Das Pro-Kopf-Einkommen in Portugal ist deutlich niedriger als in Deutschland. Nachdem die Finanzkrise 2008 jahrelang für einen deutlichen Rückgang bei Löhnen und Gehältern sorgte, steigt das Durchschnittseinkommen seit einiger Zeit wieder leicht an.
Der Brutto-Durchschnittsverdienst in Portugal betrug 2018 1.166 Euro im Monat. Das macht ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 16.324 Euro. In Portugal werden 14 Löhne und Gehälter ausgezahlt: 12 Monatsgehälter plus Weihnachtsgeld und Urlaubsbonus.
Im Vergleich befinden sich die Portugiesen mit ihrem Durchschnittseinkommen im EU-Schnitt ziemlich weit hinten. Von den Ländern mit Euro als Währung liegen nur Litauen, Lettland und die Slowakei hinter Portugal. Zum Vergleich: In Deutschland betrug das Durchschnittseinkommen (brutto) 2019 3.994 Euro.
Nach jahrelangen Stagnationen und Kürzungen steigen allerdings die Löhne und Gehälter in Portugal seit 2015 wieder leicht an. Auch in Portugal gibt es Unterschiede im Verdienst von Männern und Frauen. Der jährliche Durchschnittslohn von Frauen lag 2019 rund ein Fünftel unter dem durchschnittlichen Einkommen der Männer. Dieser Wert hat sich seit 2008 nur ganz leicht verbessert.
Wie in vielen Ländern, gibt es auch in Portugal große regionale Unterschiede bei Löhnen und Gehältern. In Lissabon und Umgebung liegt der Durchschnittslohn mit ca. 1.054 Euro am höchsten, gefolgt von Nordportugal mit 865 Euro, Zentralportugal (855 Euro), dem Alentejo (851 Euro) und der Algarve (840 Euro).
Die niedrigsten Löhne und Gehälter werden auf den zu Portugal gehörenden Inseln Madeira und der Azoren gezahlt. Auf den Azoren liegt der durchschnittliche Monatslohn bei 801 Euro, auf Madeira nur bei 796 Euro.
Hier ist ein Überblick über das monatliche Brutto-Einkommen und die Gehälter bestimmter Berufsgruppen in Portugal für das Jahr 2018:
| Berufsgruppe | Monatliches Brutto-Einkommen (Euro) |
|---|---|
| Hotel- und Gaststättengewerbe | 820 |
| Landwirtschaft | 896 |
| Baugewerbe | 993 |
| Gesundheitswesen / Sozialarbeit | 1.055 |
| Öffentliche Verwaltung | 1.099 |
| Bildungswesen | 1.272 |
| Transport / Logistik | 1.426 |
| Finanzwesen / Versicherungen | 2.321 |
| Softwareentwickler | 1.300 |
| Allgemeinarzt | 1.690 |
| Anwalt | 1.665 |
| Friseur | 844 |
| Maurer | 881 |
In Portugal gibt es einen gesetzlichen Mindestlohn, den »salário mínimo«, offziell retribuição mínima mensal garantida (RMMG). Er beträgt derzeit (2022) monatlich 705 Euro (9.870 Euro im Jahr bei 14 Auszahlungen). Umgerechnet auf 12 Monate beträgt der Mindestlohn in Portugal damit 822,50 Euro.
Im Oktober 2020 lag die Arbeitslosenquote in Portugal bei 7,5%. Deutlich schlechter sehen allerdings die Zahlen bei den Erwerbstätigen im Alter von 15 bis 24 Jahren aus.
In Lissabon sich ein Zimmer nehmen, das können wir Touristen immer mehr und die Einheimischen immer weniger. Wie aber die Preise im übrigen Portugal aussehen, darum geht es in diesem Beitrag. Einblicke in die Lebenshaltungskosten der Einheimischen, ihre Entwicklung im letzten Jahrzehnt und ihr Wert im EU-Vergleich vervollständigen die Entdeckungsreise.
Die Discounter wie Aldi und Lidl sind preislich unschlagbar - wie gewohnt, mit einer geringeren Auswahl als in den normalen Supermärkten. Mittlerweile bieten dir erstere ein Einkaufserlebnis für deine Augen: Sie sind aufgeräumt und die Waren ansprechend präsentiert. Willst du eine große Bandbreite von billig bis teuer, so bist du jedoch bei Jumbo, Intermarché und Continente besser aufgehoben.
