Sollte der Lockdown erneut verlängert werden, brauche es „passgenaue, unbürokratische Hilfe“ für die Unternehmen.
Für die Verdienstausfälle im Dezember gebe es keinen Ausgleich. Anträge für die Überbrückungshilfe III liegen noch nicht vor. Das Kurzarbeitergeld strecken die Betriebe vor. Und das in einem Monat, in dem ohnehin viele Rechnungen ins Haus flattern. „Wir gehen auf dem Zahnfleisch. Meine Kollegen werden depressiv, weil die Perspektive fehlt.“
Trotz der zum Teil deutlichen Kritik an Regierung und Politik grenzten sich die Teilnehmer von Corona-Leugnern ab. „Da geht es mir überhaupt nicht drum“, betonte Nergis Altun.
| Forderung | Begründung |
|---|---|
| Wiedereröffnung ab 15. Februar | Funktionierende Hygienekonzepte der Branche |
| Finanzielle Unterstützung | Ausgleich für Verdienstausfälle, unbürokratische Hilfe |
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