Durch Hausmarken wie »Auchan« von Jumbo kommst du an das Preisniveau von Aldi & Co. heran. Außerdem punkten Continente und Jumbo mit Preissenkungen um ein Drittel bis die Hälfte, bei Lebensmitteln und Kosmetikartikeln.
Wenn man gleich noch tankt, am besten bei Jumbo oder beim Intermarché, spart man etwa zehn Cent pro Liter gegenüber einer normalen Tankstelle wie Galp. Nach Spanien hinüberzufahren, zum Tanken, lohnt noch mehr. Die Portugiesen, die es nicht tun, leben mit etwa zwanzig Cent teureren Benzinkosten als in Deutschland.
Eine portugiesische Gaststätte ist ein Kulturgut, und das Tagesgericht »Prato do dia« kann für 6-8 Euro eine Offenbarung sein. Manchmal gibt es das als Menü - mit Salat, Beilage (Pommes Frites) und Getränk (Erfrischungsgetränk oder Tafelwein).
Hier trifft sich die hippe, vegane Szene in der großen Provinzstadt. Die preiswerten Tagesgerichte und Mittagsmenüs gibt es aber in ganz Portugal.
Beim Überschlagen deiner Urlaubskosten für Portugal kannst du etwa 20 Prozent weniger einrechnen, für Esswaren, Kosmetik und Freizeitangebote, außer für Importe und in Lissabon.
Wir sind für dich in Lidl und Aldi gegangen und in die portugiesischen Supermärkte: Pingo Doce, Continente und Covirán, ihre spanischen Ableger: Miniprecio/Día und die französischstämmigen Filialen: Auchan/Jumbo, Intermarché und E. Leclerc. Herausgefischt haben wir diese Preisbeispiele für Alltagsprodukte:
Brote in Portugal sind rustikal. Das gilt nicht nur für das »Pao Rústico«. Individuell und charaktervoll springen sie einem ins Auge. Dabei sind ausländische Alternativprodukte wie Reiswaffeln, Thai-Reis und Nussmehl längst in der traditionellen Küche angekommen:
| Produkt | Ungefährer Preis |
|---|---|
| Reiswaffeln, 130 g, Aldi | 0,69 Euro |
| Baguette, 400 g, Intermarché | 0,69 Euro |
| Haferflocken, 500 g, Lidl | 0,79 Euro |
| kleines »Rio Mayor«-Brot, Intermarché | 0,95 Euro |
| Reiswaffeln, 130 g, Jumbo | 0,95 Euro |
| kleines Brot »Pão Rustico«, 462 g, Jumbo | 1,15 Euro |
| Thai-Reis »Auchan«, 1 kg, Jumbo | 1,19 Euro |
| Bio-Nussmehl, 150 g, Aldi | 2,99 Euro |
Gartenbesitzer stellen Eimer mit Orangen an ihr Tor, und man kann sie eigenhändig pflücken, für fünf Euro drei Kilo. Ihre selbst angebauten Tomaten schmecken fruchtig nach Tomate.
Gefühlt werden im Lidl und Jumbo mehr Fisch und Meeresfrüchte feilgeboten als Gemüse. Es sind mehrere Truhen voll. Die Portugiesen scheinen nichts anderes zu essen. Jedoch auch die Fleischtüten auf den Kassenbändern sind wirklich groß. Erstaunlich bleibt, dass es sich für die Verkäufer lohnt, vielfältiges Gemüse anzubieten. Es kostet:
| Produkt | Ungefährer Preis |
|---|---|
| gefrorener Rosenkohl oder Brokkoli »Auchan«, 400 g, Jumbo | 0,59 Euro |
| grüne Gurken, pro kg, Jumbo | 0,69 Euro |
| Kartoffeln, pro kg, Lidl | 1,09 Euro |
| grüner Thymian im Kräutertopf, Stück, Jumbo | 1,49 Euro |
| frischer Spinat, 200 g, Intermarché | 1,89 Euro |
| grüner Spargel, Bund, circa 300 g, Lidl | 1,99 Euro |
| grüner Spargel, Bund, 320 g, Jumbo | 3,29 Euro |
| Avocados, pro kg, Lidl | 4,99 Euro |
| frische Sardinen auf Eis, pro kg, Intermarché | 2,99-6,99 Euro |
| wild gefangene argentinische Gambas, pro kg, Continente | 12,99 Euro |
An Fleischgerichten kommt man kaum vorbei, in Portugals Küche. Gut ist der dran, der nicht nur nach den Preisen, sondern nach dem besten Preis-Leistungsverhältnis schaut. So empfiehlt sich das frische Fleisch vom Fleischstand im Intermarché eher als die verpackten Fleischportionen aus dem Jumbo.
Die Discounter weisen tendenziell die günstigsten Getränkepreise auf.
Praktisch sind die Drei-Kilo-Flaschen mit Butan in Portugal. Sie sind weder riesig groß noch zu klein, sondern reichen zwei Personen bis zu zehn Wochen. Dazu kauft man sich einen Schraubaufsatz, zum Kochen. So kommt man zu zwei heißen Kaffees am Morgen und einem warmen Mittagessen á 20 Minuten Koch- oder Bratzeit pro Tag. Ihr findet leichte Preisunterschiede für das Gas zwischen den Supermärkten und Tankstellen:
| Produkt | Ungefährer Preis |
|---|---|
| 1 Gasflasche »Gas Mini«, circa 3 kg, im Tausch gegen leere Flasche, Continente | 10,99 Euro |
| 1 Gasflasche »Galp Gás«, Butan, circa 3 kg, im Tausch, Galp | 12,00 Euro |
Mit der App »Park4Night« drehst du als Fahrer eines Wohnmobils kräftig an der Übernachtungskosten-Schraube. «Park4Night« verzeichnet die Kosten von Campingplätzen und viele kostenlose Stellplätze in der Natur. So endet der Tag selig an der Steilküste, mit Blick auf den Sonnenuntergang.
Quellwasser findest du kostenlos an manchen Picknickplätzen, in Zentralportugal in: Monsanto, Peña Garcia und Idanha-a-Nova und an der westlichen Atlantikküste: in Melides. Manche sind in der App »iOverlander« hinterlegt. Das gesparte Geld finanziert dir am Abend deinen nächsten Cocktail.
Freizeitaktivitäten sind in Portugal im Durchschnitt preiswerter als in Deutschland. Klar gibst du das Geld im Urlaub schneller aus als im Alltag. Deshalb sind manche Preisbeispiele nicht alltäglich:
| Produkt | Ungefährer Preis |
|---|---|
| Kinoticket, internationale Filme | 6-7 Euro |
| Tennisplatz, 1 h am Wochenende | 6-20 Euro |
| Fado-Vorstellung in Lissabon, 1 h | ab 17 Euro |
| Fitness-Studio, pro Monat | 25-50 Euro |
| Delfinbeobachtung (Albufeira/Algarve, 2 h) | ab 35 Euro |
| Ganztags-Führung um einen erloschenen Vulkan auf den Azoren (Sete Cidades) | ab 85 Euro |
| Surfkurs in Moledo (nahe dem spanischen Galicien), Einsteiger 4 h Wochenkurs | 89 Euro |
| Surfkurs in Cascais (Lissabon), Anfänger: 5 Lessons (1 Lesson = 2 h) | 150 Euro |
| Ballonfahrt ab Coruche: (3 h): | ab 165 Euro |
Ja, du kannst das Roaming in Portugal nutzen, mit deinem deutschen Handyvertrag. Mit einer portugiesischen Sim Card von Nos darfst du hingegen maßlos surfen. Deine Investition für 30 Tage? 30 Euro plus die Prepaid-Sim Card für 2,50 Euro: »NOS Kanguru Livre XL«. 15 Tage kosten 15 Euro. Heraus kommen relativ beständige Internetverbindungen, außer in mancher Primetime am Abend.
Die Alternative ist Meo, mit seiner besseren Netzabdeckung. Deren günstigstes Angebot, ohne Flatrate: 30 GB für 15 Euro und 15 Tage zuzüglich einer Prepaid Sim Card für 9,99 Euro einschließlich drei GB Daten.
Zweite Alternative ist Vodafone. Das Netz deckt am besten ab und ist am schnellsten. Du erhältst 30 GB für 14,99 Euro und 15 Tage oder 15 Stunden Nutzungsdauer in 90 Tagen für den gleichen Preis. Hinzu kommen ab 9,90 Euro für eine Prepaid Sim Card.
Kostenlos sind Abhebungen an allen Automaten, wenn du Kunde der DKB-Bank, der norisbank oder von comdirect bist. In den gleichen Genuss kommst du als Deutsche-Bank-Kunde bei Geldautomaten der portugiesischen Filialen der Deutschen Bank und ihren Partnerbanken.
Als Kunde aller anderen Banken kommt auf dich eine Transaktionsgebühr zu, das sich nach den Konditionen deiner Hausbank in Deutschland richtet. Es lohnt sich, mit EC-Karte im Supermarkt zu zahlen anstatt Geld abzuheben: Du sparst die Auslandseinsatzgebühr.
Die Stundenpreise sind in Portugal niedriger als bei uns. So kostet ein moderner, individueller Herren Kurzhaarschnitt in Castelo Branco (Zentralportugal): 12 Euro (Jumbo). Eine Auto-Reparatur bei Roady in der gleichen Stadt schlägt mit 30 Euro je Stunde plus Materialkosten zu Buche. Die Zahnschmerzen wird man in Loulé an der Algarve für 40 Euro pro Stunde los, zuzüglich Röntgenuntersuchung, Materialkosten und Medikamenten.
Im EU-Land Portugal bist du über deine heimische Krankenkasse während deines Urlaubs versichert. Reicht dir das nicht, kommen nur circa zehn Euro für eine zusätzliche Auslandsreisekrankenversicherung auf dich zu, zum Beispiel bei der ERGO. Sie versichert dich für die ersten acht Wochen deines Auslandsaufenthalts, mehrfach pro Jahr, und verlängert sich jährlich ohne Kündigung.
2018 belief sich die portugiesische Inflationsrate im Durchschnitt auf 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Sie hat sich wellenförmig entwickelt, im letzten Jahrzehnt - mit dem höchsten Wert von 3,6 Prozent in 2011. Noch zwei Jahre vor dem EU-Rettungsschirm, 2009, lag der niedrigste Wert bei minus 0,9 Prozent. Mit minus 0,2 Prozent schaffte es Portugal 2014 wieder in die finanzielle Eigenständigkeit (Quelle: Statista). Zu den Lebenshaltungskosten gehören alle Haushaltskosten einer portugiesischen Familie oder eines Singlehaushaltes außer der Krankenversicherung.
13 Prozent unter dem EU-Durchschnitt bewegten sich Portugals Lebenshaltungskosten 2018 - Norwegen, Island und die Schweiz mit eingerechnet (Quellen: Eurostat, Destatis). Im Vergleich dazu: Deutschland war bei vier Prozent über dem Durchschnitt, Österreich neun Prozent drüber, Schweden 19 Prozent darüber und Estland 19 Prozent darunter.
Diese Durchschnittszahlen bilden nicht ab, dass dich Lissabon und die Touristenorte an der Algarve natürlich teurer kommen als ländliche Regionen im Alentejo oder Centro. Das sind die ungefähren Preisunterschiede:
Der Lebensstandard der portugiesischen Gastgeber zeigt sich auch in den Mieten: Eine zentral gelegene Zweizimmerwohnung kostet durchschnittlich 600 Euro Miete im Monat. Dezentral kommen 400 Euro auf zwei Leute zu. Dezentral sind es 600 Euro für eine Kaltmiete. Das heißt: Wenn es für Mieter nicht unbedingt Lissabon sein muss, können sie sich in anderen Städten eher eine Mietwohnung in zentraler Lage leisten, wo es in der Hauptstadt nur dezentral wäre.
Da geht bei den Mietern die Schere auseinander: Immer teurer in der Hauptstadt zu leben, können nur Leute mit einer finanziell lukrativen Arbeit, etwa in einer großen Firma, oder wenn sie an Touristen über Airbnb untervermieten.
So kommt man als Tourist an ein helles, möbliertes Zimmer für zwei Personen: für 30 Euro pro Nacht (gesehen auf Airbnb, im Stadtviertel Baixa-Chiado). Das ist unweit der Szenekaffees, vom Convento do Carmo, dem Karmeliterorden, und den lukrativen Einkaufsstraßen Garrett und Carmo.
Der durchschnittliche Quadratmeterpreis in einem portugiesischen Stadtzentrum beläuft sich auf 2.800 Euro, außerhalb auf 1.500 Euro. In Lissabon stehen durchschnittliche 4.400 Euro in zentraler Lage 2.300 Euro dezentral gegenüber (Quelle: numbeo.com).
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